Tag Archives: Ahornsirup

Coffee-Rubbed Beef Short Ribs

14 Jun

Rezept gegen Dauerregen

Kein Zweifel: diese Rinderrippchen hier, die würden so einigen von euch ganz vorzüglich munden, da bin ich mir sicher. Damit könnt ihr so gut wie gar nichts falsch machen. Applaus und Schulterklopfer beim nächsten Grill-Event seien euch gewiss.

Wenn man allerdings hierzulande von Rippchen vom Grill spricht, dann wandern die Gedanken zunächst einmal meist in Richtung Spare Ribs, vom Schwein. Rinderrippen hingegen kennen sehr viele überhaupt nicht, da sie fast ausschliesslich als Suppenfleisch verkauft werden. Insofern ist es nicht ganz auszuschliessen, dass ihr vom Dorfmetzger eures Vertrauens bloss ungläubige Blicke erntet, wenn ihr nach Beef Ribs fragt. Es lohnt sich aber, wenn ihr ihm ein wenig auf die Pelle rückt und hartnäckig bleibt.

Die Problematik liegt weniger darin, dass er euch diese nicht besorgen könnte sondern dass er im Anschluss auf einer halben Vorderhälfte vom Rind sitzen bleibt. Denn bedauerlicherweise essen Herr und Frau Schweizer halt nach wie vor am liebsten zartes Filet und geschmacksneutrale Plätzli. Aber glaubt mir: im Vergleich zu diesen Ribs hier könnt ihr die Edelstücke rauchen.

Passenderweise darf ich heute auch auf meinen bereits 4. Blog-Geburtstag prosten! Ein grosses, grosses Merci an dieser Stelle an all meine lieben Leser, die mir seit vier Jahren treu die Stange halten. Ohne eure Unterstützung, euer Feedback und eure Tipps wäre myfoodprints nicht das, was es heute ist! Zur Feier des Tages also und als ernstzunehmende Protestaktion gegen den streikenden Sommer gibt’s heute ein Grillrezept.

Die Beef Ribs gehen zunächst in einer Marinade aus Ahornsirup, Whisky und Balsam-Essig baden, bevor sie 48 Stunden im Kühlschrank nächtigen. Danach werden sie während 10 Stunden bei 70 °C im Ofen langsam gegart und werden butterzart.

Das ist Slow Food erster Güte. Pure Küchenromantik. Denn wie sagt man so schön: was lange schmort, wird endlich gut. Das Fleisch schmilzt quasi am Gaumen und hinterlässt ein intensives, göttliches Aroma nach kräftigem Rindfleisch. Das intensive Trocken-Rub mit Kaffeepulver, geräucherten Ancho-Chilis und Kakaopulver sorgt für den spektakulären Aha-Effekt.

Ob man dann auch wirklich das letzte Stückchen Fett von den Knochen nagt, hängt ein bisschen von der persönlichen Vorliebe ab. So oder so. Man fühlt sich ein bisschen, wie bei den Flintstones daheim… Weiterlesen

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Maple Butter

17 Nov

I can’t believe it’s not butter!!

Der gern gelesene Herr Lieberlecker hatte kürzlich vor mittlerweile ein paar Wochen hier in beinahe schon poetischer Weise über die (kulinarischen) Wonnen des Oktobers berichtet. Wenn er Oktober hört, dann denkt er an Herbst. Und wenn er an den Herbst denkt, landet er zwangsläufig irgendwann bei Ahornsirup. Mittlerweile ist es November geworden und somit höchste Zeit, dass es auch hier auf dem Blog ein wenig herbstelt.

Und ja, der Blick aus dem Fenster verrät: es ist kaum noch zu leugnen, die Zeit der kurzen Hosen ist vorbei! Die Socken werden dicker, die Wälder Indian-Summer-mässig und die Eisverkäufer haben sich in Marroni-Brätler verwandelt! Und da wir aber einen solch‘ tollen Sommer hatten, fühlt es sich auch richtig an, dass der Jahreszeitenwechsel nun erfolgt ist. Rein kulinarisch gesehen, leuchtet der Herbst sowieso besonders farbenfroh! Dann gilt es die volle Aufmerksamkeit den Kürbissen, Pilzen und kunterbuntem Wurzelgemüse zu widmen. Und spätestens, wenn man ein ganzes Reh kauft, weiss man sowieso, dass es Herbst geworden ist.

Man kann dann zwar abends nicht mehr so lange draussen spielen, dafür aber umso mehr Spielchen in der warmen Küche daheim treiben und ohne schlechtes Gewissen stundenlang hinter dem heimischen Herd werkeln. In meinem Kopf kleben dann gefühlte zehntausend gedankliche Post-Its mit Rezeptideen, die ich allesamt noch verkochen und verbloggen muss.

