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Misozuke Tataki

14 Mrz

Carpaccio mal japanisch

Die schiere Vielfalt der kreativen Küche Japans wird bedauerlicherweise zumeist nur auf die weltbekannten Allrounder Sushi und Sashimi beschränkt. Schade eigentlich, denn die japanische Kochkunst vermag mit weit mehr als rohem Fisch und plumpen Reisröllchen aufzutrumpfen. Mit Tataki zum Beispiel!
Schon mal davon gehört? Na dann, Ohren gespitzt!

Luxusprodukte kaufen ohne mit der Wimper zu zucken? Ja, auch das soll man sich hin und wieder mal gönnen. Gestern so geschehen  mit einem prächtigen Filetstück vom Simmentaler Rind. Geschmacklich mehr als nur solide Mittelklasse! Der freundliche Herr hinter der Fleischtheke wollte mir zwar die Ami-Version vom Angus Beef schmackhaft machen…
…und die hätte bestimmt auch geschmeckt, aber am liebsten kommt mir momentan nur Fleisch und Geflügel mit Schweizer Pass auf den Teller.

Die Einkaufstüte voller Leckereien (und parallel dazu gähnende Leere in meinem Geldbeutel) machte ich mich erfreut auf den Heimweg. Mein Magen in vorfreudiger Erwartung bereits schon knurrend vor Heisshunger. Heute sollte es Tataki geben. Misozuke Tataki: allein schon der Name geht runter wie Öl!

Tataki stammt, wie eingehend erwähnt, aus Japan und bezeichnet eine wundervolle Zubereitungsart bei der vorab mariniertes Fleisch oder Fisch aussen nur rundum kurz angegrillt wird. That’s it! Gerade eben so, dass es innen noch very rare bleibt. Am bekanntesten sind die Varianten mit Tuna oder Makrele. Wenn aber euer Fleisch die Güte von Simmentaler oder ähnlich gutem Rind hat, dann schmeckt das auch so phänomenal gut, das schwöre ich euch!

Dazu einen leckeren Dip aus Miso, Sojasauce und Sesamöl servieren und dann nur noch Stäbchen austeilen und eintauchen! Dem italienischen Carpaccio ist die ganze Geschichte gar nicht mal so unähnlich. Zumindest den Liebhabern der italienischen Küche unter euch, sollte somit der Griff zu solchen rohen und halbrohen Sachen nicht allzu schwer fallen…

Ich würde sagen: Einfach mal ausprobieren! Eure Zunge wird Augen machen! Weiterlesen

Maharaja’s Diner

18 Dez

Indische Tafelrunde

Wer hat gerne Kardamom? Wer hat gerne Linsen? Wer hat gerne Blumenkohl? Wunderbar, hier lang. Heute gibt es indisch. Die Ritter der indischen Tafelrunde. Das sind meine 12 Kumpels, deren bessere Hälften, sechs Stunden Höchstleistung in der Küche und ein Gewürz-Arsenal bei dem jeder Inder neidisch staunen würde. Unsere Küche glich in einigen Phasen zwar einem Schlachtfeld, aber roch dafür permanent wie im Taj Mahal himself.

Und das wollten wir doch! Wollten wir das nicht?

Indische Gerichte erscheinen ja immer total kompliziert und beim Lesen der Zutatenliste verstehe ich den einen oder anderen, dem die Lust aufs Nachkochen auch gleich wieder vergeht. Nun ja, ein paar mehr Gewürze im Schrank als nur Salz und Pfeffer benötigt ihr definitiv, aber daran soll es nicht scheitern.
Meine Geheimwaffe: ordentlich Bockshornklee dazu.

Grundsätzlich gilt: Beziehungen muss man haben. Besonders dann, wenns um Essen geht! Mittlerweile wissen all meine Freunde und Verwandten Bescheid darüber, was sie mir jeweils aus dem Urlaub mitbringen dürfen müssen! Natürlich! Stichwort Gewürze! Am liebsten ganz, rein, unverfälscht und in Topqualität! Jaja, der Herr hat Ansprüche. Glücklicherweise ist irgendwer immer auf Reisen unterwegs und denkt an mich. Für Nachschub ist also gesorgt! Mein grösster Traum wäre ja ein begehbarer Gewürzschrank. Aber da darf ich wohl noch etwas weiter träumen…

Zurück zum indischen Bankett: die hungrige Meute bekocht haben wir zu dritt. Chef de Cuisine, Sous Chef und Küchenjunge. Und was am Ende des Tages unsere Küche verlassen hat, machte den Eindruck als hätte eine halbe Küchenbrigade 24 Stunden hinter den Töpfen gestanden. Ein intensiv-würziger Duft erfüllt das ganze Haus und betäubt sämtliche Sinne. Gross war die Versuchung sich gleich in der Küche eine Serviette umzubinden und die Pfannen Löffel für Löffel wegzuputzen.

