Poké Bowl

11 Jun

Das Sashimi der Surfer

Wer kürzlich im schönen California oder auch in New York unterwegs war und die quirlige Gastro-Szene vor Ort ein wenig verfolgt, der wird es schon bemerkt haben: das grosse Poppen der Poké Restaurant. Mal schauen, ob der Hype auch bis zu uns rüber schwappt. Ich jedenfalls bin ziemlich angetan…

Dort ist Poké der neue Star am Salathimmel. Quasi der polynesische Bruder von Ceviche und das Sashimi der Surfer.

Das Traditionsgericht stammt ursprünglich aus Hawaii und wird dort in dieser Form seit Jahrhunderten gegessen. Eine Schüssel oder ein Teller mit rohen Fischstücken, wird mit einer schmackhaften Marinade aus Sojasauce, Sesamöl und Reisessig angemacht und mit allerlei verschiedenen Toppings aufgepeppt. Woher die Namensverwandtschaft zu Pikachu & Co. rührt kann ich leider nicht beantworten, aber der Einfluss der japanischen Küche kann definitiv nicht abgestritten werden.

So lehnt sich meine Version denn auch an den japanischen donburi an, ein Gericht bei dem Reis in eine Schüssel gefüllt und mit beliebigen Zutaten nach Wahl bedeckt wird. Auf Hawaii verwendet man für Poké üblicherweise Gelbflossenthunfisch (ahi), Oktopus (he’e), Bonito (katsuo) oder auch Lachsfilet. Der charakteristische und kräftige Eigengeschmack dieser Meeresfische verträgt sich gut mit dem markanten Aroma der Marinade.

An einem warmen Sommertag, wenn sich die Lust aufs Kochen in Grenzen hält, ist solch eine Poké Bowl im Nu zubereitet, ohne dass ihr nur einmal den Ofen oder Herd einschalten müsst. Ein schlichtes Gericht. Geografisch wie auch geschmacklich meilenweit weg von dem, was wir hier sonst so essen. Und trotzdem oder gerade deswegen: hochspannend und maximal inspirierend. Unbedingte Nachkochempfehlung!

Mitunter das beste an solch einer Poké Bowl ist das schier unendliche Spektrum an möglichen Toppings, mit denen ihr dieses Schüsselchen voll Glück aufmotzen könnt.

Die Basis aber bilden zunächst Thunfisch und Lachs, welche in grobe Würfel geschnitten werden. Das Wort Poké stammt nämlich ursprünglich aus der hawaiianischen Sprache und bedeutet schlicht „schneiden“ oder „zerkleinern“. Die Fischwürfel sollten meiner Meinung nach nicht zu klein gewürfelt werden. Nur so kriegt das Ganze auch die notwendige Textur und ihr erreicht ein ausgeglichenes Mischverhältnis zwischen festem, schmackhaftem Fischfleisch und der hocharomatischen Marinade aus Sojasauce, Sesamöl und Reisessig.

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On top dann, was gefällt und gerade erhältlich ist. Wahlweise:

