Zitronen-Rosmarin-Sirup

1 Apr

Hugo war gestern

Die besten Kindheitserinnerungen haben stets etwas mit Essen zu tun.
Geht euch das nicht auch so?

Gummibärli, Zuckerwatte, Butterbrot mit Aromat (mein Gott, wie konnte ich nur!!?), Tomatensauce bis hinter die Ohren verschmiert. Verschwommen in Erinnerung, die Szene, in der ein voll beladener Löffel schwebend vor meinem Mund kreist und wie ein dicker Brummer zur Landung ansetzt.
Es Löffeli fürs Mami, es Löffeli fürs Grosi…

Die wohl zuckersüsseste Kindheitserinnerung aber zeigt sich in Form eines knallroten Glases mit Himbeersirup. Der Geschmack purer Künstlichkeit! Ich leg das mal getrost als jugendliche Geschmacksverstauchung ab. Wir haben schliesslich auch Buffalo Tower Boots getragen 🙂

Aber wie auch immer: da ich mir auch heute noch hin und wieder gerne ein Gläschen Sirup gönne, hilft in diesem Fall das Prädikat „hausgemacht“ dem sensationell ungesunden Industrie-Fructose-Gesöff Vorschub zu leisten.

Dem allgemeinen Hype um hausgemachten Sirup folgend habe ich mir also auch ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht. Wie immer gerne leicht abgefahren und episch. Die französischen Sirup-Freaks von Monin haben ja einige ziemlich ausgefallene Kreationen im Repertoire. Ich denke da an Salz-Karamell, Zuckerwatte, Gurke (what the fuck?) oder Apple Pie, der neuste Streich im Sirup-Königreich. Ganz verruckti Cheibe, diä!

Den Klassiker unter den Getränken gibt’s heute bei mir in der Geschmacksrichtung Zitrone-Rosmarin. Zwei gute Freunde schlechthin, die auch in dieser Komposition wunderbar harmonieren.

Und wenn Kindheitserinnerungen erwachsen werden, dann darf die Brause durchaus auch mit ein bisschen Prosecco oder Champagner gepuncht werden. Hugo war gestern – heute ist Rosi! Es gab nämlich etwas zu feiern. Dazu aber demnächst bald mehr…

 Zitronen-Rosmarin-Sirup

  • 450 g Zucker
  • 8 dl Wasser
  • 3 Bio-Zitronen, abgeriebene Schale und Saft
  • 80 g Rosmarinzweige

DSCN8328

Die Zubereitung geht easy-peasy und ist wahrlich ein Klacks.

Zucker und Wasser in einen tiefen Topf geben und langsam erhitzen. Zitronen waschen, Schale abreiben und zusammen mit dem Saft und den gewaschenen Rosmarinzweigen hinzufügen und alles zugedeckt 1 Stunde lang köcheln lassen.

DSCN8330

In sterilisierte Flaschen abfüllen und gekühlt aufbewahren.

Für den Extra-Kick etwas Sirup in ein Champagnerglas geben, einen Rosmarinzweig dazu und wahlweise mit Sekt, Prosecco oder Schämpaign auffüllen! Nice!

DSCN8343

 

Dem Zitronenaroma auf die Sprünge geholfen habe ich übrigens mit zwei Fingern der Buddha’s Hand Zitrone, welche ich von meinem USA-Urlaub mitgebracht hatte und von der noch eine Hälfte im TK vor sich hinfror. Geschmack = unübertrefflich! Zitrone pur – purer geht gar nicht! Wenn ihr in die unwahrscheinliche Situation kommt und ein solches Prachtstück irgendwo antrifft, das heisst es bloss: zuschlagen und geniessen!!

DSCN8333

 

DSCN7720

DSCN7722

Advertisements

30 Antworten to “Zitronen-Rosmarin-Sirup”

  1. Zitronen und Olivenöl 1. April 2014 um 22:18 #

    Klingt echt gut. Den Rosmarin kann ich mir sehr gut dazu vorstellen. Ich habe auch ein paar fiese Kindheitserinnerungen, die mit viel Zucker und Essen zu tun haben.

