Tag Archives: Poulet

Rheintaler Ribelmaisburger

25 Apr

Gut burgerlich

Viel Fett. Viel Cholesterin. Viel ungesund. Aber geil.
Weil ich es mir wert bin.

Darf ich vorstellen: der Rheintaler Ribelmaisburger. Nicht zu knapp gefüllt mit Pulled Chicken (natürlich vom Rheintaler Ribelmais-Hühnchen), gebratenem Spargelheu, Spitzmorcheln und würziger Parmesan-Crème. Da bekomme ich den Tunnelblick und setze zum Happy Dance an.

Das hier hat nichts mit Fast Food zu tun, denn die komplette Zubereitung dieses mundwässernden Hüftschmeichlers kann durchaus ein Nachmittag füllendes Programm sein. Perfekt also für einen regnerischen Frühlingstag. Und alle Kochfaulen dürfen gerne weiterhin im Gasthof zur goldenen Möwe einkehren (genau, der mit grossem gelben „M“). Deren Fleisch bewegt sich im Geschmack zwar irgendwo zwischen Nichts und Karton, aber das scheint ja niemanden zu stören.

Viel interessanter für mich ist da der aktuelle Hype um sogenannte Besser-Burger. Kein Zweifel: der Hamburger ist gesellschaftsfähig geworden. Fleisch aus kontrollierter Aufzucht von Kühen, die freiwillig in die Metzgerei gerannt sind, selbst gewolfte Patties, aufwändig gebackene Brötchen aus Weizen von glücklichen Feldern, hausgemachte Saucen mit geheimen Rezepturen: der Burger hat sich von seinem ehemals schlechten Image befreit. Er gilt jetzt als edel, gesund und regional.

Aber: in einer immer unsicher werdenden Welt, in der dank dem Burger-Boom hippe Fleischbrötchen-Läden wie Pilze aus dem Boden schiessen, bildet die letzte feste Grösse das qualifizierte Prädikat eines hausgemachten Hamburgers. Denn den besten Burger macht man eben am besten selbst. Der Aufbau ist simpel, die Zutaten übersichtlich, die Zubereitung einfach und das Ergebnis lässt jeden Veganer meilenweit davon laufen. Weiterlesen

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Chicken Kebabs mit Tzatziki-Butter

27 Aug

Tue Gutes und sprich darüber…

Wann kann man eigentlich sagen, man kann gut kochen?

Was ist denn eigentlich gut gekocht? Gibt es dafür objektive Massstäbe? Seinen eigenen Mampf mag man in der Regel ja gerne. Ist also kein Massstab. Sind folglich die leer geputzten Teller der Gäste ein Gradmesser für den kleinen Spitzenkoch in uns? Bei mir leben zumindest noch alle, die von mir bekocht wurden…

So oder so: jeder, der in regelmässigen Abständen gerne hinter dem Herd steht und mit Passion eine gierige Schar hungriger Gourmets verköstigt, der hat wohl die eine oder andere Geheimwaffe in der Küche parat. Sei es eine einzelne Zutat, eine spezielle Zubereitungsart oder gar ein ganzes Gericht bei dem man sich sicher sein kann: damit klopfe ich jeden noch so verwöhnten Feinschmecker weich!

Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber meine hausgemachten Chili-Saucen (allen voran die Kreation mit Ají amarillo und getrockneten Aprikosen), die treibt so ziemlich jedem das Wasser in den Mund und die Tränen in die Augen. Und das nicht bloss, weil sie schärfetechnisch ganz schön was drauf hat! Auf breites Lob stossen jeweils auch mein cinghiale in agrodolce (süss-saures Wildschweinragout) und meine unzähligen Eiskreationen. Aber selbst für die am Herd Talentfreien gibt’s meist ein oder zwei Sachen, die sie gut können. Reis aus dem Kochbeutel zum Beispiel oder Blumenkohl ins Wasser schmeissen und bissfest garen 😉

Ich persönlich bin der Meinung, dass meine hausgemachten Buttermischungen sich durchaus sehen lassen können. Mein Chnoblibrot zum Beispiel oder auch die im Frühjahr stets anstehende Blütenbutter finden zumindest immer reissenden Absatz. Deswegen heute hier auch eine neue, spannende Kreation, welche ich kürzlich im Beef-Magazin entdeckt habe!

Aber Hand auf’s Herz: wirklich spannend wird es eigentlich erst dann, wenn einer, der regelmässig und nach landäufiger Meinung ganz passabel kocht, die Karten auf den Tisch legen und selbstkritisch werden muss. Womit habt ihr in der Küche eure Mühe? Ich bin ’ne ziemliche Pfeife im Bereich Salatdressings. Und aus irgend einem Grund habe ich stets Mühe beim Eier trennen. Ausserdem wissen regelmässige Leser, dass gemeinhin Backen nicht zu meinen Leidenschaften zählt…

Und wie schaut es bei euch aus?

