Tag Archives: Bündnerfleisch

Risotto au Vacherin Mont d’Or mit Bündnerfleisch-Gremolata

30 Jan

Von wegen asiatisch

Gereist sind wir alle schon. Die einen mehr, die anderen weniger. Die einen weiter und ferner, die anderen blieben lieber in der Nähe.

Ich selbst durfte im vergangenen Herbst eine zweimonatige Reise durch sechs asiatische Länder unternehmen und auf diesem Blog im Sinne kulinarischer Urlaubslektüre fleissig berichten. Die Erweiterung meines kulinarischen Horizontes stand dabei ausschliesslich und stets im Vordergrund. Ich wollte sehen, staunen, spüren, riechen und vor allem schmecken wie am anderen Ende der Welt gekocht wird.

Dass sich mein Kochstil dadurch weiterentwickeln würde, war klar. Dass er sich grundlegend verändert, eher undenkbar. Um bleibenden Einfluss zu haben, muss eine Koch- und Esskultur länger wirken, als eine Urlaubsreise dauert. Und trotzdem: bei meiner Rückkehr war mein Kopf –und nebenbei auch mein Vorratsschrank- übervoll gepackt mit Ideen und Inspirationen, mit Kreationen und Kapriolen.

Umso mehr erstaunt es, dass ich in den mittlerweile drei Monaten seit ich wieder daheim bin, kaum mehr asiatisch gekocht habe. Dann und wann habe ich experimentiert, habe mit Tütchen und Gläsern voller unbekannter Pülverchen und Flüssigkeiten herumgespielt und das eine oder andere Gericht nach- oder neugekocht. Seit hier aber die kalte Jahreszeit Einzug gehalten hat, schreit mein Magen nahezu ständig und ausnahmslos nach guter, alter alpenländischer oder bestenfalls mediterraner Alltagsküche.

So bereichern Deftiges wie Käse, Eier, Brot und Wurstwaren, in liebevoller Fürsorge um den Pirelli-Ring um meinen Bauch stets herzhaft mit Rahm und Butter kombiniert, zur Zeit meinen Speiseplan wie selten zuvor.

Selten seltsam, hat mich doch die asiatische Küche und deren Vielfältigkeit zutiefst begeistert. Und beim Blick aus dem Fenster, dem Lenz da draussen direkt in die Augen, bezweifle ich langsam auch, dass es an der vermeintlich „kalten“ Jahreszeit liegt.

Nun denn… während ich noch eine Weile darüber nachdenke, haue ich euch mal wieder ein Rezept um die Ohren – gut Schweizerisch eben, denn so will es mein Hunger… Weiterlesen

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Röstiburger

28 Apr

Mit Hamburgern über den Röstigraben

Hier in Zürich brutzelt seit einigen Wochen ein neues, trendiges Gastrokonzept. The Bite kultiviert den Gourmetburger mit regionalen Wurzeln. Und die Buletten hier sind top! Innen dunkles Rosa, das Fleisch fest im Biss, mit gutem Schmelz vom Fett. Frisch bei Bestellung zubereitet, hochwertige Zutaten, kein Schnickschnack, reduced to the max!
Fast Food auf Premium Level sozusagen!

Wir Schweizer hinken solchen Trends zumeist ja etwas hinterher. Wo in Deutschland seit einiger Zeit schon hippe Burgerbuden wie Pilze aus dem Boden schiessen -jeder macht natürlich den besten Burger der Stadt-, ticken die eidgenössischen Uhren offensichtlich etwas langsamer. Früher in hiesigen Landen eher rar gesiedelt, bin ich aber erfreut, dass arty-farty Läden dieser Art langsam aber sicher auch in der Limmatstadt die Gastroszene aufmischen und auch Fast-Food-Gegner mittlerweile in der Lage sind, unter dem Titel „Hamburger“ gute Küche zu erkennen und sie nicht blind in eine Schublade zu stecken.

Warum trotzdem jedes Weekend immer noch ein Haufen Kids die Eingänge der Burgerketten, deren Name hier nicht genannt werden soll, wie eine Horde Paviane den Bananenhain blockieren, erschliesst sich meiner Logik allerdings nicht ganz. Und dass, obwohl sich deren Fleisch im Geschmack irgendwo zwischen Nichts und Karton bewegt.

However. Der ganze Hype hat mich kürzlich dazu motiviert, mich selbst mal wieder im „Burgerbauen“ zu versuchen. Stylisch-urban sollte er sein. Einzigartig und kreativ. Eben nicht 0815, sondern 0816! Der erhoffte Geistesblitz kam dann, wie so oft, plötzlich und unverhofft.

Seit einigen Wochen steht in unserem Büro, in unmittelbarem Sichtkontakt, folgendes Bild, welches wir für eine Kundenpräsentation verwendet hatten. Beim Anblick der goldgelb gebratenen, knusprigen Röstitaler läuft mir quasi pausenlos der Geifer über Pult und Tastatur.

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Und zack! -ehe man sich versieht- war sie da, die Idee des Tages: Röstiburger sollte es geben! Und zwar die Deluxe-Version mit hausgemachten Angus-Beef-Patties, Caesar Dressing, deftig Appenzellerkäse, Bündnerfleisch und knusprigem Speck. Falls du Vegetarier bist, wird dich dieser Tipp zwar nicht weiterbringen, aber ansonsten sind die Burger zum niederknien!
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