Waadtländer Empanadas

17 Jan

Über den Tellerrand…

Ungläubig blicke ich auf den Kalender und stelle fest, dass das neue Jahr bereits schon wieder einen halben Monat alt ist. Die letzten Wochen waren irgendwie richtig relaxed und gleichzeitig saumässig busy: blogtechnische Funkstille das logische Resultat daraus.

Mittlerweile bin ich halbwegs im 2015 angekommen – und werde das Bauchgefühl nicht los, dass es ein gutes Jahr werden könnte! Natürlich auch in kulinarischer Hinsicht. Da ist im neuen Jahr nämlich einiges ganz gross im Anrollen. Wagen wir doch gemeinsam einen Blick über den Tellerrand 2015.

Aber Vorsicht: das könnte länger dauern…Für 2015 brodelt so einiges in unseren Pfannen und Töpfen vor sich hin. Der Food Report von Hanni Rützler zum Beispiel und andere Foodtrend-Forscher nennen da schon einige klare Prognosen. Der Blick in meine eigene Kristallkugel prophezeit ebenfalls einige spannende Entwicklungen. Ob Bauchgefühlt oder Wunschdenken? Fragt mich in einem Jahr nochmals…

Südamerika weiter Trumpf
Skandinavien hat es vorgemacht, ist nun aber langsam durch. Peru ist im letzten Jahr nachgezogen! Die cocina novoandina mit ihrer exotischen Vielfalt an Produkten und Gerichten liegt voll im Trend. Hashtag: Ceviche essen ist très chique. Das Sushi der Anden hat den Durchbruch definitiv geschafft und landauf landab findet es sich auf immer mehr Speisekarten. Ständig nur Currywurst ist ja schliesslich auch langweilig.

So oder so. Kommt vielleicht Chile als nächstes? Oder ’n bisschen mehr Mexican Street Food? Ja, bitte! Gerne mehr davon!

In die andere Richtung des Atlas geschielt prognostiziere ich den japanischen Nudelbars hoffentlich bald den verdienten Durchbruch. Dort, wo schlürfen erlaubt ist und Nudeln Udon heissen! Suppe geht irgendwie immer.

Was aus Korea kommt beobachte ich weiter gespannt! Und wer bereits heute die Zukunft essen will, der beschäftigt sich am besten mal intensiver mit Buns: superzarte, flaumige Klösse. Flach aufgeschnitten und mit Fleisch, Fisch oder Gemüse kreativ gefüllt. In London bereits der Hit! Ich mag geil säuerlich abgeschmeckte Hoisin Sauce dazu.

Aber auch die alpine Küche erfindet sich neu und bahnt sich den Weg in die kulinarische Weltliga. Man blickt gespannt in die Berge…

Gemüse wird noch mächtiger
War ja irgendwie auch klar. Noch vor einigen Jahren schien das Motto: je exotischer, desto besser! Die Themen Nachhaltigkeit und solidarische Landwirtschaft  sind aber mittlerweile in den meisten Köpfen angekommen. Regional ist das neue Bio. Gut so. Bleiben, bleiben, bleiben! Insofern kein Trend, aber mit Sicherheit eine Entwicklung, die auch 2015 noch weiter wachsen wird.

Farm to table hat weiterhin noch viel Potential. Root-to-stalk-cooking wird da anknüpfen, denn mittlerweile haben viele begriffen, dass auch Karottengrün, Kohlrabiblätter, Broccolistängel, ja sogar Wassermelonenschalen nicht achtlos entsorgt sondern kulinarisch spannend eingesetzt werden können.

Als nette Begleiterscheinung wird alles noch weiter urban werden: Urban Gardening, Urban Beekeeping, Urban Farming, Fischfarmen auf Häuserdächern und Wolkenkratzer-Schrebergärten. Ernten wo man isst eben. Vom Hof direkt in die Pfanne. Wetten, dass euer Nachbar bald seine eigenen Champignons im Keller züchtet oder alte, vergessene Gemüsesorten im Garten anbaut?

