Incredible !ndia

8 Sep

Lost in a riot of colours and chaos

Indien also. Mein erster Stopp auf dieser kulinarischen Entdeckungsreise. Seit gut zwei Tagen bin ich hier und eines kann ich wohl schon jetzt mit Sicherheit sagen: Indien liebt man oder man hasst es. Ich selbst liege im Moment noch dazwischen.

Chennai ist ein Monster, ein friedliches aber. Und trotzdem – hier findet man alles: das Gute, das Böse und das Hässliche. Das ehemalige Madras liegt dank vernichtender Hitze, tosendem Verkehr und der Knappheit an Sehenswürdigkeiten bei den wenigsten Reisenden auf der Landkarte. Knapp 7 Millionen Menschen leben in diesem Wahnsinn. Keine Woche werde ich es hier aushalten – das waren meine ersten Gedanken nach dem gestrigen Tag. Die Stadt ist voll, laut, dreckig. Ich war schon an manchen Orten auf der Welt, aber etwas Vergleichbares habe ich noch nie erlebt.

Hier sieht man so ziemlich alles: Kühe schlafend, mitten auf der Strasse, Ziegenböcke, die ein Nickerchen in einem Fischerboot am Strand machen, pubertierende Teenies am Nagellack schnüffeln, Zungenmaler, lebensmüde Künstler, Mopedfahrer am SMS schreiben und Busse die buchstäblich aus allen Nähten platzen. Manchmal steht man vor einer Kreuzung und denkt sich, wie zum Teufel man wohl jemals heil auf die andere Strassenseite kommt. Aber mit Geduld und fleissigem Abgucken bei den Locals klappt fast alles irgendwie.

Einer der ersten und einschneidendsten Eindrücke bisher war meine gestrige Taxifahrt an eine Fischerbucht am südlichen Ende der Stadt. Einfach alles ist auf der Strasse: Kühe, Autos, Rikschas, Mopeds, Menschen. Aus drei Spuren werden fünf. Es herrscht Linksverkehr, gelegentlich auch Rechtsverkehr – da wo es sich anbietet. Wer nicht hupt, ist kein Inder! Und trotzdem: keiner regt sich auf. Alles laid back! Die Fahrt geht vorbei an einem heftig stinkenden Müllberg, mindestens einen Meter hoch aufgetürmt, zwei Meter breit, zehn Meter lang. Wehender Plastikmüll, Plastikflaschen, Essensreste, Unrat und allerlei Anderes. Daneben sitzt ein Mann im Staub. Und lächelt.

Natürlich kenne ich das Bild. Aus dem Fernsehen. Aus der Zeitung. Jetzt aber bin ich mittendrin. Und fahre im Taxi daran vorbei. Ein fast unerträglicher Schock, der mich beschämt und mir fast die Tränen in die Augen treibt. Und trotzdem zeigt es mir bereits am zweiten Tag meines Indien-Aufenthaltes: die Fröhlichkeit, die Furchtlosigkeit und der Lebenswille der indischen Menschen sucht wohl weltweit seinesgleichen.

Incredible India. Genau mit diesem Slogan versucht die indische Regierung für ihr Land zu werben. Wie passend…

Ein paar erste Snapshots findet ihr anbei. Bald dann gibt’s den ersten kulinarisch inspirierten Post 😉

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10 Antworten to “Incredible !ndia”

  1. ruedistetten@bluewin.ch 8. September 2015 um 18:00 #

    Lieber Marco, Danke für Deinen Reisebericht. Wie immer eindrücklich und gut formuliert. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen dass Du die Reise mit allen verschiedensten Eindrücken geniesst und wieder heil nach Hause kommst. Es wird ganz bestimmt ein einmaliges Erlebnis!! LG Ruedi Keller

    • marco 9. September 2015 um 18:55 #

      Lieber Ruedi, schön von dir zu hören. Ich freue mich immer, wenn ich höre, dass du fleissig am mitlesen bist! Ein grosses Dankeschön an der Stelle und auch für deine flotten Reiseglückwünsche. Es wird bestimmt ziemlich verrückt und eindrücklich, da bin ich mir sicher. Werde dir dann davon erzählen, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Take care und bis gligli!

  2. Anikó 8. September 2015 um 18:32 #

    Ich bin zu feige dafür, ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit heulend durch die Gegend gehen, ob der krassen Armut, die wir hier aus Mitteleuropa ja gar nicht kennen.

    Aber weiterhin viel Spaß und pass auf, dass Dich der Moloch nicht frisst 😉

    • marco 9. September 2015 um 18:57 #

      Bisher hatte ich Glück und das Monster hat mich verschont 😉 Morgen früh geht’s dann erst mal mit dem Zug Richtung Süden und ein wenig weg vom grossen, bellenden Moloch 😉 Bestimmt eine willkommene Abwechslung!

  3. Posi und Memsli 8. September 2015 um 18:38 #

    Hey Zügi-Boy, wir finden es so „lässig“, dass wir Deine Erlebnisse, Eindrücke und kulinarischen Eskapaden auf der Food-Reise via Blog mitverfolgen können. Wir wünschen Dir im exotischen und „noisy“ Chennai weiterhin viel Spannendes und Interessantes und freuen uns auf weitere Beriche aus Malaysia, China, Taiwan, etc. LG Posi und Memsli

    • marco 9. September 2015 um 18:59 #

      Heyhey, ihr beiden. Schön von euch zu lesen! Es macht Spass meine Eindrücke hier mit jemandem zu teilen und die „Hungrigen“ daheim fleissig mit Fotos zu füttern. Ich werde versuchen, weiterhin fleissig zu berichten. Ist aber ein Stück weit vom Speed meiner Internetverbindung abhängig. Ich bin ja bekanntermassen nicht gerade der geduldigste 😉

  4. cookinator 8. September 2015 um 21:14 #

    Hallo Marco, die eindrücklich beschriebene Situation wuerde mich erstmal überfordern. Mir würde es schwer fallen mich kulinarisch zu stimmen. Respekt wenn Du dort deinen Plan durchziehst 😉 Don´t get lost in this mess.
    Bis zum nächsten Posting
    Stephan

    • marco 9. September 2015 um 19:02 #

      Hallo Stephan. Der Kulturschock war erstaunlicherweise kleiner, als ich ihn mir eigentlich ausgemalt hatte. Aber trotzdem ziemlich ergreifend. Tatsächlich habe ich bisher weniger gegessen, als mir eigentlich lieb ist. Da mischt die Komplettsituation möglicherweise auch ein wenig mit. Aber auch die Hitze und die Tatsache, dass die ganzen Reis-, Linsen- und Hülsenfruchtgerichte ziemlich sättigen, tragen wohl dazu bei. Schön jedenfalls, dass du mitliest! 🙂

  5. lieberlecker 10. September 2015 um 11:14 #

    Naiv wie ich bin, dachte ich beim letzten Post, aha, jetzt wird es wohl 2 Monate nix zu Lesen geben hier. Aber so wäre das eben nur bei mir. Die heutige Jugend ( 😉 ) ist da flexibler und technisch motivierter.
    Marco, Kompliment! Es wird Spass machen, Dich auf der Reise zu begleiten.
    Viel Spass und en Guete,
    Andy

    • marco 11. September 2015 um 17:28 #

      Ja, dem Tablet und der Tatsache, dass WLAN auch in Indien Einzug gehalten hat sei Dank, bin ich fleissig am Posts schreiben. Wenn ich mir das so recht überlege, vermutlich sogar in höherer Frequenz als daheim 😉 Schön jedenfalls, dass du mitliest Andy, das freut mich sehr! Liebe Grüsse aus Chennai nach Zürich, Marco

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