Rote Bete in Salzkruste

1 Mrz

Im Aromasafe

Habt ihr eigentlich ein Hassgemüse?

Oft ist es so, dass das was man als Kind nicht mochte, auch später im Leben „Hass-Gemüse“ bleibt. Doch es gibt Ausnahmen. Anders als viele Kids, war ich zum Beispiel ein stets tapferer Spinatesser. Bei Randen hingegen (so heisst die Rote Bete hier bei uns) habe ich stets so reagiert, als ob man mich vergiften wolle. Ob es an der Farbe, dem erdigen Geschmack oder an meinem eingeschränkten kulinarischen Horizont lag, kann ich rückblickend schlecht beurteilen.

Fakt aber ist, dass gerade Eltern ziemlich fiese Praktiken an den Tag legen können, wenn es um die Verarsche ihrer Kinder bezüglich Gemüsekonsum geht. So ist vielen Knirpsen meist gar nicht bewusst, dass sie sich gerade mit Freude ihr Hassgemüse in den Mund schaufeln. Ich habe zwar keine Kids, bin aber überzeugt, dass wenn Eltern diese am eigentlichen Kochprozess teilhaben lassen, deren Neugierde naturgemäss steigt. Schliesslich will man doch probieren, was man selbst gekocht hat.

Eine in der Salzkruste gebackene Rote Bete ist zum Beispiel ein echter Hingucker auf dem Gabentisch und vermag auch so manchen erwachsenen Gemüsemuffel zu überzeugen. Abgesehen von der Ressourcenverschwendung (90 Minuten Ofen heizen und 2 kg Salz zu verballern ist tatsächlich diskutabel) gibt es daran rein gar nichts auszusetzen.

Aber das Spektakel lohnt sich komplett. Und wenn man dann ein bisschen Theater spielen kann, am Tisch oberkellnermässig mit Hammer und Stechbeutel die Kruste aufbricht und sämtliche Augenpaare gespannt den backsteinharten Salzkegel fixieren, blickt man Minuten später reihum in zufrieden schmatzende Gesichter…

Rote Bete in der Salzkruste mit Ziegenkäse-Schaum

für 4 Personen

  • 2 grosse oder 4 kleine Rote Beten, jeweils gleichmässig gross
  • 2 kg grobes Meersalz
  • ca. 100 ml Wasser
  • 2 Eiweiss

Zunächst heizt ihr den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor. In der Zwischenzeit mischt ihr Meersalz, Wasser und Eiweiss in einer grossen Schüssel mit Hilfe einer Holzkeller gründlich durch.

Die Roten Beten unter fliessendem, warmem Wasser gründlich waschen. Dafür allenfalls eine Bürste oder ein Tuch zur Hilfe nehmen. Vorsicht, dass ihr die Knollen nicht verletzt. Anschliessend gut abtrocknen.

In einer feuerfesten Form breitet ihr ca. einen Drittel der Salzmasse aus und platziert darauf die Roten Beten. Anschliessend die Knollen mit der restlichen Salzmasse komplett eindecken und dabei darauf achten, dass keine offenen Stellen übrig bleiben. Ist im Ansatz wie Schneemann bauen, ihr werdet es merken.

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Nun wandert das Ganze in den vorgeheizten Ofen, wo es für ca. 90 Minuten gemütlich vor sich hin backen darf. In der Zwischenzeit könnt ihr den Ziegenkäse-Schaum zubereiten:

  • 300 ml Vollmilch
  • 100 ml Vollrahm
  • 2 EL gemahlene Mandeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 80 g Ziegenfrischkäse
  • etwas Zitronensaft
  • Salz, weisser Pfeffer aus der Mühle

Milch, Vollrahm und die geschälte Knoblauchzehe in einem weiten Topf erhitzen, aber nicht kochen, und etwa 5 Minuten ziehen lassen. Anschliessend die Knoblauchzehe entfernen.

