Tag Archives: Pesto

Offene Zucchini-Pesto-Lasagne mit Gruyère-Schaum

1 Aug

Mein erstes Mal

Hand hoch! Wer von euch hat noch nie im Leben Lasagne gekocht?

Selbst wenn ich ganz scharf nachdenke, ich kann mich beim blossen Willen nicht daran erinnern, diesen Klassiker der italienischen Küche jemals selbst zubereitet zu haben. Und so einer schimpft sich Hobbykoch! Höchste Zeit in diesem Punkt endlich mal meine Unschuld zu verlieren.

Fertig-Lasagne ist ja im vergangenen Jahr im Rahmen des Pferdefleisch-Skandals in böse Ungnade gefallen. Ganz im Sinne klassischen Deklarationsbetrugs haben dreiste Produzenten zwischen die Teigblätter gemischt, was ihnen gerade so vor die Füsse galoppiert ist.

Ironischerweise haben sich im Anschluss alle darüber aufgeregt, was drin ist und nicht drauf steht… Aber niemand interessierts, was drin ist UND draufsteht – vermutlich mehr Dreck und Medikamente als auf eine Pferdehaut gehen.

However: als Hommage an die aktuelle Flut an Sommergemüsen aller Couleur, serviere ich heute eine Zucchini-Lasagne mit hausgemachtem Basilikumpesto. Der Umstand, dass ich mein lästiges Gipsbein endlich los bin (nun muss ich bloss wieder das Laufen lernen) kommt dem natürlich sowieso entgegen.

Zudem weiss jedes Kind: Sommerzeit ist Zucchini-Zeit! Von der sintflutartigen Schwemme aus dem eigenen Garten kann ich mich die Tage kaum retten. Ein Glück, dass die Zucchini so bescheiden ist und sich als dankbarer Genosse in der Küche mehr als nur vielfältig verwenden lässt.

Ausserdem schmecken sie um mindestens drei Zucchetti-Längen besser, als ihre saisonverirrten Artgenossen, welche man ganzjährig aus spanischen mit Plastikplanen überzogenen Anbauflächen erstehen kann. Eine Welt unter Folie – das schmeckt auch der Zucchini nicht! Weiterlesen

Buttermilch∣Rhabarber∣Pesto

21 Mai

MittwochsBox #16

Kennt ihr eigentlich die MittwochsBox?

Mone von LeckerBox gibt regelmässig zur Wochenmitte ein Thema vor, nach welchem die eigene Lunchbox gefüllt werden soll. Damit sich auch Vollzeit arbeitende Menschen (halbwegs) abwechslungsreich und ausgewogen ernähren.

Das Motto: leckeres und gesundes Essen soll sinnvoll verpackt zur Arbeit mitgebracht werden und die neidischen Blicke der Kollegen auf sich ziehen.
Büro-Food für Anspruchsvolle sozusagen. Weit besser als das berühmte Sandwich über der Tastatur.

Dank meiner beruflichen Tätigkeit in der Gastronomie muss ich aber eigentlich äusserst selten nie mein Essen von daheim zur Arbeit mitbringen. Im Gegenteil: Ich bin dem Essen (und den Flaschen ;)) sozusagen sehr nahe.
Inklusive sämtlicher damit verbundenen Nebenwirkungen.

Nun denn, diese Woche aber stand die MittwochsBox ganz im Zeichen von selbstgemachtem Pesto. Diesem Aufruf bin ich natürlich trotzdem gefolgt. Ich konnte einfach nicht wiederstehen. Gesagt – gekocht!

Sintflutartig sind mir die Ideen im Kopf gesprudelt. Entschieden habe ich mich schlussendlich für ein süsses Pesto mit Pfefferminz, Zitronenmelisse und weisser Schokolade. Das bietet einen spannenden Kontrastpunkt zur Buttermilchcrème und dem karamellisierten Rhabarber.

