Tag Archives: Basilikum

Offene Zucchini-Pesto-Lasagne mit Gruyère-Schaum

1 Aug

Mein erstes Mal

Hand hoch! Wer von euch hat noch nie im Leben Lasagne gekocht?

Selbst wenn ich ganz scharf nachdenke, ich kann mich beim blossen Willen nicht daran erinnern, diesen Klassiker der italienischen Küche jemals selbst zubereitet zu haben. Und so einer schimpft sich Hobbykoch! Höchste Zeit in diesem Punkt endlich mal meine Unschuld zu verlieren.

Fertig-Lasagne ist ja im vergangenen Jahr im Rahmen des Pferdefleisch-Skandals in böse Ungnade gefallen. Ganz im Sinne klassischen Deklarationsbetrugs haben dreiste Produzenten zwischen die Teigblätter gemischt, was ihnen gerade so vor die Füsse galoppiert ist.

Ironischerweise haben sich im Anschluss alle darüber aufgeregt, was drin ist und nicht drauf steht… Aber niemand interessierts, was drin ist UND draufsteht – vermutlich mehr Dreck und Medikamente als auf eine Pferdehaut gehen.

However: als Hommage an die aktuelle Flut an Sommergemüsen aller Couleur, serviere ich heute eine Zucchini-Lasagne mit hausgemachtem Basilikumpesto. Der Umstand, dass ich mein lästiges Gipsbein endlich los bin (nun muss ich bloss wieder das Laufen lernen) kommt dem natürlich sowieso entgegen.

Zudem weiss jedes Kind: Sommerzeit ist Zucchini-Zeit! Von der sintflutartigen Schwemme aus dem eigenen Garten kann ich mich die Tage kaum retten. Ein Glück, dass die Zucchini so bescheiden ist und sich als dankbarer Genosse in der Küche mehr als nur vielfältig verwenden lässt.

Ausserdem schmecken sie um mindestens drei Zucchetti-Längen besser, als ihre saisonverirrten Artgenossen, welche man ganzjährig aus spanischen mit Plastikplanen überzogenen Anbauflächen erstehen kann. Eine Welt unter Folie – das schmeckt auch der Zucchini nicht! Weiterlesen

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The Ultimate Club Sandwich

17 Sep

Die Mutter aller Sandwiches

Die Mutter aller Sandwiches mag zwar Engländerin sein, aber die bekanntesten Abkömmlinge stammen allesamt aus den USA. Und: ein gutes Sandwich ist deutlich mehr als nur belegtes Brot. Es vereint auf kreative Art und Weise die Fülle unterschiedlichster Geschmackskomponenten, ist kross und weich zugleich, kombiniert Fleisch und Rohkost, süss, salzig und scharf. Ein echter Alleskönner eben!

Ganz oben auf der internationalen Hitliste steht das Club Sandwich, welches wohl in jeder nur halbwegs guten Hotelbar rund um den Globus erhältlich ist. Das aufgetürmte Poulet-Speck-Mayonnaise-Eier-Brot ist auch tatsächlich das Gericht, welches Hotelgäste am häufigsten beim Zimmerservice bestellen.

Vertraut man dem vom Hotelbuchungsportal hotels.com aufgestellten Club Sandwich-Index ist übrigens Genf die teuerste Stadt der Welt. Der Index spiegelt das Preisniveau einer Stadt an eben den Preisen für ein Club Sandwich und hält fest, dass man nirgendswo soviel für den Klassiker berappt wie in den Genfer Luxushotels. Durchschnittspreis stolze 29 Franken!

So oder so: Sandwich essen ist Vertrauenssache. Manchmal auch Mutprobe. Oder einfach nur Leichtsinn. Vielleicht bin ich ja ein Weichei, aber wenn ich daran denke, wer da seine Hände im Spiel hatte… da vergeht mir manchmal der Appetit gehörig. In die ganz schlimmen Exemplare würde ich wohl nicht mal unter Folter reinbeissen. Deshalb gilt für mich: kein Sandwich schmeckt so gut wie hausgemacht.

Leckere Zutaten zwischen zwei Brotscheiben einklemmen kann man schliesslich bequem und für wenig Geld in den eigenen vier Wänden. Anstelle der klassischen Mayonnaise verwende ich hier übrigens eine aromatische Basilikum-Crème fraiche, welche wunderbar zum knusprigen Speck und den gebratenen Eiern passt. Wirklich einfacher zu essen, ist der „Hochstapler“ deswegen zwar nicht, aber hier schaffen die Spiesschen Abhilfe.

