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Salziges Butterkaramelleis

1 Mai

Mein Ich im Karamellwunderland

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Karamell mag?
Ich glaube ja: unter anderem hier, hier und hier.
Wer keinen Zucker in seinem Essen mag,
der sollte genau jetzt aufhören zu lesen.

Ich und Karamell, das ist so eine Sache.
Seit ich denken kann, verbindet uns so etwas wie Liebe. Innige, süsse Liebe.
Sie klebt in meinem Kopf, wie ein grosses, weiches Karamellbonbon.
Wenn ich könnte, würde ich meine Hände mit Karamell waschen!

Ältere Posts aus der Vergangenheit haben unsere tiefe Beziehung zueinander ja bereits offen gelegt. So nenne ich die goldgelbe bis tiefbraune Mischung aus geschmolzenem Zucker auch liebevoll Caramel. So ein schönes Wort.

Oder wie sang schon Mary Poppins?
Just a spoonful of sugar helps the medicine go down… in a most delightful way. Wie recht sie doch hat!

Warum Karamell noch süchtigmachender ist, als alle anderen Zuckerverbindungen kann ich leider auch nicht beantworten – aber eine empirische Versuchsreihe mit mir persönlich als Probant bestätigt alle Annahmen. Als Kind schon mochte ich Muh Muhs und diese Suchtphase hat sich seither laufend weiterentwickelt.

Die Zeit bis zum Frühlingsanfang habe ich mir daher kürzlich ein wenig versüsst, denn der Blick aus dem Fenster verrät: der Lenz lässt momentan noch auf sich warten. Bleibt Zeit, um ein schönes Karamell zu ziehen.
Daraus verwandelt meine Eismaschine im Nu ein Glace caramel (da ist es wieder!) au beurre salé – Salziges Butterkaramelleis.
Die vermutlich sündig-schönste Sache der Welt.

Aber Vorsicht: Die Herstellung von Karamell erfordert etwas Übung und Disziplin. Ich wiederhole mich gerne: Es gibt gutes Karamell, es gibt bestes Karamell und es gibt verbranntes Karamell. Dazwischen liegen jeweils gefühlte drei Sekunden. Versuch Nummer eins wird zweifelsohne schwarz wie die Nacht und schmeckt bitter! Anfängerpech! Geht jedem so! Versuch Nummer zwei wird auch kein Karamell, weil man vor lauter Panik den Topf zu früh vom Herd nimmt. Davon abgesehen, kann es nachher nur noch besser werden.

Also: bitte, bitte, bitte probiert dieses Rezept aus! Weiterlesen

Birnen-Amaretti-Sù

14 Feb

Schichtarbeit

Hand hoch, wer hat noch nie selber Tiramisù hergestellt?

Tiramisù – das wohl weltbekannteste Desserts überhaupt: klassisch mit in Espresso und Marsala ersäuften Löffelbiskuits, crèmigem Mascarpone, Eigelb und luftigem Eischnee zubereitet. Vor dem Servieren die abschliessende Crèmeschicht nochmals groooosszügig mit Kakaopulver bestäubt. Da könnte ich mich reinsetzen! Na schön, wer sich die Mühe noch nie gemacht hat: jetzt wäre ein guter Zeitpunkt seine Unschuld zu verlieren.

Wortwörtlich „zieh mich hoch“, macht das aus Venetien stammende Schichtdessert seinem Namen alle Ehre und ist sozusagen das Sahnehäubchen unter den süssen Gelüsten. Vermutlich kaum eine Nachspeise repräsentiert die italienische Küche so sehr wie das Tiramisù. Mittlerweile hat es sogar den Klassiker Panna Cotta hinter sich gelassen.

Im Netz kursieren daher auch die unterschiedlichsten Rezeptvariationen: mal ohne Ei, mal ohne Kaffee, mal mit Quark statt Mascarpone, mal mit frischen Beeren oder mein Favorit – mit Erdbeeren und Rhabarber! Der Vielfalt sind eigentlich keine Grenzen gesetzt und die Zutaten finden Herr und Frau Schweizer (landestypisch strikte unterteilt in Coop-, respektive Migros-Kind) in jedem Supermarkt um die Ecke.

Letztes Wochenende kam ich mal wieder in den Genuss einer Einladung zum Znacht. Mein Vorschlag, ich würde mich um das Dessert kümmern wurde dankend angenommen. Der Gast als Gastgeber sozusagen. Was habe ich mir ins Fäustchen gelacht: wieder vier Unschuldslämmer, die als Versuchkaninchen für meine kulinarischen Experimente hinhalten. Das Resultat hat glücklicherweise jedoch ordentlich überzeugt. Wir haben gegessen wie bei Gott zu Hause.

Es gab Birnen-Amaretti-Sù mit … dramaturgische Pause um Anlauf zu holen… Safran! Genau, denn Safran geht auch süss!
Und passt im Übrigen erstaunlich gut zum verwendeten Amaretto. Ein Gläschen für mich und eines für die zerkrümelten Brösel im Glas. Buonissimo! Weiterlesen