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Pizza Punjabi Masala

19 Mrz

Namast’ay and eat pizza

Ob man solch‘ eine Pizza in Indien isst? Nein, ich wage es zu bezweifeln. Und ob es nun an Frevelei grenzt, eine solche Kreation überhaupt als „Pizza“ zu bezeichnen und den Stolz einer ganzen Nation herauszufordern? Naja, lassen wir das, denn damit rüttle ich definitiv an einer heiligen Kuh. Bei meiner aus Bella Italia stammenden besseren Hälfte musste ich jedenfalls ausgiebig argumentieren, damit ich dieses Rezept so bezeichnend hier aufschalten durfte. Für mich heisst das, mit den Augen zwinkern und in verschwörerischem Ton verkünden: „Man kann eine Pizza mit allem belegen.“

Tatsache aber ist: das Resultat dieses kulinarischen Seiltanzes hier, sind grossartig schmeckende Fladen! Die Idee dazu ist mir tatsächlich in Indien gekommen, als ich an Chennais Marina Beach bei einem Schälchen Kichererbsen-chaat über neue Rezeptkreationen nachgedacht habe. Basis bilden tropfenförmig ausgewallte Naan-Brote (nicht zu knapp mit Ghee aufgemotzt), welche mit würzigem moong dal aus Mungobohnen bestrichen werden. Getoppt wird die Geschichte mit grob gehacktem Paneer-Käse, Spinat, Koriander, Zwiebeln, Knoblauch und natürlich Chili.

Und selbst wenn halb Indien und Italien fraglos den Kopf schüttelt, sie schmeckt im Fall richtig, richtig gut…

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Hōtō ほうとう

3 Jan

Die Suppe zum Jahresanfang

In den letzten Wochen Monaten ist es auf meinem Blog hier ziemlich still geworden. Oft habe ich mich selbst gefragt, warum. Viele Menschen haben mich darauf angesprochen und gesagt: „Hey, blog doch mal wieder!“.

Aber auch wenn ich mich ganz bewusst an den Computer gesetzt habe, um einen Eintrag zu verfassen… da war einfach nichts.
Keine Idee, kein Wortfluss, keine Motivation.
Ein klassischer Fall von Blog-Blues.
Meine nach unten offene Nachkoch-Liste wächst zwar beinahe täglich. Die Kreativität sprudelt ständig und überall notiere ich mir Ideen und To Do‘s. So habe ich gerade eben erst 12 Liter hauseigenen Met mit Akazienhonig vergoren, fermentiere im Keller 4 kg Chilis im Eichenfass, pröble an einem Zwiebelaschen-Salz und räuchere meinen eigenen Kräuterspeck.

Ausserdem liebe ich -wie alle Blogger- meinen Blog wirklich sehr. Und nette Leser habe ich ja schliesslich auch 🙂

Insofern… fertig Trübsal geblasen, es wird mal wieder Zeit für ein Rezept! Und den Auftakt ins neue Jahr macht heute eine Suppe.

Im vergangenen Jahr habe ich sehr oft an meine zweimonatige Kulinarik-Reise durch Asien Ende 2015 gedacht (siehe auch hier). Eine Erfahrung, die heute noch sehr lebhaft in meinem Kopf nachklingt. Die Ereignisse und Geschichten aus dieser Zeit schillern teilweise noch so bunt vor meinem geistigen Auge, als wäre ich gerade gestern noch dort gewesen.

Viele Gerichte und Zubereitungsarten habe ich seither versucht daheim zu imitieren – quasi als Rezept mit Fernwehgeschmack. Obwohl ich bei der Frage nach einem Rezept oft nur ungläubige Blicke geerntet habe. Viele Zubereitungen in der asiatischen Küche sind nirgends niedergeschrieben. Die Idee ist da und man weiß auch, wie es am Ende aussehen und schmecken soll – aber kein Mensch dort kocht nach Rezept. Die Gerichte werden seit Generationen mündlich überliefert und Pi mal Daumen oder aufgrund jahrelanger Erfahrung zubereitet.

