Tag Archives: Zucker

Omas Osterkuchen

7 Apr

#100: Ich.kann.es.kaum.fassen!

Dies ist mein Blogpost No. 100! Einhundert!
Durchaus ein kleiner Meilenstein in meinem Bloggerdasein.

Wie ich selbst erst vor einigen Tagen erstaunt feststellen durfte, habe ich es in einem Jahr und rund 7 Monaten seit dem Spatenstich auf imposante 99 Beiträge geschafft. Keine Ahnung, ob das nun viel ist oder nicht? Andere Blogger schaffen diese Zahl vermutlich in wenigen Monaten, aber ein bisschen Stolz schwelgt trotzdem in meiner Brust.

Die einen machen hundert Sit-Ups, ich schreibe halt hundert Beiträge. Und ich schreibe sie immer noch mit der selben Leidenschaft wie damals, als ich meine ersten Gehversuche in der Bloggerwelt machen durfte.

Wie gut passt es da, dass ich vor einigen Wochen unabhängig zweimal für den „Liebster Blog Award“ nominiert wurde und mich natürlich extremst gebauchpinselt gefühlt habe. Obwohl – insgeheim hatte ich eigentlich gehofft, dass dieser Kelch an mir vorbei zieht. Gegen Kettenreaktionen dieser Art hege ich normalerweise einen gesunden Widerstand.
In dem Fall aber ist Widerstand zweckmässig.

Ziel des Awards ist es nämlich, neue oder noch unbekanntere Blogs vorzustellen, die einem persönlich gut gefallen. In der Regel gibt man den Award an 11 Blogger samt 11 zu beantwortenden Fragen weiter, die noch unter 200 Follower haben. Durch die Fragen gibt man den Bloggern ein Stück weit auch ein persönliches Profil und lernt so einiges über die Charakter hinter den kulinarischen Kulissen der Posts, die man ja so gerne liest.

In den Kreis der Erlauchten aufgenommen wurde ich von der lieben Natalie vom Blog essen und l(i)eben und von der Kandiskatze, deren Blog ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Voilà: und hiermit liefere ich nun die Antworten auf die mir gestellten Fragen:

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Crema catalana ahumada

25 Feb

Kleiner Rahmen, grosses Kino

Es ist ein offenes Geheimnis: ich habe eine grosse Schwäche für den Kauf neuer, inspirierender Küchengadgets, welche mir den Alltag hinter den Töpfen versüssen. Je nach Polsterung meines Portemonnaies wird in regelmässigen Abständen eine neue Anschaffung für den liebsten Raum meiner Wohnung getätigt. Ein Mann ist eben ein erwachsener Junge.

Über die Jahre hinweg haben sich so einige dankerfüllte (und auch einige weniger nützliche) Gerätschaften in den Türchen und Schubladen meiner Küche angestaut. Angefangen bei Flambier- und Marronipfanne, über Eismaschine und Tortilla-Presse bis hin zu Sushi-Matte und Chinesischem Hot Pot. Und natürlich Messer – der beste Freund schlechthin in der Küche. Männer und Messer. Damit verhält es sich grundsätzlich ähnlich wie bei Frauen und Schuhen: man kann gar nicht zu viel davon besitzen.

Meine neuste Anschaffung präsentiert sich in Form einer küchengangster-mässigen Räucherpistole. And I love it! Sie war das diesjährige obligate Weihnachtsgeschenk an mich selbst (und die sind ja bekanntermassen stets die besten). Funktionieren tut sie so dermassen simpel, dass selbst ein Kind sie bedienen könnte. Dazu  kommt es aber nicht. Meine Küchenhelfer gebe ich nur ungern aus den Händen.

In einen kleinen Siebeinsatz wird Räucherspan wie Apple Wood, Hickory oder Kirschbaum zusammen mit allfälligen Aromengebern wie Tee, Gewürzen, getrockneten Blumen, Zitronenabrieb und so fort gegeben. Das Ganze im Anschluss mit einem Streichholz entzündet, schiesst die Smoking Gun den aromatischen Rauch durch den Abzug nach aussen und veredelt auf diese Art so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Butter, Austern, Cocktails, Salz, Carpaccio, Jakobsmuschel, Salate, Frischkäse, Schokolade, Baisers… die Liste könnte ich ewig weiterführen.

Mein erstes Experiment war ein mit Kirschbaumholz geräuchertes Single Malt Whisky-Shortbread-Eis. Eine echte Wucht! Dafür hätte ich noch so manche Küche ausgeräuchert. Das Zeug war so unglaublich schnell verputzt, dass ich nicht mal Zeit hatte, um es gebührend zu fotografieren. Und da ich selten innerhalb kurzer Zeit dasselbe koche, wagten mein Kumpel Pädde und ich uns am Weekend an einen frisierten Klassiker. Crema catalana ahumada. Mit ordentlich Schall, Rahm und Rauch! Weiterlesen

Milchkonfitüre

15 Jan

Die süsse Seite des Lebens

Eine Warnung vorweg: Wer keinen Zucker in seinem Essen mag, der sollte genau jetzt aufhören zu lesen.

