Tag Archives: Käse

Röstiburger

28 Apr

Mit Hamburgern über den Röstigraben

Hier in Zürich brutzelt seit einigen Wochen ein neues, trendiges Gastrokonzept. The Bite kultiviert den Gourmetburger mit regionalen Wurzeln. Und die Buletten hier sind top! Innen dunkles Rosa, das Fleisch fest im Biss, mit gutem Schmelz vom Fett. Frisch bei Bestellung zubereitet, hochwertige Zutaten, kein Schnickschnack, reduced to the max!
Fast Food auf Premium Level sozusagen!

Wir Schweizer hinken solchen Trends zumeist ja etwas hinterher. Wo in Deutschland seit einiger Zeit schon hippe Burgerbuden wie Pilze aus dem Boden schiessen -jeder macht natürlich den besten Burger der Stadt-, ticken die eidgenössischen Uhren offensichtlich etwas langsamer. Früher in hiesigen Landen eher rar gesiedelt, bin ich aber erfreut, dass arty-farty Läden dieser Art langsam aber sicher auch in der Limmatstadt die Gastroszene aufmischen und auch Fast-Food-Gegner mittlerweile in der Lage sind, unter dem Titel „Hamburger“ gute Küche zu erkennen und sie nicht blind in eine Schublade zu stecken.

Warum trotzdem jedes Weekend immer noch ein Haufen Kids die Eingänge der Burgerketten, deren Name hier nicht genannt werden soll, wie eine Horde Paviane den Bananenhain blockieren, erschliesst sich meiner Logik allerdings nicht ganz. Und dass, obwohl sich deren Fleisch im Geschmack irgendwo zwischen Nichts und Karton bewegt.

However. Der ganze Hype hat mich kürzlich dazu motiviert, mich selbst mal wieder im „Burgerbauen“ zu versuchen. Stylisch-urban sollte er sein. Einzigartig und kreativ. Eben nicht 0815, sondern 0816! Der erhoffte Geistesblitz kam dann, wie so oft, plötzlich und unverhofft.

Seit einigen Wochen steht in unserem Büro, in unmittelbarem Sichtkontakt, folgendes Bild, welches wir für eine Kundenpräsentation verwendet hatten. Beim Anblick der goldgelb gebratenen, knusprigen Röstitaler läuft mir quasi pausenlos der Geifer über Pult und Tastatur.

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Und zack! -ehe man sich versieht- war sie da, die Idee des Tages: Röstiburger sollte es geben! Und zwar die Deluxe-Version mit hausgemachten Angus-Beef-Patties, Caesar Dressing, deftig Appenzellerkäse, Bündnerfleisch und knusprigem Speck. Falls du Vegetarier bist, wird dich dieser Tipp zwar nicht weiterbringen, aber ansonsten sind die Burger zum niederknien!
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Gruyère-Wein-Süppchen

4 Feb

Schweizerisches Erfolgsrezept

Gestern, Montagabend, der Klassiker: in der Küche ein schönes Süppchen ziehen. Dazwischen meditatives Staubsaugen und eine erste Trommel Schmutzwäsche anschmeissen. Anschliessend Füsse hoch und andächtig das genüssliche Süppchen schlürfen. Nebenbei gedankenversunken durch die am Vortag nicht gelesene Sonntagszeitung blättern und sich Löffelchen um Löffelchen schlürfend über das Weltgeschehen informieren.

Die Stilrichtung meiner Montagssuppe hängt meist davon ab, was der Kühlschrank gerade hergibt. Schliesslich kann man mit etwas Geschick und Kreativität beinahe alles in eine Suppe verwandeln. Das Gruyère-Wein-Süppchen habe ich mir bei einer betagten Dame abgeschaut, welche hierzulande so ziemlich jeder kennt, der schon mal einen Kochlöffel in der Hand hatte: Betty Bossi.

Frölein Bossi hat eine beeindruckende Karriere hinter sich und ich wage kühn zu behaupten, dass es keinen Schweizer Haushalt gibt, in dem nicht mindestens ein Betti-Bossi-Kochbuch in irgendeinem Regal oder einer Schublade zu finden ist. Trotz ihrer Biederkeit – oder gerade deswegen! Die gute Dame trägt viele Namen: Köchin der Nation, Mutter Helvetia der Kochtöpfe, Miss Schweiz der Pfannen und Löffel. Der Begriff steht hierzulande für die wohl erfolgreichste Marketingkampagne ever! Denn eine Frau namens Betty Bossi hat es niemals gegeben.