Ich persönlich wünsche mir zudem, dass culinary misfits, also Lebensmittel mit Ecken und Kanten wie dreibeinige Karotten, krumme Gurken und Äpfel mit optischen Mängeln auf dem Markt noch mehr anerkennt werden. Esst die ganze Ernte! Das ist die Message!

Für taste the waste sind wohl noch die wenigsten verwöhnten Gaumen bereit: aber wer weiss?

Das Schwein von nebenan
Nose-to-tail-eating wird weiter an Bedeutung gewinnen! Die „Nur-das-Filet-Esser“ werden weniger. Recht so! Die arme Kuh hat schliesslich nur eines davon! Herz, Leber, Niere, Hirn und Markknochen: die inneren Werte zählen wieder mehr! Blutwurst an die Macht! Wer auch noch weiss, woher sein Schweinchen auf dem Tellers stammt und wie es hiess, der macht alles richtig!

Fleisch schmeckt böse und die Vegetarier werden mehr. Jein. Schön ist primär, dass die Zeiten, in denen Karnivoren möglichst günstigen und häufigen Fleischkonsum als Menschenrecht betrachten, langsam auch zu Ende gehen. Gezielt gescoutete Nutztierrassen schaffen es zurück auf unsere Speisekarten. Wollschwein, Angus, Limousin, Perlhühner und und und… Ganz grosses Tennis!

Ausserdem wünsche ich mir, dass bisher als „billig“ gebrandmarkte Fische wie Sardinen, Makrelen, Heringe & Co. wieder entdeckt werden. Der Überfischung der Meere und der Zukunft des Thunfischs zuliebe. Im Süden Europas waren 2014 ausserdem Fischkonserven zunehmends wieder sehr beliebt. Im letzten Herbst hatte ich in Barcelona eine Restaurant-Bar besucht, die sämtliche Gerichte aus Konserven serviert. Rappelvoll mit hungrigen Mäulern. Vielleicht auch bald bei uns?

Do-it-yourself: Selbst ist der Koch!
Wurst-Workshops, gemeinsames Schlachten, Räuchern was das Zeug hält, Marmelade einwecken, Kraut fermentieren, Erdbeeren auf der Fensterbank, Kochevents mit fremden Menschen, Kitchensurfing, Guerilla-Restaurants, Supper Clubs, Dinnerpartys in Privatwohnungen, Pop-Ups über Pop-Ups. Ich will mehr davon! Verlorenes Vertrauen in die Lebensmittelbranche, der Wunsch nach Selbstproduziertem und sexy Lifestyle machen den Unterschied.

Getränketechnisch: bitte nicht noch mehr Gin!
Manches kommt, einiges geht vorbei. Gin schmeckt und wird noch eine Weile bleiben. Aber mehr Auswahl ist fast schon unerträglich. Ich dachte eigentlich Rum würde schon 2014 wieder kommen… wir bleiben mal gespannt!

Craft Beer hat sich etabliert. Next step: Bier als Speisenbegleiter. Quasi zu jedem Gang der passende Gerstensaft. Die vielerorts angebotene Ausbildung zum Bier-Sommelier unterstützt diesen Trend noch zusätzlich.

Bio-dynamische, naturbelassene Weine brauchen wohl noch zwei, drei Jahre. Dafür gehen Retro-Cocktails wieder! Für mich dann bitte einen Moscow Mule! Und weinbasierte Produkte wie Sherry, Portwein oder Vermouth werden wieder an Bedeutung gewinnen. Sehr gut! Me like!

What else?

