Tag Archives: Ingwer

Ingwer-Limetten-Crème

18 Sep

Ich schalte ab…

Manchmal, ja manchmal, da fliegt einem die Zeit buchstäblich um die Ohren. Man ackert und rackert und hüpft in Tat und Wahrheit von einer Hochzeit zur nächsten und ehe man sich versieht stellt man mit Erstaunen fest, dass man sich auf seinem ach-so-heiss-geliebten Blog die letzten Wochen ganz ordentlich rar gemacht hat.

Im selben Zusammenhang stellt man dann fest (und diese Tatsache erstaunt gleich doppelt!), dass man die letzten Wochen zwar gegessen, aber tendenziell eigentlich eher selten gekocht hat. Eine Wok-Pfanne voll kunterbuntem Sommergemüse oder eine dampfende Schüssel Pasta mit Bärlauch-Pesto vom Frühjahr zählt in dem Fall natürlich nicht als „gekocht“.

Wenn einem dann auch noch dämmert, dass man seit drei Tagen nicht mehr im Dashboard seines Blogs vorbei geschaut hat, dann kommt man tatsächlich doch ein wenig ins Grübeln. Seit ich meinen Blog vor etwas mehr als zwei Jahren eröffnet habe, gab es nämlich de facto kaum einen Tag, an dem ich nicht kurz unter dessen Motorhaube geschaut hätte.

Aber was jammer‘ ich bloss: hätte ich eine gähnende Leere im Kopf, so wäre diese wohl noch viel schwieriger zu kompensieren. Aber an kulinarischen Geistesblitzen mangelt es mir keineswegs. Insofern: es kommen bessere Zeiten…

Zum Beispiel die anstehende Wildsaison oder morgen abend, quasi last-minute vor dem Abflug: Metzgete! Jedes Jahr wieder eine herrliche Schweinerei!

Vorerst aber begnüge ich mich mit einem Quickie zum Dessert. Ingwer-Limetten-Crème: einfach, schnell und unkompliziert. Aber vor allen Dingen: echt lecker! Die Crème de la crème. Und weil das Nicht-Bloggen gerade so schön ist, gönne ich mir ab morgen drei loco Wochen Urlaub im fernen Kolumbien. Just me, mein Rucksack und was immer kommen mag…

Darum: ich schalte ab. Blog und Gehirn. Bis bald!

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Rhabarber-Ingwer-Eistee

22 Mai

Pink, pinker, am pinkesten

Die Saison geht zwar gerade erst richtig los (zumindest in meiner Küche), aber die einen schimpfen schon wieder Pech und Schwefel. Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber! Ich kann ihn nicht mehr sehen! Wann ist die Saison endlich vorbei?

Viele Menschen haben ja zu Rhabarber eine eher komplizierte Beziehung und mögen, wenn überhaupt, höchstens wie er aussieht. Zu sauer, zu faserig die Konsistenz, zu pelzig auf der Zunge! Ohne literweise Vanillesauce darüber gekippt oder elegant in der Erdbeerkonfitüre versteckt, würden sie wohl selbst unter Folter keinen Löffel davon probieren.

Man sagt ja, Rhabarber sei so ein Mädchending. Die lieben ihn. Männer nicht so.

Nun, wenn es nach mir geht, so könnte ich mich ab Beginn der Saison von April bis Mitte Juni fast ausschliesslich nur vom schmackhaften Frühlingsboten ernähren.

Ich liebe ihn… in allen Variationen: egal ob süss, sauer, scharf, pikant oder irgendwo zwischendrin! Und jedes Jahr freue ich mich wie Bolle auf die Rhabarberzeit und kann es kaum erwarten bis die ersten Stängel ihre vorwitzige Nase aus der Erde strecken.

Bei einem Kumpel von mir wächst der vielseitige Frühlingsbote direkt neben dem Komposthaufen. Da ist der Weg nicht so weit. Männer mögen ja schliesslich keinen Rhabarber.

Aber… Mach. Das. Nicht! Denn als bekennender Liebhaber der saftig-roten Stangen erbarme ich mich und bin dankbarer Abnehmer und Wiederverwerter derjenigen. Wer sofort Sommer auf den Tisch will, bekommt das mit diesem vorzüglichen Rhabarber-Ingwer-Eistee. Damit kann man sich sogar das Wetter schön trinken. Mit einem Schüsschen Vodka drin erst recht… Weiterlesen

Zürisee-Sushi

16 Apr

Ein kleiner Schritt für den Thunfisch…

Kürzlich habe ich auf dem Squash Court eine hitzige Partie gegen meine Kollegin verloren. Wetteinsatz: ein Sushi-Dinner für die fischessende Pseudo-Vegetarierin. Sorry, kleiner Seitenhieb. Musste sein.