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The Ultimate Club Sandwich

17 Sep

Die Mutter aller Sandwiches

Die Mutter aller Sandwiches mag zwar Engländerin sein, aber die bekanntesten Abkömmlinge stammen allesamt aus den USA. Und: ein gutes Sandwich ist deutlich mehr als nur belegtes Brot. Es vereint auf kreative Art und Weise die Fülle unterschiedlichster Geschmackskomponenten, ist kross und weich zugleich, kombiniert Fleisch und Rohkost, süss, salzig und scharf. Ein echter Alleskönner eben!

Ganz oben auf der internationalen Hitliste steht das Club Sandwich, welches wohl in jeder nur halbwegs guten Hotelbar rund um den Globus erhältlich ist. Das aufgetürmte Poulet-Speck-Mayonnaise-Eier-Brot ist auch tatsächlich das Gericht, welches Hotelgäste am häufigsten beim Zimmerservice bestellen.

Vertraut man dem vom Hotelbuchungsportal hotels.com aufgestellten Club Sandwich-Index ist übrigens Genf die teuerste Stadt der Welt. Der Index spiegelt das Preisniveau einer Stadt an eben den Preisen für ein Club Sandwich und hält fest, dass man nirgendswo soviel für den Klassiker berappt wie in den Genfer Luxushotels. Durchschnittspreis stolze 29 Franken!

So oder so: Sandwich essen ist Vertrauenssache. Manchmal auch Mutprobe. Oder einfach nur Leichtsinn. Vielleicht bin ich ja ein Weichei, aber wenn ich daran denke, wer da seine Hände im Spiel hatte… da vergeht mir manchmal der Appetit gehörig. In die ganz schlimmen Exemplare würde ich wohl nicht mal unter Folter reinbeissen. Deshalb gilt für mich: kein Sandwich schmeckt so gut wie hausgemacht.

Leckere Zutaten zwischen zwei Brotscheiben einklemmen kann man schliesslich bequem und für wenig Geld in den eigenen vier Wänden. Anstelle der klassischen Mayonnaise verwende ich hier übrigens eine aromatische Basilikum-Crème fraiche, welche wunderbar zum knusprigen Speck und den gebratenen Eiern passt. Wirklich einfacher zu essen, ist der „Hochstapler“ deswegen zwar nicht, aber hier schaffen die Spiesschen Abhilfe.

Das Resultat ist ein Club Sandwich das fünf Sterne verdient. Mindestens. Weiterlesen

Chicken Bunny Chow

25 Jul

Ein Toast auf Curry

Chicken Bunny Chow? Der Name klingt doch vielsprechend, nicht? Dass sich dahinter etwas Essbares verbirgt, ist auf den ersten Blick allerdings nicht ersichtlich. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um eine ziemlich eigenwillige, aber durchaus kreative Art von Fast Food.

Bunny Chow stammt ursprünglich aus dem südafrikanischen Durban und hat dort eine lange Tradition. Es kann gewissermassen als der Heilige Gral unter dem lokalen Streetfood bezeichnet werden und ist auch heute noch vielerorts ein beliebter Snack. Ursprünglich vegetarisch, wird es heute aber auch je nach Belieben mit Fleisch zubereitet. Salopp gesagt handelt es sich dabei um einen ausgehöhlten Laib Kastenweissbrot, welcher mit würzigem Curry gefüllt wird. Baie lekker!

Um die Geschichte und den Ursprung dahinter ranken sich viele Gerüchte und Legenden. Mit Gewissheit kann man bloss sagen, dass die Erfindung auf die auch heute noch zahlreich vertretene indische Community in Durban zurückzuführen ist. Eine Erklärung die man besonders oft hört ist die folgende:

In den 1940er Jahren während der Apartheid, war es der schwarzen Bevölkerung nicht erlaubt öffentliche Restaurants zu betreten. Damit aber auch diese Klientel bedient werden konnte, begannen die Banias (eine indische Kaste) damit, ihre Curries in ausgehöhlte Laibe Weissbrot zu füllen und durch die Fenster im Hinterhof ihrer Restaurants an die hungrigen Arbeiter zu verkaufen. Die Sauce weicht das langweilige Weissbrot auf und verwandelt es in ein saftiges, würziges und mit zartem Fleisch bestücktes transportables Masala-Gericht! Baie leckker, gleich nochmals!

