Rhabarber-Ingwer-Eistee

22 Mai Rhabarber-Ingwer-Eistee

Pink, pinker, am pinkesten

Die Saison geht zwar gerade erst richtig los (zumindest in meiner Küche), aber die einen schimpfen schon wieder Pech und Schwefel. Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber! Ich kann ihn nicht mehr sehen! Wann ist die Saison endlich vorbei?

Viele Menschen haben ja zu Rhabarber eine eher komplizierte Beziehung und mögen, wenn überhaupt, höchstens wie er aussieht. Zu sauer, zu faserig die Konsistenz, zu pelzig auf der Zunge! Ohne literweise Vanillesauce darüber gekippt oder elegant in der Erdbeerkonfitüre versteckt, würden sie wohl selbst unter Folter keinen Löffel davon probieren.

Man sagt ja, Rhabarber sei so ein Mädchending. Die lieben ihn. Männer nicht so.

Nun, wenn es nach mir geht, so könnte ich mich ab Beginn der Saison von April bis Mitte Juni fast ausschliesslich nur vom schmackhaften Frühlingsboten ernähren.

Ich liebe ihn… in allen Variationen: egal ob süss, sauer, scharf, pikant oder irgendwo zwischendrin! Und jedes Jahr freue ich mich wie Bolle auf die Rhabarberzeit und kann es kaum erwarten bis die ersten Stängel ihre vorwitzige Nase aus der Erde strecken.

Bei einem Kumpel von mir wächst der vielseitige Frühlingsbote direkt neben dem Komposthaufen. Da ist der Weg nicht so weit. Männer mögen ja schliesslich keinen Rhabarber.

Aber… Mach. Das. Nicht! Denn als bekennender Liebhaber der saftig-roten Stangen erbarme ich mich und bin dankbarer Abnehmer und Wiederverwerter derjenigen. Wer sofort Sommer auf den Tisch will, bekommt das mit diesem vorzüglichen Rhabarber-Ingwer-Eistee. Damit kann man sich sogar das Wetter schön trinken. Mit einem Schüsschen Vodka drin erst recht… Weiterlesen

Ceviche with a smile

6 Mai DSCN8511

Gut gebrüllt, Amigos!

Vor einigen Jahren noch war sie punkto Foodtrends das absolute Non-plus-Ultra: die neue nordische Küche. René Redzepi, Rockstar und enfant terrible der skandinavischen Küchenrevolte, war der hochgepriesene Küchengott dieser Bewegung und hat mit seinem seit 2010 mehrfach zum besten Restaurant der Welt gekürten Noma eindrucksvoll bewiesen, dass die nordische Küche aus mehr als nur Fleischbällchen mit Preiselbeeren besteht.

Sein Timing damals war nahezu ideal, hatte doch das bis dahin als ultimatives State-of-the-Art geltende elBulli des spanischen Molekularkochs Ferrán Adrià soeben erst für immer seine Tore geschlossen. Vermutlich kein zweites Gasthaus hatte bis dahin derart imposant, den Übergang der Kochkunst vom 20. ins 21. Jahrhundert repräsentiert. Adrià darf wohl getrost unter dem einflussreichsten Köchen der Neuzeit ganz weit oben aufgeführt werden.

Aber wie immer und überall ändern sich die Zeiten schnell. Momentan gilt: Südamerika ist im Kommen! Und zwar so richtig! Alex Atala, lö Superstar-Sternekoch der brasilianischen Gastroszene, hat es vor einigen Jahren vorgemacht. Er bringt uns die visionäre und exotische Amazonasküche auf den Teller: wilde Früchte, fermentierte Maniok-Wurzel, Chia-Samen oder Waldameisen, die nach Zitronengras schmecken. Ganz gross!

Ihm dicht auf den Fersen und momentan DIE Referenz when it comes to South American food ist der Peruaner Gastón Accurio. Schon damals während meiner Reisen in Peru hat mich dieses Land in gastronomischer Hinsicht auf ganzer Linie überzeugt. Peru ist in Blüte, wie eine schöne Blume, die sich öffnet und sagt: “Schau mich an!”

