Tag Archives: Salat

Sommer-macht-Pause-Salat mit Wassermelone und Feta

30 Jun

Rote Karte am Herd

Die habe ich mir selbst eingebrockt. Fussknöchel gebrochen. Sommer my ass!

Der Küchenalltag als einbeiniges Humpelstilzchen gestaltet sich zugegebenermassen schwieriger als anfänglich erwartet. Da werden selbst die einfachsten Dinge wie Zwiebel schneiden oder Spülmaschine ausräumen zum ausbalancierten Kraftaufwand.

Kürzlich sass ich, Gipsbein artig wie vom Doc verschrieben hochgelagert, auf dem Balkon und las gemütlich in einer Zeitschrift. Da packte mich die Lust nach einer Tasse Kaffee. Nespresso sei Dank klappt das ja auch mit gebrochenem Fussknöchel einigermassen unkompliziert. So weit so richtig.

Wie ich dann aber vor der dampfenden Tasse Kaffee stand, musste ich schlagartig feststellen, dass die Aufgabe selbige nun mit zwei Krücken auf den Balkon zu befördern mich vor eine kleine Herkulesaufgabe stellt. Die ersten zwei Schlucke landeten prompt auf dem Boden – der Versuch war kläglich gescheitert. Schlussendlich habe ich die Tasse direkt über der Spüle in der Küche in mich hineingeschlürft und bin betrübt und gleichzeitig wütend über meine Unfähigkeit wieder zurück auf den Balkon gehumpelt.

Zwischenzeitlich bereitet mir Essen und Trinken im Alltag weniger Probleme. Die Rettung kam in Form eines hübschen Helfers, genannt Servierboy. Der trägt meine -wenn auch momentan eher einfachen und unkomplizierten- Kreationen jeweils brav zu Tisch und räumt auf Kommando wieder ab. Jetzt wo es mir sooo schlecht geht 😉

So ein Gipsbein kann, besonders bei intensivem Sonnenschein, anständig einheizen. Glücklicherweise aber macht der Sommer gerade eine kurze Pause und bescherte uns die letzten Tage mit ziemlich viel Nass von Oben. Da kommt so ein bunter Salat mit Wassermelone, Feta, grünem Apfel und Lavendel gerade richtig. Auch kalorientechnisch. Die kann man sich momentan nämlich quasi gleich an die Hüften kleben. Aber auch so stellt einem das Leben als Dreibeiner vor einige ungewollte Probleme im Alltag.

Passt die Jogginghose farblich zum Gips? Wie verflixt nochmal krieg ich die nervende Fliege tot, die mir ständig um die Ohren schwirrt und der ich auf einem Bein humpelnd kaum durch die Wohnung folgen kann? Warum juckt das Zeug so wahnsinnig und wie krieg ich den zwischen Kniescheibe und Oberschenkel steckenden Bleistift wieder aus dem Gips, der da feststeckt seit ich versucht habe die juckende Stelle zu erreichen? Wo zum Teufel steckt MacGyver, wenn man ihn mal braucht? Weiterlesen

Advertisements

Fast-schon-Sommer-Salat

3 Jul

mit Lamm, Kefen und Melone

Ääähm…Kennt ihr das auch? Manchmal sitze ich brütend vor dem PC und zerbreche mir eine gefühlte Ewigkeit lang den Kopf darüber, was ich zu diesem und jenem Rezept für eine Einleitung zusammentexten könnte.

Na, dann sprechen wir doch darüber, worüber die Menschen immer sprechen, wenn sie sich nichts zu sagen haben: das Wetter! Obwohl, eigentlich bin ich es echt satt, über das Miesewetter draussen zu klagen.
Frühling, Arschloch, Herbst und Winter. Es ist echt zum auswandern. Nach sechs Monaten Winter sagt nun auch der Sommer „April, April!“.

Gestern aber, da war der liebe Petrus mal wieder wohlgesinnt. Sonne, blauer Himmel, Feierabend. Und was macht der noch jung gebliebene Mensch an solch einem schönen Sommerabend? Genau! Er grilliert! Eingelullt vom Duft der in Olivenöl brutzelnder Knoblauchzehen und Rosmarinnadeln fällt es einem ohnehin leichter, sich im provenzalischen Süden zu wähnen.

Man muss nun wahrlich keine Kristallkugel konsultieren, um zu erahnen, dass ich Grillieren über alles liebe. Allerdings: bei derartigen Temperaturen gönne auch ich mir zwischendurch gerne mal was Leichtes. Wie zum Beispiel diesen bunten, orientalisch angehauchten Sommersalat mit würzigem Lamm, knackigen Kefen und süsser Melone. Oder eben Fast-schon-Sommer-Salat.

Die Spargelsaison ist ja leider schon vorbei. Schnief. Immer ein trauriger Abschied, findet ihr nicht auch? Dafür trumpfen momentan die Kefen gross auf. Knackige Süsse, leuchtend grüne Farbe, elegante Form und das schönste: man isst alles – also Schote und Erbsen! Wohl deshalb heisst die kleine Grüne bei den Franzosen auch mange-tout. Die netten Nachbarn aus dem grossen Kanton im Norden bezeichnen sie als Zuckerschote. Auch sehr hübsch.