– Gewürze:
Sinnlich, inspirierend und unglaublich vielfältig! Mehr, mehr!
– Food Pairing:
Kommt in grossen Schritten und wird niemanden unberührt lassen!
– Soft Health:
Gesund = Verzicht. Ausgewogen und Vielfältig heisst die Lösung!
– Trinkessig:
Zum Apéro oder Dessert. Unbedingt versuchen!
– Kokoszucker:
Süss, unraffiniert, natürlich!
– Online-Shopping:
eCommerce hat Potential! Auch im Lebensmittelbereich!
– Multy-Sensory-Gastronomy:
Nicht bloss essen! Sehen, fühlen, staunen!
Insekten?
Äääh… nope! Dafür bleibt der Ekel wohl vorerst noch zu gross 😉
– Gastronomie goes online:
Eigene Website, Facebook, Smartphone App. Fast schon ein Must.
– Foodtrucks:
Rollen hoffentlich auch endlich in der Schweiz richtig an…
– Re-Thinking-Food:
Kulinarische Utopie oder Zukunftsmusik? 3D-Food, Performance Food, Design Food, Food Porn: im Gasthaus zum Übermorgen isst man heute schon die Zukunft.

Was auch immer kommen mag. Der Begriff Fusionsküche rührt mittlerweile ebenfalls schon seit einigen Jahren kräftig in der Suppe mit. East goes west, kubanisch-afrikanisch, italienisch-orientalisch oder nicht zu vergessen das eher wenig inspirierende Tex-Mex.

Die Kombi Schweiz-Argentinien erscheint nicht erst seit dem diesjährigen WM-Krimi ein gelungenes Fressen! Klassisch südamerikanische Empanads, halb Mais- halb Weizenmehl, mit dem vermutlich Herzhaftesten, was der Kanton Waadt auf dem Teller zu bieten hat: Papet vaudois. Die Basis bilden Lauchkartoffeln. Dazu gesellt sich ein guter Freund deren. Saucisse aux choux aka Kabiswurst aka Kohlwurst. Nicht echt mit der offiziellen waadtländischen grünen Marke dran. Die Kombi funktioniert genial.

Wer mag serviert Chimichurri dazu. Ziemlich unargentinisch 😉 Bei Chimichurri denkt der Gaucho schon eher an auf dem Grill vor sich hin zischendes Fleisch. Aber mir schmeckt’s…

 

Waadtländer Empanadas mit Chimichurri

ergibt ca. 20 Empanadas

Im Grunde funktioniert das einfach, aber nicht ganz unaufwändig. Step 1: Teig.

  • 250 g Maismehl / 250 g Weizenmehl mischen (in einer Schüssel, wo sonst!), in der Mitte ein Mulde machen
  • 100 g weiche Butter da rein, plus 1 EL Salz, 1 EL Zucker,
  • – dann noch 20 ml Olivenöl, 20 ml Milch, 1 Ei
  • – mit dem geeigneten Mitteln langsam mischen und nach und nach ca. 150 ml Wasser zugeben
  • – einige Stunden kühlstellen

Voilà: Nun folgt Schritt 2: Wasser aufsetzen, salzen und zum Kochen bringen. Zwei grosszügige Hände voll festkochende Kartoffeln schälen, in feine Würfel schneiden und im Salzwasser bissfest garen. Abgiessen und auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit schneidet ihr Lauch, vielleicht so 4-5 schöne Stangen, klein. Anschliessend die saucisse aux choux (Kabiswurst, Kohlwurst) häuten und klein schneiden. Wer’s rustikaler mag zupft die Wurst gewissermassen mit den Händen zu chunky bites.

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Step 3: Auf einer bemehlten Arbeitsfläche könnt ihr nun den Teig etwa 3-5 mm dick auswallen und sticht Kreise von etwa 8 cm Durchmesser aus. Dafür eignet sich zum Beispiel ein grosses Glas oder ein entsprechender Teigausstecher. Die restlichen Teigfetzen wieder zusammenkneten und erneut ausrollen, bis kein Teig mehr übrig bleibt.

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Auf jeden Teigfladen je einen kleinen Teelöffel der drei Füllungen (Lauch, Kartoffel, Kabiswurst) geben (vielleicht noch einen Klecks Chimichurri dazu – Rezept siehe unten) und die Fladen vorsichtig und gründlich verschliessen. Meine aus dem Argentinien-Urlaub vor ein paar Jahren mitgebrachte Empanada-Maschine leistet dabei natürlich hervorragende Dienste, es klappt aber auch ganz wunderbar ohne, da der Teig schön geschmeidig und elastisch ist.