    • marco 1. April 2014 um 22:24 #

      Fast schon ein wenig griechisch inspiriert, nicht? 😉
      Aber der Rosmarin macht sich wirklich gut dazu!

      Fiese Kindheitserinnerungen gibt es bei mir zuhauf: eigentlich ein Wunder, dass ich früher kein Pummelchen war 😉

      • Zitronen und Olivenöl 1. April 2014 um 22:39 #

        Fast 🙂 die meisten Griechen würden gleich Likör machen und den Rosmarin im Garten lassen 🙂 Der ist im Norden meist nur Deko im Garten und landet nur im Süden Griechenlands ab und zu im Kochtopf

  2. salzpfefferkokos 2. April 2014 um 00:43 #

    Mensch Marco, wo soll ich hier nur wieder anfangen… Also erstens schaut dein Sirup köstlich aus, aber das muss nicht extra erwähnt werden denke ich. Die Fotos gefallen mir sehr gut, Mr. Buddhas Hand ist nämlich äußerst fotogen. Zum Gurken-Sirup möchte ich gerne einhaken: Stelle mir das extrem sinnvol vor, wenn gerade keine Salatgurke im Haus ist, man aber dennoch Lust auf einen Moskow Mule hat…. :))
    Glückwunsch zum neuen Header außerdem, der Comic-Style gefällt mir sehr. Etwa selbst gezeichnet das Gäbelchen und die Burger?
    Mir liebsten Grüßen verabschiede ich mich mal Richtung Waagerechte… Gute Nacht!

    • salzpfefferkokos 2. April 2014 um 00:45 #

      *sinnvoll

    • marco 2. April 2014 um 09:44 #

      Haha Verena, da sprich die Trinkfestigkeit aus dir 😉 Aber du hast schon recht, der Gurkensirup würde möglicherweise sogar mit Gin&Tonic funktionieren…

      Die Freude am selber Sirup kochen geht gerade komplett mit mir durch. An der Stelle freue ich mich schon unbändig auf die bald anstehende Rhabarber-Saison 🙂 Schön übrigens, dass dir mein neuer Header gefällt. Er ist zwar selbst gemacht, aber nicht selbst gezeichnet. Und die „Burger“ sind übrigens Kaffeebohnen :p

      • salzpfefferkokos 2. April 2014 um 10:41 #

        Okay. Das ist echt peinlich!!! Aber mein hungriges Auge hat sie wohl als Burger identifiziert :p

  3. Houdini 2. April 2014 um 03:00 #

    Buddha’s Hand sieht mir eher aus wie eine Teufelskralle, aber interessant. Ich kann mir gut vorstellen, wie Dein Sirup schmeckt. Dieser ist sicher mit den natuerlichen Zutaten hergestellt, wie wir sehen koennen. Bei Monin waere ich da nicht so sicher, die CH-Aromastoff-Weltfirmen Firmenich und Givaudan lassen gruessen.

    • Houdini 2. April 2014 um 03:15 #

      Ach ja, der neue Header. Der fiel mir sofort auf, nicht wie der neue Haarschnitt. Sieht gut aus, ein bisschen Pfiff drin, passt zu Dir, wie ich Dich „kenne“, ja, halt nur hier vom Blog.

