Tag Archives: Grill

Secreto Ibérico

2 Feb

Das beste Schwein der Welt?

Gourmets und Kenner schätzen das Fleisch und insbesondere auch den weltberühmten Pata-Negra-Schinken des spanischen Cerdo Ibérico, jenem Rassentier, das halbwild in den Dehesas genannten Eichelhainen im spanischen Süden lebt, seit vielen Jahren. Das leckerste Geheimnis aber nennt sich Secreto und ist wohl einer der genialsten Cuts, die man vom spanischen Söili erstehen kann.

Secreto, das geheime Filet: der Name ist Programm! Es handelt sich dabei um einen flachen, fächerförmigen Muskel, versteckt irgendwo zwischen Rücken und Lendenspeck. Mit einer Fettmarmorierung jenseits von Gut und Böse ist er rein optisch bestimmt nicht gerade ein Hingucker. Aber wie wir schon als Kind gelernt haben: Fett = Geschmack(ssache) = glückliche Esser. Das Resultat ist ein Schwein, wie man es noch nie zuvor gegessen hat. Das Fleisch schmilzt quasi am Gaumen und hinterlässt ein intensives, göttliches Aroma nach Butter und Nüssen. So stelle ich mir flüssige Butter mit Fleischgeschmack vor.

Auf die Frage nach Secreto vom Iberischen Schwein werdet ihr vom Metzger eures Vertrauens wohl zunächst bloss ungläubige Blicke ernten. Da die Schweine hierzulande anders zerteilt werden, fällt das Secreto meist dem Messer des Schlachters zum Opfer. Vielleicht auch besser so, weil wir hier mal wieder eines dieser Stücke Fleisch haben, die der Metzger ansonsten wohl am liebsten heimlich alleine essen würde. Es lohnt sich aber, wenn ihr ihm ein wenig auf den Pelz rückt und ihn ordentlich piesakt. Und wer in oder um Zürich lebt und nett fragt, der erhält vielleicht von mir einen brandheissen Tipp 😉

Die Zubereitung ist dann denkbar einfach. Wahlweise in etwas Olivenöl, Limettensaft und Honig mariniert wandert das Stück bei herrischen Temperaturen für 2 Minuten je Seite auf den Grill. Wichtig dabei: das Fleisch soll medium, ja wenn nicht medium-rare gebraten werden. Für Schwein eher untypisch, aber hier ein klares Must. Dann nur noch Pfeffer und eine gute Prise Flor de Sal darübergestreut und fertig ist das vermeintlich sauleckerste Schwein der Welt.

Beilage? Nöö.

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Kalbsrack von der Salzplanke

6 Jul

Brillieren beim Grillieren

Schon einmal hatte ich ja über meinen verschwenderischen Hang zum Kauf neuer mal mehr, mal weniger nützlicher Küchengerätschaften berichtet. Je nach Polsterung meines Portemonnaies schaffe ich mir regelmässig immer mal wieder neue Gadgets an, welche mir den Alltag hinter den Töpfen versüssen. Die Tatsache, dass meine Küche dafür auch noch ordentlich Stauraum bietet, tut dem natürlich in keinster Weise Abbruch.

Mittlerweile schaut es hinter den Schränken und Türchen in meiner Küche so aus, als ob ich demnächst vor hätte eine selbstgebaute Rakete zum Mond zu schiessen. Und trotzdem: für ein, zwei Dinge hat’s noch Platz!

Die Gedanken sind jedesmal die selben: Ob ich das wohl brauche? Wohl kaum. Ob es geil wäre, das Teil in meiner Küche stehen zu haben? Und ob!

So ergangen auch mit meiner kürzlich erworbenen Salzplanke. Beschreiben könnte man diese am besten als geschmacksspendenden Pizzastein, auf dem sich das Grillgut genau die Menge Salz nimmt, welche es für eine schmackhafte Kruste benötigt. Die Salzplanke stammt aus dem Salzgebirge zwischen Indus und dem Himalaya im heutigen Pakistan. Sie besteht aus reinem Steinsalz, das mit über 500 Millionen Jahren doppelt so alt ist, wie die ältesten europäischen Salzvorkommen.