Süss, süsser, dulce de leche! Man liebt es oder hasst es! Für mich trifft definitiv ersteres zu. Jeder der schon mal in Argentinien war, der kennt sie: die wohl süsseste und klebrigste Substanz auf dem gesamten Planeten. Derartiges gehört normalerweise ja eher nicht zu meinem Beutespektrum, bevorzuge ich doch ganz klar Salziges. Aber bei dieser Milchkonfitüre kann ich unmöglich widerstehen. Sie ist mitunter das Beste was ich auf meiner damaligen Reise in Argentinien kennenlernen durfte. Muuuy rico!

Dulce de Leche (zu Deutsch in etwa „Süsses aus Milch“ oder eben einfach Milchkonfitüre) wird, so die Sage dazu, schon seit dem 18. Jahrhundert produziert und wurde das erste Mal in Chile unter dem Namen Manjar verkauft. Die klebrig-weiche, hellbraun-karamellfarben glänzende Crème besteht -wie orginell die Argentinier doch sind!- per se nur aus Milch und Zucker und ist ein echter Diätkiller. Die Kalorien kann man sich quasi gleich an die Hüften kleben.

Die Argentinier verwenden dulce de leche immer, überall und für alles! Aufs Brot geschmiert als Nutella-Ersatz, in Eiscrèmes und Pfannkuchen, als Füllung für Torten und Käsekuchen, auf Keksen, in Keksen, als Dip zu Keksen, in Alfajores, für Cupcakes oder Pudding, zu Obst wie Bananen, im Starbucks Frappucino, mit Meringues, pur zum löffeln und und und… Kennt ihr die Szene aus Forrest Gump, in der Bubba die zig Verwendungsmöglichkeiten für Shrimps erläutert? Ich könnte wohl endlos so weitermachen…

So oder so: für jemanden mit süssem Zahn ist diese Milchkonfitüre eine Offenbarung und wer auch im neuen Jahr keine Kalorienkolosse meiden muss, der steht mittlerweile wohl längst hinter den Töpfen.
Aber Vorsicht – es macht süchtig! Versprochen! Weiterlesen

Thurgauer Apfelkuchen

31 Okt

Iss lieber mal ’nen Apfel

Im äussersten Nordosten der Schweiz liegt der Kanton Thurgau, direkt am Bodensee. Wer hierher fährt, darf in den Apfel beissen, denn die rotwangige Frucht ist dort allgegenwärtig. Den Apfelkanton kennt man daher hierzulande auch besser unter dem Spitznamen Mostindien.

Jeder dritte in der Schweiz geerntete Apfel stammt aus dem Thurgau, dem somit grössten Obstbaukanton der Eidgenossenschaft, welcher sogar jährlich eine Apfelkönigin wählt. Insbesondere jetzt in den Herbstmonaten finden sich hierzulande allerorts wieder rot- und gelbschalige Äpfel, welche einem ins Gesicht lachen und förmlich danach schreien: Apfelkuchen backen!!
Direkt vom Baum in den Ofen sozusagen. Ob die Apfelkönigin auch täglich einen Apfelkuchen verputzen darf, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

So oder so: Rezepte für Apfelkuchen gibt es vermutlich so viele wie Grossmütter auf der Welt. Aber ausgerechnet meine Grossmütter haben mir keines überlassen. Dafür aber eine Anleitung für einen unverschämt guten Osterkuchen. Aber bis dahin dauert es ja noch eine Weile.

Also habe ich auf mein bewährtes Rezept für Thurgauer Apfelkuchen zurückgegriffen. Heute fällt der Apfel allerdings etwas weiter vom Stamm, denn die Rezeptvorgaben wurden von mir beliebig abgeändert. Und so präsentiert sich mein Kuchen mit einer knusprigen Schicht aus Tonkabohnen-Streuseln und wird mit einer himmlischen Salzkaramell-Sauce serviert.
Kalorienzählen so was von verboten!

Und weil das so gut geschmeckt hat und noch viele Äpfel auf baldigen Verzehr warten plane ich bereits den nächsten Streich.

Vielleicht endlich mal eine Tarte Tatin?

Wir bleiben gespannt. Wie der Ranzen, nach dem Verzehr dieser Köstlichkeit 😉 Weiterlesen

Horchata de Chufa

1 Aug

Spanischer Lassi

Direkt aus dem Urlaub in Nordspanien melde ich mich hier mit einem Post zu einem Spitzen-Sommergetränk!

Immer wieder mal stolpere ich beim Stöbern im Netz oder Feinkostladen auf Produkte, die mir bis anhin gänzlich unbekannt waren. Erst kürzlich erging es mir so mit den in der Schweiz bisher noch ziemlich unbekannten Erdmandeln.

