Burrata mit Bärlauchsalz

11 Apr

(Nicht nur) das Salz in der Suppe

Ja, ja, ja. Ich weiss. Während der letzten Wochen war hier im Blog beängstigend wenig los. Selbst meine Kommentare bei den werten Mitbloggern haben sich drastisch reduziert. Das hat in erster Linie mit der (bezahlten) Arbeit zu tun, die mich letzthin ziemlich beansprucht hat und mir dadurch auch ein bisschen die Lust genommen hat, meine Freizeit am PC zu verbringen. Und meine Stammleser haben mir eine kleine Blogpause bestimmt gegönnt.

Damit ist es nun aber vorbei. Die Tatsache, dass mein bis anhin aktuellster Post von Wintergemüse-Pakoras schwärmt, hat mich dann doch wieder in die Realität zurückgeholt. Denn: man blicke aus dem Fenster. Draussen ist Monsieur lö Lenz in grossen Schritten im Anmarsch. Und Frühlingszeit ist Bärlauchzeit, as we all know.

Die Saison der grünen Scharfmacher ist gerade in vollem Gange und wer den wilden Knoblauch noch mild und weniger penetrant im Geschmack mag, der sollte sich schleunigst auf in den Wald machen. Ich bin immer wieder jedes Jahr aufs Neue fasziniert, wie die würzigen Frühjahrsboten den ganzen Winter über in der Erde schlummern, nur um dann im nächsten Frühling an Ort und Stelle wieder kraftvoll und teppichgleich aus der Erde zu spriessen.

Bereits vor drei Wochen war ich zu meinen geheimen Bärlauchgründen unterwegs, welche ich partout, ähnlich wie Pilzsammler, wie ein Staatsgeheimnis hüte. Die kleinen Sprösslinge waren mir aber noch zu mickrig, weshalb ich ihnen getrost noch ein Wöchelchen Sonne gegönnt habe. Und da Petrus offensichtlich auch ein Bärlauch-Liebhaber ist, wurde kürzlich eine erste Tranche geerntet.

Also: für den absoluten Frühlings-Kick braucht ihr eigentlich nicht viel! Ein Messer, eine Schere wäre nicht schlecht. Manchmal reicht auch der Gang zum Supermarkt an der Ecke. Aber der wahre Gourmör klemmt sich ein Körbchen unter den Arm zieht ab in den Wald spazieren – immer der Nase nach…

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Ein Meer aus Bärlauch

Bärlauchsammeln

Die Zubereitung von hausgemachtem Bärlauchsalz geht ziemlich easy-peasy und es eignet sich hervorragend als Give-Away für nette Gäste oder Gastgeber.

Alles was ihr dazu benötigt sind frische Bärlauchblätter, Meersalz, einen leistungsstarken Mixer und ein paar Stunden Geduld. Und dann erwähnten Gang in den Wald müsst ihr vorab natürlich auch noch auf euch nehmen.

Die verwendete Menge Bärlauch hängt ganz von eurem Geschmack ab und wie intensiv ihr das Salz gerne mögt. Ich gehe jeweils von einer 1:2-Mischung aus, das heisst ich verwende beispielsweise 25 g frische Bärlauchblätter auf 50 g Meersalz.

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Die Blätter werden gewaschen, gut getrocknet und anschliessend grob geschnitten. So wandern sie zusammen mit dem Meersalz in die Küchenmaschine und werden ordentlich durchgemixt. Die so entstandene, relativ dickliche Paste wird nun auf ein mit Backpapier belegtes Blech gegeben und während 24 Stunden bei Zimmertemperatur getrocknet.

Das Salz wird anschliessend noch leicht klumpig sein. Ein erneuter Gang durch den Mixer oder einige kräfte Stösse mit dem Mörtel im Mörser schaffen hier Abhilfe. In einem luftdicht verschlossenen Glas hält sich das Salz etwa zwei Monate lang, theoretisch auch länger, es verliert danach aber rasch an Geschmack und Aroma.

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Und wofür verwendet man das Bärlauchsalz? Versucht es mal aufs Tomatenbrot, Avocadobrot, für Salatsaucen oder Dips. Aber auch zu Fisch wie Lachs, Meeräsche oder Felchenfilets, zu Poulet, Frühlingskartoffeln, Nudelgerichten oder gebratenem hellem Fleisch mundet das Salz vorzüglich.