Well then. Meine Sushi-Matte, bereits leicht angestaubt, wollte sowieso unlängst mal wieder klebrigen Reis auf der Bambushaut zu spüren bekommen. Der Exportschlager aus dem fernen Japan erfreut sich hierzulande ja seit Jahren wachsender Beliebtheit. Die Zahl der Liebhaber von rohem Fisch wächst unaufhörlich. Lifestyle fängt eben beim Essen an, denn wer hip ist und etwas auf sich hält, der isst Sushi und bezahlt gerne auch mucho dinero dafür. Hashtag: Sushi essen ist très chicque.

Zusammen mit dem weltweit seit mindestens 10 Jahren anhaltenden Sushi-Boom verstärkt sich allerdings ein weiteres globales Problem mehr und mehr zur baldmöglichsten Apokalypse. Die Überfischung der Weltmeere ist auf ein Rekordhoch geklettert und wir zappeln da alle im Netz. Ein durchschnittlicher Garnelenkutter zum Beispiel wirft 80-90 % der gefangenen Meerestiere wieder über Bord – tot, wie Müll!

Paradebeispiel für das Sterben einer Spezies für die gigantische Gier nach Geld und den uneingeschränkten Konsum der Massen ist wohl der Blauflossenthun. Die beliebteste Füllung für die Reishäppchen steht kurz vor dem Aussterben. Leider, ich gebe es zu, habe ich auch ich eine grosse Schwäche für das schmackhafte, aromatische Tuna-Fleisch. Meinem reinen Gewissen zuliebe, verzichte ich allerdings mehrheitlich darauf.

Da hier im Zürichsee aber eine ganze Menge einheimischer, nicht bedrohter Fischarten vorkommen, lag die Idee für Süsswasser-Sushi quasi vor der Haustür. Warum eigentlich führen das die Sushi-Bars nicht schon längst im Repertoire?

Eine kurze Recherche im Netz verrät weshalb. Auf einschlägigen Homepages wird der Verzehr von rohem Süsswasserfisch nämlich nur beschränkt empfohlen, da diese gegenüber Meerfischen öfter mit Parasiten befallen sein könnten. Dem entgegen wirken kann man allerdings, indem die Fische für 24 Stunden bei -18 °C schockgefrostet werden, bevor sie im Anschluss in euren Mägen wieder das Schwimmen lernen.

So oder so. Hier gilt: Einkauf nur beim Fischhändler des grössten Vertrauens und je nach Verfassung mit ordentlich Grüntee, Kirin Bier oder Sake runterspülen… Itadakimasu! Weiterlesen

Rüebli-Ingwer-Joghurteis

9 Sep

Schmeckt nicht nur den Hasen

Wie eine halbe Ewigkeit fühlt sich mein letzter Blogpost an. Die mir alles abverlangende Realität des harten Arbeitsalltags hat mich nach meinem vierwöchigen Sommerurlaub in Spanien schlagartig wieder eingeholt. Meine letzten Abendessen bestanden mehrheitlich aus sinnvoller Restenverwertung (dagegen nichts einzuwenden) oder dem von schlechtem Gewissen begleiteten Gang zum Chinesen oder Dönermän des Vertrauens.

Mit grossem Entsetzen musste ich ausserdem feststellen, dass meine geliebte Eismaschine den ganzen Sommer über kümmerlich im Keller vor sich hingestaubt hat und sage und schreibe kein einziges Mal benutzt wurde. Shame on me – ich weiss, ich weiss! Dem musste natürlich sofort Rechnung getragen werden.

Und da ich bekanntlich auf ausgefallene Eiskreationen stehe, gab’s gestern bei mir Rüebli-Ingwer-Joghurteis. Ooh jaa!

Primär sorgt hier ja die Sprache für Verwirrung, denn was wir Schweizer als Rüebli bezeichnen, heisst im Hochdeutschen Karotte oder Möhre. Mit der allgemein bekannten Rübe hat das Rüebli aber wenig zu tun. Karotte und Rübe sind zwei verschiedene Gemüse -auch im Schweizerdeutschen- obschon sie einfach als Rüebli und Rübe oder Räbe unterschieden werden.

Wurzelgemüse sind beide, doch die Räbe alias Zuckerrübe wird dem Vieh verfüttert, wenn man sie nicht zur Herstellung von Zucker braucht oder als Räbeliechtli ausschnitzt, während das Rüebli für gsundi Büebli sorgt und der Aargauer Rüeblitorte seinen Geschmack verleiht. Oder eben meinem knallig orangefarbenen Eis hier, welches aufgrund der Süsse der Rüebli zwar exotisch, aber unverschämt lecker schmeckt! Am besten verwendet man junge Karotten, die haben einen höheren Zuckeranteil und geben dem Eis genau das was wir brauchen! Farbe, Süsse und viel Geschmack! Weiterlesen

Chicken Bunny Chow

25 Jul

Ein Toast auf Curry

Chicken Bunny Chow? Der Name klingt doch vielsprechend, nicht? Dass sich dahinter etwas Essbares verbirgt, ist auf den ersten Blick allerdings nicht ersichtlich. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um eine ziemlich eigenwillige, aber durchaus kreative Art von Fast Food.

