Tag Archives: Käse

Pizza Punjabi Masala

19 Mrz

Namast’ay and eat pizza

Ob man solch‘ eine Pizza in Indien isst? Nein, ich wage es zu bezweifeln. Und ob es nun an Frevelei grenzt, eine solche Kreation überhaupt als „Pizza“ zu bezeichnen und den Stolz einer ganzen Nation herauszufordern? Naja, lassen wir das, denn damit rüttle ich definitiv an einer heiligen Kuh. Bei meiner aus Bella Italia stammenden besseren Hälfte musste ich jedenfalls ausgiebig argumentieren, damit ich dieses Rezept so bezeichnend hier aufschalten durfte. Für mich heisst das, mit den Augen zwinkern und in verschwörerischem Ton verkünden: „Man kann eine Pizza mit allem belegen.“

Tatsache aber ist: das Resultat dieses kulinarischen Seiltanzes hier, sind grossartig schmeckende Fladen! Die Idee dazu ist mir tatsächlich in Indien gekommen, als ich an Chennais Marina Beach bei einem Schälchen Kichererbsen-chaat über neue Rezeptkreationen nachgedacht habe. Basis bilden tropfenförmig ausgewallte Naan-Brote (nicht zu knapp mit Ghee aufgemotzt), welche mit würzigem moong dal aus Mungobohnen bestrichen werden. Getoppt wird die Geschichte mit grob gehacktem Paneer-Käse, Spinat, Koriander, Zwiebeln, Knoblauch und natürlich Chili.

Und selbst wenn halb Indien und Italien fraglos den Kopf schüttelt, sie schmeckt im Fall richtig, richtig gut…

Weiterlesen

Advertisements

Scarpatscha

15 Okt

Hat jemand Kalorienbombe gesagt?

Scarpatscha? Hätte mich bis vor Kurzem jemand danach gefragt, so hätte ich wohl bloss ungläubig mit den Schultern gezuckt. In Marianne Kaltenbachs immer wieder gern als Nachtlektüre missbrauchten Standardwerk „Aus Schweizer Küchen“ bin ich dann kürzlich über dieses Rezept gestolpert.

Ihr kennt das bestimmt: es war eines dieser Rezepte, die man liest und sogleich Feuer und Flamme ist! Am liebsten würde man gleich den Kochlöffel schwingen und sich hinter den Herd stellen. Das hat insbesondere auch damit zu tun, dass ich zu Mangold (oder Krautstiel auf gut Schweizerisch) schon seit Kindestagen ein äusserst entspanntes Verhältnis pflege. Ja, wir beide mögen uns.

Krautstiel war wohl das erste Gemüse überhaupt, dass ich als Kind leidenschaftlich gerne gegessen habe. Es ist eine dieser typisch Schweizerischen Gemüsesorten, die fast jedermann kennt und gerne isst. Mit hüpfendem Herz erinnere ich mich an die Zubereitungsart meiner Oma, welche die knackigen, leicht nussig schmeckenden Stiele als Gratin unter einer daumenhoch dicken Schicht Béchamel versteckt zubereitet hat. Beim blossen Gedanken daran läuft mir schon wieder der Speichel aus den Mundwinkeln. Fett als Geschmacksträger und Lockstoff für wählerische Kinder hat eben schon damals funktioniert.

Scarpatscha schlägt in dieselbe Kerbe. Ein typisches Resteessen aus dem Bündner Albulatal, welches altbackenes Brot mit Krautstiel, Lauch, Bergkäse und Eiern zu einer simplen, aber geschmacklich hochstehenden Kreation kombiniert. Die Zubereitung ist völlig simpel und Allüren. Allerdings: wie so manches Gericht aus kargen Bergregionen, deckt es nicht nur den Kalorienbedarf des laufenden, sondern gleich auch noch jenen des nächsten Tages ab. Zur kalten Jahreszeit ja nichts ungewöhnliches, wenn der Zeiger der Waage gnadenlos nach rechts wandert.

