Tag Archives: Eis

Fior di Latte di Bufala

13 Dez

Gestatten: Gaumenporno

Stell dir vor, du wachst eines Tages auf und anstelle deines gewohnten Körpers findest du dich in der Form einer Geschmacksknospe wieder. Du bist rund, etwas ausgefranst, aber doch sehr kompakt und deine Haut ist übersät mit feinsten Rezeptoren…

Das erste, was dich frontal trifft und dich völlig aus den Socken haut, ist der brummende, nussige und etwas aufdringlich erotische Geruch von Kaffee, der dir Hühnerhaut auf deinem Knospenkörper zaubert.

Und dann geht eine völlig abgefahrene Achterbahnfahrt los: du stehst auf einem Sprungbrett vor einem riesigen Bassin voller Fior-di-Latte-Eiskrem und ehe du dich versiehst, tauchst du unter Jubelgeschrei und farbigen Bläschen durch die prickelnd sinnliche Masse und landest mit einem lauten „Krack“ auf einem Stück Karamellkrokant, den du gleich gierig zerkrümelst und dich in ihm wendest und drehst. Darauf folgen verschiedene kleine Schocks unglaublicher Kombinationen von säuerlich-cremig, erfrischend-kühl, honig-krokantig, buttrig-nussig und milchig-rahmig… So muss es sich im Schlaraffenland anfühlen. So fühlt sich dieses Eis hier an!

Oder wie sagte schon Oscar Wilde so schön: „Ich kann allem wiederstehen, ausser der Versuchung.“

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Green Apple Wasabi Sorbet

3 Nov

Kalter Schweiss

Es ist 23.40 Uhr und leicht gedankenverloren sitze ich am Laptop und schreibe diesen Artikel. Eigentlich nichts Besonders. In meinem Fall aber irgendwie schon, schreibe ich doch seit zwei Monaten zur Abwechslung mal wieder einen Blogpost vom heimischen Wohnzimmertisch aus. Und auch nach über einer Woche daheim scheint mein Hirn vom Jetlag (oder den unzähligen, zum grössten Teil noch kaum verarbeiteten Eindrücken) immer noch ordentlich aufgeweicht und unsortiert. Der fiebertraumartige Kulturschock zu Hause kommt unerwarteter, als der im Ausland und langsam dämmert es einem, dass der Zustand des Dauergastes im kulinarischen Abenteuer definitiv zu Ende geht. Da prallen zwei Welten aufeinander.

Zwischen heute und Anfang September liegen acht Wochen lukullischer Entdeckungsreise durch’s für mich nun nicht mehr ganz so ferne Asien. Auf der Suche nach den Köstlichkeiten dieses faszinierenden Kontinents bin ich, stets mit Hunger für zehn, durch insgesamt sechs Länder geglobetrottelt, während gefühlte 20 kg Reis & Co. in meinem Schlund verschwunden sind.

Genau so voll wie mein Kopf an Eindrücken, ist meine Kamera mit über 4500 Fotos und mein Moleskin-Büchlein mit Rezepten, Ideen und kulinarischen Anregungen, welche ich während der letzten Woche gesammelt habe. Die Frage ist bloss, wohin mit meinen ganzen Erfahrungen? Die Antwort: auf den Teller natürlich, wohin sonst? Weiterlesen

Baked Alaska

24 Jun

The very-third Blog-Geburtstag

Törööö! Und dann waren es plötzlich 3! Drei ganze Jahre koche, fotografiere und verblogge ich hier auf myfoodprints mittlerweile schon das, was tagtäglich meine Küche verlässt und auf meinem Teller landet. Ich habe mir mit diesem Blog, glaube ich, den Ruf erarbeitet, ein Verfechter oft eher ungewöhnlicher, nicht ganz alltäglicher Rezepte zu sein. Mit dieser Tradition wird im neuen virtuellen Lebensjahr natürlich auch heute nicht gebrochen.

Was im Sommer 2012 als spontanes Projekt aus dem Nichts im ecuadorianischen Dschungel entstand (no kidding!), wächst unaufhörlich weiter. Mittlerweile hat das Baby laufen gelernt und darf heute bereits die dritte Kerze ausblasen. Dabei hat dieser Blog auch mein eigenes Leben ein klein wenig verändert und ich kann ihn aus meinem Alltag eigentlich kaum mehr wegdenken. Und auch in Jahr 3 frage ich mich immer noch, ob es denn nun „der“ oder „das“ Blog heisst… 😉

Rückblickend darf ich sagen, dass dieser Blog hier ein Stück weit auch ein Spiegel meiner eigenen Entwicklung der letzten drei Jahre ist. Und ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre weiter machen kann. Solange es einige Menschen gibt, die sich interessieren und die den einen oder anderen Tipp mitnehmen können, mit mir diskutieren und mich auf meiner kulinarischen Reise begleiten, bin ich glücklich und zufrieden. Und wenn man Durchhaltevermögen hat, dann lohnt es sich auch. Es gibt viel Anerkennung und hin und wieder sogar so etwas wie „Ruhm und Ehre“, aber leider – oder viel mehr „zum Glück“ – kein Geld. Unter finanziellen Aspekten würde nämlich, zumindest bei mir, vermutlich auch die Authentizität des Blogs leiden.

