Tag Archives: Karamell

Fior di Latte di Bufala

13 Dez

Gestatten: Gaumenporno

Stell dir vor, du wachst eines Tages auf und anstelle deines gewohnten Körpers findest du dich in der Form einer Geschmacksknospe wieder. Du bist rund, etwas ausgefranst, aber doch sehr kompakt und deine Haut ist übersät mit feinsten Rezeptoren…

Das erste, was dich frontal trifft und dich völlig aus den Socken haut, ist der brummende, nussige und etwas aufdringlich erotische Geruch von Kaffee, der dir Hühnerhaut auf deinem Knospenkörper zaubert.

Und dann geht eine völlig abgefahrene Achterbahnfahrt los: du stehst auf einem Sprungbrett vor einem riesigen Bassin voller Fior-di-Latte-Eiskrem und ehe du dich versiehst, tauchst du unter Jubelgeschrei und farbigen Bläschen durch die prickelnd sinnliche Masse und landest mit einem lauten „Krack“ auf einem Stück Karamellkrokant, den du gleich gierig zerkrümelst und dich in ihm wendest und drehst. Darauf folgen verschiedene kleine Schocks unglaublicher Kombinationen von säuerlich-cremig, erfrischend-kühl, honig-krokantig, buttrig-nussig und milchig-rahmig… So muss es sich im Schlaraffenland anfühlen. So fühlt sich dieses Eis hier an!

Oder wie sagte schon Oscar Wilde so schön: „Ich kann allem wiederstehen, ausser der Versuchung.“

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Milchkonfitüre

15 Jan

Die süsse Seite des Lebens

Eine Warnung vorweg: Wer keinen Zucker in seinem Essen mag, der sollte genau jetzt aufhören zu lesen.

Süss, süsser, dulce de leche! Man liebt es oder hasst es! Für mich trifft definitiv ersteres zu. Jeder der schon mal in Argentinien war, der kennt sie: die wohl süsseste und klebrigste Substanz auf dem gesamten Planeten. Derartiges gehört normalerweise ja eher nicht zu meinem Beutespektrum, bevorzuge ich doch ganz klar Salziges. Aber bei dieser Milchkonfitüre kann ich unmöglich widerstehen. Sie ist mitunter das Beste was ich auf meiner damaligen Reise in Argentinien kennenlernen durfte. Muuuy rico!

Dulce de Leche (zu Deutsch in etwa „Süsses aus Milch“ oder eben einfach Milchkonfitüre) wird, so die Sage dazu, schon seit dem 18. Jahrhundert produziert und wurde das erste Mal in Chile unter dem Namen Manjar verkauft. Die klebrig-weiche, hellbraun-karamellfarben glänzende Crème besteht -wie orginell die Argentinier doch sind!- per se nur aus Milch und Zucker und ist ein echter Diätkiller. Die Kalorien kann man sich quasi gleich an die Hüften kleben.

Die Argentinier verwenden dulce de leche immer, überall und für alles! Aufs Brot geschmiert als Nutella-Ersatz, in Eiscrèmes und Pfannkuchen, als Füllung für Torten und Käsekuchen, auf Keksen, in Keksen, als Dip zu Keksen, in Alfajores, für Cupcakes oder Pudding, zu Obst wie Bananen, im Starbucks Frappucino, mit Meringues, pur zum löffeln und und und… Kennt ihr die Szene aus Forrest Gump, in der Bubba die zig Verwendungsmöglichkeiten für Shrimps erläutert? Ich könnte wohl endlos so weitermachen…

So oder so: für jemanden mit süssem Zahn ist diese Milchkonfitüre eine Offenbarung und wer auch im neuen Jahr keine Kalorienkolosse meiden muss, der steht mittlerweile wohl längst hinter den Töpfen.
Aber Vorsicht – es macht süchtig! Versprochen! Weiterlesen

Salziges Butterkaramelleis

1 Mai

Mein Ich im Karamellwunderland

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Karamell mag?
Ich glaube ja: unter anderem hier, hier und hier.
Wer keinen Zucker in seinem Essen mag,
der sollte genau jetzt aufhören zu lesen.

Ich und Karamell, das ist so eine Sache.
Seit ich denken kann, verbindet uns so etwas wie Liebe. Innige, süsse Liebe.
Sie klebt in meinem Kopf, wie ein grosses, weiches Karamellbonbon.
Wenn ich könnte, würde ich meine Hände mit Karamell waschen!

