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Mönchsbart-Spaghettini

7 Mai

Wer ist hier der Star?

Am Wochenende war ich zu Gast im schönen Schlösschen Schauenstein in Fürstenau. Unser Gastgeber war lö Superstar-Sternekoch Andreas Caminada, seines Zeichens mehrmaliger Schweizer Koch des Jahres, ausgezeichnet mit 3 Michelin Sternen und 19 Gault Millau Punkten. Wer mal mitessen will: Tische können gerne ein Jahr im Voraus reserviert werden. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Wie ein kleines Rehlein bin ich ins Schlösschen reingehüpft, voller Erwartung und Spannung auf grosse Küche. Einmalig und exquisit. Einmalig und exquisit unbezahlbar. Sternefressen ohne mit der Wimper zu zucken. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Das Resultat? Kompromisslos hohe Produktqualität, kunstvoll dekorierte Teller und ein 13-Gang-Schlemmermarathon von 12:00 bis 17:30 Uhr. Ja, es war ein schöner Nachmittag.

Wieder daheim präsentieren sich meine Teller nun aber durchaus wieder etwas bodenständiger. Beim Einkauf bin ich gestern über den ersten Mönchsbart in diesem Frühling gestolpert. Früher bloss auf dem Wochenmarkt oder bei ausgewählten Gemüsehändlern verfügbar, gibt es ihn mittlerweile -der Globalisierung sei gedankt- auch bei gut sortierten Detailhändlern.
Das satte Prallgrün sieht aus wie saftiges Gras und treibt mir regelrecht Freudentränen in die Augen. Da möchte man am liebsten Kuh sein und einmal quer über die Wiese grasen!

Barba di frate, zu deutsch eben Mönchsbart, ist eigentlich ein Wildkraut, das auf salzigen, feuchten Böden in Küstenregionen wächst und besonders in Italien sehr beliebt ist. Er hat einen säuerlich-salzig-erdigen Geschmack, erinnert irgendwie an eine Mischung aus Meer, Spinat und Sauerampfer und präsentiert sich als optimaler Begleiter zu Fischgerichten. Aber auch als lauwarmer Salat oder unter die frische Pasta gehoben macht er sich gut. Und genauso servieren wir ihn heute. Barba di frate – zur Zeit mein heimlicher Küchenstar!

Im grossen weiten Netz tummeln sich unzählige Rezepte für Spaghettini mit Mönchsbart. Kaum ein Blog, der ohne auskommt. Einen Innovationspreis gewinnt damit niemand.  Und an alle Zeitgeplagten: Spaghetti kochen und Sugo aus der Büchse draufklatschen geht definitiv schneller. Aber so serviert man Pasta vielleicht im Knast. Für diejenigen mit Starallüren: Jetzt bitte Weiterlesen

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