Tag Archives: Kichererbsen

Wintergemüse-Pakoras

8 Mrz

Wie ein Porno für Vegetarier

Das Wochenende gipfelt bei Foodblogger ja nicht selten in kulinarischen Ess-Kapaden und leidenschaftlichen Küchen-Kapriolen. Konkret: da werden ganze Berge an Küchenstrapazen auf sich genommen, nur um sich als ambitionierter Hobbykoch mal wieder selber zu verwirklichen. Und das, wohlbemerkt, nach einer anstrengenden Arbeitswoche – irgendwie schon irritierend!?

Wenn sich dann aber gleich zwei Foodblogger hinter Topf und Pfanne treffen, wird daraus schnell ein komplett verrückter, mehrstündiger Koch-Marathon auf Sterneniveau. Kürzlich war nämlich die liebe Verena von Salz, Pfeffer, Kokosnuss zu Gast in Zürich. Ehrensache, dass wir da gemeinsam die Kellen schwingen mussten und ich zum Tag der offenen Küche lud.

Und da das Frölein den fleischlichen Gelüsten nicht sonderlich zugeneigt ist, hatte ich mal wieder Gelegenheit, dem lieben Gemüse seine gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Vegetarisch – aber bien cuit! Das Resultat waren hinreissend leckere Wintergemüse-Pakoras mit erfrischendem Joghurt-Raita. Wenn man alles richtig macht, kann man damit fast nichts falsch machen!

Und auch wenn der Blick nach draussen bereits schon Frühlingsgefühle aufkommen lässt (Notiz an mich: demnächst mal die geheimen Bärlauch-Jagdgründe abchecken gehen!), so sind des Bauers Regale nach wie vor vollgepackt mit aromatischen Wintergemüse-Sorten jeglicher Couleur. Sie stammen aus der Region, sind nachhaltig angebaut und an Geschmack kaum zu übertreffen.

Leider aber, Coop und Migros sei Dank, kommen viele Leute ob energiepolitischem Bullshit wie peruanischen Spargeln im März bereits jetzt schon wieder ins Schwärmen. Solch ein Schmarren ist kein Vergleich zu den frisch gestochenen Spargeln, die dann ab Mai aus heimischen Böden gestochen werden. Also haben wir emsig Pastinake, Schwarzwurzel, Petersilienwurzel, Kohlrabi, Grün- bzw. Federkohl und Topinambur ins Körbchen gehäuft und daheim fingerleckend gute Pakoras ausgebacken. Und glaubt mir: die waren schneller weg, als man „Raita“ sagen kann… Weiterlesen

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Gelberbsen-Falafel mit Orange, Fenchel und Honig-Joghurt-Dip

24 Jan

Falafel to the people

Wie viel ein Imbiss zur Völkerverständigung beiträgt, kann ich leider nicht sagen. Fakt aber ist: Falafel sind eine feine Sache. Davon braucht mich niemand zu überzeugen. Fluffig und locker, in heissem Fett knusprig ausgebacken und verführerisch orientalisch duftend. Ich kenne fast niemanden, der beim herzhaften Biss in ein Falafel-Sandwich nicht fingerkuppenreibend ein teuflisch grinsendes „Ausgezeichnet!“ hinterherschieben würde.

Und ja, mit einer Brottasche voller Liebe kann man sich sogar ins Herz einer Frau kochen – hab ich selber ausprobiert! Schmatzende Geräuschkulisse, tropfende Sauce, Hemd von unten bis oben eingesaut, Badetuch als Serviette: Falafel sind quasi die Antithese zum klassischen Candle-Light-Dinner.

Weniger stilvoll ist, was einem die meisten Dönermänner ins Pita klemmen und als Falafel unter die Nase reiben. Frisch aus dem Frost der Tiefkühltruhe, in ranzigem Öl ausgebacken, nicht selten in der Mikrowelle aufgewärmt. Schmeckt einfach nur total „Bah!“

Selbstgemacht aber kommen die kleinen Bällchen ganz gross raus!
Nur: gegen das Frittieren zu Hause sprechen mindestens zwei Dinge: 1. der Gestank und 2. der Gestank. Eine attraktive und klar gesündere Alternative ist es daher, die Falafel im Ofen zu backen. Funktioniert prima. Mir persönlich gefallen sie frittiert zwar optisch einen Ticken besser (sie sind auch weniger trocken), aber dem Hula-Hoop-Bauch zuliebe mögen die Kalorienzähler allenfalls die Light-Variante bevorzugen…

Damit ihr auch weiterhin auf eurem fliegenden Teppich durch 1001 Nacht schweben könnt…

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Hummus-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum

14 Jun

Ravi ‚oh‘ logy

Oh, es war zum Verzeifeln. Mein getreuer, mich jahrelang begleitender Stabmixer hatte kürzlich sein letztes Stündlein eingeläutet. Mit einem knatternden „Pfrrrr“ ist sein Motor für immer erloschen und ich konnte trotz eiligen Reanmiationsversuchen nur noch seinen Tod feststellen. Oh!
Oh-Gott-und-was-jetzt? Ein Schlag in die Magengrube. Kulinarischer Knockout.
Hummus ohne Pürierstab? Vielleicht mörsern?
Joghurtschäumchen? Von Hand aufgeschlagen? Äääh, nein danke!

Na dann. Da der Zauberstab bekanntermassen mein Lieblingsutensil in der Küche ist, bleibt eigentlich nur eine Lösung. Es musste möglichst rasch Ersatz her. Also am letzten Samstag bei schönstem Strahlewetter in den Fachhandel und noch kurz einen neuen Stabmixer gekauft. Selbes Modell versteht sich. Altbewährtes soll man schliesslich nicht ändern. Word!

Daheim dann voller kindlicher Vorfreude die Packung aufgerissen und die unzähligen Zubehörteile nach und nach aus der Kartonkiste gekramt. Was da alles hervor kam! Aber…halt…irgendwie…da fehlt doch was!?
Am Boden der Kiste angelangt war ich schlauer.

Genau! Vom Stabmixer selbst keine Spur!
Das kann doch nicht deren Ernst sein?!

Zehn Minuten und gefühlte hundert Blicke in die leere Kartonkiste später hatte ich traurige Gewissheit: es war ihr voller Ernst! Zu allem Elend war  der Store mittlerweile geschlossen und meine Hummus-Ravioli mussten sich wohl oder übel einen weiteren Tag gedulden.

Ob sie wohl deshalb so gut geschmeckt haben? Weiterlesen