Danach die gemahlenen Mandeln sowie den Ziegenkäse unterrühren, die Milchmischung nochmals erwärmen und mit dem Pürierstab aufschäumen. Mit Salz, Pfeffer sowie Zitronensaft abschmecken und warm halten.

Wenn die fertigen Beten aus dem Ofen kommen, greift ihr idealerweise zu Hammer und Stechbeutel (alternativ tut es auch ein Schraubenzieher) und knackt damit die harte Salzkruste.

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Entfernt vorsichtig sämtliches Salz von den Knollen und schneidet diese am besten noch warm auf. Zusammen mit dem Ziegenkäse-Schaum servieren!

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13 Antworten to “Rote Bete in Salzkruste”

  1. essen & l(i)eben 1. März 2015 um 14:59 #

    Marco, manchmal frage ich mich ja, ob Du rein geschmacks-knospen-technisch ein verlorener Bruder sein könntest… Habe die Rote Bete nämlich auch erst nach der Salzkruste für mich entdecken können. Davor war sie ein elendes Kindheitstrauma. Aber der Aromasafe tut soviel für die Knolle – das ist unglaublich.

    Und Ziegenkäse-Schaum kann man glaub ich zu fast allem servieren 🙂 schöne Kombination mit den gemahlenen Mandeln. Das werde ich mir sicher merken.

    Hast Du es schon geschafft, die Knolle aus der Kruste zu holen, ohne das Salz in der gesamten Küche zu verteilen?

    • marco 2. März 2015 um 07:03 #

      Der geschmacksknospen-technisch-verlorener Bruder 🙂 Nun ja, irgendwie stellen wir solche Parallelen ja tatsächlich nicht zum ersten Mal fest. Unsere gemeinsame Liebe für Ziegenkäse will ich erst gar nicht erwähnen 😉

      Und ja: Das Garen in der Salzkruste holt tatsächlich nochmals alles aus der Bete raus, kein Vergleich zum kochen in Wasser. Erstaunlicherweise ist die Küche sogar ziemlich sauber geblieben. Gut so, ich hasse dreckige Küchen. Macht mich irgendwie nervös 😉

      • essen & l(i)eben 2. März 2015 um 22:38 #

        ich verteile immer das ganze Salz in der halben Wohnung… irgendwie hab ich da den Kniff noch nicht raus. vielleicht sollte ich mal wieder üben…

      • marco 3. März 2015 um 15:11 #

        Erinnert mich irgendwie daran, wenn ich selber Chili-Sauce zubereite. Da trage ich die Chili-Samen -frag mich nicht wie- jeweils sogar ins Bett 😉

  2. Susanne 1. März 2015 um 15:06 #

    Rote Bete mochte ich schon immer, (so lange es nicht das blöde Zeug aus dem Glas ist, brrrrr) und Spinat auch. Mein Problem liegt beim Knollensellerie – wir werden nur sehr langsam Freunde.
    Die Bete in der Salzkruste muss ich mal machen…und mit dem Ziegenkäse-Schaum, da kriegst Du mich immer.

    • marco 2. März 2015 um 07:04 #

      Wie wärs mit Knollensellerie in der Salzkruste? 😉 Wenn du viel Ziegenkäse-Schaum draufmachst… ;-p

  3. Anikó 1. März 2015 um 17:04 #

    Darf ich bei Dir mal zum Essen vorbei kommen? Bin auch nicht wählerisch (außer Kokos) und mochte schon immer Spinat und Leber und auch Rote Bete. Ich kannte früher als Kind allerdings nur die eingelegte aus dem Glas, mag sie aber bis heute. Die frisch gekochte entdeckte ich spät für mich, liebe sie jetzt umso mehr 🙂

