Nektarinen-Konfi mit Prosecco

16 Jul

Glück im Glas

Jetzt ist die Zeit perfekt! Dieser Tage strahlen uns rotwangige Nektarinen allerorts aus den Früchtekisten entgegen und flehen förmlich danach gleich kiloweise gekauft und schmatzend verspeist zu werden. Und sind wir mal ehrlich: Konfitüre kochen kann nun wirklich jeder.

Und überhaupt: Einmachen liegt voll im Trend! Selbermachen lautet die Devise! Ketchup, Saucen, Konfitüren, Chutneys, Senf und Pickles! Während das Einwecken in früheren Zeiten vorwiegend den Rentnerinnen unter uns vorbehalten war, rührt heutzutage auch die Yuppie-Ehefrau ihre homemade Kirschenmarmelade und gut verdienende Banker bringen eigens eingemachtes Gemüse als letzten Schrei zur Grillparty mit. Für die meisten ist das Lifestyle – für mich einfach nur Genuss und Liebe zu tollen Produkten.

Das beliebteste Obst, das in die Gläser kommt ist übrigens die gemeine Erdbeere und die klassische Erdbeer-Konfi somit wohl die Königin aller Konfitüren überhaupt. Davon gibt es mindestens so viele Rezepte wie Grossmütter und wohl jeder von uns schwelgt in vertrauten Kindheitserinnerungen, wenn er den den süssen Duft von Erdbeeren denkt, welcher das ganze Haus erfüllt.

Damals konnte ich kaum aufs nächste Frühstück plangen, bevor ich mir mein Zmorge-Brot wieder dick mit Konfitüre bestreichen konnte. Tatsächlich hat sich die Liebe zur ersten Mahlzeit des Tages über die Jahre mittlerweile etwas gewandelt.

Ich und Frühstück? – das eine schliesst das andere eigentlich von vorn herein schon kategorisch aus. Wochentags nämlich kriege ich vor 12 Uhr mittags nur äusserst selten einen Bissen runter. Vorher streikt mein Magen und mag irgendwie nicht recht gefüttert werden. Die Energie für den Tag hole ich mir indes mit ordentlich Kaffee. Aber wer weiss, bei solch einem glamourösen Brotaufstrich werde ich mir das künftig doppelt überlegen.

Als besonders einfallsreich, wenn es um kreatives Brotbebuttern geht, zeigt sich übrigens mein Opa. Der schmiert seine Sonntagszüpfe gerne mal doppelseitig voll, oben mit Konfitüre und unten mit Honig. Das Spektakel ihn beim Verzehr dieses Doppeldeckers zu beobachten, zaubert mir jedesmal ein herzhaftes Grinsen zwischen die Zähne. Ich denke mal, ich schenk ihm auch ein Gläschen…

Wichtig für Konfitüren-Neulinge: Die Gläser müssen vorher wirklich blitzsauber und möglichst heiß sein, wenn ihr die Marmelade einfüllt. Sonst ist die Haltbarkeit in Gefahr, denn Keime führen schnell zu Schimmel. Pfui, das wollen wir schliesslich nicht.

Idealerweise kocht ihr die Gläser in sprudelndend heissem Wasser einige Minuten lang aus, wäscht sie nochmals kurz heiss aus und füllt die heisse Konfitüre direkt in die Gläser ab.

Die 0815-Konfi, welche man heutzutage im Supermarkt kriegt, ist mir meistens viel zu süss. Da steckt teilweise bloss noch ein Drittel Frucht im Glas, der Rest ist Zucker, purer Zucker. Für den Hausgebrauch sagt mir das Mischverhältnis 2:1 von Frucht und Zucker am ehesten zu. Viele aber erzielen aber sogar mit 3:1 Mischungen hervorragende Resultate. Hängt ein Stück weit natürlich auch immer von der jeweiligen Frucht und dem Reifegrad ab. Ob man normalen Haushaltszucker oder Gelierzucker verwendet, da scheiden sich ebenfalls die Geister – ein richtig oder falsch gibt es jedoch nicht!

Für meine Nektarinen-Konfi (ergibt ca. 6-7 grosse Gläser) mische ich:

  • 1.6 kg Nektarinen, geputzt, entsteint, mit Schale
  • 800 g Gelierzucker

Die Früchte wandern zusammen mit dem Zucker in einen grossen, hohen Topf und marinieren darin mindestens 3 Stunden lang, besser noch über Nacht. Dadurch entziehen wir den Nektarinen so richtig viel Aroma.