Es gab:

  • Lammgigot mit Kardamom
  • Rotes Hühnercurry
  • Aloo Gobi (Blumenkohlcurry)
  • Palak paneer (Spinat mit indischem Käse)
  • Masoor dal (Rotes Linsencurry)
  • Kohl mit Senfkörnern
  • gebratener Reis mit Tamarinde
  • Naan-Brot, Chapatis und Pappadams
  • Gurken-, Tomaten- und Kokosraita

Dazu eine 5-Liter-Flasche spanischen Rotwein (genau, die Inder sind ja bekanntermassen kein Volk der Winzer). Und ja, wir haben viel gegessen. Und noch mehr getrunken. Entstanden ist daraus ein Mammut-Post für meinen Blog. Der wohl mit Abstand längste bisher… Ich wünsche fröhliches Nachkochen…

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Glücksrollen

18 Nov

Cannelloni mal anders

Ich liebe ja Asia Stores! Man kann mich problemlos und unbesorgt in einem der mittlerweile unzählig vertretenen Asia-Supermärkten abstellen und zwei Stunden später glücklich und zufrieden wieder einsammeln… dann die Tüten voller leckerer Söseli, exotischer Früchte und unbekannten Pülverchen. Zugegeben, nicht alles wirkt im ersten Moment appetitanregend. Da finden sich Gläschen, in denen Garnelenköpfe in würziger Lake baden oder Hühnerfüsse in Plastikbeuteln tiefgefroren abgepackt. Hunger kriege ich davon nicht unbedingt nur manchmal, aber genau deswegen könnte ich stundenlang in solchen Läden schmökern und mich kulinarisch inspirieren lassen.

Der obligate Gang zum Asiaten des Vertrauens findet im Regelfall einmal im Monat statt. Und es gibt immer Neues zu entdecken! Meistens kaufe ich jedoch dermassen viel ein, dass mir die Vorräte noch monatelang ausreichen. Kürzlich daheim mal wieder Inventur über meine Vorratskammer geführt, habe ich diese vor Wochen bereits gekauften Reispapierblätter wiederentdeckt. Was dann ursprünglich als chinesische Ravioli geplant war, landete schlussendlich als vietnamische Glücksrollen auf meinem Teller. Das mit den Ravioli wollte irgendwie nicht recht…

Sieht im Fall aufwändiger aus als es ist. Der Aufwand ist nicht wirklich höher als bei den bei uns vertrauten Gerichten und ein Asia Store liegt  heutzutage auch im hinterletzten Kaff nicht weit entfernt. Immer nur beim Thai um die Ecke zu essen ist ja schliesslich auch keine Lösung. Und wer vor einem mächtigen Regal mit einer Riesenauswahl an Sojasaucen steht und ratlos nicht mehr weiter weiss, dem rate ich bloss: nicht aufgeben! Mit wachsender Erfahrung findet sich jeder besser zurecht… Weiterlesen

Kari Ayam

7 Okt

Indonesisch tafeln – Teil 3

Mit Schrecken musste ich gestern feststellen, dass ich auf diesem Blog bisher noch kein einziges Rezept für ein Curry veröffentlicht habe. Und dies bei mir, einem überzeugten Curry-Junkie und Gewürzliebhaber! Aber glücklicherweise hatten wir ja vor einiger Zeit bei mir daheim eine indonesische Tafelrunde veranstaltet und von dieser schulde ich euch ja bekanntermassen noch den Rest…

Um unsere Indonesien-Trilogie somit würdig und mit einem Feuerwerk der Aromen abzuschliessen, wagen wir uns heute im dritten und letzten Teil an ein klassisches Curry-Gericht: kari ayam. Zu deutsch ganz simpel: Hühnchen-Curry. Während wir zur Vorspeise lecker Satay-Spiesschen genossen und anschliessend den Magen und Gaumen mit Mie goreng in Stimmung brachten, darf’s zum Hauptgang nun auch gerne ein zünftiges, sinnliches Curry sein.

ABER: Für alle, die es immer noch nicht geschnallt haben – Gemüseküche ist ein Riesentrend! Und so möchte ich gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass das nachfolgende Rezept auch ohne weiteres mit jedermann und -fraus Lieblingsgemüse zubereitet werden kann. Bei uns gab’s Hühnchen, denn mein Kumpel Pädde (das Raubtier in ihm) kann als verfressener Fleischtiger nur schwer von derartigen Trends überzeugt werden. Gemüse fungiert eher als Stiefkind innerhalb seines kulinarischen Horizontes. Und trotzdem – es hätte auch durchaus mit Blumenkohl, Kartoffeln, Karotten oder mit aktuell saisonalen (und sensationellen) Kürbissen geschmeckt.

Zum Kaffee gab’s dann sogar eine Premiere, und zwar eine durchaus skurille Rarität. Wer mehr wissen will, der darf nun ganz getrost Weiterlesen

Ein Mistchratzerli…

18 Sep

…reist nach Asien

…und wird spontan zur Peking-Ente! So oder so ungefähr lässt sich das nachfolgende Rezept wohl am treffendsten umschreiben. Am Wochenende beim Metzger des Vertrauens, wollte ich ja eigentlich Leberwurst kaufen. Die gibt’s aber erst ab Oktober hat er mich fachmännisch korrigiert und mir mit einem Schlag meine Vorfreude auf den sonntäglichen Gaumenschmaus verdorben. Aber plötzlich durchfährt es mich wie ein Geistesblitz: draussen vor dem Laden auf der schwarzen Schiefertafel stand es doch noch gross geschrieben: Mistchratzerli, CH.

Warum auch nicht? Die Idee gefällt mir, zumal ich erst kürzlich in meiner Küche in den Untiefen der Schublade unter dem Backofen etwas äussert praktisches entdeckt habe: ein Güggeli-Gitter. Keine Ahnung wie das Teil korrekt bezeichnet wird, aber Güggeli-Gitter passt irgendwie. Es handelt sich dabei um einen kleinen Mini-Rost, etwas erhöht, auf dem wunderbar ein Mistchratzerli mit den Idealmassen von 500g Platz findet. So darf es dann -ohne im eigenen Saft zu baden- von allen Seiten frei liegen und wunderbar knusprig werden. Die Haut wird’s mir danken! Ich muss wohl öfter meine Küche nach nützlichen Gadgets durchsuchen, die es noch zu entdecken gibt…

Lange, lange Zeit habe ich überlegt: Wie gebühre ich nun diesem Mistchratzerli die letzte Ehre? Klassisch mit Rosmarin und Knoblauch oder doch lieber mit Zitronen und frischem Lorbeer (da ist nämlich gerade welcher da aus Sizilien!). Oder vielleicht eher rassig-süss mit viel Chili und einem Hauch Honig? Oder dann doch dieses Rezept von Jamie Oliver, mit hausgemachter Kräuterbutter unter der Haut versteckt? Nein, spontan habe ich mich dann dazu entschieden das Mistchratzerli nach Asien reisen zu lassen, da war es bestimmt noch nie vorher. Und ich glaube es möchte wieder hin… Im nächsten Leben… Weiterlesen

Mie goreng

22 Aug

Indonesisch tafeln – Teil 2

Weil’s gerade kürzlich Chinesisch gab und weil’s so lecker war, legen wir gleich nochmals einen drauf und kochen erneut was Tolles aus dem fernen Osten Asiens… (Es chund dänn defür au gli mal öpis us de Schwiiz!)

Und das beste daran ist, dass es wunderbar zackig geht und perfekt als schnelles Znacht für Zeitgeplagte dient!

Aber warum mögen wir Europäer eigentlich so gerne asiatisch? Zumindest die meisten von uns!

Nun, asiatisches Essen ist ziemlich einfach und schnell zubereitet, schmeckt lecker, ist oft sogar ordentlich gesund -von chinesischen frittierten Schweinefüssen mal abgesehen- und eigentlich kann man dabei fast nichts falsch machen! Da in den meisten Rezepten Sojasauce verwendet wird, kann somit auch auf Salz verzichtet werden, was den besonders Gesundheitsbewussten sicherlich ebenfalls zu Gute kommt.
Wer mich kennt weiss: Bei mir darf’s bekanntlich gerne etwas mehr Salz sein.
Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden…

Zurück zum Thema: vor einiger Zeit war mein Kumpel Pädde zu Gast und hat schön artig einige wunderbare Köstlichkeiten aus Indonesien mitgebracht. Damals genossen wir Saté ayam. Pouletspiessli (welche eigentlich gar keine waren), dazu lecker Erdnusssauce! Wer nicht weiss, um was es geht, kann es hier nachlesen. Von dieser indonesischen Völlerlei mit drei Gängen schulde ich euch ja bekanntermassen noch den Rest.

Na denn. Zweiter Gang, ein indonesischer All-Time-Favourite:
Mie goreng, gebratene Nudeln.
Und weil’s ja bekanntlich schnell gehen muss, heute die Instant-Version, welche nur wenige Minuten dauert… Weiterlesen