Eines dieser Gerichte ist Hōtō, eine sehr beliebte regionale Suppe, welche aus der japanischen Präfektur Yamanashi am Fusse des Mount Fuji stammt. Dort war es auch, als ich dieser Köstlichkeit das erste Mal begegnet bin – und mich tatsächlich und ohne Witz drei Tage in Folge bloss noch davon ernährt habe! Dicke, flache Nudeln aus Weizenmehl (sie ähneln den klassischen Udon) werden in einer sämigen Miso-Suppe mit viel Gemüse wie Kabocha-Kürbis, Süsskartoffeln, Chinakohl und Karotten gekocht. Das Resultat ist eine Suppe zum Reinlegen lecker. Wenn ich könnte, würde ich darin baden…

Nun ja, ich hatte jetzt ja auch ein Jahr Zeit, um an meinem Rezept zu feilen. Gerne teile ich es heute mit euch. Und denkt dran: in Japan werden die Nudeln laut schlürfend aus der Suppe angesaugt, da sie sonst nicht ihr volles Aroma entfalten. Wer es einmal selber probiert hat, weiß wieviel Spass dies machen kann. Die Leute am Tisch sollen hören, dass man schlürft. Schlürfen bedeutet, dass die Nudeln gut sind. Schlürfen ist überlebenswichtig 😉 Weiterlesen

Char Kway Teow

1 Jun

Kulinarische Wildsau…

…so hat mich kürzlich jemand genannt. Und für mich war es ein Kompliment.

Mit seiner Superschnüffel-Schnauze nämlich wühlt sich das Wildschwein gierig durch den Laubwald, immer fleissig auf der Suche nach kulinarischen Leckereien und Entdeckungen. Die Waldgrunzer sind klassische Allesfresser – mir selbst also irgendwie gar nicht so unähnlich.

Hin und wieder ecken sie auch mal an, zum Beispiel beim nahen Bauer, wenn sie mal wieder dessen Maisfeld neu umpflügen. Und auch hier zeigen sich Parallelen, wage doch auch ich mich mit meinen Rezepten immer wieder mal aufs Glatteis und versuche mit Ausgefallenem zu überraschen.

Rezept-Blogs für Selfmade Granola, Smoothies und Overnight Oats gibt es schliesslich genug. Für mich in etwa so originell wie Aromat auf dem hartgekochten Ei…

Vor ein paar Tagen aber sprach mich jemand darauf an, ich möge doch bitte auch mal ein einfaches Rezept publizieren. Eines, das auch ohne den mehrstündigen Support einer halben Küchenbrigade am Feierabend noch unkompliziert und schnell zubereitet werden kann.

Nun denn, here we go: Char Kway Teow (cha kway tee-ow)! Breite, weiche Reisnudeln werden im Wok mit ordentlich Schweineschmalz rauchig angeschwitzt, bevor sich Chili, dunkle Sojasauce, Ei, Sojasprossen, chinesische Wurst, Muscheln und Garnelen dazu gesellen. Kleine Randnotiz: das Ganze entspricht vom Kaloriengehalt in etwa einem halben Cordon-Bleu zum Frühstück. Damit ihr nicht zu dünn werdet… 😉 Weiterlesen

Sushi Sho

26 Okt

Das denkwürdigste Mahl meines Lebens

Ehrfürchtig stehe ich da, in einem menschenleeren, schwach beleuchteten Hinterhof in einer der unzähligen Gassen von Shinjuku, einem von Tokyos lebhaftesten Distrikten. Es ist dunkel und ich bin weit weg von den grellen Neonlichtern und Videotafeln der Stadt. Der Google-Maps-Punkt auf meinem Handy steht still und mit Blick auf die kleine Holztüre vor mir weiss ich, dass ich angekommen bin! Angekommen am Ende meiner Reise. Angekommen zum letzten Abendmahl. Angekommen bei Sushi Sho. Und wie sich herausstellte, sollte es das denkwürdigste Mahl meines Lebens werden.