Beim Grillen ist die Anwendung so einfach, wie schmackhaft. Die Planke wird einfach auf den Grill gelegt und langsam erhitzt. Das Grillgut kann im Anschluss direkt auf der heissen Salzplanke gegart werden. Indirekt, schonend und unter den neugierigen Augen der restlichen Anwesenden ordentlich Style-Punkte sammelnd.

Fisch und Meereskrustengetier eignet sich natürlich perfekt. Mich aber gelüstete es nach einem schönen Stück Fleisch.

Kürzlich beim Metzger des Vertrauens mal wieder neugierig die Auslage studiert, ist mein gieriges Auge an diesem Prachtexemplar von Kalbsrack hängen geblieben. Armlang und wohl geschätzte 10 kg schwer präsentierte sich dieser schönste aller Rücken gemütlich hinter der Vitrine. Als wäre es die normalste Sache der Welt. Mein Blick klebte förmlich an der Glasscheibe. Wie gerne hätte ich mir gleich den ganzen Rücken unter die Arme geklemmt.

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Picanha brasileira

12 Jun

Grillieren, wie die Weltmeister

Mal wieder ist es so weit: die halbe Welt erliegt dem Fussballfieber!

Heute ist offizieller WM-Auftakt in Brasilien und während den nächsten vier Wochen darf man(n) ohne schlechtes Gewissen quasi pausenlos Fussball gucken und kühlen Gerstensaft schlürfen. Mittendrin statt nur dabei lautet das Motto. Für viele Kerle so etwas wie das Startzeichen zum Vollgas geben.

Das Thema ist quasi allgegenwärtig und die schiere Penetranz, mit der uns die diesjährige Weltmeisterschaft in fast allen Bereichen des täglichen Lebens unter die Nase gerieben wird, ist fast schon erschreckend. Dass im Ruhme des runden Leders und zu Gunsten der eigens für dieses Spektakel errichteten Stadien im Vorfeld einiges schief lief, bleibt leider meist auf der Strecke. Da wurden Bäume abgeholzt, Dörfer platt gewälzt, Menschen vertrieben und Milliarden in den Wind geschossen, während die eigene Bevölkerung aussen vor bleibt.

Meine Vorstellung von dem Anlass? Offen sein, mitspielen.

Ich bin zugegebenermassen kein grosser Fussballfreund, obschon auch ich mir das eine oder andere Spiel anschauen und beim Trinken fleissig mithelfen werde. Dem König Fussball huldige ich indes auf eine etwas andere Art. Für mich heisst das zeitgleich: Grillsaison, Feuer frei! Rauch steigt auf, Schweissperlen auf der Stirn, kühles Bier stillt die trockenen Kehlen. Es liegt der Duft von Abenteuer in der Luft.

Und kein Brasilien-Urlaub ist vollkommen, wenn man nicht mindestens einmal in einer der unzähligen Churrascarias an einem ordentlichen Grillspektakel teilgenommen hat. Ein ziemlich brachiales Vergnügen, bei welchem das Raubtier in euch kaum zu kurz kommen dürfte! Der wohl absolute Höhepunkt eines solchen Churrascos markiert die Picanha, ein Schmetterlingssteak vom Rind, geschnitten aus dem Tafelspitz oder Hüftdeckel des Tiers. Entgegen der Wiener Art wird das Stück jedoch nicht gekocht, sondern eben grilliert. Der grosse Brocken Fleisch begnügt sich mit etwas Meersalz, sonst nichts, und zeichnet sich durch seinen exzellenten Geschmack und bei korrekter Zubereitung rekordverdächtiger Butterzartheit aus.

UND: da ist Fett dran, und zwar eine ordentlich satte Schicht! Das muss so sein, auch wenn die eigene Schwarte dafür um ein paar Zentimeter weiter wachsen wird. Die ausgeprägte Fettauflage sorgt nämlich dafür, dass das Fleisch auf dem Grill nicht austrocknet und transportiert zudem ordentlich Geschmack.