Oder aber ihr pimpt damit euren Frischkäse, das klassische Butterbrot, die selbstgemachten Chips, das sonntägliche Drei-Minuten-Ei, die Frühlingsminestrone, dippt eure Radieschen da rein oder streut es grosszügig über das frisch gebackene Focaccia-Brot…

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12 Antworten to “Burrata mit Bärlauchsalz”

  1. Tom 11. April 2015 um 15:08 #

    Watt’n Zufall, bei uns köchelt grad ein Bärlauchsüppchen. Allerdings kommt der Bärlauch vom Markt, suchen ist hier dann doch ein wenig aufwändiger.

    • marco 11. April 2015 um 16:59 #

      Mmhh Bärlauchsüppchen 🙂 Dürfte auch mal wieder ran. Schön mit noch ein paar Kartöffelchen drin! Dir jedenfall Bon App!

  2. lieberlecker 11. April 2015 um 15:15 #

    Also diese Farbe auf der Burrata ist schon sehr cool und lacht einem richtig ins Gesicht. Und bei all diesen Verwendungsmöglichkeiten … ich bin dann mal kurz im Wald 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • marco 11. April 2015 um 17:01 #

      Ja, die Farbe kickt ziemlich cool! Genau so wie der Geschmack! Mein Vorrat ist zum grössten Teil leider schon verschenkt 😉 Dir ein schönes Restwochenende.

  3. Bonjour Alsace 11. April 2015 um 23:00 #

    Eine ausgezeichnete Idee, auf diese Weise kann man das köstliche Bärlauch-Aroma wenigstens für eine gewisse Zeit konservieren. Ich werde dann mal schauen, wo ich noch welchen auftreibe….

    • marco 13. April 2015 um 20:41 #

      Ja, so konserviert hält sich das feine Bärlauch-Aroma immerhin etwas länger als die jungen Triebe im Wald. Ich hoffe du wirst fündig 😉

  4. eva 12. April 2015 um 11:06 #

    Sorry, Bärlauch steht bei uns nicht hoch im Kurs, aber ein Eckchen Burrata tät ich nehmen. 🙂
    (Und, ähm, eine fifty-fifty-Mischung besteht bei mir aus 50 g und 50 g, aber vielleicht ist das in der Schweiz anders?)
    Liebe Grüße,
    Eva

    • marco 13. April 2015 um 20:40 #

      Ja, das Herr H. und du nicht so grosse Bärlauchfans seid, war mir irgendwie noch im Kopf. Ich muss auch sagen, nach ein paar Gerichten mit Bärlauch drin, widme ich mich dann auch getrost anderen Frühjahrsboten. Und ob du’s glaubst oder nicht, aber fifty-fifty ist auch in der Schweiz 50:50 😉 Danke für den Hinweis!

  5. Susanne 13. April 2015 um 09:13 #

    …..hab ich diese Woche auch gemacht, das Salz – und zwar genau so 🙂

    • marco 13. April 2015 um 20:42 #

      Aha 🙂 Wenn ich mich nicht täusche, wächst der bei dir ja sogar im Garten?

  6. essen & l(i)eben 20. April 2015 um 11:20 #

    die Blogpause gönnen wir Dir absolut. Ich würde sogar soweit gehen, dass mich Blogpausen anderer ungemein beruhigen… 😉

    … und ein Stückchen Burrata würde ich auch nehmen. das wäre jetzt schön leicht zur Mittagspause passen, auf die ich mich gerade hier bei Dir einstimme.

    Deine geheimen Bärlauch-Gründe haben übrigens etwas verwunschen-märchenhaftes. und beste Grüße auch an „Monsieur lö Lenz“ 🙂

    • marco 20. April 2015 um 18:42 #

      Mössiö lö Lenz grüsst fröhlich zurück! Er hat sich hierzulande mittlerweile völlig breit gemacht 😉 Und ja, ich gebe dir recht haha, die Blogpausen anderer tun irgendwie auch gut. I know what you mean 😉

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