Es ist schwierig zu beschreiben, was ich hinter dieser Türe erlebt habe und auch jetzt fällt es mir schwer, meinen Abend dort in Worte zu fassen. Mein Leben als begeisterter Hobbykoch wird nie mehr das selbe sein, seit diesem Abend. Wenn meine Japan-Reise meine Einstellung und Perspektive gegenüber Sushi erweitert hat, so hat mein Dinner bei Sushi Sho mein ganzes Leben verändert.

Zum ersten Mal überhaupt habe ich geweint beim Essen. Ich meine, ich habe nicht geheult wie ein kleines Mädchen, aber da ist eine dicke, feuchte Träne meine Wange hinteruntergekullert. Zu ergreifend, zu berührend war dieser ganze Moment. Der fast schon unbeschreibliche Moment puren Glücks! Ein Mosaik aus Aromen!

Ich habe in den vergangenen Tagen in Tokyo und überhaupt in Japan bereits Sushi auf allerhöchstem Niveau probiert und dabei ein mir neues, kulinarisches Universum erschlossen. Doch die wirkliche Offenbarung war dieser prägende Abend bei Sushi Sho, welcher mein Bild dieser Speise für immer beherrschen wird… Weiterlesen

Auf kulinarischer Entdeckungsreise

3 Sep

Ich pack dann mal den Koffer…

So, ihr Lieben. Was sind eure Pläne für die kommenden Wochen?
Viel Arbeit, Alltag, Haushalt und grau in grauer Herbst da draussen?

Die virtuelle Welt des Bloggens ist ja voll mit kulinarischen Entdeckungsreisen jeglicher Form. Alleine schon wenn ich den Reader meiner WordPress-App öffne, flutet mich täglich ein Tsunami voller lukullischer Köstlichkeiten aus der ganzen Welt. Als notorischer Foodie und Nimmersatt schlummert daher schon seit längerem ein kühnes kulinarisches Vorhaben in mir. Mit Rucksack, Kohldampf und Laptop will ich durch Asien reisen, stets auf der Suche nach dem guten Geschmack. Immer der Nase nach. Immer offen für Neues. Immer mit Hunger für zehn.

Bisher lag es immer nur vor mir. Am kommenden Sonntag ist es nach mundwässernder Planung aber endlich so weit. Ein durchgeknalltes und gefrässiges Kulinarik-Abenteuer im gastronomischen Disneyland wartet auf mich. Während zweier Monaten reise ich durch insgesamt sechs asiatische Länder, stets mit dem klaren Ziel vor Augen: alles mitnehmen, alles aufsaugen!

Das klingt verrückt? Ich nenne es leidenschaftlich!

Die Reise beginnt in Indien und führt mich über Malaysia, China, Taiwan und Südkorea bis nach Japan. Needless to say – natürlich werden Straßenküchen, Märkte, Restaurants und Foto-Touren den Hauptteil der Reisezeit in Anspruch nehmen. Ganz klar: während dieser Reise steht weniger das Kennenlernen von Land, Kultur und Leuten im Vordergrund als der Wissensdurst und die Abenteuerlust meine Kochkunst zu verbessern und die Mysterien der Küche Asiens zu erforschen. Auf der Suche nach Inspiration und Innovation werde ich durch indische Gassen streifen, einem modernen Kolumbus gleich mir Unbekanntes in den Gartöpfen von Taiwans Nachtmärkten abkupfern, exotische Gaumenfreuden im fernen Korea probieren und die japanische Küche in all ihrer wunderbaren Seltsamkeit erforschen und mir unbekannte, interessante Trouvaillen nach Hause bringen. Einfach so. Für mich. Aus ureigenem Interesse an der Sache.