Die Crème hat so sagenhaft gut geschmeckt, ich bin fast vom Stuhl gefallen. Da hätte ich mich reinsetzen und drin baden können. Und soviel davon löffelweise in mich reinschaufeln, bis ich wohl tagelang mit quälendem Ranzenweh in der Ecke gelegen hätte…

Zum Glück war die Crème aber vorher alle… Weiterlesen

Bärlauch-Tomaten-Pesto

14 Apr

Frühlingsgefühle

Die Legende besagt, dass der Bärlauch mit seinem intensiv-würzigen Knoblauchduft die im Frühjahr noch im Winterschlaf steckenden Bären aus ihren Träumen riss. Nach dem Erwachen tat sich Meister Petz am spriessenden Grünzeug gütlich und schlug sich den Bauch voll, um seine Lebensgeister neu zu entflammen. Der erste Vitamin-C-Schub nach dem langen Winterschlaf! Ob er es bloss tat, um seinen Körper zu entschlacken bleibt wohl mehr Vermutung als Tatsache.

Tatsache hingegen ist: der duftende Cousin von Zwiebel und Knoblauch schiesst momentan landauf landab in rauen Mengen an feuchtschattigen Stellen der Laubwälder aus den Böden. Zu spriessen beginnt er je nach Wetterlage bereits Ende Februar und lässt sich bis in den Mai hinein ernten. Wenn er sich einmal gemütlich gemacht hat, dann tritt er massenweise auf und bedeckt ganze Hügel oder Waldabschnitte. Und ähnlich wie bei den Pilzsammlern hüten Bärlauch-Liebhaber ihre Sammelplätze wie ein Staatsgeheimnis. Bevorzugt geerntet werden die jungen, zarten Blätter, welche, mild im Geschmack, auch wunderbar roh verwendet werden können. Je älter die Saison, desto intensiver und penetranter der Geschmack. Knoblauchfahne lässt grüssen!

Wie jedes Kind weiss, besteht beim Bärlauch aber eine gewisse Verwechslungsgefahr mit mitunter ziemlich giftigen Pflanzen: namentlich das gemeine Maiglöckchen und die Herbstzeitlose. Ein Blick ins www erläutert dem Unkundigen die genauen Unterschiede. Mein Tipp: Blatt zwischen den Fingern reiben (nicht in den Mund stecken) und daran riechen.
Knoblauchgeruch = Bärlauchblatt!

Da die Inhaltsstoffe des Bärlauchs sehr empfindlich sind, sollte er nicht mitgekocht sondern erst am Schluss hinzugegeben werden. Beim Erhitzen verflüchtigt sich sein feines, charakteristisches Aroma rasant. Er schmeckt dafür umso besser kleingeschnitten auf dem Butterbrot, in Kräuterquarks, als würzige Zutat für Öle oder in bunten Frühlingsalaten. Glücklich auch, wer eine hausgemachte Bärlauchbutter im Tiefkühlfach sein Eigen nennt. Das rosa gegarte Entrecôte oder Osterlamm schmeckt damit doch gleich viel besser. Wer Bärlauch trocknet, erntet Gras. Lediglich einfrieren funktioniert nach meinen Erfahrungen noch einigermassen zufriedenstellend.
Die Saison überlebt er aber am besten als Pesto… Weiterlesen

Pestorisotto mit Parmesanmousse

10 Sep

Dies ist die sagenumwobene Geschichte…

…von Signore Basilico, welcher sich, getrieben von Furcht, unbändiger Liebe und inniger Sehnsucht auf die Suche nach der verschollenen Prinzessin Parmigiana machte und dabei eine lange Reise bestritt, welche schlussendlich in meinem Magen endete.