Da gibt es knusprig gebratene Meerschweinchen (siehe auch hier), gefüllte und im Ofen gebackene Chilischoten, allerhand Wurzeln und Getreide, mehr als 3000 einheimische Kartoffelsorten, zig unbekannte, aromatische Kräuter aus dem Regenwald und natürlich Pisco Sour, Perus Nationaldrink aus Traubenbranntwein, Eiweiss, Limette und Zuckersirup. Gotta love it!

Und da gibt es Ceviche, the Peruvian Darling: süß, sauer, scharf und kühl, knusprig, mollig, herrlich fett – das ist großartig balanciertes Essen, ganz und gar fremd und doch irgendwie vertraut. Zwar kalt gegart, aber trotzdem ein ganz heisses Ding… Weiterlesen

Röstiburger

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Mit Hamburgern über den Röstigraben

Hier in Zürich brutzelt seit einigen Wochen ein neues, trendiges Gastrokonzept. The Bite kultiviert den Gourmetburger mit regionalen Wurzeln. Und die Buletten hier sind top! Innen dunkles Rosa, das Fleisch fest im Biss, mit gutem Schmelz vom Fett. Frisch bei Bestellung zubereitet, hochwertige Zutaten, kein Schnickschnack, reduced to the max!
Fast Food auf Premium Level sozusagen!

Wir Schweizer hinken solchen Trends zumeist ja etwas hinterher. Wo in Deutschland seit einiger Zeit schon hippe Burgerbuden wie Pilze aus dem Boden schiessen -jeder macht natürlich den besten Burger der Stadt-, ticken die eidgenössischen Uhren offensichtlich etwas langsamer. Früher in hiesigen Landen eher rar gesiedelt, bin ich aber erfreut, dass arty-farty Läden dieser Art langsam aber sicher auch in der Limmatstadt die Gastroszene aufmischen und auch Fast-Food-Gegner mittlerweile in der Lage sind, unter dem Titel “Hamburger” gute Küche zu erkennen und sie nicht blind in eine Schublade zu stecken.

Warum trotzdem jedes Weekend immer noch ein Haufen Kids die Eingänge der Burgerketten, deren Name hier nicht genannt werden soll, wie eine Horde Paviane den Bananenhain blockieren, erschliesst sich meiner Logik allerdings nicht ganz. Und dass, obwohl sich deren Fleisch im Geschmack irgendwo zwischen Nichts und Karton bewegt.

However. Der ganze Hype hat mich kürzlich dazu motiviert, mich selbst mal wieder im “Burgerbauen” zu versuchen. Stylisch-urban sollte er sein. Einzigartig und kreativ. Eben nicht 0815, sondern 0816! Der erhoffte Geistesblitz kam dann, wie so oft, plötzlich und unverhofft.

Seit einigen Wochen steht in unserem Büro, in unmittelbarem Sichtkontakt, folgendes Bild, welches wir für eine Kundenpräsentation verwendet hatten. Beim Anblick der goldgelb gebratenen, knusprigen Röstitaler läuft mir quasi pausenlos der Geifer über Pult und Tastatur.

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Und zack! -ehe man sich versieht- war sie da, die Idee des Tages: Röstiburger sollte es geben! Und zwar die Deluxe-Version mit hausgemachten Angus-Beef-Patties, Caesar Dressing, deftig Appenzellerkäse, Bündnerfleisch und knusprigem Speck. Falls du Vegetarier bist, wird dich dieser Tipp zwar nicht weiterbringen, aber ansonsten sind die Burger zum niederknien!
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Hausgemacht: Knäckebrot ∣ Frischkäse ∣ Bärlauchblüten in Honig

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Frühling ist, was auf deinem Teller passiert!

Und irgendwie nimmt dieser gerade wieder so richtig Anlauf, insbesondere in kulinarischer Hinsicht. Ein gepflegter Gang über den farbenprächtigen Gemüsemarkt im Nachbarsdorf erweist sich nicht nur als ideale Samstagvormittags-Erholungstherapie sondern bringt auch die geballte Wucht des Frühlings zum Vorschein.

Ich kaufe besonders gerne da ein, weil das Angebot einfach gnadenlos lokal und saisonal ist. Es scheint fast, als ob praktisch nix an Gemüsen zugekauft wird. Es gibt was es gibt sozusagen! Am besten, man schreibt erst gar keinen Einkaufszettel sondern lässt sich von dem inspirieren, was man vorfindet.
Damit hat man stets die besten Karten in der Hand.