Aufgrund eines mehr oder minder sportlichen Zeitplans und meinem Hang zur Übertreibung, werde ich mich weitestgehend stationär in einer oder zwei Städten je Land aufhalten und von da die dortige Küche erkunden. Als Ausgangspunkt habe ich mir daher stets eine Stadt ausgesucht, welche ich dank Recherchen im Voraus als kulinarisch besonders reizvoll erachtet habe. Die kulinarische Hochburg sozusagen. Von da aus werde ich Fischerorte und Bergdörfer besuchen, die Millionen-Metropolen durchstreifen, auf Märkten feilschen und Zutaten verarbeiten. Ich werde Köche, Bauern und Foodblogger vor Ort kennenlernen, Ideen austauschen und mit ihnen kochen und essen! Ich will mich mit der Ernährungsweise der Region beschäftigen, mit der Esskultur und lokalen Gastronomie. Sehen, staunen, durchkosten.

In möglichst vielen Beiträgen werde ich versuchen, über meine Erfahrungen und Entdeckungen zu berichten und alle Hungrigen daheim fleissig mit Fotos und Beiträgen zu füttern. Ich freue mich über jeden, der virtuell meinen foodprints folgt und bei meinem KochReiseFotoTagebuch dabei sein will. In diesem Fall ist Facebook-liken natürlich ein Must!

Alles weitere liest sich dann hier… Weiterlesen

Udon-Nudeln mit karamellisiertem Tofu

13 Feb

Die Tofuphobie

In unseren Breitengraden fristet der arme Tofu ja leider ein trauriges Schattendasein als Mauerblümchen. Zu Unrecht wie ich finde. Zwar muss ich zugeben, dass auch ich meine Anlaufschwierigkeiten damit hatte, mittlerweile aber zum grossen Liebhaber bekehrt bin. Ein Plädoyer für den Sojaquark.

Gegenüber Tofu ranken sich zahlreiche Vorurteile: er sei fade, schlabberig und langweilig. In China und Japan gehört Tofu aber seit Jahrhunderten zur Nationalküche. Und zwei ganze Völker können wohl kaum unter derart heftiger Geschmacksverirrung leiden, oder nicht?

Zugegeben: mit Geschmack hat Tofu nicht viel zu tun. Er flutscht weich über die Zunge und hinterlässt im Gedächtnis kaum Spuren. Der vermeintliche Nachteil der Geschmackslosigkeit stellt sich bei Tofu allerdings als Vorteil heraus. Mariniert und mit einer scharfen Sauce angereichert, entwickelt er sich zum wahren Tausendsassa und überzeugt noch so manchen Fleischtiger positiv.

Wenn jemand keinen Tofu mag, liegt es nämlich in den allermeisten Fällen bloss daran, dass er einfach furchtbar zubereitet wurde. Das ist in etwa so als würde jemand sagen „Ich mag kein Mehl. Ich habe einen Löffel voll probiert und es hat scheusslich geschmeckt!“ und einem dann nicht glauben, dass Brot durchaus lecker schmecken kann. Aber bei Tofu, da ist das Problem oft eindeutig. Ich bin Fleischesser und ich möchte ihn nicht mögen. Punkt.

Dabei gilt in asiatischen Länder der Tofu keineswegs als Fleischersatz, sondern wird sogar oft zusammen mit Fleisch in Gerichten kombiniert. In der vegetarischen Küche ersetzt er hierzulande allerdings oft das Fleisch als Eiweisslieferanten. Schön und recht. Aber auf Pseudo-Fleisch wie Tofu-Würste und so Plunder kann ich trotzdem dankend verzichten.

Es gibt ja Vegetarier, die meinen: „Irgendwann kriege ich Lust auf Fleisch und dann esse ich Tofu-Nuggets, die schmecken wie die echten Nuggets!“
Fast schon heuchlerisch etwas zu essen, dass zwar aussehen und schmecken muss wie Fleisch, aber kein Fleisch sein darf. Oder nicht? Dann lieber gleich so… Weiterlesen