In der kleinen Knolle steckt durchaus mehr Potential, als man zunächst vermuten könnte. Sie ist etwa so gross wie eine Muscat-Traube und nennt sich auch Tigernuss oder Chufa. Allerdings ist sie nicht etwa eine Nuss, sondern eine Wurzelverdickung eines tropischen Grases, welches zu der Pflanzengattung der Zyperngräser gehört. Die aussen braunen und innen weissen, erbsengrossen Erdmandeln eignen sich in der Küche als delikate Zutat.

In der Textur ist die Chufa sandig und erdig, der Geschmack kommt jenem von Haselnüssen und Mandeln sehr nahe und im Aroma erinnert sie an frische Champignons. Ich wage zu behaupten: you either love it or hate it! Ich liebe sie definitiv schon jetzt!

Von den Arabern eingeführt, hat die Erdmandel vor allem in Spanien, insbesondere in Valencia zu grosser Beliebtheit gefunden. Dort stellt man daraus horchata de chufa her: eine süsse, nahrhafte Erdmandelmilch, welche in sogenannten horchaterías eisgekühlt als sommerliche Erfrischung serviert wird. So auch hier im Norden Spaniens, wo sie aktuell beinahe täglich auf meinem Menuplan auftaucht 😉

An heissen Tagen kühlt sie, ähnlich den indischen Lassis, den Körper und schmeckt ganz einfach unverschämt gut! Allerdings ist sie sehr sättigend. Man trinkt zwei Deziliter davon und hat danach den ganzen Tag keinen Hunger mehr. Der erfrischende, nussige und milchige Geschmack hat selbst den Maler Salvador Dalí überzeugt. Noch heute findet man in der Speisekarte einer Horchatería in Alboraya, dem Ursprungsort der Horchata, ein Foto, auf dem Dalí voller Genuss dieses köstliche Erfrischungsgetränk kostet. Weiterlesen

Tarte à la rhubarbe meringuée

20 Jun

Happy Blogpurzeltag

Kaum zu fassen. Virtueller Geburtstag… der erste!

Mein Blog wird heute ein zartes Jahr alt und feiert seinen ersten Blogpurzeltag. Und es gibt ihn immer noch! Zeit für einen kurzen Rückblick:

Was vor einem Jahr als spontanes Projekt aus dem Nichts entstand, wächst unaufhörlich weiter und nimmt heute wöchentlich einige viele Stunden meiner Freizeit in Anspruch. Mittlerweile hat das Baby laufen gelernt und hat auch mein eigenes Leben ein klein wenig verändert. Aber meine kindliche Freude am Kochen und Geniessen ist geblieben.

Time is running! 62 Artikel wurden bisher verbloggt, über 17’000 Aufrufe getätigt (keine Ahnung, ist das viel?) und 370 Kommentare verfasst. Und auch 12 Monate nach der Geburt meines Blogbabys kämpfe ich noch tagtäglich mit den Tücken des WordPress-Systems. Eine neue Kamera habe ich mir trotz allen Ambitionen immer noch nicht angeschafft und meine simple Digicam von Nikon wird somit wohl auch weiterhin mein steter Begleiter in der Küche bleiben.

Was noch? Aja! Facebook-Liken oder noch besser -Sharen ist mittlerweile ein absolutes Must und meine Küche ist seit der Gründungsstunde von myfoodprints.net noch dreckiger als sonst! Und ja, es ist jetzt nun mal einfach so: bevor gegessen wird, wird fotografiert! Und vorher rührt mir keiner den Teller an! Aber gerade deshalb: Ich freue mich, wenn ich eine Hand voll kochwütiger Leser glücklich machen kann.

Reich geworden bin ich nicht. Ruhm und Berühmtheit? Mitnichten!
War auch nie mein Ziel. Der für mich schönste Lohn sind ohnehin die vielen netten Kommentare der regelmässigen, feinen Leserschaft, die einem auf sympathische Weise immer wieder aufzeigen, dass man nicht alles soo falsch macht, wie man manchmal denkt.

Schon interessant… Da sind Leser und Mitblogger irgendwo da draussen im weltweiten Web, die hat man noch nie im Leben gesehen oder gehört… aber trotzdem hat man das Gefühl, man kennt die irgendwie und sie sind einem ans Herz gewachsen.

An euch alle an dieser Stelle ein grosses grosses DANKESCHÖN!
You know who you are! Auf euch kommt es an!

Und wie lautet eigentlich mein persönliches Rezept für einen erfolgreichen Blog?

  • 1 kg Kreativität
  • 500 g positive Lebenseinstellung
  • 250 g Leidenschaft fürs Essen
  • 100 g Jamie Oliver
  • 120% Motivation
  • 1 h Liegestuhl
  • 2 h Bewegung
  • 1 gehäufter Esslöffel Neugierde
  • 1 Prise Wahnsinn

Alles in einen Topf schmeissen, kräftig umrühren, ziehen lassen – und fertig! Weiterlesen