Tag Archives: Butter

Omas Osterkuchen

7 Apr

#100: Ich.kann.es.kaum.fassen!

Dies ist mein Blogpost No. 100! Einhundert!
Durchaus ein kleiner Meilenstein in meinem Bloggerdasein.

Wie ich selbst erst vor einigen Tagen erstaunt feststellen durfte, habe ich es in einem Jahr und rund 7 Monaten seit dem Spatenstich auf imposante 99 Beiträge geschafft. Keine Ahnung, ob das nun viel ist oder nicht? Andere Blogger schaffen diese Zahl vermutlich in wenigen Monaten, aber ein bisschen Stolz schwelgt trotzdem in meiner Brust.

Die einen machen hundert Sit-Ups, ich schreibe halt hundert Beiträge. Und ich schreibe sie immer noch mit der selben Leidenschaft wie damals, als ich meine ersten Gehversuche in der Bloggerwelt machen durfte.

Wie gut passt es da, dass ich vor einigen Wochen unabhängig zweimal für den „Liebster Blog Award“ nominiert wurde und mich natürlich extremst gebauchpinselt gefühlt habe. Obwohl – insgeheim hatte ich eigentlich gehofft, dass dieser Kelch an mir vorbei zieht. Gegen Kettenreaktionen dieser Art hege ich normalerweise einen gesunden Widerstand.
In dem Fall aber ist Widerstand zweckmässig.

Ziel des Awards ist es nämlich, neue oder noch unbekanntere Blogs vorzustellen, die einem persönlich gut gefallen. In der Regel gibt man den Award an 11 Blogger samt 11 zu beantwortenden Fragen weiter, die noch unter 200 Follower haben. Durch die Fragen gibt man den Bloggern ein Stück weit auch ein persönliches Profil und lernt so einiges über die Charakter hinter den kulinarischen Kulissen der Posts, die man ja so gerne liest.

In den Kreis der Erlauchten aufgenommen wurde ich von der lieben Natalie vom Blog essen und l(i)eben und von der Kandiskatze, deren Blog ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Voilà: und hiermit liefere ich nun die Antworten auf die mir gestellten Fragen:

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Grittibänz und Not-so-Gritti-Woman

6 Dez

Vom warmen Ofen komm’n wir her

Es weihnachtet doch schon sehr im Hause Züger. Ich bin selbst schon fast erstaunt. Draussen im flackernden Schein der Strassenlaterne erkenne ich leiseste Schneeflöckchen im eisigen Wind tanzen (oder bilde ich mir das bloss ein?) und am Fenster vorm Balkon sorgen ein paar mickrig leuchtende Weihnachtssterne für die nötige Adventsstimmung.

Dazu trällert Frank Sinatra aus den Boxen und das Beste: aus dem Ofen duftet es nach Grittibänze! Die gehören zum heutigen 6. Dezember wie der Samichlaus zum Schmutzli. Der geneigte Leser merkt schon jetzt: dieser Artikel wurde bereits gestern schon verfasst.

Wenn sich der liebe Nikolaus, mit seiner imposanten Gestalt und prächtig weissem Bart, auf den Weg macht und durch die Wälder stampft, dann ist es höchste Zeit für die Bäckereien in der Schweiz die Öfen anzuheizen – dann haben Grittibänze Hochsaison; und zwar genau einen Tag lang! Bei dem verführerischen Duft, der gestern durch meine Wohnung zog, hätte ich mich aber nicht gewundert, wenn der heilige Nikolaus persönlich schon gestern um mein Haus geschlichen wär.

Die kleinen Brotmannli aus Zopfteig sind nämlich nicht nur bei Kinder beliebt, sondern erfreuen auch an Erwachsenen-Klausabenden grosser Beliebtheit. Dann meist gekonnt mit passenden alkolischen Begleitern gepaart.

Der Name tauchte übrigens vor 150 Jahren zum ersten Mal auf. „Bänz“ war damals der Kurzname für Benedikt, ein derart verbreiteter Vorname, dass er als Synonym mit dem Begriff „Mann“ gleichgesetzt wurde. Und „Gritti“ stammt vom Wort Grätsche ab. Salopp übersetzt heisst unser Gritti-Män also „Mann mit gespreizten Beinen“.