Anschliessend wird das Ganze mit dem Mixstab kräftig püriert. Nun giesst ihr 2 dl Prosecco sowie den Saft einer halben Zitrone und einen Rosmarinzweig dazu und lässt die Mischung einmal kräftig sprudelnd aufkochen und rund 10 Minuten kochen lassen.

Nektarinen

Nektarinen kochen

Den entstandenen Schaum grosszügig abschöpfen und die noch heisse Konfi, wie eingehend beschrieben, in die ausgekochten Gläser abfüllen. Deckel drauf, auf den Kopf stellen und auskühlen lassen. Dann nur noch anschreiben, datieren und bis zum Gebrauch kühl und trocken lagern.

Yamyam, glaubt mir: da wird selbst der grösste Frühstücksmuffel zum Z’mörgeler! Das Zeug könnte kann man pur vom Löffel in sich reinschaufeln!

Nektarinenkonfitüre

Nektarinen-Konfi

Nektarinen-Konfi mit Prosecco

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14 Antworten to “Nektarinen-Konfi mit Prosecco”

  1. evazins 16. Juli 2014 um 13:18 #

    Nektarinen solo habe ich noch nie marmeliert. Letztes Jahr zusammen mit Erdbeeren, geschmacklich ok, farblich eher nicht so der Hit. Vielleicht probiere ich’s mal mit Prosecco. 🙂
    Aber generell: 1. für mich nur 1:1 Frucht und Zucker, egal ob Gelier- oder Normalzucker. Die Konfitüre bekommt so eine brilliantere Farbe, ein besseres Aroma und eine längere Haltbarkeit. Meine Gläser halten immer (vorausgesetzt, sie werden nicht gegessen) mindestens ein Jahr und ich spüle sie vor dem Füllen nur kurz mit 60° warmen Wasser aus. Naja, jeder hat halt so seine Routine. 😉

    • marco 17. Juli 2014 um 08:10 #

      Erdbeeren mit Nektarinen marmeliert hört sich aber auch sehr lecker an! 🙂 Beim nächsten Mal werde ich mal wieder die Variante 1:1 ausprobieren, mir waren die von dir beschriebenen positiven Effekte so gar nicht bekannt!

      Aber ja, wie gesagt: bei der Konfi-Herstellung gibt’s wohl soviele Theorien und Weisheiten wie’s Grossmütter gibt 😉

      • evazins 17. Juli 2014 um 08:57 #

        Die Großmütter schwören wohl aber alle auf 1:1. 😉

  2. Memse 16. Juli 2014 um 13:25 #

    Das ging aber sehr schnell mit dem Zopf aufschneiden und der Foto machen.
    Eigentlich esse ich kein Frühstück, und schon gar nicht süss. Aber seid ich Deine Konfitüre habe, kann ich es nicht lassen, jeden Tag ein Brötli mit Butter und dieser feinen Konfitüre zu essen. Wirklich super:-)

    • marco 17. Juli 2014 um 08:11 #

      Gell, das ging schnell?! 😉

      Freut mich, dass ich also auch den Frühstücksmuffel in dir wecken konnte! Und keine Angst: es hat noch genügend Gläser übrig 😉

  3. seasonette2 16. Juli 2014 um 15:48 #

    Ich esse auch nur am Wochenende so richtig Frühstück, aber dann gerne mit frischen Brötchen, Konfi, bretonischer Karamellcreme und ähnlichen zucker- und weizenhaltigen „Schweinereien“, die ich unter der Woche nie anrühren würde. Allerdings tendiert die Frühstückszeit dann auch meistens so gegen 12 Uhr 😉

    Nektarinen-Konfitüre habe ich noch nie gegessen. Ich weiß auch nicht, wieso. Dein Werk schaut aber sehr gut aus und Nektarinenaroma kann ich mir gut auf marmeladig vorstellen. Vielleicht mache ich nach dem Urlaub mal einen Test.

    Apropos Test: Wie isst dein Opa eigentlich seine Doppeldecker?? Wenn oben und unten süßer Belag prangt, ist ja nicht mehr so viel Platz zum einigermaßen sauberen Anfassen des Trägergebäcks.