Gerade diese Fettschicht fällt hierzulande allerdings meist schon während dem Schlachtprozess dem Messer zum Opfer. Daher ist es nicht ganz einfach das perfekte Fleischstück für die Zubereitung einer anständigen Picanha zu finden. Wenn ihr allerdings eurem Metzger des Vertrauens ein wenig auf die Pelle rückt und ihn ordentlich piesakt, dann lässt sich bestimmt was arrangieren. Weiterlesen

Bruschetta mit Grillpfirsich und Ziegenkäse

6 Jun

Was Einkaufswagen über uns verraten…

Hand aufs Herz! Spioniert ihr beim Einkauf im Supermarkt nicht auch des Öfteren in die Wägen anderer Leute? Ganz ehrlich: ich tu es ständig! Ein schlechtes Gewissen habe ich dabei nicht. Nur krümmen sich mir manchmal buchstäblich die Nackenhaare, wenn ich mir reinziehe, was so mancher Durchschnittskonsument für seinen Privathaushalt als ausgewogene Ernährung erachtet.

Konkurrenzanalyse: da finden sich allerlei Snacks, Süssigkeiten, Früchte und Crèmen aus der Dose, Puddings und Saucen aus der Tüte, Streuwürze, Fertiggerichte. Konkret: Produkte bei denen die Frage nach der Daseinsberechtigung teilweise durchaus erlaubt ist. Irgendwie extrem gut, irgendwie extrem ungesund. Kleider machen Leute. Essen macht Figur. Am liebsten würde ich den armen Opfern des Foodmarketings dann jeweils auf die Schulter klopfen und sie freundlich fragen, was sie denn da gedenken ihrem Körper anzutun.

Zu meiner Erheiterung mache ich mir daraus auch hin und wieder mal ein Spiel. Da findet sich ein alleinstehender Shopping Cart irgendwo in den Gängen? Reingeschaut und anhand der darin vorgefundenen Fressalien geraten, wie die Person, der dieser Wagen gehört, wohl ausschauen könnte. Von 100%-iger Trefferquote bis hin zu bösester Überraschung kam alles schon vor! Und plötzlich ist man unheimlich stolz, dass man Radieschen, Quark und mageres Pouletfleisch vor sich herschiebt.

Was würden die Leute wohl denken, wenn sie in euren Wagen schielen?

Okay, okay, wir müssen das Ding auch beim Namen nennen! Auch in mir lebt ein kleiner Fettjunkie! Dann glotze ich verdutzt in Jemandes Wägelchen und stelle erstaunt fest: Was? Mehr brauchst du nicht? Keine Chips für Sonntagabend vor der Glotze? Magst du denn nicht die neuen ach-so-tollen Knusperkekse probieren, welche die nette Dame weiter vorne mit freundlichem Lächeln zur Gratisverkostung abgegeben hat?

Beim Blick in andere Wagen entdecke ich aber auch immer wieder mal neue Produkte oder erinnere mich daran, was ich ja selber noch besorgen wollte. Und nur all zu oft lasse ich mich auch von den Einkäufen anderer Leute inspirieren. So auch geschehen bei diesem Rezept hier. Da lagen Pfirsiche und Ziegenkäse und haben mich verschmitzt aus einem fremden Einkaufskorb angelächelt. Ein ofenfrisches Baguette oben auf. Kopfkino ab: Action! Weiterlesen

BBQ Sauce!

18 Jul

Grillsaison: Feuer frei!

Mit dem Marinieren von Fleisch ist das ja so eine Sache. Nehmt ihr eigentlich Marinade, wenn ihr ein Kalbskotelett in der Pfanne bratet? Nein? Wieso kommt man dann eigentlich auf die Idee, Fleisch vor dem Grillieren zu marinieren?

Die Welt der Grillfreunde teilt sich in mehrere grosse Fronten auf. Die, die ohne Bedenken zu fertig mariniertem Fleisch von der Tanke greifen und die, die das Fleisch lieber selber in einer würzigen, hausgemachten Marinade einlegen. Und dann gibt es noch diejenigen, die irgendwo dazwischen stehen.

Zugegeben, diesbezüglich bin ich ein wenig zweigeteilt. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Marinaden (weitestgehend) überflüssig sind. Sie dienen oft nur dem Zweck, den mässigen Geschmack von billigem, womöglich sogar überaltertem Fleisch zu überdecken. Gut mariniert schmeckt auch ein abgelaufenes Poulet fein. Am schlimmsten sind die feuerroten Fertigmarinaden mit denen der Metzger seine Stücke bestreicht und die aus jeder Fleischart eine langweilige, meist viel zu salzige Einheitssülze machen. Genauso schlimm: mariniertes Fleisch im Vakuumbeutel von der Tanke! Finger weg davon! Solchen Kram würde ich nicht mal unter Folter einnehmen.