Das Resultat ist ein Club Sandwich das fünf Sterne verdient. Mindestens. Weiterlesen

Buttermilch∣Rhabarber∣Pesto

21 Mai

MittwochsBox #16

Kennt ihr eigentlich die MittwochsBox?

Mone von LeckerBox gibt regelmässig zur Wochenmitte ein Thema vor, nach welchem die eigene Lunchbox gefüllt werden soll. Damit sich auch Vollzeit arbeitende Menschen (halbwegs) abwechslungsreich und ausgewogen ernähren.

Das Motto: leckeres und gesundes Essen soll sinnvoll verpackt zur Arbeit mitgebracht werden und die neidischen Blicke der Kollegen auf sich ziehen.
Büro-Food für Anspruchsvolle sozusagen. Weit besser als das berühmte Sandwich über der Tastatur.

Dank meiner beruflichen Tätigkeit in der Gastronomie muss ich aber eigentlich äusserst selten nie mein Essen von daheim zur Arbeit mitbringen. Im Gegenteil: Ich bin dem Essen (und den Flaschen ;)) sozusagen sehr nahe.
Inklusive sämtlicher damit verbundenen Nebenwirkungen.

Nun denn, diese Woche aber stand die MittwochsBox ganz im Zeichen von selbstgemachtem Pesto. Diesem Aufruf bin ich natürlich trotzdem gefolgt. Ich konnte einfach nicht wiederstehen. Gesagt – gekocht!

Sintflutartig sind mir die Ideen im Kopf gesprudelt. Entschieden habe ich mich schlussendlich für ein süsses Pesto mit Pfefferminz, Zitronenmelisse und weisser Schokolade. Das bietet einen spannenden Kontrastpunkt zur Buttermilchcrème und dem karamellisierten Rhabarber.

Die Crème hat so sagenhaft gut geschmeckt, ich bin fast vom Stuhl gefallen. Da hätte ich mich reinsetzen und drin baden können. Und soviel davon löffelweise in mich reinschaufeln, bis ich wohl tagelang mit quälendem Ranzenweh in der Ecke gelegen hätte…

Zum Glück war die Crème aber vorher alle… Weiterlesen

Kräuter konservieren

24 Sep

Grünzeug für den Winter

Mein Balkon gleicht ja einer grünen Hölle. Zwischen farbenprächtigen Blumen (naja, den einen hat die herbstliche Frische bereits etwas zugesetzt) wuchern aromatische Kräuter im Akkord. Vom fast schon banalen Peterli über mehrjährig gezüchtetes Zitronengras bis hin zu exotischem Ananassalbei, dem Grünzeug fehlt’s bei mir bekanntermassen an nichts. Als Gegenleistung würzt es in regelmässigen Abständen die lukullischen Auswüchse meiner Pfannen und Töpfe und beschert mir kulinarische Höhenflüge en masse.

Nur leider… ja, ihr ahnt es schon… naht langsam wieder die kalte Jahreszeit, welche bedauerlicherweise nur die wenigsten Kräuter heil überstehen werden. Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch und so überdauern die grünen Würzlinge den langen, kalten Winter bei mir in leicht mutierter Form und bescheren mir genauso viel Freude wie im Sommer. Kräuter lassen sich auf zig-beliebige Art und Weise konservieren: einfrieren, trocknen, zu Butter und Senf verarbeitet oder als Aromageber für Essig, Öle, Honig und Alkohol verwendet. Den Kombinationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Kräuter haben viel zu bieten – sie duften, schmecken, enthalten ordentlich Vitamine und besitzen teils sogar eine heilende Wirkung. Der wichtigste Inhaltstoff sämtlicher Kräuter sind die ätherischen Öle, welche dem jeweiligen Kraut sein charakteristisches Aroma geben. Leider verflüchtigen sie sich, einmal die Mutterpflanze um ein paar Blätter erleichtert, sogar bei Zimmertemperatur ausserordentlich schnell. Frische Kräuter sollten daher stets möglichst rasch verwendet werden. Während dem Hacken der Kräuter sollten diese ausserdem nicht unnötig gequetscht werden, da sich die leckeren Öle ansonsten buchstäblich in Luft auflösen.

