Tag Archives: Indisch

Pizza Punjabi Masala

19 Mrz

Namast’ay and eat pizza

Ob man solch‘ eine Pizza in Indien isst? Nein, ich wage es zu bezweifeln. Und ob es nun an Frevelei grenzt, eine solche Kreation überhaupt als „Pizza“ zu bezeichnen und den Stolz einer ganzen Nation herauszufordern? Naja, lassen wir das, denn damit rüttle ich definitiv an einer heiligen Kuh. Bei meiner aus Bella Italia stammenden besseren Hälfte musste ich jedenfalls ausgiebig argumentieren, damit ich dieses Rezept so bezeichnend hier aufschalten durfte. Für mich heisst das, mit den Augen zwinkern und in verschwörerischem Ton verkünden: „Man kann eine Pizza mit allem belegen.“

Tatsache aber ist: das Resultat dieses kulinarischen Seiltanzes hier, sind grossartig schmeckende Fladen! Die Idee dazu ist mir tatsächlich in Indien gekommen, als ich an Chennais Marina Beach bei einem Schälchen Kichererbsen-chaat über neue Rezeptkreationen nachgedacht habe. Basis bilden tropfenförmig ausgewallte Naan-Brote (nicht zu knapp mit Ghee aufgemotzt), welche mit würzigem moong dal aus Mungobohnen bestrichen werden. Getoppt wird die Geschichte mit grob gehacktem Paneer-Käse, Spinat, Koriander, Zwiebeln, Knoblauch und natürlich Chili.

Und selbst wenn halb Indien und Italien fraglos den Kopf schüttelt, sie schmeckt im Fall richtig, richtig gut…

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Chicken Bunny Chow

25 Jul

Ein Toast auf Curry

Chicken Bunny Chow? Der Name klingt doch vielsprechend, nicht? Dass sich dahinter etwas Essbares verbirgt, ist auf den ersten Blick allerdings nicht ersichtlich. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um eine ziemlich eigenwillige, aber durchaus kreative Art von Fast Food.

Bunny Chow stammt ursprünglich aus dem südafrikanischen Durban und hat dort eine lange Tradition. Es kann gewissermassen als der Heilige Gral unter dem lokalen Streetfood bezeichnet werden und ist auch heute noch vielerorts ein beliebter Snack. Ursprünglich vegetarisch, wird es heute aber auch je nach Belieben mit Fleisch zubereitet. Salopp gesagt handelt es sich dabei um einen ausgehöhlten Laib Kastenweissbrot, welcher mit würzigem Curry gefüllt wird. Baie lekker!

Um die Geschichte und den Ursprung dahinter ranken sich viele Gerüchte und Legenden. Mit Gewissheit kann man bloss sagen, dass die Erfindung auf die auch heute noch zahlreich vertretene indische Community in Durban zurückzuführen ist. Eine Erklärung die man besonders oft hört ist die folgende:

In den 1940er Jahren während der Apartheid, war es der schwarzen Bevölkerung nicht erlaubt öffentliche Restaurants zu betreten. Damit aber auch diese Klientel bedient werden konnte, begannen die Banias (eine indische Kaste) damit, ihre Curries in ausgehöhlte Laibe Weissbrot zu füllen und durch die Fenster im Hinterhof ihrer Restaurants an die hungrigen Arbeiter zu verkaufen. Die Sauce weicht das langweilige Weissbrot auf und verwandelt es in ein saftiges, würziges und mit zartem Fleisch bestücktes transportables Masala-Gericht! Baie leckker, gleich nochmals!

Als Füllung bietet sich eigentlich jedes x-beliebige Curry eurer Wahl an, egal ob mit Kürbis, Blumenkohl oder Kartoffeln, mit würzigem Lammfleisch oder eben wie ich heute mit zarten Pouletbrustfilets. Selbstverständlich verfügt jeder Curry-Junkie über seine Lieblings-Currymischung. Und genau die verrate ich euch heute. Sozusagen eine Eigenkreation aus tausendundeiner Inspiration. Und keine Sorge: wem eines oder zwei der unzähligen Gewürze fehlt… es schmeckt trotzdem… Weiterlesen