Ältere Posts aus der Vergangenheit haben unsere tiefe Beziehung zueinander ja bereits offen gelegt. So nenne ich die goldgelbe bis tiefbraune Mischung aus geschmolzenem Zucker auch liebevoll Caramel. So ein schönes Wort.

Oder wie sang schon Mary Poppins?
Just a spoonful of sugar helps the medicine go down… in a most delightful way. Wie recht sie doch hat!

Warum Karamell noch süchtigmachender ist, als alle anderen Zuckerverbindungen kann ich leider auch nicht beantworten – aber eine empirische Versuchsreihe mit mir persönlich als Probant bestätigt alle Annahmen. Als Kind schon mochte ich Muh Muhs und diese Suchtphase hat sich seither laufend weiterentwickelt.

Die Zeit bis zum Frühlingsanfang habe ich mir daher kürzlich ein wenig versüsst, denn der Blick aus dem Fenster verrät: der Lenz lässt momentan noch auf sich warten. Bleibt Zeit, um ein schönes Karamell zu ziehen.
Daraus verwandelt meine Eismaschine im Nu ein Glace caramel (da ist es wieder!) au beurre salé – Salziges Butterkaramelleis.
Die vermutlich sündig-schönste Sache der Welt.

Aber Vorsicht: Die Herstellung von Karamell erfordert etwas Übung und Disziplin. Ich wiederhole mich gerne: Es gibt gutes Karamell, es gibt bestes Karamell und es gibt verbranntes Karamell. Dazwischen liegen jeweils gefühlte drei Sekunden. Versuch Nummer eins wird zweifelsohne schwarz wie die Nacht und schmeckt bitter! Anfängerpech! Geht jedem so! Versuch Nummer zwei wird auch kein Karamell, weil man vor lauter Panik den Topf zu früh vom Herd nimmt. Davon abgesehen, kann es nachher nur noch besser werden.

Also: bitte, bitte, bitte probiert dieses Rezept aus! Weiterlesen

Gewürzkaramell

17 Jan

Das grosse Süssen

Der Blick aus dem Fenster verrät es schon: Hurra, endlich ist es soweit!
Von draussen grüsst das Winter Wonderland und Schnee und Kälte haben auch im Flachland Einzug gehalten!

Genau, ich mag den Winter, ihr merkt es schon… Denn, was gibt es schöneres, als bei frostigen Temperaturen gemütlich daheim vor dem Kamin zu sitzen, heissen Kakao oder Tee zu schlürfen und die Füsse hochzulagern, während kalte Lüfte und eisiger Frost an die Fensterscheibe klopfen?

In der Zwischenzeit ein schönes Karamell ziehen. Zucker schmelzen, mit etwas Wasser löschen und sirupartig einköcheln. Vollrahm dazu, etwas Fleur de Sel und dann mit eiskalter Butter montieren. Bon dieu, das schmeckt himmlisch, das schwöre ich euch! Man will gar nicht mehr aufhören, das auszulöffeln! Danach kommt lange nix, und dazu brauche ich auch sonst keinen weiteren Schnickschnack… ausser vielleicht… glace caramel au beurre salé:
ein salziges Butterkaramelleis! Schon mal probiert?
Falls ja: you know what I’m talking about! Falls nein: Oh Mann, da hast du was verpasst! Aber keine Sorge, ich will eh schon längst mal wieder eins machen… dann teil ich’s mit euch!

Aber zurück zum Karamelllöffeln: Zugegeben, dafür müsst ihr schon ein hartgesottener Karamell-Liebhaber sein. Genau wie ich! Gehört zusammen mit Nougat zu meinem Lieblingssüsskram. Und kürzlich bin ich über ein tolles Rezept für Gewürzkaramell gestolpert, welches sogleich verkostet wurde.
Gewürze und Karamell – Aufeinandertreffen zweier Giganten!
Und genau so schmeckt es auch!

Um Karamell ranken sich ja so einige Mythen, Gerüchte und Ängste. Letzere sind womöglich sogar begründet, denn nicht umsonst spricht man oft von der ach-so-hohen Kunst des Karamellisierens. Es gibt besten Karamell, gutes Karamell und es gibt verbranntes Karamell: dazwischen liegen jeweils gefühlte drei Sekunden. Deshalb gilt stets Grundregel Nummer eins: Topf nicht aus den Augen lassen! Wer sich umdreht hat verloren und die ganze Geschichte wandert in den Müll. Anfängerpech! Weiterlesen