Das Rezept ist denkbar einfach. Man nehme feldfrisches Gemüse, pflücke den grössten und schönsten Salat, schneide alles in kleine Stücke und füge ein selbstgemachtes Salatdressing hinzu. Nun vermische man alle Zutaten richtig gut (das A und O für den Geschmack) und fertig! Und wenn man dazu noch kleine, gegrillte Stückchen Fleisch oder Fisch beifügen möchte, ist dies ein schöner Weg, dem Salat noch mehr Pfiff zu verleihen. Voilà! Weiterlesen

Lauwarmer Spargelsalat mit Erdbeeren

15 Mai

Können Spargeln fliegen?

Sorry, aber bei mir nicht. Meine Spargeln haben bis vor kurzem nämlich noch in der Erde gesteckt. Deswegen braucht mein Teller auch keine Landebahn für Flugware aus Peru, Mexiko oder Kalifornien. Aber das Warten hat sich gelohnt. Gestern gab’s endlich längst und sehnlichst erwarteten Zufiker Spargel vom Bio-Bauer aus dem Nachbardorf.

Nicht dass Bio-Produkte per se bessere Lebensmittel wären, schon gar nicht, wenn sie um die halbe Welt geflogen sind. Fallbeispiel Viehzucht: ist das Biofilet wirklich grüner als das Filet vom konventionell gezüchteten Rind? Die Fleischproduktion verschlingt nicht nicht nur sehr viel Wasser, nämlich 15’000 Liter pro Kilo Rindfleisch (sic!), sondern benötigt -gerade in der konventionellen Zucht- auch Unmengen an Futtermittel, namentlich Soja. Dieses wird zum Grossteil aus Brasilien über den grossen Teich importiert, wofür vor Ort riesige Flächen an Regenwald gerodet werden. Der herzhafte Biss ins saftige Entrecôte hinterlässt dabei einen durchaus schalen Beigeschmack.

Hierzulande wird sage und schreibe ein Drittel der Umweltbelastung durch die Ernährung verursacht. Auf Ihrem langen Lebensweg vom Acker bis zum Teller brauchen unzählige Lebensmittel angefangen bei der Kultivierung, über die Ernte, Kühlung und Zubereitung bis hin zur Entsorgung der Verpackungen beträchtliche Mengen an Energie. Von benötigten Ressourcen wie Boden, Wasser und Torf oder Produktionsmitteln wie landwirtschaftlichen Maschinen, Dünger, Pestiziden und Anlagen zum Ernten, Sortieren, Veredeln und Verpacken ganz zu schweigen.

Ich habe kein Problem damit, mich fleischlos zu ernähren. Im Falle eines lauwarmen Spargelsalats mit grillierten (!!) Erdbeeren schmeckt das sogar richtig richtig gut. Und auch wenn heute Flugware aus allen Erdteilen beinahe ganzjährig erhältlich ist, so schmeckt doch der einheimische Spargel um Längen besser. Direkteinkauf beim Erzeuger des Vertrauens.
Dem Bauern, der Umwelt und mir selbst zuliebe. Weiterlesen

Andalusischer Brotsalat

25 Dez

…oder von kulinarischen Es(s)kapaden zu nachtschlafender Stunde

Andalusischer Brotsalat.

Na, das klingt doch mal gut!? Genau das dachte ich mir auch.

Letzten Sonntag mit einem Poltern im Magen im Bett erwacht. Fünf vor zwölf. Irgendwo in meinen Kopf schwirrt dieses Rezept umher. Langsam und gemählich in die Gänge kommen. Eine konkrete Idee beginnt sich zu formen. Brotsalat. Andalusisch verpackt. Erst mal Kaffee aufgesetzt. Dann gemütlich zur Tat schreiten. Der Blick in den Kühlschrank verrät: mein Serrano-Schinken ist auch schon wach. Was für ein Glückstag. Es lebe der Notvorrat. Nach und nach gesellen sich weitere Leckereien an den Tisch. Comme il faut. So mag ich das. Schön, wenn man träumen kann…

Tatsächlich träume ich oft vom Essen. Von Rezepten, neuen Kreationen und kleinen mitternächtlichen Geschmackserlebnissen. Die wenigsten wird dies wohl erstaunen. Und die wenigsten werden sich wundern, dass ich danach immer ganz quiekfidel erwache und mich des schönen Morgens -und meiner sehnsüchtig auf mich wartenden Küche- erfreue! Gelobt sei der Sonntag.

Für solche Momente habe ich dann stets meine kleine braune „Bibel“ neben dem Nachttisch zur Hand, in welche ich jeweils meine nächtlichen Geistesblitze niederkritzeln kann. Sofern Väterchen Arbeit nicht schon bald ruft, kann ich mich dann auch getrost nochmals um die eigene Achse drehen und mir eine weitere halbe Stunde Powernap gönnen.

So ergangen auch mit dem folgenden Rezept. Am Anfang stand da bloss ein Brotsalat. Andalusisch verpackt, wohl verstanden. Stimmt, normalerweise stammt der eigentlich aus der Toskana und nennt sich panzanella. Heute kommt mir das eher spanisch vor. Aber trotzdem. Das Resultat lässt sich meiner Meinung nach sehen! Schmeckt nämlich – Moment, ich muss Anlauf holen – saumässig gut! Nur Essen im Traum wäre wohl die Steigerung. Weiterlesen