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Ofen auf 200° C vorheizen und die Empanadas darin goldbraun backen. Dauert ca. 20-25 Minuten.

Zusammen mit Chimichurri servieren. Und die geht so:

  • 1 Bund glattblättrige Petersilie
  • ½ Bund Thymian
  • 2 gehäufte EL getrockneter Oregano
  • 1 Lorbeerblatt, getrocknet
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Limette
  • 1 TL Salz
  • Etwas Zucker
  • Etwa 150 ml Olivenöl
  • Etwa 75 ml Rotweinessig
  • ein kleiner Schuss Wasser
  • 1-2 EL Paprikapulver

Petersilie und Thymian fein hacken. Den Knoblauch und die Schalotte in allerfeinste Stücke schneiden. Petersilie, Thymian, Lorbeer, Oregano, Knoblauch und Schalotte zusammen mit Salz und Zucker in einen Mörser geben und alles gründlich zermörsern. So intensiviert sich der Geschmack.

Anschliessend den Limettensaft dazupressen und alles nochmals gründlich zermörsern.

Die Mischung in eine Schüssel oder Schale geben und einen kleinen Schuss Wasser untermischen. Anschliessend Rotweinessig und zuletzt das Olivenöl unterrühren bis eine Emulsion entsteht. Mindestens eine Stunde durchziehen lassen.

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23 Antworten to “Waadtländer Empanadas”

  1. Memse 17. Januar 2015 um 16:11 #

    Sieht sehr fein aus. Es erinnert mich an Argentinien. „Heti fast echli Hunger uf en Empi und echli Torrontes“:-)

    • marco 17. Januar 2015 um 16:29 #

      Wie recht du hast! Eine feine Empi und ein gutes Glas Torrontes funktioniert halt immer 😉

  2. Tom 17. Januar 2015 um 17:55 #

    Teigtaschen gibts hier auch hin und wieder mal. Deine Idee hier werden wir demnächst dann wohl auch mal ausprobieren. Aber mit Bier als Begleiter, wie Du den Trend ja selber schon beschrieben hast. 🙂
    Und ja, Regional ist das neue Bio. Wir können uns glücklich schätzen hier in der Stadt einen Bauernmarkt zu haben, den will ich absolut nicht mehr missen. Sogar mit Käserei, einfach nur lecker.

    • marco 18. Januar 2015 um 12:30 #

      Eine schöne Entwicklung, die man auch hier verstärkt feststellen kann. Auch Gärtnerkooperativen haben in der Schweizer Städten mittlerweile viele Anhänger. Ich hoffe mir, dass diese Entwicklung so bleibt!

  3. lieberlecker 18. Januar 2015 um 00:28 #

    Er schreibt nicht oft, aber wenn, dann richtig 🙂 Spannende Gedanken und gelungener Ausblick. Man darf in der Tat gespannt sein. Und Deine Empanadas sind auf jeden Fall „gluschtig“!
    Schönen Sonntag,
    Andy

    • marco 18. Januar 2015 um 12:31 #

      Ja, der Spruch der passt, Andy 😉 Die letzten Wochen war es hier wirklich etwas ruhiger… Das ändert sich hoffentlich bald wieder 🙂

  4. Tring 18. Januar 2015 um 11:28 #

    Südamerika ist bei mir bislang noch nicht so angekommen – die mexikanischen Restaurants haben sich irgendwie ein bisschen abgenutzt finde ich. Das mag aber auch nur daran liegen, dass ich bisher keinen persönlichen Bezug zu der Küche habe und deshalb einfach nicht so drauf achte 😉 Ich beobachte im Moment eher, das es wieder ein bisschen mehr in Richtung bewusst langsame Küche geht (was sicher mit dem „Selbermachen“ einhergeht, das du oben aufgelistet hast). Über selbstgekochte Fonds, selbstgemachte Nudeln etc. und das sich bewusst Zeit nehmen fürs Kochen und Essen stolpere ich in letzter Zeit immer häufiger – zusammen mit dem Wiederentdecken regionaler Produkte und Gerichte sowie einiger „alter“ Gemüsesorten (wobei das eigentlich etwas ist, was sich schon über die letzten Jahre immer mehr abzeichnet). Aber wie alles ist ja auch diese Beobachtung höchst individuell und vom sozialen Umfeld abhängig. Danke dir jedenfalls für den Post – das war interessant und sehr kurzweilig zu lesen!