  • Edamame — nussig, herzhaft, kalorienarm, gibt dem ganzen bisschen Volumen. Auch aus Schweizer Bio-Anbau erhältlich, zum Beispiel hier.
  • Avocado — cremig und fett, unterstützt das Fischfleisch hervorragend
  • Gurken — saftige Frische, mit dem wichtigen „Knack“-Effekt
  • Frühlingszwiebeln — würzig, vegetabil, animierend
  • Wachsweiche Wachteleier — wieso eigentlich nicht?
  • Algen — ausprobieren! Es gibt zig. Feine Julienne aus Nori (getrocknete, geröstete Rotalgenart. Unerlässliche Zutat für noch so jede Sushi-Rolle). Sie eignen sich zum Beispiel grossartig. Die sind dann leicht crunchy.
  • Gari — eingelegter Ingwer. Kennen die meisten ebenfalls vom Sushi.
  • Wasabi — frische Wurzel über allem anderen! Steht zum Beispiel hier. Denn wer sein Herz mal verloren hat, der kehrt nie wieder zur Zahnpastatuben-Version zurück. Zugegeben: wasabi japonica ist hier in der Schweiz schwierig zu bekommen! Wer Glück hat, der wird in Zürich immer wieder mal bei Shinwazen fündig.
  • Furikake — japanische, fast schon süchtigmachende Reiswürze, in unterschiedlichsten Kombinationen erhältlich. Typische Zutaten sind zum Beispiel Bonito-Flocken, Nüsse, Sesam, Meeresalgen, Salz, Zucker, rote Shisoblätter, getrocknetes Gemüse oder Eigelb, Pilze etc. etc. etc.
  • Grünzeugs — frische Kresse, Shisoblätter oder auch Sprossen aller Art eignen sich gut. Ein ganz besonderes Geschmackserlebnis bieten die Triebe von jungem Erbsengrün, einer Delikatesse, von der ich bald nochmals berichten werde.

Das Grundrezept bleibt jedoch wie erwähnt stets das selbe.

Poké Bowl

für 2 Personen

  • 100 g Gelbflossenthunfisch (Sashimi-Qualität)
  • 100 g Wildlachs (Sashimi-Qualität)
  • 1 kleine Frühlingszwiebel
  • 40 ml japanische Sojasauce
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 TL heller Reisessig
  • 1 EL geröstete Sesamsamen (weiss und schwarz)
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Prise Salz
  • gekochter Jasminreis oder japanischer Reis

Den Thunfisch und Lachs in mundgerechte Würfel schneiden. Wie erwähnt mag ich die Stücke lieber etwas grösser à 2 x 2 cm. Das sorgt für angenehmen Biss und eine ausgeglichenes Verhältnis zwischen Fisch und Marinade. Die Fischwürfel mit Zucker und Salz würzen.

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Die Frühlingszwiebel gut waschen, putzen und mitsamt dem Grün fein schneiden. Zusammen mit den Fischwürfeln in eine Schüssel geben.

In einer separaten Schüssel die Sojasauce zusammen mit dem Sesamöl und dem Reisessig gut verühren und anschliessend über die Fischwürfel geben. Behutsam, aber gleichmässig vermengen und während 5 Minuten bei Zimmertemperatur marinieren lassen. Den gerösteten Sesam darüber streuen.

Frisch gekochten Reis etwas auskühlen lassen und idealerweise lauwarm in eine Schüssel geben. Nun den Poke darüber geben und mit oben beschriebenen Toppings nach Wahl servieren.

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6 Antworten to “Poké Bowl”

  1. Memse 11. Juni 2016 um 13:17 #

    Wann hast Du dann das wieder gekocht? Sie lecker aus.

    • marco 11. Juni 2016 um 15:29 #

      Danke! Viel „kochen“ muss man dafür ja glücklicherweise nicht 😉

  2. lieberlecker 12. Juni 2016 um 08:08 #

    Oh jaaa! Poké haben wir auf unserer Hochzeitsreise 1994 kennen- und liebengelernt! Muss ich dringendst wieder mal machen … sobald dann der Sommer kommt 😉
    Liebe Grüsse aus … na Du weisst ja,
    Andy

    • marco 12. Juni 2016 um 11:05 #

      Dem Trend immer eine Nasenlänge voraus, so mag ich das 😉 Und der Sommer kommt bestimmt noch, da bin ich zuversichtlich.
      Einen schönen Sonntag dir!

  3. Eva 13. Juni 2016 um 13:19 #

    Noch nie davon gehört. Sieht aber auf jeden Fall absolut köstlich aus! 🙂
    Liebe Grüße,
    Eva

    • marco 13. Juni 2016 um 15:56 #

      Vermutlich dauert es noch ein bisschen, bis der Trend im hohen Norden oben ankommt 😉 Du solltest es trotzdem schon mal versuchen. Schmeckt tatsächlich absolut köstlich 🙂

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