    • marco 2. März 2015 um 07:06 #

      Bei mir ist jeder stets zum Essen willkommen! Also, falls du mal in der Gegend bist, einfach anmelden 😉 Und unwählerische Gäste sind mir eh die liebsten! Die müssen einfach der Gefahr ins Auge sehen, dass sie auch gerne mal als Versuchskanichen hinhalten müssen 🙂

      • Anikó 3. März 2015 um 16:53 #

        Ich bin gerne Versuchskaninchen 🙂 Missbrauche meine Gäste ja auch oft genug dafür *g*

  4. Randen in Salzkruste mit Paprikawurst, ich kann Euch sagen, dieser Marco kann wirklich aus allen Zutaten was kreieren. Wir durften diesen Gaumenschmaus geniessen. Danke nochmals dafuer Marco. 2. März 2015 um 16:27 #

    Randen in Salzkruste mit Paprikawurst, ich kann Euch sagen, dieser Marco kann wirklich aus allen Zutaten was kreieren. Wir durften diesen Gaumenschmaus geniessen. Danke nochmals dafuer Marco.

    • marco 2. März 2015 um 20:59 #

      Ich fühl mich gebauchpinselt 😉 Danke. Schön, dass ihr meine Gäste wart! Und ja, die Paprikawurst wurde hier natürlich nicht erwähnt. Ist ja ein Vegi-Gericht 😉

  5. seasonette2 11. März 2015 um 14:47 #

    Hassgemüse? Hatte ich als Kind nicht viele. Eigentlich nur Rosenkohl und tataaaa am allermeisten allerverhasstesten waren mir Rote Bete. Zu meiner Entschulding muss ich anmerken, dass man mir auch nur die fiesen Dinger aus dem Glas kredenzt hat. Und das auch nur im Kindergarten und in der Schule. Meine Eltern hatten nämlich ihr eigenes Rote-Bete-Kindheitstrauma und deshalb war unser Haushalt rotebetefrei.

    Im Kindergarten musste ich die Bete dummerweise immer aufessen, weil die Erzieherin aufgepasst hat. Heimliches Deponieren in der Schürzen- oder Hosentasche mit späterem Entsorgen auf der Toilette war wegen akuter Fleckgefahr leider nicht möglich. Das hat meinen Hass ins Unermessliche gesteigert und etwa 30 Jahre lang anhalten lassen.

    Da musste erst ein richtig guter Koch kommen und mit mir zusammen eigentlich Kürbisravioli machen wollen. Es wurden dann später mangels Kürbis welche mit Rote-Bete-Ricotta-Füllung und Mohnbutter draus. Himmlisch! Seither sind die Knollen bei mir rehabilitiert und ich habe sogar schon Rote-Bete-Schokoladenkuchen gebacken. Nur die Dinger im Glas, die kann ich immer noch nicht haben …

    Von Roten Beten in Salzkruste hat mir Natalie schon vorgeschwärmt. Da muss wohl was dran sein … jetzt interessiert mich das langsam ernsthaft 😉

    Liebe Grüße
    Jana

    • marco 12. März 2015 um 20:25 #

      Tatsächlich also, bei dir war es also auch die fiese Rande, die dir als Kind nicht zugesagt hat. Ok, stattgegeben, der Plunder aus dem Glas, den kann man sich tatsächlich schenken. Lustigerweise hatte ich sogar die kulinarische Ehre, stets selbst eingemachte Rote Beten meiner Oma (Oma’s know best, das wissen wir alle!) zu erhalten – und trotzdem, irgendwie musste ich wohl erst erwachsen werden, um auf den Geschmack zu kommen 😉

      Tortelli mit Rote-Bete-Füllung habe ich mittlerweile schon mehrfach auch verschiedenen Blogs entdeckt. Never tried, aber hört sich unglaublich toll an. Die Pastamaschine ist ja jetzt im Haus, insofern 😉 Und Natalie hat ja hier auch schon geschwärmt. Da hoffe ich schwer, wir konnten dich nun definitiv überzeugen 🙂

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