Mitte der 1950er-Jahre tauchte der Name zum ersten Mal auf. Eine Kunstfigur. Der damals zeitgemässe Prototyp der modernen Hausfrau, die stets eine Antwort darauf hatte, was heute gekocht werden soll. Die erste «Betty Bossi Post» erschien am 1. April 1956 in Deutsch und Französisch und präsentierte sich als beidseitig bedruckte Zeitungsseite, die allerlei Koch- und Haushaltstipps für Desperate Housewives enthielt. Bald darauf wurde die Zeitung umfangreicher und nahm es sich zum Ziel zunehmends das komplette Lebensspektrum der modernen Hausfrau abzudecken. Mit einem Briefkasten für Fragen und Antworten zu Küche und Haushalt, Mundartgeschichten, Strickanleitungen und Kreuzworträtseln. Der Siegeszug war nicht mehr aufzuhalten. Weiterlesen

Bierbrezel-Fondue

11 Jan

Klassiker re-reloaded

Die Woche war ja irgendwie schon komisch, nicht? Der Blick aus dem Fenster hat mich eher an aufkommende Frühlingsgefühle als an kuschelig-warme Winternächte vor dem Kamin erinnert. Da draussen zwitscherten die Vögel, von Winter Wonderland keine Spur, alles in Grün und einige Bäume und Sträucher knospen doch tatsächlich schon!

Zwar soll es Menschen geben, die sich auch im Hochsommer bei brütender Hitze um ein Fondue-Caquelon scharen und auf Gabeln aufgespiesste Brotwürfel in geschmolzenem Käse versenken. Doch da lehne ich dankend ab. Für mich gehört Käsefondue zum Winter wie das Amen in die Kirche. Nun denn, zumindest auf dem Papier ist es ja Winter…

Wenn es um das Schweizer Nationalgericht schlechthin geht, dann bin ich ja bekanntermassen kein puristischer Spiessgeselle und lasse mich auch gerne mal auf ein Experiment ein. Das hat das letztjährige Cheeseburger Fondue ganz formidabel vorgemacht. Im neuen Jahr versuchen wir uns nun an einer Variante mit – ich nenn das mal leicht bayrischem Einschlag.

Feine Speckwürfeli werden zunächst in der Pfanne angezogen und knusprig gebraten, bevor sich etwas Knoblauch und die obligate Käsemischung nach Art des Hauses dazugesellt. Getränkt wird das Ganze, anstatt klassisch mit Weisswein, mit bronzenem Amberbier, was dem Fondue ein herrlich würziges, leicht süssliches Aroma verpasst. Abgerundet wird die Geschichte indem anstelle von Weissbrot krosse Laugenbrezen den Weg auf den Tisch finden.

Zum Schluss noch eine Messerspitze Natron – das schäumt das Fondue schön auf, macht es fluffig und sorgt für bessere Verdauung. Aber bitte: nur eine Messerspitze voll, ansonsten dürft ihr „hueregopfertammisiech!“ die ganze Sauerei wegputzen!

Und übrigens: getrunken wird dazu natürlich unter gar keinen Umständen Weisswein, sondern -wie könnte es auch anders sein- Bier!
Proscht und en Guete! Weiterlesen

Kürbisliebe. Kürbispizza.

27 Nov

mit Gorgonzola, Salbei und Kernen

Was war denn früher als Kind euer Hassgemüse?

Wenn es ein Gemüse gibt, dass ich früher zutiefst verabscheut habe, dann war es wohl der gute alte Kürbis, obwohl der streng genommen botanisch gesehen eigentlich zu den Beeren zählt. Eher noch landeten Rosenkohl oder der allseits verpöhnte Spinat auf meinem Teller, als dass ich mich mit dem orangen Riesen angefreundet hätte.

Zum Glück aber war früher alles anders, und nicht zwangsläufig immer besser! Geht es nur mir so oder habt ihr auch das Gefühl, dass der Kürbis in den letzten Jahren zum grossen Trend avanciert ist? In der Küche ist er herrlich unkompliziert und vielseitig. Egal ob Kerne, Suppe, Curry, Chutney oder Kuchen – mit Kürbis punktet man immer. Diese kulinarische Renaissance ist auch an der Sterneküche nicht spurlos vorbei und immer öfter spielt er auch in den Töpfen der Kochsternchen eine tragende Rolle. Ein richtiger Karrieresprung für das aromatische Schwergewicht.

Besonders faszinierend ist vor allem auch die geradezu unübersichtlich riesige Bandbreite an Formen, Farben und Geschmacksrichtungen und -hergehört!- auch der Bauchumfang dankt es euch, da der Kürbis ausserordentlich kalorienarm ist. Punkto Vielfalt und Auswahl kann ich jedem Kürbis-Freak die Jucker Farm bei Rafz wärmstens ans Herz legen. Beat Jucker produziert dort sage und schreibe rund die Hälfte aller Kürbisse, welche in der Schweiz verkauft werden und trumpft mit einer absolut beeindruckenden Auswahl von weit über 50 Sorten auf.

