Tag Archives: Reis

Poké Bowl

11 Jun

Das Sashimi der Surfer

Wer kürzlich im schönen California oder auch in New York unterwegs war und die quirlige Gastro-Szene vor Ort ein wenig verfolgt, der wird es schon bemerkt haben: das grosse Poppen der Poké Restaurant. Mal schauen, ob der Hype auch bis zu uns rüber schwappt. Ich jedenfalls bin ziemlich angetan…

Dort ist Poké der neue Star am Salathimmel. Quasi der polynesische Bruder von Ceviche und das Sashimi der Surfer.

Das Traditionsgericht stammt ursprünglich aus Hawaii und wird dort in dieser Form seit Jahrhunderten gegessen. Eine Schüssel oder ein Teller mit rohen Fischstücken, wird mit einer schmackhaften Marinade aus Sojasauce, Sesamöl und Reisessig angemacht und mit allerlei verschiedenen Toppings aufgepeppt. Woher die Namensverwandtschaft zu Pikachu & Co. rührt kann ich leider nicht beantworten, aber der Einfluss der japanischen Küche kann definitiv nicht abgestritten werden.

So lehnt sich meine Version denn auch an den japanischen donburi an, ein Gericht bei dem Reis in eine Schüssel gefüllt und mit beliebigen Zutaten nach Wahl bedeckt wird. Auf Hawaii verwendet man für Poké üblicherweise Gelbflossenthunfisch (ahi), Oktopus (he’e), Bonito (katsuo) oder auch Lachsfilet. Der charakteristische und kräftige Eigengeschmack dieser Meeresfische verträgt sich gut mit dem markanten Aroma der Marinade.

An einem warmen Sommertag, wenn sich die Lust aufs Kochen in Grenzen hält, ist solch eine Poké Bowl im Nu zubereitet, ohne dass ihr nur einmal den Ofen oder Herd einschalten müsst. Ein schlichtes Gericht. Geografisch wie auch geschmacklich meilenweit weg von dem, was wir hier sonst so essen. Und trotzdem oder gerade deswegen: hochspannend und maximal inspirierend. Unbedingte Nachkochempfehlung! Weiterlesen

Risotto au Vacherin Mont d’Or mit Bündnerfleisch-Gremolata

30 Jan

Von wegen asiatisch

Gereist sind wir alle schon. Die einen mehr, die anderen weniger. Die einen weiter und ferner, die anderen blieben lieber in der Nähe.

Ich selbst durfte im vergangenen Herbst eine zweimonatige Reise durch sechs asiatische Länder unternehmen und auf diesem Blog im Sinne kulinarischer Urlaubslektüre fleissig berichten. Die Erweiterung meines kulinarischen Horizontes stand dabei ausschliesslich und stets im Vordergrund. Ich wollte sehen, staunen, spüren, riechen und vor allem schmecken wie am anderen Ende der Welt gekocht wird.

Dass sich mein Kochstil dadurch weiterentwickeln würde, war klar. Dass er sich grundlegend verändert, eher undenkbar. Um bleibenden Einfluss zu haben, muss eine Koch- und Esskultur länger wirken, als eine Urlaubsreise dauert. Und trotzdem: bei meiner Rückkehr war mein Kopf –und nebenbei auch mein Vorratsschrank- übervoll gepackt mit Ideen und Inspirationen, mit Kreationen und Kapriolen.

Umso mehr erstaunt es, dass ich in den mittlerweile drei Monaten seit ich wieder daheim bin, kaum mehr asiatisch gekocht habe. Dann und wann habe ich experimentiert, habe mit Tütchen und Gläsern voller unbekannter Pülverchen und Flüssigkeiten herumgespielt und das eine oder andere Gericht nach- oder neugekocht. Seit hier aber die kalte Jahreszeit Einzug gehalten hat, schreit mein Magen nahezu ständig und ausnahmslos nach guter, alter alpenländischer oder bestenfalls mediterraner Alltagsküche.

So bereichern Deftiges wie Käse, Eier, Brot und Wurstwaren, in liebevoller Fürsorge um den Pirelli-Ring um meinen Bauch stets herzhaft mit Rahm und Butter kombiniert, zur Zeit meinen Speiseplan wie selten zuvor.

Selten seltsam, hat mich doch die asiatische Küche und deren Vielfältigkeit zutiefst begeistert. Und beim Blick aus dem Fenster, dem Lenz da draussen direkt in die Augen, bezweifle ich langsam auch, dass es an der vermeintlich „kalten“ Jahreszeit liegt.

Nun denn… während ich noch eine Weile darüber nachdenke, haue ich euch mal wieder ein Rezept um die Ohren – gut Schweizerisch eben, denn so will es mein Hunger… Weiterlesen

Ekiben

19 Okt

Zugfahren für Feinschmecker

Die Besessenheit, die Frische, die Hingabe, die Freude, die Sorgfalt, die Demut, die Präzision, die Detailverliebtheit: die Küche Japans ist in kulinarischer Hinsicht etwas vom facettenreichsten, das ich je erleben durfte!