Als Füllung bietet sich eigentlich jedes x-beliebige Curry eurer Wahl an, egal ob mit Kürbis, Blumenkohl oder Kartoffeln, mit würzigem Lammfleisch oder eben wie ich heute mit zarten Pouletbrustfilets. Selbstverständlich verfügt jeder Curry-Junkie über seine Lieblings-Currymischung. Und genau die verrate ich euch heute. Sozusagen eine Eigenkreation aus tausendundeiner Inspiration. Und keine Sorge: wem eines oder zwei der unzähligen Gewürze fehlt… es schmeckt trotzdem… Weiterlesen

Kari Ayam

7 Okt

Indonesisch tafeln – Teil 3

Mit Schrecken musste ich gestern feststellen, dass ich auf diesem Blog bisher noch kein einziges Rezept für ein Curry veröffentlicht habe. Und dies bei mir, einem überzeugten Curry-Junkie und Gewürzliebhaber! Aber glücklicherweise hatten wir ja vor einiger Zeit bei mir daheim eine indonesische Tafelrunde veranstaltet und von dieser schulde ich euch ja bekanntermassen noch den Rest…

Um unsere Indonesien-Trilogie somit würdig und mit einem Feuerwerk der Aromen abzuschliessen, wagen wir uns heute im dritten und letzten Teil an ein klassisches Curry-Gericht: kari ayam. Zu deutsch ganz simpel: Hühnchen-Curry. Während wir zur Vorspeise lecker Satay-Spiesschen genossen und anschliessend den Magen und Gaumen mit Mie goreng in Stimmung brachten, darf’s zum Hauptgang nun auch gerne ein zünftiges, sinnliches Curry sein.

ABER: Für alle, die es immer noch nicht geschnallt haben – Gemüseküche ist ein Riesentrend! Und so möchte ich gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass das nachfolgende Rezept auch ohne weiteres mit jedermann und -fraus Lieblingsgemüse zubereitet werden kann. Bei uns gab’s Hühnchen, denn mein Kumpel Pädde (das Raubtier in ihm) kann als verfressener Fleischtiger nur schwer von derartigen Trends überzeugt werden. Gemüse fungiert eher als Stiefkind innerhalb seines kulinarischen Horizontes. Und trotzdem – es hätte auch durchaus mit Blumenkohl, Kartoffeln, Karotten oder mit aktuell saisonalen (und sensationellen) Kürbissen geschmeckt.

Zum Kaffee gab’s dann sogar eine Premiere, und zwar eine durchaus skurille Rarität. Wer mehr wissen will, der darf nun ganz getrost Weiterlesen

Ein Mistchratzerli…

18 Sep

…reist nach Asien

…und wird spontan zur Peking-Ente! So oder so ungefähr lässt sich das nachfolgende Rezept wohl am treffendsten umschreiben. Am Wochenende beim Metzger des Vertrauens, wollte ich ja eigentlich Leberwurst kaufen. Die gibt’s aber erst ab Oktober hat er mich fachmännisch korrigiert und mir mit einem Schlag meine Vorfreude auf den sonntäglichen Gaumenschmaus verdorben. Aber plötzlich durchfährt es mich wie ein Geistesblitz: draussen vor dem Laden auf der schwarzen Schiefertafel stand es doch noch gross geschrieben: Mistchratzerli, CH.

Warum auch nicht? Die Idee gefällt mir, zumal ich erst kürzlich in meiner Küche in den Untiefen der Schublade unter dem Backofen etwas äussert praktisches entdeckt habe: ein Güggeli-Gitter. Keine Ahnung wie das Teil korrekt bezeichnet wird, aber Güggeli-Gitter passt irgendwie. Es handelt sich dabei um einen kleinen Mini-Rost, etwas erhöht, auf dem wunderbar ein Mistchratzerli mit den Idealmassen von 500g Platz findet. So darf es dann -ohne im eigenen Saft zu baden- von allen Seiten frei liegen und wunderbar knusprig werden. Die Haut wird’s mir danken! Ich muss wohl öfter meine Küche nach nützlichen Gadgets durchsuchen, die es noch zu entdecken gibt…

Lange, lange Zeit habe ich überlegt: Wie gebühre ich nun diesem Mistchratzerli die letzte Ehre? Klassisch mit Rosmarin und Knoblauch oder doch lieber mit Zitronen und frischem Lorbeer (da ist nämlich gerade welcher da aus Sizilien!). Oder vielleicht eher rassig-süss mit viel Chili und einem Hauch Honig? Oder dann doch dieses Rezept von Jamie Oliver, mit hausgemachter Kräuterbutter unter der Haut versteckt? Nein, spontan habe ich mich dann dazu entschieden das Mistchratzerli nach Asien reisen zu lassen, da war es bestimmt noch nie vorher. Und ich glaube es möchte wieder hin… Im nächsten Leben… Weiterlesen