Denn der schönste Lohn am Bloggerdasein ist ohnehin, und das kann ich kaum genug wiederholen: über diesen Blog habe ich eine Vielzahl von Menschen kennen und schätzen gelernt. Da sind Leser und Mitblogger irgendwo da draussen im weltweiten Web, die hat man noch nie im Leben gesehen oder gehört… Und trotzdem hat man das Gefühl, man kennt sich irgendwie und sie sind einem ans Herz gewachsen! Ohne eure Unterstützung, euer Feedback und eure Tipps wäre myfoodprints nicht das, was es heute ist!

Auf Schweizerdeutsch sagt man: danke tuuuuusig mol! Weiterlesen

Gin Tonic Sorbetto

24 Apr

Getting drunk on ice cream

Ausprobieren! Unbedingt! Mehr kann ich dazu eigentlich kaum sagen.
Wer Gin & Tonic mag, wird diese Ice Cream hier lieben. Wenn ich könnte, würde ich meine Hände damit waschen! Und wer daheim schon mal selber Sorbet gemacht hat, der weiss wie idiotensicher dies funktioniert. Die Zutatenliste ist relativ kurz und das Resultat ein herrlich erfrischendes, kühlendes Sorbetto.

Lust oder Frust? Chips, Coca Cola, Schokolade, Burger… die Seelentröster nach einer schmerzhaften Trennung, bei Liebeskummer oder sonstigen Hängern im Leben sind ja ziemlich mannigfaltig. Hauptsache tröstendes Fett und Zucker. Oder Alkohol. Oder beides. Die schnellste, einfachste und wohl auch leckerste Form der Ersatzbefriedigung ist aber definitiv Eis. Es schmeckt, macht glücklich, ist überall verfügbar, ist ehrlich und betrügt nicht, es ist formbar und man kann auswählen, welches und wie viel man möchte. Kein Partner der Welt kann das ersetzen…

Und um die FAQ’s auch gleich abzuhandeln: nein, ich habe keine Trennung hinter mir 😉 Um ehrlich zu sein: ich esse einfach verdammt gerne Eis!

2014 war ja bekanntlich das Jahr des Gins. Der gute alte Wacholder-Brand ist momentan wieder voll angesagt und wird mittlerweile ins Szenie-Bars landauf landab zelebriert. Wer hip sein will, trinkt in der Bar einen Gin Tonic. Wer noch hipper sein will, verlangt als Garnitur Gurke und Pfeffer. Aber sind wir mal ehrlich: noch mehr Gin-Auswahl wird allerdings langsam unerträglich! Wer wirklich etwas auf sich hält, der nimmt quasi den fertigen Cocktail und friert ihn zu Eis. Und Schnaps im Essen kommt eh immer gut!

Im Falle von Ice Cream kann insbesondere Spongebob Schwammkopf davon buchstäblich ein Lied singen. Und ja, das mit dem Coming-Out hätte sich dann wohl auch erledigt. Denn so schwachsinnig es auch klingt: ich bin tatsächlich ein grosser Fan des burgerbratenden, gelben Schwamms 😉 Weiterlesen

Avocado-Erdbeer-Eis

20 Jun

Happy Blogpurzeltag 2.0

Papaaaam!! Virtueller Geburtstag zum Zweiten! Man glaubt es kaum…

Wir blicken zurück: vor zwei Jahren ins Leben gerufen und im letzten Juni das zarte Einjährige gefeiert, darf mein Blog heute bereits die zweite Kerze ausblasen. In den letzten zwei Jahren habe ich mein Baby väterlich gehegt und gepflegt und mit insgesamt 108 Beiträgen gefüttert. So hat es mittlerweile laufen gelernt und hält mich auch weiterhin ziemlich auf Trab.

Was war und was soll noch kommen?

Nun, zwei Jahre klingen so lang, aber eigentlich fühlt es sich noch viel länger an! Reich geworden bin ich damit immer noch nicht, aber das Ding ist mir mittlerweile ziemlich ans Herz gewachsen und ist aus meinem Leben eigentlich kaum mehr wegzudenken. Die Leute sind zwar immer noch irritiert, wenn ich mein Essen fotografiere und den Teller gefühlte hundert Mal aus allen erdenklichen Perspektiven knipse, aber hey!, was gibt es Schöneres, als seine Food-Begeisterung und Leidenschaft für Küchenexperimente mit Gleichgesinnten zu teilen?