Seit kurzer Zeit bin ich ja stolzer Besitzer eines Schamottsteins, welchem ich es verdanke, dass nun in regelmässigen Abständen knusprige Pizzen mein Backrohr verlassen. Da wird in letzter Zeit auch öfter mal experimentiert. Es muss ja nicht immer Margharita sein. Und glaubt mir: auch der leidenschaftlichste Fleischesser wird von dieser vegetarischen Pizza begeistert sein. Weiterlesen

Käsecracker mit Salbei

16 Nov

Für Sofa-Kartoffeln

Wikipedia verrät uns: der Begriff Couch-Potato stammt aus dem US-amerikanischen Slang und bezeichnet das Klischee einer Person, die einen Grossteil ihrer Freizeit auf einem Sessel oder Sofa mit Fernsehen, Junkfood und Bier trinken verbringt.

Zur Gerätschaft des Couch Potato zählt daher eine Fernbedienung, ein möglichst grosser Fernseher, eine genügend grosse Couch, die Platz für den eigenen Hintern sowie ausreichend Nahrung und Getränke bietet.

Fetthaltige Knabberartikel finden wohl bei jedem von uns hin und wieder kleinen oder grösseren Zuspruch. Bei mir insbesondere sonntag abends vor dem Fernseher. Da ködert mich niemand mit Gemüsesticks und Dips. Es heisst ja schliesslich auch nicht Couchspargel oder Couchkarotte. Ob die teilweise vorhandene körperliche Unförmigkeit der Sofa-Kartoffeln mit ebenderjenigen der unterirdischen Knollen in Zusammenhang steht, entzieht sich leider aber meiner Kenntnis.

Spannende Querschlägerinfo, über die ich erst kürzlich gestolpert bin: je dünner die Kartoffelchips sind, desto fetthaltiger sind sie im Regelfall. Die dicker geschnittenen Exemplare mit Schale dran sind somit die eigentlich „gesünderen“ Knabberartikel. Wie passend, dass die doch ohnehin besser schmecken!

Aber was spreche ich hier eigentlich die ganze Zeit von Kartoffeln? Für die Biertrinker, Sesselfurzer und Stubenhocker unter euch (und natürlich auch für wahre Geniesser) habe ich heute eine besonders köstliche Knabberei auf Lager: knusprige Käsecracker mit Salbei. Dafür kann man die berüchtigte Tüte Kartoffelchips gut mal in die Ecke stellen.

Ob’s wirklich gesünder ist… aber schmecken tut’s, oh ja!!

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Zucchini-Puffer mit Kräuterdip

14 Aug

Schmeckt sogar Kindern

Mein Lieblingsgemüse? Keine Frage – da mischt die gute Zucchini (oder hierzulande auch gerne Zucchetti) ganz vorne mit!
Aber: Zucchini sind langweilig. Meinen die Leute immer. Denn leider wird sie viel zu oft als Aschenputtel unter den Gemüsen gehandelt und als fad und einfallslos abgestempelt.

Tatsächlich wird das grüne Kürbisgewächs in unseren Breitengraden nicht selten unterbewertet. Zu oft dämpfen sie als langweilige Verlegenheitsbeilage bis zur Formlosigkeit zerkocht vor sich hin.

Dabei kann eine Zucchini derart lecker schmecken! Und im eigenen Garten angebaut entpuppt sie sich als wahres Erntedankwunder! Was da während einer Saison geerntet werden kann, reicht nicht bloss für eine Familie… nein, damit kann ich auch noch die Nachbarn beglücken.

Und dann gibt es ja noch die King-Kong-Exemplare, fast schwerer als ein Kind, mit käfergrossen Kernen und ideal zum Füllen geeignet. Ein hellgrüner Daumen reicht übrigens für hohe Erträge völlig aus, da es sich bei der Zucchetti um eine extrem pflegeleichte und anspruchslose Pflanze handelt. Man sollte lediglich darauf achten, dass jede Pflanze eine weibliche und eine männliche Blüte behält, damit sie auch weiterhin für Nachschub sorgen kann. Die männlichen Blüten wachsen am Pflanzenstängel, die weiblichen an der Frucht.

Wie wohl bei den meisten, stand auch bei mir als Kind Gemüse nicht wirklich hoch im Kurs. Wie oft sass ich mit verschränkten Armen am Mittagstisch und habe mich standhaft geweigert von Broccoli, Karotte & Co. zu probieren. Da halfen auch die einfallsreichen Fantasie- und Superhelden-Namen wie Superfaust-Brokkoli oder Ninja-Turtle-Tomate nichts.

Heute bin ich zum Glück kein Kind mehr. Und mag Gemüse. Sehr sogar. Allen voran Zucchini. Und weil Mone von Leckerbox die grünen Alleskönner zum Thema der aktuellen Mittwochsbox gemacht hat, habe ich begeistert eines meiner Lieblingsrezepte eingereicht. Und glaubt mir: das schmeckt sogar Kindern! Auch ganz ohne Superhelden-Namen. Weiterlesen