Aber keine Sorge: meine Grittifrau trägt einen Rock! Besonders hübsch sieht sie zwar nicht aus. In gebackenem Zustand erinnert sie mehr an eine Kreuzung aus Hexe und Nilpferd. Eine Not-so-Gritti-Woman eben. Macht aber nix. Zum vernaschen taugt sie trotzdem wunderbar. Also: back auch du dir den Traumpartner 😉 Weiterlesen

Thurgauer Apfelkuchen

31 Okt

Iss lieber mal ’nen Apfel

Im äussersten Nordosten der Schweiz liegt der Kanton Thurgau, direkt am Bodensee. Wer hierher fährt, darf in den Apfel beissen, denn die rotwangige Frucht ist dort allgegenwärtig. Den Apfelkanton kennt man daher hierzulande auch besser unter dem Spitznamen Mostindien.

Jeder dritte in der Schweiz geerntete Apfel stammt aus dem Thurgau, dem somit grössten Obstbaukanton der Eidgenossenschaft, welcher sogar jährlich eine Apfelkönigin wählt. Insbesondere jetzt in den Herbstmonaten finden sich hierzulande allerorts wieder rot- und gelbschalige Äpfel, welche einem ins Gesicht lachen und förmlich danach schreien: Apfelkuchen backen!!
Direkt vom Baum in den Ofen sozusagen. Ob die Apfelkönigin auch täglich einen Apfelkuchen verputzen darf, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

So oder so: Rezepte für Apfelkuchen gibt es vermutlich so viele wie Grossmütter auf der Welt. Aber ausgerechnet meine Grossmütter haben mir keines überlassen. Dafür aber eine Anleitung für einen unverschämt guten Osterkuchen. Aber bis dahin dauert es ja noch eine Weile.

Also habe ich auf mein bewährtes Rezept für Thurgauer Apfelkuchen zurückgegriffen. Heute fällt der Apfel allerdings etwas weiter vom Stamm, denn die Rezeptvorgaben wurden von mir beliebig abgeändert. Und so präsentiert sich mein Kuchen mit einer knusprigen Schicht aus Tonkabohnen-Streuseln und wird mit einer himmlischen Salzkaramell-Sauce serviert.
Kalorienzählen so was von verboten!

Und weil das so gut geschmeckt hat und noch viele Äpfel auf baldigen Verzehr warten plane ich bereits den nächsten Streich.

Vielleicht endlich mal eine Tarte Tatin?

Wir bleiben gespannt. Wie der Ranzen, nach dem Verzehr dieser Köstlichkeit 😉 Weiterlesen

Wildschweinragout mit Cranberries

26 Okt

(Fast) wie die Gallier speisen

Dass ein herzhaft zubereitetes Wildschwein wunderbar schmeckt, wussten schon unsere Kindheitshelden aus den Asterix & Obelix Comics, welche eigentlich kein anderes Tier auf ihrem Speiseplan kannten.

Der voluminöse Obelix verspeist in den bisher erschienenen Bänden nachweisbar 125 Wildschweine (den erst diese Woche erschienenen Band „Asterix und die Pikten“ nicht eingerechnet). Der soll übrigens zur Abwechslung mal wieder ganz gut gelungen sein. So oder so: Obelix‘ Dunkelziffer, was den Wildschweinkonsum anbelangt dürfte ohnehin erheblich höher sein.

Aber die Gallier schienen echte Gourmets gewesen zu sein, denn das Wildbret der Wildschweine unterscheidet sich deutlich vom Fleisch der Hausschweine. Die Struktur ist fester, das Aroma intensiver und extrem geschmackvoll. Zudem ist der Fettanteil niedriger als beim Fleisch vom normalen Hausschwein. Ausserdem stammt es buchstäblich direkt aus der Natur und die weitestgehend stressfreie Lebensweise der Tiere sowie die abwechslungsreiche Nahrung aus Kräutern und Gräsern hat unmittelbaren Einfluss auf den Wohlgeschmack des Fleisches.

In Europa sind die schmackhaften Waldgrunzer seit Urzeiten begehrtes Jagdwild und auch in der Schweiz nehmen die Bestände stetig zu. Damit verbunden leider auch die landwirtschaftlichen Schäden, denn bei ihrer Suche nach Nahrung durchwühlen die Grunzer den Boden, fressen Saaten und Ähren und zerdrücken allerlei Pflanzen und Kulturen. Da schadet es nichts, wenn zwischendurch mal eines den Weg in meinen Magen findet.

Und weil schon bei den Galliern kein anständiges Fest ohne Wildschweinbraten auskam, wurden am vergangenen Wochenende mal wieder alle hungrigen Mäuler zu mir nach Hause eingeladen. Eine ziemlich wilde Sauerei!