    • marco 2. April 2014 um 09:48 #

      Kennt man denn die Buddha’s Hand in Thailand auch? Ich hatte schon so lange darüber gelesen, die hierzulande aber nirgends gefunden. Aber im Land der unbegrenzten (kulinarischen) Möglichkeiten entdeckt man halt doch so einiges…

      Und ja, bei den Monin-Sirups sind bestimmt auch einige unerwünschte Stoffe mit dabei. Ich arbeite gleich neben Givaudan. Glaub mir, das riecht manchmal ziemlich seltsam 😉

  4. minzzucker 2. April 2014 um 07:50 #

    Herrlich, Dein Sirup! Ich wollt eh mal wieder einen machen für die anstehende Draußensaison, die ich sehr, sehr gern mit Blubberwassermischgetränken verbringe. Und Kindheitsherinnerungen und Essen. Absolut. Wir haben bei den Großeltern immer Butterbrot mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver gegessen. Das überkommt mich heute manchmal noch und ich muss das sofort haben.
    Herzliche Grüße,
    Dani

    • marco 2. April 2014 um 09:50 #

      Irgendwie habe ich gewusst, dass dir das gefallen dürfte, liebe Dani 🙂 Ich komme gerade so richtig auf den Geschmack und habe noch einige Kompositionen im Hinterkopf. Anstelle Butterbrot mit Paprika gab’s bei mir welches mit Aromat-Streuwürze… heute ein absolutes No-Go in meiner Küche. Aber so wird man auch in kulinarischer Hinsicht erwachsen 😉

  5. boulancheriechen 2. April 2014 um 08:36 #

    Ha, dadrauf einen „Rosi“! Endlich mal was Neues (ich hab auch noch einen Sirup auf der Hinterhand, da muss das Jahr aber noch ein wenig fortschreiten..
    Rosmarin und Zitrone stelle ich mir sehr erfrischend vor, da müsste ich aufpassen, dass ich den Schampäign nicht trinke wie Limo…
    Und die Gurke: Ich musste laut lachen.. Aber sie ist seeehr trendy. Ich habe von verschiedenen Freundinnen (unabhängig voneinander) Pflegeprodukte im Gärtnerinnenstyle für meine geschundenen Hände bekommen – immer GURKE, toll aufgemacht..
    Liebe Grüße
    Cheriechen

    • marco 2. April 2014 um 09:53 #

      Interessant. Was im letzten Jahr der Ingwer war, scheint wohl im 2014 die Gurke zu sein?

      Was für eine Geschmacksrichtung hast du denn da noch in der Pipeline? Mir war zunächst auch nach Chai Sirup, aber irgendwie war die Saison dann doch nicht soo passend dafür 🙂 Und ja, vorsichtig, das Zeug lässt sich (mit oder ohne Schämpaign!) kübelweise trinken… zweiteres ist dann eher gefährlich 😉

      • boulancheriechen 2. April 2014 um 13:25 #

        Ich hülle mich in geheimnisvolles Schweigen (was mir nicht sooo leicht fällt 😉 ) aber, wenn es weiter so warm bleibt, wirst du es Mitte April schon erfahren.
        Chai-Sirup kenne ich als Kaffee-und Latte-Aufpepper, das sollten wir spätestens im November mal ausprobieren..
        Ich bin ja ein echter Vanille-Junkie, aber in Sekt brauche ich keine…
        Ich versuche dann besser die Gläser zu zählen, wenn ich unsicher werde, höre ich dann besser auf! 😉

  6. Susanne 2. April 2014 um 09:48 #

    Dann werde ich mal dem Rosmarin im Beet gut zureden, der sieht nämlich ein wenig gestresst aus……und dann, dann gibt es Sirup, denn Zitrone und Rosmarin sind ein Traumpaar.
    Und der Header gefällt mir auch 🙂

    • marco 2. April 2014 um 10:04 #

      Gestresst? Dabei hatten wir doch einen solch milden Winter, das müsste dem doch eigentlich ganz wohl gut gepasst haben? Aber mit Pflanzen sprechen hilft immer, echt jetzt, da bin ich wirklich überzeugt von 🙂 Habe ich von Oma gelernt! Und freut mich, dass dir der Header gefällt!