Südindisches Omelettcurry

3 Apr

Osterbrunch auf indisch

Unlängst vor dem Besuch des Hoppelhasens wollte ich ja eigentlich noch so einiges auf meiner nach unten offenen Nachkoch-Liste erledigen und anschliessend verbloggen. Souverän angeführt wurde diese von Oschterchüechli. In einer luftig-zarten Mürbeteighülle liegt diese herrlich feine Füllung aus Quark, Reis und Rosinen – obwohl, letztere sind Geschmackssache. Fakt ist: keiner macht sie so gut wie meine Oma. Aber was schwelge ich in Träumen. Fakt Nummer zwei: wie so oft, kam es anders und ich war mal wieder zu faul zeitlich etwas knapp gebunden. Meine Motivation am letzten Wochenende das Backrohr einzuheizen hielt sich dann leider doch in Grenzen.

Die letzten Tage in der Sonnenstube der Schweiz verbracht, habe ich zwar einen beeindruckenden Haufen Eier und Schokohasen gekillt, war aber blogotechnisch eher zurückhaltend unterwegs. Nicht dass ich nichts gekocht hätte, im Gegenteil! Selten so gut und viel gegessen. Sogar die Grillsaison habe ich offiziell eingeläutet und vom ganzen Schweinsfilet in Kräuter-Senfkruste bis hin zum eigenhändig ausgenommenen Wolfsbarsch den glühenden Eisenrost mit lukullischen Genüssen aller Art verwöhnt. Nur fotografiert habe ich rein gar nichts davon. Ganz bewusst. War ja schliesslich mein blogfreies Wochenende.

Nun denn. Wieder daheim gab’s dafür mal wieder einen ordentlichen Brunch. India Style. Omelettcurry – der Grundstein eines jeden nahrhaften Frühstücks. Ein Glück, das noch schneller den Tellergrund sieht, als dass es Namen und Dinge gibt, nach denen man jede Fuhre dieser sonntagmorgenlichen Leckerei hätte benennen können. Okay, zugegeben, schaut optisch eher bescheiden aus, ich weiss. Aber am Tag nach der Nacht davor hilft einem dieses Frühstück als treuer Freund stets gut über allfällige Nachwehen hinweg.

Aber zurück zu Ostern – eigentlich ja eine mühsame Zeit… Eier, Eier, überall nur Eier. Und das genau dann, wo eigentlich gar nicht so viele Eier auf dem Markt wären. Trotzdem – ich lege grossen Wert auf den Verzicht von Importeiern. Wer’s also smart macht, der verwendet Bio-Freilandeier mit Schweizer Pass. Die bilden zumindest ansatzweise die auf dem Eierkarton abgebildete Idylle nach.

Glückliche Hühner nennt man dies ja bekanntlich. Sie können sich frei bewegen und auf dem Mist nach Würmern picken. Sie werden täglich schwanger, pressen ein Ei aus ihrem Körper, welches ihr Baby enthält, und legen es in ein Nest. Und nach dem ersten Spaziergang über den Hof stellen sie fest, dass das Ei geklaut wurde. Jaja… ihr glücklichen Hühner ihr. Weiterlesen

Maharaja’s Diner

18 Dez

Indische Tafelrunde

Wer hat gerne Kardamom? Wer hat gerne Linsen? Wer hat gerne Blumenkohl? Wunderbar, hier lang. Heute gibt es indisch. Die Ritter der indischen Tafelrunde. Das sind meine 12 Kumpels, deren bessere Hälften, sechs Stunden Höchstleistung in der Küche und ein Gewürz-Arsenal bei dem jeder Inder neidisch staunen würde. Unsere Küche glich in einigen Phasen zwar einem Schlachtfeld, aber roch dafür permanent wie im Taj Mahal himself.

Und das wollten wir doch! Wollten wir das nicht?

Indische Gerichte erscheinen ja immer total kompliziert und beim Lesen der Zutatenliste verstehe ich den einen oder anderen, dem die Lust aufs Nachkochen auch gleich wieder vergeht. Nun ja, ein paar mehr Gewürze im Schrank als nur Salz und Pfeffer benötigt ihr definitiv, aber daran soll es nicht scheitern.
Meine Geheimwaffe: ordentlich Bockshornklee dazu.