Ich weiss, dass ich in der kurzen Zeit in der ich hier bin, nicht annähernd einen Einblick in diese faszinierende und komplexe Küchenwelt bekommen werde. Und ich weiss auch schon jetzt, dass ich wiederkommen werde. Denn ich bin verliebt. Bis über beide Ohren.

Verliebt in Sake, in Miso, in perfekt gegarten Reis, in japanische Pickles, allen voran japanischer Rettich, süss-sauer-salzige Pflaume und shiso. Ich schwärme für tonkatsu, welches definitiv das Wiener Schnitzel vom Schnitzelthron gestossen hat und träume nachts von japanischen Süssigkeiten. Innige, süsse Liebe. Sie klebt in meinem Kopf wie ein weiches, fluffig-zartes mochi-Klebreisbällchen mit süsser roter Bohnenpaste gefüllt.

Da ist matcha, das grüne Gold Japans – wenn ich könnte würde ich darin baden. Karaoke mit soba (Buchweizennudeln) und yuba (abgeschöpfte Sahne von Tofu). Kara-age, frittiertes Hühnchen, eigentlich nix besonderes, aber ich kann mich kaum zusammenreissen, wenn es hier auf dem Tisch steht! Da ist dashi, die Essenz der Küche Japans, immer und überall allgegenwärtig. Und ja, natürlich: da ist Sushi! – and I’m spoiled forever! Ich weiss nicht, ob ich daheim jemals wieder ein Sushi-Restaurant aufsuchen kann/will/werde. Das hier ist das Mekka von Planet Sushi! Danach kommt lange nichts.

Nebst Sushi, Godzilla und Pikachu verdankt die Welt Japan aber auch die Existenz der ekiben, welche es mir besonders angetan haben! Sie sind eine Abwandlung der bekannten Bentoboxen und machen jede Zugfahrt in Japan zum kulinarischen Highlight. Weiterlesen

Food, glorious food!

19 Sep

In Penang ist es unmöglich zu verhungern…

Wenn man in Penang ist, bucht man am besten ein Zimmer ohne Frühstück. Einfach nach dem Aufstehen raus auf die Strasse und immer der Nase nach. Hawker Food ‐ yes, you name it! Darunter wird hier das Essen an Strassenständen zusammengefasst, an denen sich der Grossteil des hiesigen kulinarischen Unterhaltungsprogrammes abspielt. Es scheint fast so, als könnten die Penangites den lieben langen Tag nur dem Essen frönen.

So entdeckt man unter manch zweckmässig aufgestellten Sonnenschirm entlang des Bordsteins eine mundwässernde Vielfalt an lukullischen Leckerbissen – von morgens früh bis abends spät wohlverstanden. Vorteil dieses Konzepts: jeder kleine Stand kocht nur die Gerichte, die er wirklich kann. Durch die dutzenden an Verkäufern entsteht so jedoch eine riesige Auswahl – und jeder kann sich das aussuchen, auf was er gerade Hunger hat.

Die vielen Ethnien auf dieser Multikulti-Insel spiegeln sich auch in den Strassen und den unzähligen Fressbuden wider: Chinesische, thailändische, indonesische und südindische Küchen verbinden sich mit malaiischen Traditionen zu sensationellen Geschmackskombinationen, die jedem Food Lover die Freudentränen in die Augen treiben und ordentlich Mundwasser produzieren. Als ein solcher nonchalanter Geschmacksjäger war es für mich nur offensichtlich während meiner kulinarischen Asienreise einen Stopp in Penang einzulegen. Von Foodstand zu Foodstand hüpfend – hin und wieder mal ein Restaurant dazwischengeschoben – folge ich den Empfehlungen der lokalen Bevölkerung und versuche so viele Gerichte wie mein Magen nur aufnehmen kann zu probieren und Rezepte und Ideen zu ergattern.

Alleine schon das Frühstück hat es in sich. Gibt es einen perfekteren Start in den Morgen, als wenn man bereits mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages den vertrauten Duft von glühender Holzkohle erschnuppert? Ich liebe es, als einziger westlicher Touri auf einem Plastikstuhl zwischen lauter Malay-Chinesen zu sitzen, die busy Atmosphäre aufzusaugen, die Gerüche, die aus den vielen dampfenden Töpfen kommen wahrzunehmen und aus einer Plastikschüssel eine unbekannte, köstlich-würzige Suppe zu löffeln.

Ein paar meiner Street Food Favourites findet ihr hier… Weiterlesen

Zürisee-Sushi

16 Apr

Ein kleiner Schritt für den Thunfisch…

Kürzlich habe ich auf dem Squash Court eine hitzige Partie gegen meine Kollegin verloren. Wetteinsatz: ein Sushi-Dinner für die fischessende Pseudo-Vegetarierin. Sorry, kleiner Seitenhieb. Musste sein.