Und auch wer keinen Garten hat – die genügsamen Pflanzen gedeihen auch wunderbar im Töpfchen auf dem Fenstersims. Und wer seine Kräuterplantage im Griff hat, der wird bald merken, dass die Ernte ganz schön ergiebig ausfallen kann. Plötzlich hat man womöglich mehr Grünzeug, als man momentan frisch verwenden kann. Wer also den lieblichen Kräuterduft des Sommers in den Herbst und Winter mitnehmen möchte, der sollte jetzt damit beginnen, sein Grünzeug zu konservieren.

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Pestorisotto mit Parmesanmousse

10 Sep

Dies ist die sagenumwobene Geschichte…

…von Signore Basilico, welcher sich, getrieben von Furcht, unbändiger Liebe und inniger Sehnsucht auf die Suche nach der verschollenen Prinzessin Parmigiana machte und dabei eine lange Reise bestritt, welche schlussendlich in meinem Magen endete.

Es war einmal auf einem Balkon im Reich eines kochbesessenen Kaisers, der letzte Basilikum, welcher seiner Bestimmung im Kochtopf zu landen standhaft trotzte und genüsslich die letzten spätsommerlichen Sonnenstrahlen genoss. Doch sein unvollendetes Schicksal rückte mit jedem neuen Morgengrauen näher. Die Tage wurden kürzer, die Nächte kälter und der Hunger des vielfrässigen Kaisers immer grösser. Seit Wochen schon gelüstete es diesen nach frisch zubereitetem Pesto nach Art der Genoveser. Röstfrische Pinienkerne, intensiv duftender Knoblauch, reifer Parmesan und eben saftig-grünes Basilikum – gemeinsam im Mörser mit reichlich Olio di oliva extra vergine unsterblich vereint.

Als Signore Basilico eines schönen Sonntagmorgens, gerade eben aus seinem nächtlichen Traum erwacht, die kaiserlichen Lakaien beobachtete, welche den schweren steinernen Mörser in die Küche schleppten, da dämmerte ihm sein nahes Ende schlagartig. Hals über Kopf ergriff er die Flucht. Er war fest entschlossen nebst seinem eigenen Leben auch dasjenige seiner grossen Liebe vor den Hungerwüten des Kaisers und ihrem Ende als Pesto zu retten. Seine Sehnsucht galt der verschollenen Prinzessin Parmigiana, der Parmesanprinzessin, welche in den eisigen Kerkern des kaiserpalästlichen Kühlschranks auf ihren baldigen Tod durch genüssliches Verspeistwerden wartete.

Nach langer hungerzehrender Reise traf Signore Basilico schliesslich in der Küche auf eine Gruppe Pinienkerne und ein Knoblauchpärchen. Gerade eben wollten Sie gemeinsam im Taumel das Lied der Freiheit tanzen, als der Kaiser kochlöffelschwingend die Küche betritt und Ihnen den Weg abschnitt. Da sassen sie nun, unweigerlich in der Falle! Die drei entschieden sich zum Freitod im Olivenöl. Die Prinzessin haben sie nie gefunden. Und der verfressene Kaiser (spätestens jetzt sollten alle gemerkt haben, dass ich damit gemeint bin) – dem hat’s geschmeckt! Sehr sogar! Weiterlesen

Basilikumblütenrispen im Bierteig

27 Jul

Jetzt sind sie perfekt! Basilikumblütenrispen! Dick und prall, kurz vor dem Platzen und voll purem Geschmack nach Sommer, Süden und Sonne!

Die Basilikumgärtnerinnen- und gärtner unter euch (was mittlerweile ja beinahe als Volkssport bezeichnet werden kann), werden sich mit dem folgenden Rezept sicherlich anfreuden, zumal es gleich mehrere Gründe gibt, die Blütenrispen beim Basilikum zu schneiden. Einerseits rauben die Blüten der Pflanze ’ne ganze Menge Kraft, welche sie ansonsten in das Wachstum und die Würze der saftig-aromatischen Blätter stecken würde. Des Weiteren erhöht sich dadurch auch der Ertrag der Pflanze, da dort wo die Rispen geschnitten werden sich bald wieder neue Triebe bilden werden. Und zu guter Letzt schmecken die Dinger schlichtweg köstlich…mal ehrlich, was schmeckt schon nicht köstlich, wenn frittiert?

Wer seinen Basilikum natürlich zur blossen Zierde oder des feines Duftes wegen zieht und die weissen und durchwegs hübschen Blüten lieber dranlässt, der liest am besten nicht weiter und erfreut sich weiterhin seiner Pflänzchen. Für alle andere empfehle ich dann aber Folgendes: Weiterlesen