Bunny Chow stammt ursprünglich aus dem südafrikanischen Durban und hat dort eine lange Tradition. Es kann gewissermassen als der Heilige Gral unter dem lokalen Streetfood bezeichnet werden und ist auch heute noch vielerorts ein beliebter Snack. Ursprünglich vegetarisch, wird es heute aber auch je nach Belieben mit Fleisch zubereitet. Salopp gesagt handelt es sich dabei um einen ausgehöhlten Laib Kastenweissbrot, welcher mit würzigem Curry gefüllt wird. Baie lekker!

Um die Geschichte und den Ursprung dahinter ranken sich viele Gerüchte und Legenden. Mit Gewissheit kann man bloss sagen, dass die Erfindung auf die auch heute noch zahlreich vertretene indische Community in Durban zurückzuführen ist. Eine Erklärung die man besonders oft hört ist die folgende:

In den 1940er Jahren während der Apartheid, war es der schwarzen Bevölkerung nicht erlaubt öffentliche Restaurants zu betreten. Damit aber auch diese Klientel bedient werden konnte, begannen die Banias (eine indische Kaste) damit, ihre Curries in ausgehöhlte Laibe Weissbrot zu füllen und durch die Fenster im Hinterhof ihrer Restaurants an die hungrigen Arbeiter zu verkaufen. Die Sauce weicht das langweilige Weissbrot auf und verwandelt es in ein saftiges, würziges und mit zartem Fleisch bestücktes transportables Masala-Gericht! Baie leckker, gleich nochmals!

Als Füllung bietet sich eigentlich jedes x-beliebige Curry eurer Wahl an, egal ob mit Kürbis, Blumenkohl oder Kartoffeln, mit würzigem Lammfleisch oder eben wie ich heute mit zarten Pouletbrustfilets. Selbstverständlich verfügt jeder Curry-Junkie über seine Lieblings-Currymischung. Und genau die verrate ich euch heute. Sozusagen eine Eigenkreation aus tausendundeiner Inspiration. Und keine Sorge: wem eines oder zwei der unzähligen Gewürze fehlt… es schmeckt trotzdem… Weiterlesen

BBQ Sauce!

18 Jul

Grillsaison: Feuer frei!

Mit dem Marinieren von Fleisch ist das ja so eine Sache. Nehmt ihr eigentlich Marinade, wenn ihr ein Kalbskotelett in der Pfanne bratet? Nein? Wieso kommt man dann eigentlich auf die Idee, Fleisch vor dem Grillieren zu marinieren?

Die Welt der Grillfreunde teilt sich in mehrere grosse Fronten auf. Die, die ohne Bedenken zu fertig mariniertem Fleisch von der Tanke greifen und die, die das Fleisch lieber selber in einer würzigen, hausgemachten Marinade einlegen. Und dann gibt es noch diejenigen, die irgendwo dazwischen stehen.

Zugegeben, diesbezüglich bin ich ein wenig zweigeteilt. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Marinaden (weitestgehend) überflüssig sind. Sie dienen oft nur dem Zweck, den mässigen Geschmack von billigem, womöglich sogar überaltertem Fleisch zu überdecken. Gut mariniert schmeckt auch ein abgelaufenes Poulet fein. Am schlimmsten sind die feuerroten Fertigmarinaden mit denen der Metzger seine Stücke bestreicht und die aus jeder Fleischart eine langweilige, meist viel zu salzige Einheitssülze machen. Genauso schlimm: mariniertes Fleisch im Vakuumbeutel von der Tanke! Finger weg davon! Solchen Kram würde ich nicht mal unter Folter einnehmen.

Bei erstklassigem Fleisch gibt es keinen Grund zur Marinade zu greifen. Hauptsache der Grill ist heiss und ein wenig neutrales Öl (zB. Sonnenblumenöl) verhindert, dass die Fleischfasern am Rost festkleben. In gar keinem Fall solltet ihr übrigens Bier über eurer Fleisch giessen. Tut das nicht! Ihr wirbelt nur die Asche auf und zerstört eine sich bildenden Fleischkruste.

Marinieren oder nicht – das ist wie bei fast allem Geschmacksache. Denn trotz der vielen Kontras, es gibt auch gute Gründe, die für das Marinieren sprechen! Das saure Milieu der Marinade hat nämlich zartmachende Wirkung und kann insbesondere bei weniger zarten Fleischstücken zu wahren Gaumenfreuden führen. Und zu guter Letzt kann die Marinade, wenn richtig eingesetzt, das Fleisch geschmacklich in eine spannende Richtung lenken, ohne dabei die Eigenaromen zu überdecken.

So geschehen, mit einem herrlich durchwachsenen Stück Schweinebauch, welches bei mir gestern auf dem Grill gelandet ist. Der Geschichte Leben eingehaucht hat dabei eine hausgemachte Barbecue Sauce erster Güte. Und um genau die geht es heute… Weiterlesen