Well then. Meine Sushi-Matte, bereits leicht angestaubt, wollte sowieso unlängst mal wieder klebrigen Reis auf der Bambushaut zu spüren bekommen. Der Exportschlager aus dem fernen Japan erfreut sich hierzulande ja seit Jahren wachsender Beliebtheit. Die Zahl der Liebhaber von rohem Fisch wächst unaufhörlich. Lifestyle fängt eben beim Essen an, denn wer hip ist und etwas auf sich hält, der isst Sushi und bezahlt gerne auch mucho dinero dafür. Hashtag: Sushi essen ist très chicque.

Zusammen mit dem weltweit seit mindestens 10 Jahren anhaltenden Sushi-Boom verstärkt sich allerdings ein weiteres globales Problem mehr und mehr zur baldmöglichsten Apokalypse. Die Überfischung der Weltmeere ist auf ein Rekordhoch geklettert und wir zappeln da alle im Netz. Ein durchschnittlicher Garnelenkutter zum Beispiel wirft 80-90 % der gefangenen Meerestiere wieder über Bord – tot, wie Müll!

Paradebeispiel für das Sterben einer Spezies für die gigantische Gier nach Geld und den uneingeschränkten Konsum der Massen ist wohl der Blauflossenthun. Die beliebteste Füllung für die Reishäppchen steht kurz vor dem Aussterben. Leider, ich gebe es zu, habe ich auch ich eine grosse Schwäche für das schmackhafte, aromatische Tuna-Fleisch. Meinem reinen Gewissen zuliebe, verzichte ich allerdings mehrheitlich darauf.

Da hier im Zürichsee aber eine ganze Menge einheimischer, nicht bedrohter Fischarten vorkommen, lag die Idee für Süsswasser-Sushi quasi vor der Haustür. Warum eigentlich führen das die Sushi-Bars nicht schon längst im Repertoire?

Eine kurze Recherche im Netz verrät weshalb. Auf einschlägigen Homepages wird der Verzehr von rohem Süsswasserfisch nämlich nur beschränkt empfohlen, da diese gegenüber Meerfischen öfter mit Parasiten befallen sein könnten. Dem entgegen wirken kann man allerdings, indem die Fische für 24 Stunden bei -18 °C schockgefrostet werden, bevor sie im Anschluss in euren Mägen wieder das Schwimmen lernen.

So oder so. Hier gilt: Einkauf nur beim Fischhändler des grössten Vertrauens und je nach Verfassung mit ordentlich Grüntee, Kirin Bier oder Sake runterspülen… Itadakimasu! Weiterlesen

Omas Osterkuchen

7 Apr

#100: Ich.kann.es.kaum.fassen!

Dies ist mein Blogpost No. 100! Einhundert!
Durchaus ein kleiner Meilenstein in meinem Bloggerdasein.

Wie ich selbst erst vor einigen Tagen erstaunt feststellen durfte, habe ich es in einem Jahr und rund 7 Monaten seit dem Spatenstich auf imposante 99 Beiträge geschafft. Keine Ahnung, ob das nun viel ist oder nicht? Andere Blogger schaffen diese Zahl vermutlich in wenigen Monaten, aber ein bisschen Stolz schwelgt trotzdem in meiner Brust.

Die einen machen hundert Sit-Ups, ich schreibe halt hundert Beiträge. Und ich schreibe sie immer noch mit der selben Leidenschaft wie damals, als ich meine ersten Gehversuche in der Bloggerwelt machen durfte.

Wie gut passt es da, dass ich vor einigen Wochen unabhängig zweimal für den „Liebster Blog Award“ nominiert wurde und mich natürlich extremst gebauchpinselt gefühlt habe. Obwohl – insgeheim hatte ich eigentlich gehofft, dass dieser Kelch an mir vorbei zieht. Gegen Kettenreaktionen dieser Art hege ich normalerweise einen gesunden Widerstand.
In dem Fall aber ist Widerstand zweckmässig.

Ziel des Awards ist es nämlich, neue oder noch unbekanntere Blogs vorzustellen, die einem persönlich gut gefallen. In der Regel gibt man den Award an 11 Blogger samt 11 zu beantwortenden Fragen weiter, die noch unter 200 Follower haben. Durch die Fragen gibt man den Bloggern ein Stück weit auch ein persönliches Profil und lernt so einiges über die Charakter hinter den kulinarischen Kulissen der Posts, die man ja so gerne liest.

In den Kreis der Erlauchten aufgenommen wurde ich von der lieben Natalie vom Blog essen und l(i)eben und von der Kandiskatze, deren Blog ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Voilà: und hiermit liefere ich nun die Antworten auf die mir gestellten Fragen:

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