    Ich packe meine Marmeladengläser übrigens zum Destillieren für 10 Minuten bei 120 Grad in den Ofen. Funktioniert prima, man muss nur aufpassen, dass man sich dann beim Einfüllen nicht die Finger verbennt 😉

    • marco 17. Juli 2014 um 08:20 #

      Okay, wenn ich an bretonische Karamellcreme denke, dann täte ich mir morgens wohl auch öfter ein Brötchen schmier’n, ja sogar extra früher aufstehen dafür 🙂

      Meinen Opa beim Verzehr des Doppeldeckers zu beobachten ist wirklich ein optischer Hochgenuss 😀 Und ich muss sagen, er macht das ziemlich fix. Aber ganz ohne anschliessendes Fingerschlecken kommt auch er nicht aus 😉

      Und das Destillieren im Ofen muss ich beim nächsten Mal einmachen definitiv auch ausprobieren!

  4. Susanne 17. Juli 2014 um 07:53 #

    Deinen Opa würde ich ja gerne mal beim Doppeldecker-Verspeisen zusehen; da hat man bestimmt Spaß.
    Aktuell habe ich den Keller voll mit Lieblingsmarmelade (Heidelbeer mit Weißer Schokolade…), aber bestimmt ist bald etwas Platz für deinen Luxux-Brotaufstrich.
    Ich stelle übrigens die MArmeladengläser einfach immer kopfüber in den Backofen und schalte dann auf 110°C – ist eine Methode für Faupelze, funktioniert aber.

    • marco 17. Juli 2014 um 08:27 #

      Da hat man einen Heidenspass glaub’s mir 🙂 Früher habe ich ihm sogar Gesellschaft geleistet und fleissig mitgebuttert!

      Hhmm… deine Lieblingsmarmelade hört sich besonders gut an! Ich hatte mir auch kurz die Kombination Nektarine-Weisse Schoko überlegt. Bin irgendwo auf einem Blog mal über eine ähnliche Kreation mit Aprikose gestolpert und fand das äusserst interessant! Ich liebe Weisse Schokolade 🙂

      Die Faulpelzmethode wird ausprobiert, und zwar schon bald – da liegen nämlich noch einige Haufen frische Zwetschgen rum, welche unbedingt eingemacht werden wollen 😉

  5. Houdini 18. Juli 2014 um 02:13 #

    Da ist ein Könner am Werk, nicht wie bei meiner Lychee Marmelade 🙂 Wenn die Confiture lange halten soll, ist Sauberkeit angesagt, ja. Meine Mama sterilisierte die Gläser vor dem Füllen im grossen Topf, andere destillieren vielleicht die Bakterien weg wie im Vorkommentar, und nach dem Einfüllen gab sie eine etwa 3mm dicke Schicht geschmolzenes Paraffin drauf, die beim Abkühlen erstarrte und den Inhalt hermetisch vor Bakterienzutritt schützte. Oben gab sie ein sog. Pergamentpapier über das Töpfchen und machte eine Schnur drum. Zu erwähnen ist, dass damals – um 1960 – keine guten Deckelgläser zur Verfügung standen, oder sie hatte keine, ausser die grossen Sterilisiergläser mit den roten Gummiringen.

  6. Zitronen und Olivenöl 20. Juli 2014 um 21:32 #

    Oh, klingt das gut. Ich liebe Nektarinen, vor allem mit dem Rosmarin darin. Danke für den Tipp

    • marco 21. Juli 2014 um 08:43 #

      Ja, wenn du eine Schwäche für Nektarinen hast, dann wird dir diese Konfi definitiv zusagen 😉

  7. Tom 17. August 2014 um 14:21 #

    Den stürmischen und verregneten Sonntag nun mal genutzt um 2kg Nektarinen nach Deinem Rezept zu verarbeiten. Neun Gläser sinds geworden, und nach dem ersten Naschen muß ich sagen echt lecker.

    • marco 17. August 2014 um 22:25 #

      Bei uns war es heute seit Wochen mal wieder halbwegs sonnig, deshalb durften die Töpfe in meiner Küche ausnahmsweise mal ruhen 😉 Aber das Regenwetter bei euch hast du ja anscheinend gut genutzt! Freut mich sehr, dass dir die Konfitüre schmeckt. Und bei neun Gläsern wirst du sicher dem einen oder anderen auch noch eine Freude bereiten können 😉

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