Char Kway Teow

1 Jun

Kulinarische Wildsau…

…so hat mich kürzlich jemand genannt. Und für mich war es ein Kompliment.

Mit seiner Superschnüffel-Schnauze nämlich wühlt sich das Wildschwein gierig durch den Laubwald, immer fleissig auf der Suche nach kulinarischen Leckereien und Entdeckungen. Die Waldgrunzer sind klassische Allesfresser – mir selbst also irgendwie gar nicht so unähnlich.

Hin und wieder ecken sie auch mal an, zum Beispiel beim nahen Bauer, wenn sie mal wieder dessen Maisfeld neu umpflügen. Und auch hier zeigen sich Parallelen, wage doch auch ich mich mit meinen Rezepten immer wieder mal aufs Glatteis und versuche mit Ausgefallenem zu überraschen.

Rezept-Blogs für Selfmade Granola, Smoothies und Overnight Oats gibt es schliesslich genug. Für mich in etwa so originell wie Aromat auf dem hartgekochten Ei…

Vor ein paar Tagen aber sprach mich jemand darauf an, ich möge doch bitte auch mal ein einfaches Rezept publizieren. Eines, das auch ohne den mehrstündigen Support einer halben Küchenbrigade am Feierabend noch unkompliziert und schnell zubereitet werden kann.

Nun denn, here we go: Char Kway Teow (cha kway tee-ow)! Breite, weiche Reisnudeln werden im Wok mit ordentlich Schweineschmalz rauchig angeschwitzt, bevor sich Chili, dunkle Sojasauce, Ei, Sojasprossen, chinesische Wurst, Muscheln und Garnelen dazu gesellen. Kleine Randnotiz: das Ganze entspricht vom Kaloriengehalt in etwa einem halben Cordon-Bleu zum Frühstück. Damit ihr nicht zu dünn werdet… 😉

Char Kway Teow ist so etwas, wie der heilige Gral unter dem lokalen Street Food in Penang und überhaupt in Malaysia. Die Diskussionen, wo es denn nun das beste Kway Teow gibt, sind oft heisser als der Wok, in dem es zubereitet wird. Auch die Einlagen können nach Geschmack variiert werden. Es eignen sich auch als Ergänzung zum Beispiel auch Reste von Gemüse und Fleisch vom Vortag. Ein klassisches Armeleute-Essen, das sich heute grösster Beliebtheit erfreut und auch im benachbarten Singapur zu den Strassenküchen-Klassikern zählt.

Char Kway Teow
Reisnudeln mit Shrimps, Ei und Sojasprossen

für 2 Personen

  • 250 g breite Reisnudeln (gibt’s im Asia Shop)
  • 10 kleine Shrimps, Darm entfernt
  • 40 g chinesische Wurst (ersatzweise zB. Chorizo), in kleinen Stücken
  • 100 g Sojasprossen
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 2 kleine Frühlingszwiebeln, grob gehackt
  • 1 EL Chilipaste (zB. Sambal Oelek)
  • 2 frische Eier
  • 2 EL Schnittknoblauch, fein gehackt
  • 2 EL Chili-Öl
  • 2 EL helle Sojasauce
  • 1 TL dunkle Sojasauce
  • 1 EL Wasser
  • Salz, weisser Pfeffer

LrMobile0206-2016-0138223271510836119

Die Reisnudeln nach Packungsanleitung zubereiten. Normalerweise reicht es, wenn ihr sie in eine Schüssel gibt und mit kochendem Wasser übergiesst. Danach ein paar Minuten stehen und anschliessend gut abtropfen lassen.

In einem grossen Wok das Chili-Öl erhitzen, bis es leicht zu rauchen beginnt. Nun Chilipaste und Knoblauch beigeben, Hitze leicht reduzieren und unter ständigem Rühren und Schwenken des Woks scharf anbraten.

DSC04825

Nach einigen Sekunden die Shrimps und die Wurststückchen hinzufügen und ebenfalls unter ständigem Schwenken des Woks rührbraten.

Die gut abgetropften Reisnudeln beifügen, umrühren und für einige Sekunden weiterbraten. Danach die Sojasaucen, einen Esslöffel Wasser sowie Salz und frischen weissen Pfeffer nach Bedarf hinzufügen. Nun die Frühlingszwiebeln untermengen und die Mischung weiterbraten.

DSC04828

In der Mitte des Woks eine Mulde formen und gegebenenfalls etwas Öl hineingeben. Die beiden Eier darin aufschlagen, kurz stocken lassen und danach gleich mit einem Essstäbchen kräftig verrühren. Anschliessend unter die Nudeln mengen.

Zum Schluss die Sojasprossen und den Schnittknoblauch untermischen und während 20 bis 30 Sekunden nochmals auf hoher Hitze fertig rührbraten. Sofort servieren.

LrMobile0206-2016-0155223228505790850

Advertisements

6 Antworten to “Char Kway Teow”

  1. lieberlecker 2. Juni 2016 um 08:55 #

    Sowas geht bei mir zu absolut jeder Tages- und Nachtzeit. Ich muss den Fiechter Sisters wohl sagen, dass ich mal chinesische Wurst brauche 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • marco 2. Juni 2016 um 11:40 #

      Oh jaa, vor allem Nachtziit nachem Usgang 😉 Und bei Fiechters kriegst du ja wirklich fast alles, wer weiss hehe

  2. Eva 3. Juni 2016 um 16:33 #

    „Rezept-Blogs für Selfmade Granola, Smoothies und Overnight Oats gibt es schliesslich genug.“ Du ahnst ja nicht, wie du mir aus der Seele sprichst, das meiste, das ich täglich lese, langweilt mich unendlich… Dein Char Kway Teow hingegen klingt klasse!
    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Eva

    • marco 5. Juni 2016 um 18:40 #

      Danke dir, Eva! Ich sehe schon, da langweilen wir uns beide derselben Dinge wegen. Viele Foodblogs sind vor allem eines: hübsch. Sie zeigen Essen so schön wie nur irgendwie möglich und vermitteln Romantik und Unbeschwertheit. Daran ist grundsätzlich ja nichts falsch – nur leider bleibt dann Kreativität und Inspiration meist auf der Strecke…

  3. Lena 7. Juni 2016 um 09:37 #

    DAs sieht ja super aus! :)…Genau das Richtige jetzt für die warmen Tage ^^…Wir sind momentan noch familienurlaub südtirol …und wirr ernähren uns gerade auch fast nur von Salaten und Früchten ^^…einfach zu schwü für warme Sachen ^^….Danke und ganz viele Grüße!

    • marco 7. Juni 2016 um 13:31 #

      Hallo Lena! Ja, dieser Strassenküchen-Klassiker aus Penang hat es echt in sich. Er kann an warmen Sommertagen auch kalt als Salat genossen werden. Das schönste ist, dass sich das Gericht beinahe x-beliebig mit Zutaten ergänzen und kombinieren lässt. Meine Version hier ist ziemlich nah am Original gebaut, aber der Kreativität kann man freien Lauf lassen. Ich wünsche euch noch entspannte Tage im Südtirol. Bin ein bisschen neidisch: Küche und Wein da gehören zu meinen liebsten überhaupt 😉

dein Senf dazu...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: