Chicken Kebabs mit Tzatziki-Butter

27 Aug

Tue Gutes und sprich darüber…

Wann kann man eigentlich sagen, man kann gut kochen?

Was ist denn eigentlich gut gekocht? Gibt es dafür objektive Massstäbe? Seinen eigenen Mampf mag man in der Regel ja gerne. Ist also kein Massstab. Sind folglich die leer geputzten Teller der Gäste ein Gradmesser für den kleinen Spitzenkoch in uns? Bei mir leben zumindest noch alle, die von mir bekocht wurden…

So oder so: jeder, der in regelmässigen Abständen gerne hinter dem Herd steht und mit Passion eine gierige Schar hungriger Gourmets verköstigt, der hat wohl die eine oder andere Geheimwaffe in der Küche parat. Sei es eine einzelne Zutat, eine spezielle Zubereitungsart oder gar ein ganzes Gericht bei dem man sich sicher sein kann: damit klopfe ich jeden noch so verwöhnten Feinschmecker weich!

Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber meine hausgemachten Chili-Saucen (allen voran die Kreation mit Ají amarillo und getrockneten Aprikosen), die treibt so ziemlich jedem das Wasser in den Mund und die Tränen in die Augen. Und das nicht bloss, weil sie schärfetechnisch ganz schön was drauf hat! Auf breites Lob stossen jeweils auch mein cinghiale in agrodolce (süss-saures Wildschweinragout) und meine unzähligen Eiskreationen. Aber selbst für die am Herd Talentfreien gibt’s meist ein oder zwei Sachen, die sie gut können. Reis aus dem Kochbeutel zum Beispiel oder Blumenkohl ins Wasser schmeissen und bissfest garen 😉

Ich persönlich bin der Meinung, dass meine hausgemachten Buttermischungen sich durchaus sehen lassen können. Mein Chnoblibrot zum Beispiel oder auch die im Frühjahr stets anstehende Blütenbutter finden zumindest immer reissenden Absatz. Deswegen heute hier auch eine neue, spannende Kreation, welche ich kürzlich im Beef-Magazin entdeckt habe!

Aber Hand auf’s Herz: wirklich spannend wird es eigentlich erst dann, wenn einer, der regelmässig und nach landäufiger Meinung ganz passabel kocht, die Karten auf den Tisch legen und selbstkritisch werden muss. Womit habt ihr in der Küche eure Mühe? Ich bin ’ne ziemliche Pfeife im Bereich Salatdressings. Und aus irgend einem Grund habe ich stets Mühe beim Eier trennen. Ausserdem wissen regelmässige Leser, dass gemeinhin Backen nicht zu meinen Leidenschaften zählt…

Und wie schaut es bei euch aus?

Chicken Kebabs  mit Tzatziki-Butter für 2 Personen

für die Kebab-Spiesse

  • 400 g Pouletbrust
  • 2 El griechisches Joghurt
  • ½ Bund Dill
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • abgeriebene Schale von ½ Zitrone
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Die Pouletbrust in nicht zu kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen, vierteln und von den einzelnen Schichten lösen. Die restlichen Zutaten zu einer Marinade verrühren und darin die Pouletwürfel während einer Stunde marinieren. Anschliessend abwechselnd mit Zwiebel auf Spiesschen stecken.

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Auf dem heissen Grill braten die Spiesse je Seite etwa 5 Minuten vor sich hin, bevor sie zusammen mit einigen Spritzern Zitrone und der Tzatziki-Butter (Rezept siehe unten) serviert werden. Als Beilage eignen sich Tortillas oder auch knuspriges Weissbrot oder Pita.

für die Tzatziki-Butter (ergibt 5-6 Portionen)

  • 50 g Fetakäse
  • 2 Knoblauchzehen
  • 60 g Salatgurke
  • 2 Stiele Minze
  • 2 Stiele glatte Petersilie
  • 200 g zimmerwarme Butter
  • 2 EL griechischer Joghurt
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL getrockneter Oregano
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle

Die Butter in der Küchenmaschine cremig aufschlagen.

Fetakäse sehr fein zerbröseln, den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Gurke waschen (nicht schälen!), mit einem Löffel das Kerngehäuse entfernen und ebenfalls sehr fein würfeln. Minze und Petersilie abzupfen und fein hacken.

Nun die vorbereiteten Zutaten zusammen mit Olivenöl, Joghurt und Oregano unter die Butter mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Tzatziki-Butter auf ein Stück Frischhaltefolie geben und zu einer Rolle formen. So kann man sie gut einfrieren und bei Bedarf Stücke abschneiden.

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7 Antworten to “Chicken Kebabs mit Tzatziki-Butter”

  1. felixthailand 28. August 2015 um 03:19 #

    Gut kochen können ist doch eine sehr individuelle Ansicht und als Selbstbetrachtung eher subjektiv.

    Spontan kommt mir ein Gedicht von Eugen Roth in den Sinn:

    «Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
    bemerkte, dass ihm das missriet.
    Jedoch, da er es selbst gebraten,
    tut er, als wär es ihm geraten.
    Und, um sich nicht zu strafen Lügen,
    isst er’s mit herzlichem Vergnügen.»

    FEL!X

    Ach ja: MEINE Schwäche in der Küche liegt eindeutig beim Abwaschen, das kann ich nicht so gut und überlasse es deshalb getrost der Spülmaschine!!! ;o)

    • marco 28. August 2015 um 14:45 #

      Ein treffendes Gedicht, lieber Felix, welches mich auch zum schmunzeln brachte! So auch deine Zeilen zum Abwasch 😉 Ein Haushalt ohne Spülmaschine käme bei meinem Verschleiss an Töpfen, Tassen, Tellern & Co. wohl einer Mammutaufgabe gleich 🙂

  2. lieberlecker 28. August 2015 um 09:08 #

    Nix da! Wenn’s gelungen ist, darfs in den Blog, wenn nicht breite ich den Mantel des peinlichen Schweigens darüber 😉
    Aber vielleicht erfährst Du unter vier Augen mal mehr, denn irgendwann treffen wir uns bestimmt am Hühner stand der Fiechters … 😀
    Deine Kebabs tönen nach einem herrlichen Sommer Abend Essen.
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • marco 28. August 2015 um 14:46 #

      Oder kochst das Gericht gleich nochmals? 😉 Ist bei mir zumindest auch schon passiert, weil ich es eigentlich unbedingt auf dem Blog haben wollte, aber mit dem ersten Versuch unzufrieden war…
      Und ja, lieber Andy, am Stande der Fiechters laufen wir uns hoffentlich bald mal in die Arme! Und schmieden dann hoffentlich auch gleich Pläne für eine gemeinsame „Kochete“ 😉

  3. Beat Ledermann 28. August 2015 um 14:38 #

    Ich fühle mich beim Kochen nie unter Druck. Es ist für mich kein Erwerbszweig. Ich bin nicht auf Gault-Millau-Punkte angewiesen. Und will damit niemandem etwas beweisen.

    Ein guter Heimkoch:
    Vielfältige Koch- und Essfantasien.
    Offener Geist.
    Neugierig.
    Mit einfachsten Zutaten etwas Geniessbares hinzaubern können.
    Improvisationskünstler.
    Kein buchstabengetreuer Nachkocher von Rezepten.
    Bewusstsein für ausgewogenes, gesundes Essen.
    Effizient. Man kann nicht täglich Stunden in der Küche verbringen.
    Vernünftiges Einkaufsverhalten. Vorausdenken.

    Ich habe fast immer Hunger. Selbst nach dem Essen. Das beflügelt meine Essfantasien für den nächsten Tag. Ich denke, es tut auch dem Körper gut.

    Zu deinem Rezept, das wirklich lecker tönt, obwohl es mir mit der Butter zu komplex wäre. Ohne die Butter: Total lecker. Weshalb wähltest du nicht Oberschenkel? Am scharfen Messer kann es wohl nicht liegen, um das Fleisch von den Knochen zu lösen. Die Oberschenkel bieten viel mehr Geschmack und Biss, finde ich. Eine Option wäre auch, ganze Oberschenkel (mit der Haut) bereits am Vortag zu marinieren. Und als Ganzes zu grillen.
    Sollte man Oberschenkel nicht separat kriegen: Mit den Drumsticks lassen sich tolle Ragouts zubereiten. Rohes Poulet ist TK geeignet.

    Liebe Grüsse
    Beat

    • marco 28. August 2015 um 14:52 #

      Danke für die ausführliche Schilderung deiner Ansicht. Ich kann dir nur beipflichten, Beat! In dir scheint ja auch ein Koch verloren gegangen zu sein 😉

      Was die Oberschenkel betrifft: auch hier, du hast natürlich recht und in einem anderen Falle hätte ich auch selbige gewählt. Als regelmässiger Leser ist dir ja sicherlich auch bekannt, dass ich keineswegs einer bin, der sich nur mit Brüstchen und Filets zufrieden gibt. Schenkel haben mir Biss und Geschmack. Punkt. Allerdings ist das Gericht ziemlich spontan entstanden, weil ich a) wusste, dass in einer Stunde noch ein Gast zum Essen vorbei kommt (die Butter schlummerte zum Glück schon seelig im TK) und b) ich dringend und auf die Schnelle mal wieder etwas verbloggen musste 😉 Da blieb leider keine Zeit für Ausbeinen und nächtliches Marinieren. Den Hinweis auf Schenkelfleisch könnte ich im Post allerdings noch ergänzen! Happy Auftakt ins Weekend wünsche ich dir!

  4. Anikó 8. September 2015 um 18:22 #

    Ich kann Schmorgerichte (auch nur Gemüse) ganz gut und scheine Gulaschgene zu haben, die mich eigentlich nicht im Stich lassen 😉 Also, wenn wir uns mal treffen sollten, dann käme bei mir Gulasch auf den Plan *g*
    Ich bin kein großer Held bei kurzgebratenem Fleisch und Fisch. Steaks und Konsorten esse ich zu selten und Fisch mag ich nicht sonderlich (ja, ich weiß, der ist gesund… *seufz*).
    Ich glaube aber, mit dem richtigen Rezept und einem klein bisschen Übung, kann jeder köstliche Sachen für seine Lieben kochen 🙂

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