Es war einmal auf einem Balkon im Reich eines kochbesessenen Kaisers, der letzte Basilikum, welcher seiner Bestimmung im Kochtopf zu landen standhaft trotzte und genüsslich die letzten spätsommerlichen Sonnenstrahlen genoss. Doch sein unvollendetes Schicksal rückte mit jedem neuen Morgengrauen näher. Die Tage wurden kürzer, die Nächte kälter und der Hunger des vielfrässigen Kaisers immer grösser. Seit Wochen schon gelüstete es diesen nach frisch zubereitetem Pesto nach Art der Genoveser. Röstfrische Pinienkerne, intensiv duftender Knoblauch, reifer Parmesan und eben saftig-grünes Basilikum – gemeinsam im Mörser mit reichlich Olio di oliva extra vergine unsterblich vereint.

Als Signore Basilico eines schönen Sonntagmorgens, gerade eben aus seinem nächtlichen Traum erwacht, die kaiserlichen Lakaien beobachtete, welche den schweren steinernen Mörser in die Küche schleppten, da dämmerte ihm sein nahes Ende schlagartig. Hals über Kopf ergriff er die Flucht. Er war fest entschlossen nebst seinem eigenen Leben auch dasjenige seiner grossen Liebe vor den Hungerwüten des Kaisers und ihrem Ende als Pesto zu retten. Seine Sehnsucht galt der verschollenen Prinzessin Parmigiana, der Parmesanprinzessin, welche in den eisigen Kerkern des kaiserpalästlichen Kühlschranks auf ihren baldigen Tod durch genüssliches Verspeistwerden wartete.

Nach langer hungerzehrender Reise traf Signore Basilico schliesslich in der Küche auf eine Gruppe Pinienkerne und ein Knoblauchpärchen. Gerade eben wollten Sie gemeinsam im Taumel das Lied der Freiheit tanzen, als der Kaiser kochlöffelschwingend die Küche betritt und Ihnen den Weg abschnitt. Da sassen sie nun, unweigerlich in der Falle! Die drei entschieden sich zum Freitod im Olivenöl. Die Prinzessin haben sie nie gefunden. Und der verfressene Kaiser (spätestens jetzt sollten alle gemerkt haben, dass ich damit gemeint bin) – dem hat’s geschmeckt! Sehr sogar! Weiterlesen

Spaghetti mit Erbsenpesto

13 Jul

Klein, aber Oho!

Bereits 1837 bekommt in Hans Christian Andersens Märchen eine verzogene Märchenprinzessin eine winzig kleine Erbse unter einer dicken Schicht Matratzen zu spüren. „Klein, aber Oho!“ sagte sich wohl die Erbse schon damals. Tatsächlich zählen Erbsen zu den ältesten Gemüsesorten, die vom Menschen kultiviert wurden und gehören heute zu den beliebtesten Gemüsen überhaupt. Sie sind zudem äusserst vielseitig einsetzbar: in Suppen und Eintöpfen, als grüner Farbtupfer in asiatischen Gerichten, zu Fischspeisen, Pasta und Risotto oder mit etwas Minze als klassische Beilage zu englischem Roastbeef mit Yorkshire Pudding. Lecker!

Letzten Sommer habe ich mich das erste Mal im Anbau von Erbsen versucht; mit Erfolg. „Klein, aber Oho!“ – auch hier wieder! Gleich eimerweise konnte ich die Schoten von den grünen Ranken ernten und die feinen, zuckersüssen Erbsen auspuhlen. Zum Glück kann man die kleinen Scheisserchen gut einfrieren. Ihr hättet mich sehen sollen wie ich voller Begeisterung vor den Ranken im Gartendreck sass und die süssen Winzlinge direkt aus den Schoten schlürfte. Unvergleichlich!

Aus dem letzten Jahr blieben noch einige Samen übrig – im Märzen also der Bauer die Beete ackert und sät, auf dass die Erbsen wachsen, lieber früher als spät! Bereits im letzten Jahr ist aus dem ganzen Erbsenüberschuss dieses tolle Rezept für ein Erbsenpesto entstanden, welches ich gerne mit euch teile..

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