Aber wie sagt man so schön: ohne Fett ist das Leben nur halb so nett. Also: herzhaft zubeissen! Und wenn gerade niemand hinschaut, darf man ruhig auch noch ein Stückchen Butter unterheben. Schliesslich steht ein langer, harter Winter vor der Türe… Weiterlesen

Risotto au Vacherin Mont d’Or mit Bündnerfleisch-Gremolata

30 Jan

Von wegen asiatisch

Gereist sind wir alle schon. Die einen mehr, die anderen weniger. Die einen weiter und ferner, die anderen blieben lieber in der Nähe.

Ich selbst durfte im vergangenen Herbst eine zweimonatige Reise durch sechs asiatische Länder unternehmen und auf diesem Blog im Sinne kulinarischer Urlaubslektüre fleissig berichten. Die Erweiterung meines kulinarischen Horizontes stand dabei ausschliesslich und stets im Vordergrund. Ich wollte sehen, staunen, spüren, riechen und vor allem schmecken wie am anderen Ende der Welt gekocht wird.

Dass sich mein Kochstil dadurch weiterentwickeln würde, war klar. Dass er sich grundlegend verändert, eher undenkbar. Um bleibenden Einfluss zu haben, muss eine Koch- und Esskultur länger wirken, als eine Urlaubsreise dauert. Und trotzdem: bei meiner Rückkehr war mein Kopf –und nebenbei auch mein Vorratsschrank- übervoll gepackt mit Ideen und Inspirationen, mit Kreationen und Kapriolen.

Umso mehr erstaunt es, dass ich in den mittlerweile drei Monaten seit ich wieder daheim bin, kaum mehr asiatisch gekocht habe. Dann und wann habe ich experimentiert, habe mit Tütchen und Gläsern voller unbekannter Pülverchen und Flüssigkeiten herumgespielt und das eine oder andere Gericht nach- oder neugekocht. Seit hier aber die kalte Jahreszeit Einzug gehalten hat, schreit mein Magen nahezu ständig und ausnahmslos nach guter, alter alpenländischer oder bestenfalls mediterraner Alltagsküche.

So bereichern Deftiges wie Käse, Eier, Brot und Wurstwaren, in liebevoller Fürsorge um den Pirelli-Ring um meinen Bauch stets herzhaft mit Rahm und Butter kombiniert, zur Zeit meinen Speiseplan wie selten zuvor.

Selten seltsam, hat mich doch die asiatische Küche und deren Vielfältigkeit zutiefst begeistert. Und beim Blick aus dem Fenster, dem Lenz da draussen direkt in die Augen, bezweifle ich langsam auch, dass es an der vermeintlich „kalten“ Jahreszeit liegt.

Nun denn… während ich noch eine Weile darüber nachdenke, haue ich euch mal wieder ein Rezept um die Ohren – gut Schweizerisch eben, denn so will es mein Hunger… Weiterlesen

Muotithaler Alpchässchnitte

4 Nov

Die Schweiz. Die Alpen. Was für ein Käse!

Ja, ich weiss: eigentlich wäre es -nach bald 3-wöchiger Rückkehr aus dem Urlaub- endlich mal Zeit über meine Kolumbienreise zu berichten und natürlich ein entsprechendes Menu hier vorzustellen. Dummerweise aber fand am letzten Wochenende der 19. Muotithaler Alpchäsmärcht statt, für mich ein Pflichtbesuch sondergleichen, den ich mir keinesfalls nehmen lasse.

Um den Besucherströmen aus allen Kantonen der Schweiz zu entfliehen, bin ich also am Samstag in aller Hergottsfrüh ins beschauliche Muotathal gepilgert. Rosarote Brille aufgesetzt und vorbei geht’s an grünen Wiesen, wildromantischen Naturlandschaften, urwüchsigen Fichtenwäldern, kristallklaren Wasserfällen, schneebedeckten Bergzipfeln und gefühlten tausend Kühen. Die Milchlieferanten quasi direkt vor der Haustüre.
Switzerland can still surprise me – das vergesse ich manchmal glatt!