Und an der Stelle kommt ihr ins Spiel! Ihr, die ihr euch meine Worte immer wieder antut, fleissig mitliest, mitdenkt, nachkocht und sogar kommentiert. Ohne euch, wäre das hier nicht das geworden, was es ist und hoffentlich noch weiter werden wird.

Insofern: ein dickes DANKESCHÖN – you know who you are!

Ideen habe ich noch viele auf Lager, der Stapel mit halbfertigen Sachen beginnt langsam bereits über zu quillen! So wollte ich mir eigentlich auch zum heutigen Anlass etwas Tolles ausdenken. Ein Gewinnspiel sollte es geben! Ausserdem endlich mal einen Blogevent austragen. Dazu eine ordentliche Geburtstags-Sause mit üppig-süsser Torte! Vielleicht sogar ein kleines Ständchen singen? Und, und, und…

Schnitt: Realität.

Es gibt kein Gewinnspiel. Und leider auch keinen Kuchen. Dank meiner frühsommerlichen Fussballeuphorie nämlich darf ich -Achtung Luft anhalten!- die nächsten fünf Wochen mit gebrochenem Fuss im Gips rumhumpeln. Aus mir wird wohl tatsächlich eher ein Alain Ducasse als ein Lionel Messi.

Ich habe mir mit diesem Blog, glaube ich, den Ruf erarbeitet, ein Verfechter oft eher ungewöhnlicher, nicht ganz alltäglicher Rezepte zu sein. Auch in Jahr 3 meines Blogger-Daseins wird mit dieser Tradition nicht gebrochen. Das Experiment Avocado-Erdbeer-Eis kommt daher gerade richtig. Aber Eis zubereiten, mit zwei Krücken, hinkend auf einem Bein. Geht das? No, my friend!

Also musste mal wieder mein Kumpel Pädde als Co-Pilot einspringen, den ich flamingo-mässig auf einem Bein hüpfend aus der Pole Position mit kritischem Auge und fachkundiger Anleitung überwacht und instruiert habe.

Schwer zu sagen, wer  denn schlussendlich die grössere Freude bei diesem Geburtstagsdessert hatte: der Beschenkte oder der Schenkende. Weiterlesen

Rüebli-Ingwer-Joghurteis

9 Sep

Schmeckt nicht nur den Hasen

Wie eine halbe Ewigkeit fühlt sich mein letzter Blogpost an. Die mir alles abverlangende Realität des harten Arbeitsalltags hat mich nach meinem vierwöchigen Sommerurlaub in Spanien schlagartig wieder eingeholt. Meine letzten Abendessen bestanden mehrheitlich aus sinnvoller Restenverwertung (dagegen nichts einzuwenden) oder dem von schlechtem Gewissen begleiteten Gang zum Chinesen oder Dönermän des Vertrauens.

Mit grossem Entsetzen musste ich ausserdem feststellen, dass meine geliebte Eismaschine den ganzen Sommer über kümmerlich im Keller vor sich hingestaubt hat und sage und schreibe kein einziges Mal benutzt wurde. Shame on me – ich weiss, ich weiss! Dem musste natürlich sofort Rechnung getragen werden.

Und da ich bekanntlich auf ausgefallene Eiskreationen stehe, gab’s gestern bei mir Rüebli-Ingwer-Joghurteis. Ooh jaa!

Primär sorgt hier ja die Sprache für Verwirrung, denn was wir Schweizer als Rüebli bezeichnen, heisst im Hochdeutschen Karotte oder Möhre. Mit der allgemein bekannten Rübe hat das Rüebli aber wenig zu tun. Karotte und Rübe sind zwei verschiedene Gemüse -auch im Schweizerdeutschen- obschon sie einfach als Rüebli und Rübe oder Räbe unterschieden werden.

Wurzelgemüse sind beide, doch die Räbe alias Zuckerrübe wird dem Vieh verfüttert, wenn man sie nicht zur Herstellung von Zucker braucht oder als Räbeliechtli ausschnitzt, während das Rüebli für gsundi Büebli sorgt und der Aargauer Rüeblitorte seinen Geschmack verleiht. Oder eben meinem knallig orangefarbenen Eis hier, welches aufgrund der Süsse der Rüebli zwar exotisch, aber unverschämt lecker schmeckt! Am besten verwendet man junge Karotten, die haben einen höheren Zuckeranteil und geben dem Eis genau das was wir brauchen! Farbe, Süsse und viel Geschmack! Weiterlesen