Grundsätzlich gilt: Beziehungen muss man haben. Besonders dann, wenns um Essen geht! Mittlerweile wissen all meine Freunde und Verwandten Bescheid darüber, was sie mir jeweils aus dem Urlaub mitbringen dürfen müssen! Natürlich! Stichwort Gewürze! Am liebsten ganz, rein, unverfälscht und in Topqualität! Jaja, der Herr hat Ansprüche. Glücklicherweise ist irgendwer immer auf Reisen unterwegs und denkt an mich. Für Nachschub ist also gesorgt! Mein grösster Traum wäre ja ein begehbarer Gewürzschrank. Aber da darf ich wohl noch etwas weiter träumen…

Zurück zum indischen Bankett: die hungrige Meute bekocht haben wir zu dritt. Chef de Cuisine, Sous Chef und Küchenjunge. Und was am Ende des Tages unsere Küche verlassen hat, machte den Eindruck als hätte eine halbe Küchenbrigade 24 Stunden hinter den Töpfen gestanden. Ein intensiv-würziger Duft erfüllt das ganze Haus und betäubt sämtliche Sinne. Gross war die Versuchung sich gleich in der Küche eine Serviette umzubinden und die Pfannen Löffel für Löffel wegzuputzen.

Es gab:

  • Lammgigot mit Kardamom
  • Rotes Hühnercurry
  • Aloo Gobi (Blumenkohlcurry)
  • Palak paneer (Spinat mit indischem Käse)
  • Masoor dal (Rotes Linsencurry)
  • Kohl mit Senfkörnern
  • gebratener Reis mit Tamarinde
  • Naan-Brot, Chapatis und Pappadams
  • Gurken-, Tomaten- und Kokosraita

Dazu eine 5-Liter-Flasche spanischen Rotwein (genau, die Inder sind ja bekanntermassen kein Volk der Winzer). Und ja, wir haben viel gegessen. Und noch mehr getrunken. Entstanden ist daraus ein Mammut-Post für meinen Blog. Der wohl mit Abstand längste bisher… Ich wünsche fröhliches Nachkochen…

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Iced Chai Latte

3 Okt

Abwarten und Tee trinken…

Vorsicht, ihr seit im Begriff eine gänzlich unsachliche Stellungnahme zu einem Getränk zu lesen, denn geschrieben hat es ein Begeisterter!

Nicht nur die esoterischen Tanten, Indien-Fans, Teefreunde und Möchtegern-Hippies unter euch sind mittlerweile dem Kultgetränk Chai verfallen, dessen Beliebtheit um den halben Globus zunehmends steigt. Nein, auch ich und mit mir viele weitere anspruchsvoller Trinker sind überzeugte Süchtige und geniessen den wundervollen Würztee auch gerne in den eigenen vier Wänden. Obwohl dies eigentlich gar nicht mehr nötig wäre – mit dem weltweiten Boom von masala chai (Gewürztee) sind mittlerweile auch viele Lebensmittelkonzerne und Fast-Food-Riesen, von Starbucks über Nestlé und McDonald’s bis hin zum guten alten Detailhändler des Vertrauens, auf die Erfolgsschiene aufgesprungen. Auch als Fertigpulver zum selber anrühren gibt’s die Mischung fast überall zu kaufen. Unbestreitbar – Chai Latte ist im Moment das absolute Trendgetränk!

Eine heisse Tasse Chai tut gut, egal ob im indischen Monsun oder an einem bitterkalten Wintertag hier in der Schweiz.  Chai bedeutet übrigens übersetzt schlicht und einfach „Tee“, während das Wort Latte aus dem italienischen stammt und „Milch“ bedeutet. Tee mit Milch also, ganz einfach und knapp zusammengefasst – was natürlich Spielraum für unzählige Geschmackskombinationen bietet – besonders im Hinblick auf die verwendeten Gewürze.

Eine in Indien besonders wichtige Gewissensfrage lautet stets:
Bist du Kaffee- oder Teetrinker?
Wer zaghaft mit „Ich mag eigentlich beides“ antwortet, hat nichts verstanden. Besonders in Indien ist Tee ein integraler Bestandteil der Kultur und Lebensweise der Menschen. Die Zubereitungen und die Zutaten für gewürzten indischen Tee unterscheiden sich je nach Familie, Herkunft und Kulturkreis. Allen gemeinsam ist die schnelle und einfache Zubereitung. Und spätestens seit letztem Sommer, weiss ich auch, dass Chai nicht nur heiss, sondern gerne auch eisgekühlt serviert ein absoluter Hochgenuss ist. Weiterlesen