Die ersten saftig-roten Rhabarberstangen wurden entsprechend bereits zu Likör verarbeitet und auch der Spargel, wohl DER Frühlingsbote schlechthin, braucht, zumindest in der weissen Variante, mittlerweile auch keine Landebahn auf dem Flugplatz mehr, sondern wird auf hiesigen Höfen bereits gestochen.

Nur einer jedoch, der kam während der letzten Frühlingswochen definitiv zu kurz: der liebe Bärlauch. Dabei hatte ich so sehnsüchtig auf das “scharfe Grün” gewartet. Bis auf die vor einigen Wochen zubereiteten Gnocchi alla primavera hat er leider bis anhin auf meinen Tellern höchsten eine Statistenrolle übernommen. Aber der Zug ist abgefahren! Da die Bärlauchblätter mittlerweile schon ziemlich gross ergo bitter ergo penetrant im Geschmack sind, bleibt wohl nur noch die Vorfreude auf den nächsten Frühling. Glücklich, wer jetzt eine hausgemachte Bärlauchbutter im Tiefkühlfach sein Eigen nennt. Aber…

Viele denken ja, nur  die Blätter von Bärlauch seien essbar. Tatsächlich kann man die Blüten aber genauso verwenden. Und für die ist der Zeitpunkt gerade ideal! Sie sind nicht nur bei Spaziergängen im Wald in diesen Tagen ein zauberhafter Blickfang sondern auch in der Vase auf dem Stubentisch daheim. Bärlauchblüten haben einen besonders feinen, leicht süßlichen Knoblauchgeschmack, der wesentlich milder ist als der Geschmack der Bärlauchblätter.

Besonders spannend, weil durchaus ungewöhnlich, aber köstlich mundend, sind in Waldhonig eingelegte Bärlauchblüten, welche exzellent mit Käse harmonieren. Im Honig drin verlieren die Blüten zwar ihre Schönheit, nicht aber ihren zarten Bärlauchgeschmack. Und der gesellt sich wunderbar zu Frischkäse. Wie der von Cheriechen, den ich heute endlich mal selber zubereite. Dazu hausgemachtes Knäckebrot und die Sonne strahlt direkt aus meinem Tellerchen! 10 out of 10! Weiterlesen

Zürisee-Sushi

16 Apr Zürisee-Sushi

Ein kleiner Schritt für den Thunfisch…

Kürzlich habe ich auf dem Squash Court eine hitzige Partie gegen meine Kollegin verloren. Wetteinsatz: ein Sushi-Dinner für die fischessende Pseudo-Vegetarierin. Sorry, kleiner Seitenhieb. Musste sein.

Well then. Meine Sushi-Matte, bereits leicht angestaubt, wollte sowieso unlängst mal wieder klebrigen Reis auf der Bambushaut zu spüren bekommen. Der Exportschlager aus dem fernen Japan erfreut sich hierzulande ja seit Jahren wachsender Beliebtheit. Die Zahl der Liebhaber von rohem Fisch wächst unaufhörlich. Lifestyle fängt eben beim Essen an, denn wer hip ist und etwas auf sich hält, der isst Sushi und bezahlt gerne auch mucho dinero dafür. Hashtag: Sushi essen ist très chicque.

Zusammen mit dem weltweit seit mindestens 10 Jahren anhaltenden Sushi-Boom verstärkt sich allerdings ein weiteres globales Problem mehr und mehr zur baldmöglichsten Apokalypse. Die Überfischung der Weltmeere ist auf ein Rekordhoch geklettert und wir zappeln da alle im Netz. Ein durchschnittlicher Garnelenkutter zum Beispiel wirft 80-90 % der gefangenen Meerestiere wieder über Bord – tot, wie Müll!

Paradebeispiel für das Sterben einer Spezies für die gigantische Gier nach Geld und den uneingeschränkten Konsum der Massen ist wohl der Blauflossenthun. Die beliebteste Füllung für die Reishäppchen steht kurz vor dem Aussterben. Leider, ich gebe es zu, habe ich auch ich eine grosse Schwäche für das schmackhafte, aromatische Tuna-Fleisch. Meinem reinen Gewissen zuliebe, verzichte ich allerdings mehrheitlich darauf.