Einen solchen Anstoss und zeitgleich nostalgischen Flashback in meine Jugendjahre hat der Blogbeitrag von besagtem Herr Lieberlecker bei mir ausgelöst. Ich musste unweigerlich und sofort an Maple Butter denken – eine sündhaft gute Köstlichkeit, welche ich seit Jahren komplett aus meinem kulinarischen Gedächtnis verbannt hatte… Weiterlesen

In Gin mariniertes und mit Apfelholz geräuchertes Rehfilet

19 Okt

mit Laugenbrotsalat, Kürbis und Zimtschalotten

Nach drei Wochen herrlich ausladendem Urlaub im fernen Kolumbien, hat mich der hektische Alltag der ersten Welt mittlerweile (fast) schon wieder eingeholt. Ein klitzekleines bisschen jedoch, arbeitet mein Betriebssystem zur Zeit noch im „mañana-Modus“. Was heute nicht erledigt wird, kommt halt morgen dran. Denn morgen ist auch noch ein Tag.

Zu erzählen gibt’s viel, liegt doch eine Reise voller Abenteuer und unvorstellbarer Abwechslung hinter mir. Drei Wochen voller Entdeckungen: farbig, prächtig und üppig in jederlei Hinsicht – ein Land, dessen Menschen und Kultur zu Recht so manchen vor mir schon begeistert haben. Aber mehr dazu in einem hoffentlich bald folgenden Post – der prall gefüllte Rucksack voller kolumbianischer Fressalien wartet schliesslich auf sinnvolle Weiterverarbeitung.

Am Abend meiner Rückkehr aus dem Urlaub hatte ich, wie so oft in solchen Fällen, unbändige Lust auf frische Pasta verspürt. Die Tatsache, dass das Projekt „Kauf-dir-endlich-mal-ne-Pastamaschine“ noch ein wenig weiter vor sich herdümpelt, nahm mir aber zugegeben ein wenig den Wind aus den Segeln. Mañana eben.

Mit hungrigem Magen stand ich also vor dem gähnend leeren Kühlschrank und habe mich schlussendlich über die während der Zwischenlandung in Madrid (und eigentlich zu späterem Verzehr vorgesehene) Packung dieses unverschämt deliziösen jamón ibérico de bellota hergemacht. Die cheibe Spanier, die wissen einfach, wie man anständigen Schinken herstellt. Davon könnte ich mir den Teller vollhäufen, bis er durchzubrechen droht.

Aber was beklag ich mich? Schliesslich stecken wir ja mitten in meiner kulinarischen Lieblingsjahreszeit.

Hallo Herbst! Schön, dass du wieder da bist! Schön, dass nun plötzlich Nebelschwaden anstelle von Blumen die Äcker säumen. Schön, dass es überall Zwetschgen und Kürbisse  zu kaufen gibt und die Eisverkäufer zu Marronibratern geworden sind. Reden ist Silber, Golden der Herbst – in diesem Sinne, auf ans Werk. Weiterlesen

Schoko-Bier-Cupcakes mit -haltet euch fest!- Ahorn-Speck-Frosting

17 Mrz

Verrückt? Vielleicht.

Cupcakes essen. Abschalten. Leben geniessen. Check.

Okay, okay, okay. Ich geb’s ja zu. Die Kombination wirkt im ersten Moment ziemlich gewagt, um nicht zu sagen verrückt. Aber für extravagante, ausgefallene Kreationen habe ich ja bekanntermassen eine grosse Schwäche. Insofern.

Aber wie kam es eigentlich dazu?

Unverhofft und urpötzlich habe ich am Wochenende unbändige Gier auf Süsses verspürt. Heisshunger kann eben jeden treffen, nicht nur Schwangere. Normalerweise bin ich gegen Backfieber ja ziemlich immun, aber in diesem Fall durfte ich getrost mal wieder eine Ausnahme machen. Und was die Ringe um den Bauch betreffen: ich meine, es sind Cupcakes!
Für eines hat’s immer Platz – oder drei!

Die fröhlich-bunte Welt der Cupcakes wimmelt ja von Rezepten verschiedenster Couleur. Fündig wurde ich schliesslich im www, wo ich auf diese Schoko-Bier-Variante mit Ahornsirup-Speck-Frosting aufmerksam geworden bin. Gotcha!! Da ich aber seit einigen Wochen über eine Mini-Gugelhöpfliform verfüge, welche bis anhin schändlich vor sich hinstaubte, war dies der ideale Zeitpunkt, um die Dinger endlich mal einzuweihen.
Nun denn, so wurde also mit Bier gekocht.

Auch ich liebe -wie jeder Durchschnittsmann- den Gerstensaft in all seinen erdenklichen Stilrichtungen.  Und so eben auch Guiness. Ausserdem scheint sich Starkbier  für diese Törtchen ganz wunderbar zu eignen, denn der malzig-nussige Geschmack überzeugt -oh yeah!- in Kombi mit dunkler, zartbitterer Schokolade. Sie sind herb, süss, fluffig, alkoholisch und das Schönste: das Topping erinnert stilecht an das Schäumchen auf dem frisch gezapften Bier.

Also ging es mit zwei Flaschen Guinness (eins für mich, eins für die Cupcakes – oder eben Gugelhöpfli) in die Küche und es wurde endlich mal wieder gebacken. I like! Weiterlesen