Bei erstklassigem Fleisch gibt es keinen Grund zur Marinade zu greifen. Hauptsache der Grill ist heiss und ein wenig neutrales Öl (zB. Sonnenblumenöl) verhindert, dass die Fleischfasern am Rost festkleben. In gar keinem Fall solltet ihr übrigens Bier über eurer Fleisch giessen. Tut das nicht! Ihr wirbelt nur die Asche auf und zerstört eine sich bildenden Fleischkruste.

Marinieren oder nicht – das ist wie bei fast allem Geschmacksache. Denn trotz der vielen Kontras, es gibt auch gute Gründe, die für das Marinieren sprechen! Das saure Milieu der Marinade hat nämlich zartmachende Wirkung und kann insbesondere bei weniger zarten Fleischstücken zu wahren Gaumenfreuden führen. Und zu guter Letzt kann die Marinade, wenn richtig eingesetzt, das Fleisch geschmacklich in eine spannende Richtung lenken, ohne dabei die Eigenaromen zu überdecken.

So geschehen, mit einem herrlich durchwachsenen Stück Schweinebauch, welches bei mir gestern auf dem Grill gelandet ist. Der Geschichte Leben eingehaucht hat dabei eine hausgemachte Barbecue Sauce erster Güte. Und um genau die geht es heute… Weiterlesen

Fast-schon-Sommer-Salat

3 Jul

mit Lamm, Kefen und Melone

Ääähm…Kennt ihr das auch? Manchmal sitze ich brütend vor dem PC und zerbreche mir eine gefühlte Ewigkeit lang den Kopf darüber, was ich zu diesem und jenem Rezept für eine Einleitung zusammentexten könnte.

Na, dann sprechen wir doch darüber, worüber die Menschen immer sprechen, wenn sie sich nichts zu sagen haben: das Wetter! Obwohl, eigentlich bin ich es echt satt, über das Miesewetter draussen zu klagen.
Frühling, Arschloch, Herbst und Winter. Es ist echt zum auswandern. Nach sechs Monaten Winter sagt nun auch der Sommer „April, April!“.

Gestern aber, da war der liebe Petrus mal wieder wohlgesinnt. Sonne, blauer Himmel, Feierabend. Und was macht der noch jung gebliebene Mensch an solch einem schönen Sommerabend? Genau! Er grilliert! Eingelullt vom Duft der in Olivenöl brutzelnder Knoblauchzehen und Rosmarinnadeln fällt es einem ohnehin leichter, sich im provenzalischen Süden zu wähnen.

Man muss nun wahrlich keine Kristallkugel konsultieren, um zu erahnen, dass ich Grillieren über alles liebe. Allerdings: bei derartigen Temperaturen gönne auch ich mir zwischendurch gerne mal was Leichtes. Wie zum Beispiel diesen bunten, orientalisch angehauchten Sommersalat mit würzigem Lamm, knackigen Kefen und süsser Melone. Oder eben Fast-schon-Sommer-Salat.

Die Spargelsaison ist ja leider schon vorbei. Schnief. Immer ein trauriger Abschied, findet ihr nicht auch? Dafür trumpfen momentan die Kefen gross auf. Knackige Süsse, leuchtend grüne Farbe, elegante Form und das schönste: man isst alles – also Schote und Erbsen! Wohl deshalb heisst die kleine Grüne bei den Franzosen auch mange-tout. Die netten Nachbarn aus dem grossen Kanton im Norden bezeichnen sie als Zuckerschote. Auch sehr hübsch.

Das Rezept ist denkbar einfach. Man nehme feldfrisches Gemüse, pflücke den grössten und schönsten Salat, schneide alles in kleine Stücke und füge ein selbstgemachtes Salatdressing hinzu. Nun vermische man alle Zutaten richtig gut (das A und O für den Geschmack) und fertig! Und wenn man dazu noch kleine, gegrillte Stückchen Fleisch oder Fisch beifügen möchte, ist dies ein schöner Weg, dem Salat noch mehr Pfiff zu verleihen. Voilà! Weiterlesen