    • marco 18. Januar 2015 um 12:48 #

      Danke für deine Gedanken dazu, Tring! Persönliche Bezüge zu einer Landesküchen lassen einem diese natürlich aus einer komplett anderen Perspektive sehen. Ich bin der Meinung, man merkt das zum Beispiel auch bei deinem Blog ganz besonders 🙂 Von Südamerika werden wir noch so einiges hören, da bin ich mir sicher. Wie stark sich der Trend aber wirklich festsetzt… das ist wohl ein ziemlich wager Blick in die Kristallkugel. Ich teile aber deine Meinung, dass man sich wieder mehr Zeit zum kochen nimmt und Essen nicht blosses Mittel zum Zweck ist, sondern die schönen Nebenerscheinungen, die damit einhergehen auch wieder erkannt werden… Dir einen schönen Sonntag!

  5. Zitronen und Olivenöl 18. Januar 2015 um 22:44 #

    Schönes Rezepte und sehr spannende Gedanken zu 2015.

    • marco 19. Januar 2015 um 21:35 #

      Danke dir! Ich bin gespannt wie’s denn dann wirklich kommt…

  6. essen & l(i)eben 19. Januar 2015 um 00:12 #

    oh weh… das kommt alles auf uns zu dieses Jahr? wer soll denn da den Überblick behalten? 😉 ich hätte jetzt ja gerne eine fast-forward-sneak-peak ins Jahr 2016, um zu schauen, was wirklich war geworden ist und für wie lange die jeweiligen Trends dann halten..

    ich persönlich bin ja sofort dabei, wenn’s um nose-to-tail und root-to-stalk geht. nur bei food pairing frage ich mich oft, ob das nur alter Wein in neuen Schläuchen ist? Ha! allerdings bei Kokoszucker und diesen furchtbar gut ausschauenden Empanadas bin ich sofort wieder verzückt 🙂

    weniger Trend und mehr alte Tradition sind ja gute Wünsche zum neuen Jahr. und ich finde auch 3 Wochen im neuen Jahr, darf man die noch wünschen. Also hoffe ich, dass Du einen fabelhaften Start in ein (kulinarisch) spannendes Jahr hattest und wünsche Dir ein kunterbuntes 2015.

    liebe Grüße, Natalie

    • marco 19. Januar 2015 um 21:38 #

      Und wie immer nimmt sich Natalie ordentlich Zeit für einen Comment mit ordentlich Inhalt und Eloquenz 😉 Sehr schön! Auch dir natürlich meine allerleckersten Wünsche fürs 2015! Ich hoffe es wird ein gutes Jahr für dich!

      Und ja, vermutlich wird ein Grossteil dieser sogenannten „Trends“ wie warme Luft wieder verpuffen, nur um dann zwei Jahre später wieder aufgewärmt zu werden 😉 Kokoszucker in Ehren, aber bitte nichts gegen Food Pairing! Sauspannend, I tell u 🙂

      • essen & l(i)eben 20. Januar 2015 um 01:00 #

        ach, ich wußte es! 😉 nicht umsonst hab ich den Kommentar ja dreimal gelöscht und neu geschrieben…

        bis ich mich dann schließlich getraut/durchgerungen/erdreistet habe, ausgerechnet gegenüber DIR Zweifel an food pairing zu äußern. doch: let me tell u – noch bin ich nicht überzeugt, von diesem neumodischen Zeugs…. ich gebe Dir aber gerne das ganze Jahr Zeit dafür. sicherlich hast Du zu dem Thema die ein oder andere spannende im Kopf resp. braunen Büchlein.

  7. AlessiaGalante 19. Januar 2015 um 12:15 #

    mmm… Waadtländer-Empanadas… klingt nach einer leckeren Argentinisch-Schweizerischen-Mischung!! Wird ausprobiert!!