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Blütenbutter

6 Jun

Die schönere Kräuterbutter

Man glaubt es kaum, aber irgendwer hat es tatsächlich geschafft den Frühling (oder sprechen wir schon von Sommer?) doch noch anzulocken. Meine Blümchen und Kräuter auf dem Balkon danken es ihm, denn sie erblühen dieser Tage in den herrlichsten Farben und verströmen ihren betörenden Duft.

Höchste Zeit für die alljährliche Blütenbutter! Genau, Blütenbutter! Kräuterbutter kennt ja schliesslich jeder! Aber Blütenbutter?

Die Kraft der Sonne und die Fülle des Sommer in Form einer solchen hausgemachten Butter einzufangen ist nicht nur eine leckere, sondern auch eine sehr dekorative Idee. Ein echter Hingucker auf dem Tisch!  Und gegen ein Mödeli selbstgemachte Würzbutter im Tiefkühlfach spricht ja nun eigentlich wirklich nichts.

Jeden Frühling erfreue ich mich ab den farbenfrohen, prächtigen Blüten der vielen Pflänzchen und Kräuter auf meinem Balkon. Und jedes Jahr frage ich mich auf’s Neue, was ich damit bloss anstellen könnte. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich das feine, filigrane Aroma der essbaren Blüten am besten in einer hausgemachten Buttermischung konservieren lässt. Die ist einfach herzustellen und in ihrer Wirkung definitiv nicht zu unterschätzen.

Nun denn, Blüten auf dem Teller sorgen ja gerne mal für Verwirrung. Ob das Gänseblümchen wohl essbar ist – oder bloss Dekoration? Mal am Veilchen schnuppern, vielleicht davon kosten? Nur  zu! Blüten können süss wie Honig, würzig wie Kapern oder erfrischend wie Gurken schmecken und erleben zur Zeit ein richtiges Küchen-Revival. Essbare Blüten sind sprichwörtlich in aller Munde.

Mit so einer Blütenbutter lassen sich zudem allerlei Leckereien zaubern. Macht sich gut auf dem rosa gebratenen Kalbskotelett oder man versorgt die hausgemachte Pasta oder sommerliche Gemüsegerichte damit. Passt aber auch zu frischen Felchenfilets, aufs Baguette geschmiert und im Ofen kurz überbacken, zum Braten von Hühnchen oder wer weiss, vielleicht sogar dessen Bauch damit gefüllt. Oder einfach nur frisches Brot und gute Butter. Fertig. Unschlagbar gut!

Damit kann man fast nichts falsch machen – wenn man alles richtig macht! Weiterlesen

Chnoblibrot

12 Aug

Alles in Butter…

Braucht die Welt ein (weiteres) Rezept für Chnoblibrot? Eigentlich nein.
Müsste man meinen.

Wenn ich aber sehe, wie viele Menschen im Laden den fixfertigen Schmarren für 6 Franken oder so kaufen, dann ändere ich meine Meinung ziemlich schnell.

Moll, anscheinend braucht die Welt eben doch ein Rezept für gutes Chnoblibrot!

A und O beim Chnoblibrot ist ganz klar die Buttermischung. Mit der steht oder fällt die ganze Geschichte! Und wie bei so vielen Produkten ist eben auch hier Butter nicht gleich Butter. Die geschmacklichen Nuancen sind teilweise riesig. Bei Butter denken die meisten hierzulande an Floralp oder „Die Butter“; eigentlich Industrieprodukte, welche fertig verpackt aus einer Tag und Nacht ratternden Buttermaschine geschossen kommen. Keine Sorge, bei mir im Kühlschrank schaut’s nicht anders aus. Aber wer einmal hochwertige Qualitätsbutter oder Alpbutter probiert hat, der weiss wovon ich spreche.

Besonders geschickt agieren hier, wie so oft in Punkto Gourmetküche, die Franzosen. Ihre seit 1894 bestehende Beurre d’Echiré hat sich dank hervoragender Qualität und geschicktem Marketing mittlerweile zu einem absoluten Bestseller auf der ganzen Welt etabliert. Sie wird nach alter Schule in Holzfässern hergestellt und für viele Gourmets und Starköche gilt die AOP-geschütze (appellation d’origine protégée) Marke heute als „die beste Butter der Welt“.

Wer probieren will: Gibt’s in der Globus delicatessa in kleinen, putzigen Spanholzkörbchen für sagenhafte CHF 11.90 pro halbes Mödeli.

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