Da hier im Zürichsee aber eine ganze Menge einheimischer, nicht bedrohter Fischarten vorkommen, lag die Idee für Süsswasser-Sushi quasi vor der Haustür. Warum eigentlich führen das die Sushi-Bars nicht schon längst im Repertoire?

Eine kurze Recherche im Netz verrät weshalb. Auf einschlägigen Homepages wird der Verzehr von rohem Süsswasserfisch nämlich nur beschränkt empfohlen, da diese gegenüber Meerfischen öfter mit Parasiten befallen sein könnten. Dem entgegen wirken kann man allerdings, indem die Fische für 24 Stunden bei -18 °C schockgefrostet werden, bevor sie im Anschluss in euren Mägen wieder das Schwimmen lernen.

So oder so. Hier gilt: Einkauf nur beim Fischhändler des grössten Vertrauens und je nach Verfassung mit ordentlich Grüntee, Kirin Bier oder Sake runterspülen… Itadakimasu! Weiterlesen

Rhabarberlikör

12 Apr Hausgemachter Rhababerlikör

[Edit 12. April]:

Okay, ich gebe es zu! Eigentlich geziemt es sich für einen ambitionierten Foodblogger nicht wirklich, lauwarm aufgewärmte Posts zu servieren und seiner Leserschaft als vermeintlich neu unterzujubeln. Andererseits: was man heute schreibt, wird ein Besucher in einem Jahr wahrscheinlich kaum mehr zu Gesicht kriegen. Und das könnten durchaus lesenswerte Artikel sein.

Diese Woche beim Gmiiesbüür des Vertrauens, habe ich ihn plötzlich und unverhofft entdeckt: Schweizer Freiland-Rhabarber!
Endlich keine Treibhausware mehr aus Holland! Whoop whoop!!

In diesem Sinne mache ich heute eine Ausnahme und möchte euch dieses bereits schon mal hier vorgestellte Rezept für hausgemachten Rhabarberlikör schmackhaft machen. Es war damals, vor knapp zwei Jahren, mein erster Blogbeitrag ever! Und darauf trinken wir einen!

Beim Barte des Rhabarbers!

Er teilt die Nation. Die einen lieben ihn wegen seiner frischen Säure, die anderen verziehen gerade deshalb das Gesicht: der Rhabarber. Dieses Rezept sollte so oder so ausprobiert werden! Besonders empfohlen denen, die das Frühlingsgemüse so lieben wie ich…

Zu Rhabarber hatte ich schon immer eine ganz besondere Beziehung und bin diesbezüglich seit Kindestagen erheblich vorbelastet. In meinem Elternhaus wuchs er in dicken, saftig-roten Stangen jeden Frühling im hintersten Gartenbeet meiner Grosseltern.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich den intensiv sauren Barbarengeschmack als kleiner Junge nicht wirklich mochte. Unser Nachbarjunge hingegen, dessen Heimweg jeweils an unserem Garten vorbeiführte, konnte davon kaum genug kriegen. Ich weiss noch wie meine Grossmutter ihm damals, wenn immer sein Weg unseren Garten kreuzte, eine dicke Stange in Zucker tauchte und ihm so den Heimweg von der Schule versüss-sauerte! Beim Barte des Rhabarbers – wie sehr ich damals bedauerte, dass ich das Zeugs nicht mochte! Mittlerweile sind wir zwei jedoch gute Freunde…

Ursprünglich, so heisst es, stammt der Rhabarber aus Tibet und der Mongolei. Der Name ist abgeleitet von reubarbarum, was so viel wie “Wurzel der Barbaren” bedeutet. Lange kannte man den Rhabarber vor allem aufgrund seiner medizinischen Wirkung, unter anderem als Abführmittel. Diese Zeiten gehören zum Glück der Vergangenheit an und der Rhabarber hat heute unsere Teller erobert und seinen festen Platz in den Küchen dieser Welt.

An dieser Stelle sei nun ein tolles süsses Rezept vorgestellt, süss mit ordentlich Schuss! Ich hatte zunächst Zucker und Rhabarber im Verhältnis 1:1 ausprobiert, dabei allerdings einen durchaus sehr sehr süssen Likör erhalten. Hier nun die adaptierte, etwas weniger süsse Version… Weiterlesen