    • marco 19. Januar 2015 um 21:36 #

      Bin gespannt auf dein Feedback! Wer Papet Vaudois mag und Empanadas gleich dazu, der kann hier fast nichts falsch machen 😉

  8. seasonette2 29. Januar 2015 um 09:59 #

    Ein schöner Post, vor allem deine Ausführungen zu den Food Trends 🙂 Ceviche habe ich immer noch nicht geschafft, das kommt aber in 2015 jetzt wirklich dran!

    Nose to Tail ist ein interessanter Trend, aber da stößt man schnell gegen seine Vorurteile und kulturellen Prägungen. Ich habe u.a. ein Paleo Kochbuch mit etwas Gourmet Anspruch, in dem es auch enige Innereien- Schweineschnauzen-Rezepte u. ä. gibt – aber das finde ich ehrlich gesagt noch zum Weglaufen 😉

    Aber ich habe noch eine ganz andere Frage an dich als großen Küchengadget-Freak: Hast du einen Sous Vide Garer bzw. was hälst du davon? Kannst du eventuell ein Gerät mit sinnvollem Preis-Leistungsverhältnis (bei angemessener Qualität) empfehlen?

    Liebe Grüße
    Jana

    • marco 29. Januar 2015 um 12:50 #

      Na, dann aber los! Ceviche muss unbedingt auf die „Muss-ich-bald-nachkochen“-Liste 😉
      Nose-to-tail ist spannend und verfolgenswert. Aber ja, auch in meinem Gaumen löst eine geschmorte Schweineschnauze oder Suppe mit Ohr nicht immer gleich Begeisterungsstürme aus. Allerdings bin ich felsenfest davon überzeugt, dass in einer Blindverkostung so mancher positiv überrascht wäre! Ich traue mich langsam an das Thema, aber einige Rezepte mit nicht ganz soo alltäglichen Teilen von Schwein & Co. sind schon mal abgespeichert für 2015!

      Zum Thema Sous-Vide: grosse Leere bei mir! Ich kenne und schätze die Vorzüge, habe mich bisher in meiner privaten Küche noch wenig mit dem Thema beschäftigt. Daher fehlt mir auch das entsprechende Küchengadget noch 😉 In meinem Arbeitsalltag in der Gastronomie ist diese Zubereitungsart aber natürlich omnipräsent. Ich höre immer wieder davon, dass der julaboPearl von FusionChef auch für den Hausgebrauch ganz toll sein soll und hervorragende Ergebnisse erzielt! Guckst du hier: http://www.fusionchef.de/de/1_3_1_pearl_fusionchef.html

      Bin halt kein Experte 😉 Aber ich glaube auch KitchenAid hat ganz gute Vakuumgargeräte im Angebot. So oder so: auch hier macht wohl Übung erst den Meister!

      • seasonette2 2. Februar 2015 um 13:55 #

        Danke, lieber Marco. Aber ein Ferrari muss ein nicht gleich sein. Ein solider Sous-Vide-Golf tut’s auch. Da micht das Thema sehr reizt, bleibe ich dran uns berichte bei Gelegenheit, was draus geworden ist.

        Liebe Grüße
        Jana

  9. Cookinator 28. Februar 2015 um 22:25 #

    woow, ein gut recherchierter Artikel. Meine Glaskugel sagt mir dass „Food Pairing“ und „Streetfood“ sowie Peruvian Cuisine DIE Top Trends der kommenden 2 Jahre werden und spätestens in 5 Jahren im Mainstream angekommen sind …

  10. Houdini 23. März 2015 um 14:33 #

    Ein „Doppel-Gebiss“ für 2 Täschlein oder Empanadas habe ich seit kurzem, Dein Rezept kommt gerade gelegen. Ausführlich, Hintergrundinfos, super Fotos, etc.