Der Alpkäsemarkt selbst ist dann nochmals ein Highlight für sich. Und probieren ist ausdrücklich erwünscht! An zig Ständen lassen sich Alp-, Schafs- und Ziegenkäse von dutzenden Sennereien aus der Region degustieren: von mild, über rezent bis hin zu „zieht dir fast die Socken aus“! Die Vielfalt ist fast schon unübersichtlich und es empfiehlt sich in jedem Fall an dem Tag das Frühstück getrost auszulassen. Erstaunlich auch die Preise: für verhältnismässig wenig Geld kann man sich die Taschen mit Käse vollhäufen. Hier in der City hätte ich für diese Mengen mindestens das Doppelte bezahlt.

Untermalt wird das Ganze mit einem urchigen Rahmenprogramm, eingeschlossen Show-Käsen, Trychler und Geisslächlepfe, Fahnenschwingen, Ländlermusik und Volkstanz sowie dem weltbesten Süssmost frisch ab Presse. Wieder daheim ging’s dem Käse an den Kragen. So eine Käseschnitte ist für mich winterlicher Soul Food par excellence! Wäre draussen schon Schnee gelegen, ich hätte mich gleich noch viel wohler gefühlt!

Vom schweizerisch-idyllischen Muotathal geht’s nun aber zunächst ab ins blubbernde Barcelona, einer der aktuell angesagtesten Hot Spots der Gastroszene. Mein Arbeitgeber schickt mich für drei Tage auf Food Trend Tour! Sehen, staunen, geniessen! Und ich bin gespannt wie ein Regenwurm zwischen zwei Hühnern… Weiterlesen

Sommer-macht-Pause-Salat mit Wassermelone und Feta

30 Jun

Rote Karte am Herd

Die habe ich mir selbst eingebrockt. Fussknöchel gebrochen. Sommer my ass!

Der Küchenalltag als einbeiniges Humpelstilzchen gestaltet sich zugegebenermassen schwieriger als anfänglich erwartet. Da werden selbst die einfachsten Dinge wie Zwiebel schneiden oder Spülmaschine ausräumen zum ausbalancierten Kraftaufwand.

Kürzlich sass ich, Gipsbein artig wie vom Doc verschrieben hochgelagert, auf dem Balkon und las gemütlich in einer Zeitschrift. Da packte mich die Lust nach einer Tasse Kaffee. Nespresso sei Dank klappt das ja auch mit gebrochenem Fussknöchel einigermassen unkompliziert. So weit so richtig.

Wie ich dann aber vor der dampfenden Tasse Kaffee stand, musste ich schlagartig feststellen, dass die Aufgabe selbige nun mit zwei Krücken auf den Balkon zu befördern mich vor eine kleine Herkulesaufgabe stellt. Die ersten zwei Schlucke landeten prompt auf dem Boden – der Versuch war kläglich gescheitert. Schlussendlich habe ich die Tasse direkt über der Spüle in der Küche in mich hineingeschlürft und bin betrübt und gleichzeitig wütend über meine Unfähigkeit wieder zurück auf den Balkon gehumpelt.

Zwischenzeitlich bereitet mir Essen und Trinken im Alltag weniger Probleme. Die Rettung kam in Form eines hübschen Helfers, genannt Servierboy. Der trägt meine -wenn auch momentan eher einfachen und unkomplizierten- Kreationen jeweils brav zu Tisch und räumt auf Kommando wieder ab. Jetzt wo es mir sooo schlecht geht 😉

So ein Gipsbein kann, besonders bei intensivem Sonnenschein, anständig einheizen. Glücklicherweise aber macht der Sommer gerade eine kurze Pause und bescherte uns die letzten Tage mit ziemlich viel Nass von Oben. Da kommt so ein bunter Salat mit Wassermelone, Feta, grünem Apfel und Lavendel gerade richtig. Auch kalorientechnisch. Die kann man sich momentan nämlich quasi gleich an die Hüften kleben. Aber auch so stellt einem das Leben als Dreibeiner vor einige ungewollte Probleme im Alltag.

