Tag Archives: Joghurt

Rüebli-Ingwer-Joghurteis

9 Sep

Schmeckt nicht nur den Hasen

Wie eine halbe Ewigkeit fühlt sich mein letzter Blogpost an. Die mir alles abverlangende Realität des harten Arbeitsalltags hat mich nach meinem vierwöchigen Sommerurlaub in Spanien schlagartig wieder eingeholt. Meine letzten Abendessen bestanden mehrheitlich aus sinnvoller Restenverwertung (dagegen nichts einzuwenden) oder dem von schlechtem Gewissen begleiteten Gang zum Chinesen oder Dönermän des Vertrauens.

Mit grossem Entsetzen musste ich ausserdem feststellen, dass meine geliebte Eismaschine den ganzen Sommer über kümmerlich im Keller vor sich hingestaubt hat und sage und schreibe kein einziges Mal benutzt wurde. Shame on me – ich weiss, ich weiss! Dem musste natürlich sofort Rechnung getragen werden.

Und da ich bekanntlich auf ausgefallene Eiskreationen stehe, gab’s gestern bei mir Rüebli-Ingwer-Joghurteis. Ooh jaa!

Primär sorgt hier ja die Sprache für Verwirrung, denn was wir Schweizer als Rüebli bezeichnen, heisst im Hochdeutschen Karotte oder Möhre. Mit der allgemein bekannten Rübe hat das Rüebli aber wenig zu tun. Karotte und Rübe sind zwei verschiedene Gemüse -auch im Schweizerdeutschen- obschon sie einfach als Rüebli und Rübe oder Räbe unterschieden werden.

Wurzelgemüse sind beide, doch die Räbe alias Zuckerrübe wird dem Vieh verfüttert, wenn man sie nicht zur Herstellung von Zucker braucht oder als Räbeliechtli ausschnitzt, während das Rüebli für gsundi Büebli sorgt und der Aargauer Rüeblitorte seinen Geschmack verleiht. Oder eben meinem knallig orangefarbenen Eis hier, welches aufgrund der Süsse der Rüebli zwar exotisch, aber unverschämt lecker schmeckt! Am besten verwendet man junge Karotten, die haben einen höheren Zuckeranteil und geben dem Eis genau das was wir brauchen! Farbe, Süsse und viel Geschmack! Weiterlesen

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Eisgekühlte Erbsli-Gazpacho

21 Aug

Urlaub auf dem Teller

Mein diesjähriger Sommerurlaub fand in Form eines vierwöchigen Roadtrips durch den entzückenden Norden Spaniens und die portugiesische Atlantikküste statt. Die Reise stand -wie könnte es auch anders sein- ganz im Zeichen der Kulinarik.

So kommt es auch, dass ich lauter kulinarische Urlaubserinnerungen mit nach Hause gebracht habe und mein Speiseplan zur Zeit (und weiterhin passend zur Saison) sehr spanisch und sommerlich daher kommt. Und weil auf magentratzerl’s Blog zur Zeit kulinarische Urlaubserinnerungen gross geschrieben werden, reiche ich das nachfolgende Rezept noch so gerne zum Blogevent Urlaub auf dem Teller ein.

Zu den Highlights im Gaumen gehörten der asturische Apfelwein sidra, pulpo a la gallega aus dem autonomen Galizien, frisch grillierte kantabrische Sardinen und knuspriges Spanferkel leitão aus dem grünen Hinterland der portugiesischen Westküste.

Absoluter Höhepunkt waren aber definitiv die leckeren Pintxos, welche insbesondere im Baskenland in beinahe jeder Kneipe erhältlich sind. Pintxos (ausserhalb der Baskenprovinz Pinchos genannt) bezeichnen eine kleine Mahlzeit, die im Regelfall zu einem Getränk konsumiert wird. Im Gegensatz zu klassischen Tapas handelt es sich dabei um echtes Finger-Food, meist auf einem Stück Weissbrot kalt serviert und individuell mit Gemüse, Käse, Fleisch oder Wurst und natürlich Fisch und Meeresgetier belegt. Eine Art Canapé, wenn man denn so will.

Die Hochburg der Pintxos ist die baskische Stadt Donostia-San Sebastián. Ohnehin wird die baskische Küche nicht selten als die beste in ganz Spanien bezeichnet. Nirgendwo auf der Welt versammeln sich so viele Michelin-Sterne auf engstem Raum. Zehn Restaurants in San Sebastián und Umgebung können zusammen 18 der begehrten Auszeichnungen aufweisen. Die renommierten Starköche setzen dabei vor allem auf zwei Dinge: erstklassige Zutaten aus der Region und einen ausgeprägten Perfektionismus bei der Verarbeitung. Die Basken lieben gutes, einfaches Essen. Hier fühlt man sich als Geniesser durchaus wohl. Mehr dazu gibt’s (hoffentlich) bald hier zu lesen…

Heute aber gibt’s was anderes. Denn obgleich die Baskenküche im ganzen Land gelobt wird, so gibt es doch einen Klassiker, den man auch über die spanischen Landesgrenzen hinaus in aller Welt geniesst: gazpacho andaluz! Die klassische Erfrischungssuppe für heisse Sommertage stammt aus der Kaltschalen-Hauptstadt Andalucía, findet sich aber auch im kühleren Norden Spaniens auf beinahe jeder Speisekarte.

Inspiriert vom spanischen Fernsehkoch José Andrés gibt es heute bei mir die grüne, eisgekühlte Doppelgängerin des Klassikers.

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Hummus-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum

14 Jun

Ravi ‚oh‘ logy

Oh, es war zum Verzeifeln. Mein getreuer, mich jahrelang begleitender Stabmixer hatte kürzlich sein letztes Stündlein eingeläutet. Mit einem knatternden „Pfrrrr“ ist sein Motor für immer erloschen und ich konnte trotz eiligen Reanmiationsversuchen nur noch seinen Tod feststellen. Oh!
Oh-Gott-und-was-jetzt? Ein Schlag in die Magengrube. Kulinarischer Knockout.
Hummus ohne Pürierstab? Vielleicht mörsern?
Joghurtschäumchen? Von Hand aufgeschlagen? Äääh, nein danke!

Na dann. Da der Zauberstab bekanntermassen mein Lieblingsutensil in der Küche ist, bleibt eigentlich nur eine Lösung. Es musste möglichst rasch Ersatz her. Also am letzten Samstag bei schönstem Strahlewetter in den Fachhandel und noch kurz einen neuen Stabmixer gekauft. Selbes Modell versteht sich. Altbewährtes soll man schliesslich nicht ändern. Word!

Daheim dann voller kindlicher Vorfreude die Packung aufgerissen und die unzähligen Zubehörteile nach und nach aus der Kartonkiste gekramt. Was da alles hervor kam! Aber…halt…irgendwie…da fehlt doch was!?
Am Boden der Kiste angelangt war ich schlauer.

Genau! Vom Stabmixer selbst keine Spur!
Das kann doch nicht deren Ernst sein?!

Zehn Minuten und gefühlte hundert Blicke in die leere Kartonkiste später hatte ich traurige Gewissheit: es war ihr voller Ernst! Zu allem Elend war  der Store mittlerweile geschlossen und meine Hummus-Ravioli mussten sich wohl oder übel einen weiteren Tag gedulden.

Ob sie wohl deshalb so gut geschmeckt haben? Weiterlesen