    • marco 23. März 2015 um 21:25 #

      Sali Erich, schön von dir zu lesen! Es ist etwas still um dich und deinen Blog geworden 😦 Freut mich, dass du dir anscheinend auch einen Empanada-Tätschler anschaffen konntest. Soll ich dir die Saucisson nach Thailand schicken? 😉

  11. Beat 6. April 2015 um 19:49 #

    Marco, deine Einschätzungen der Entwicklung trifft für die Minorität unserer Gesellschaft, die sich mit Life Style und Ernährung bewusst auseinandersetzt, zu. Du hast wirklich gut recherchiert.

    Mit nose to tail eating hatte ich persönlich nie ein Problem. Innereien gehören seit meiner Kindheit zu meinen Lieblingsessen.
    An Geburtstagen durfte ich als Kind das Mittagsmenü wünschen: Ich glaube es war bei mir immer Kalbskopf.
    Vielleicht wünschte ich mir mal Kutteln (Pansen / Tripes). Mit viel Zwiebeln und etwas Wasser weich gegart.

    Heute habe ich mehr das Problem, dass ich nicht mehr an diese einfachen Produkte rankomme. Schweinefüsse, Ohren, Schwänze, Zungen, Bäggli (Backen), dass man eine schmackhafte Sulz machen könnte.

    Selbst frischer Schweinebauch mit Schwarte (für Crackling!) muss man suchen. Oder direkt nach UK reisen und es dort kochen.

    Die Mehrheit der Bevölkerung ist auf einem anderen Pfad. Migros und Coop zeigen es mit ihrem Angebot.

    Was mich erstaunt: Weshalb haben die vielen Einwanderer das Schweizer Kulinarium nicht mehr geprägt und für die Masse zugänglich gemacht? Ist das Land so konservativ? Und unfähig für die Akzeptanz fantastisch neuer Düfte?

    Noch nie mussten historisch gesehen die Leute weniger Geld für Food ausgeben wie heute. Nebst Food bleibt viel Geld übrig fürs Wohnen oder Mode. Es gab Zeiten da war zumindest die städtische Bevölkerung unterernährt. Ist noch nicht so lange her. Man denke an die Kriegsjahre im letzten Jahrhundert.

    Ich bin ein Verfechter von nose to tail: Nicht nur beim Schwein. Rinder- oder Lammfett rund um die Nieren müsst ihr zum Braten probiert haben. Ein Tier verdient als Ganzes sinnvoll verwertet zu werden. Das sind wir dem Tier und der Umwelt schuldig.

    • marco 7. April 2015 um 19:46 #

      Lieber Beat
      Schön hier von dir zu lesen. Ich danke dir für den ausführlichen Kommentar und den interessanten Einblick in deine Gedanken zum Thema. Ich sehe schon, wir verstehen uns. Allerdings habe ich persönlich erst in den letzten Jahren den Zugang zu den inneren Werte von Schweinchen & Co. gefunden. Als kleiner Knirps stand da schon eher Spaghetti Bolo als Geburri-Menu auf der Wunschliste 😉 Heute ticke ich da glücklicherweise anders. Gerade letzes Wochenende hatte ich in Manchester ein formidables Sheep Brain Curry verputzt – ganz, ganz grosses Tennis!

      Wenn ich die aktuelle Ernährung unsereins diesbezüglich beobachte, so stelle ich fest, dass zwar einige Leute allmählich feststellen, dass die arme Kuh eben nicht nur aus Filet besteht. Sie werden kulinarisch „experimentierfreudiger“ (irgendwie fast haarsträubend, dass ich dies so nennen muss) und probieren gerne mal das, was unsere Grosseltern seit Ewigkeiten gekocht und geschätzt haben. Interessant auch: früher, daran erinnere ich mich noch gut, gab es bei Migros und Coop im Standard-Sortiment stets Innereien wie Schnörrli, Schwänzli und dergleichen zu kaufen. Vorbei die Zeiten, solche Sachen sucht man, wie von dir erwähnt, sogar bei manchem Metzger vergebens. Jäääh, das müend sie vorbstelle 😉

      Und übrigens: für Bezugsquellen von Rind- und Lammfett habe ich ein offenes Ohr 🙂

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