Passt die Jogginghose farblich zum Gips? Wie verflixt nochmal krieg ich die nervende Fliege tot, die mir ständig um die Ohren schwirrt und der ich auf einem Bein humpelnd kaum durch die Wohnung folgen kann? Warum juckt das Zeug so wahnsinnig und wie krieg ich den zwischen Kniescheibe und Oberschenkel steckenden Bleistift wieder aus dem Gips, der da feststeckt seit ich versucht habe die juckende Stelle zu erreichen? Wo zum Teufel steckt MacGyver, wenn man ihn mal braucht? Weiterlesen

Bruschetta mit Grillpfirsich und Ziegenkäse

6 Jun

Was Einkaufswagen über uns verraten…

Hand aufs Herz! Spioniert ihr beim Einkauf im Supermarkt nicht auch des Öfteren in die Wägen anderer Leute? Ganz ehrlich: ich tu es ständig! Ein schlechtes Gewissen habe ich dabei nicht. Nur krümmen sich mir manchmal buchstäblich die Nackenhaare, wenn ich mir reinziehe, was so mancher Durchschnittskonsument für seinen Privathaushalt als ausgewogene Ernährung erachtet.

Konkurrenzanalyse: da finden sich allerlei Snacks, Süssigkeiten, Früchte und Crèmen aus der Dose, Puddings und Saucen aus der Tüte, Streuwürze, Fertiggerichte. Konkret: Produkte bei denen die Frage nach der Daseinsberechtigung teilweise durchaus erlaubt ist. Irgendwie extrem gut, irgendwie extrem ungesund. Kleider machen Leute. Essen macht Figur. Am liebsten würde ich den armen Opfern des Foodmarketings dann jeweils auf die Schulter klopfen und sie freundlich fragen, was sie denn da gedenken ihrem Körper anzutun.

Zu meiner Erheiterung mache ich mir daraus auch hin und wieder mal ein Spiel. Da findet sich ein alleinstehender Shopping Cart irgendwo in den Gängen? Reingeschaut und anhand der darin vorgefundenen Fressalien geraten, wie die Person, der dieser Wagen gehört, wohl ausschauen könnte. Von 100%-iger Trefferquote bis hin zu bösester Überraschung kam alles schon vor! Und plötzlich ist man unheimlich stolz, dass man Radieschen, Quark und mageres Pouletfleisch vor sich herschiebt.

Was würden die Leute wohl denken, wenn sie in euren Wagen schielen?

Okay, okay, wir müssen das Ding auch beim Namen nennen! Auch in mir lebt ein kleiner Fettjunkie! Dann glotze ich verdutzt in Jemandes Wägelchen und stelle erstaunt fest: Was? Mehr brauchst du nicht? Keine Chips für Sonntagabend vor der Glotze? Magst du denn nicht die neuen ach-so-tollen Knusperkekse probieren, welche die nette Dame weiter vorne mit freundlichem Lächeln zur Gratisverkostung abgegeben hat?

Beim Blick in andere Wagen entdecke ich aber auch immer wieder mal neue Produkte oder erinnere mich daran, was ich ja selber noch besorgen wollte. Und nur all zu oft lasse ich mich auch von den Einkäufen anderer Leute inspirieren. So auch geschehen bei diesem Rezept hier. Da lagen Pfirsiche und Ziegenkäse und haben mich verschmitzt aus einem fremden Einkaufskorb angelächelt. Ein ofenfrisches Baguette oben auf. Kopfkino ab: Action! Weiterlesen