  7. lieberlecker 2. April 2014 um 10:10 #

    … und genau aus dieser Mischung musst Du auch mal ein Sorbet machen – Hammer, versprochen! 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • marco 2. April 2014 um 10:53 #

      Au ja, das klingt spannend! Meine Eismaschine wird demnächst sowieso wieder auf Hochtouren laufen und so viel Sirup wie ich momentan daheim habe, kann ich käumlich alles trinken 😉

  8. Verena Becker 3. April 2014 um 08:47 #

    Schöne neue Optik hat dein Blog!
    Ich mag die Kombi auch so gerne, schmeckt einfach nach Frühling und Leichtigkeit!
    Aber Marco, jetzt erzähl, waaaas gibts zu feiern? Du kannst dich doch nicht einfach so in Schweigen hüllen!!! 😉

    • marco 7. April 2014 um 12:58 #

      So, endlich Feedback zu deinem Kommentar: besser spät, als nie 🙂 Allerdings muss ich dich enttäuschen, liebe Verena, denn ganz spruchreif ist das noch nicht 😉 Ein bisschen gedulden musst du dich wohl noch…

  9. seasonette2 8. April 2014 um 16:44 #

    Oh, diesen Post habe ich glatt übersehen. Aber jetzt verstehe ich auch deinen Spruch, dass Zitronen gerade in aller Munde sind. In meinem Mund wird der Zitronen-Rosmarin-Sirup jedenfalls auch bald landen – wobei sich gerade harte Konkurrenz durch Rhabarbersirup anbahnt. Und jede Menge selbstgemachter Holunderblütenlikör ist auch noch im Keller, so dass auch noch der eine oder andere Hugo ansteht 😉

    • marco 8. April 2014 um 17:18 #

      Du sprichst mir aus der Seele! Ich kann die anstehende Rhabarbersaison kaum erwarten 🙂 Beinahe täglich erwische ich mich dabei, wie ich durch die Gemüseregale schlendere und -leider, leider- momentan vorerst nur die Treibhausvarianten aus Holland finde… aber lange dauert’s ja nicht mehr 😉

      Und Holunderblütensirup wollte ich schon seit Jahren mal machen… leider backe ich die aber fast genauso gerne in Bierteig aus 🙂

      • seasonette2 8. April 2014 um 17:25 #

        Ich habe letzten Freitag auf dem Markt endlich den ersten Freiland-Rhabarber bekommen und auch sofort verbacken … dazu kommt pünktlich vorm Wochenende noch ein Post (habe ich mir zumindest vorgenommen 😉 )

        Für den Rest, der im Kühlschrank liegt, hast du mir mit deinem Sirup-Post die Inspiration geliefert. Was ich auch unbedingt noch probieren muss, ist Rhabarber-Eis. Aber die Saison geht ja gerade erst los 🙂

        Von Holunderblüten in Bierteig hat schon früher ein befreundeter (sehr guter) Koch immer geschwärmt. Muss wohl was dran sein … ich hoffe, du hilfst mir rezepttechnisch mit einem Post auf die Sprünge, wenn es soweit ist?

  10. Sarah Maria 17. April 2014 um 11:55 #

    Woah. Wenn Früchte nach religösen Führern benannt werden, dann waren die Namensgeber offenkundig sehr begeistert. Scheint mir also, nebst deiner Empfehlung, ein guter Rat danach mal gezielt Ausschau zu halten. 🙂

    • marco 18. April 2014 um 11:01 #

      Buddha wäre wohl auch begeistert gewesen 🙂 Gib Bescheid, wenn du sie gefunden hast. Ich war hierzulande bisher leider ziemlich erfolglos…

  11. Otto 7. Mai 2015 um 14:06 #

    Dieses Rezept ist super. Da ich Antialkoholiker bin, versuchte ich verschidene aufgüsse. Mit Apfelschorle ist es super. viele Grüsse

    • marco 11. Mai 2015 um 14:13 #

      Au ja, das klingt extrem gut! Das muss ich demnächst auch ausprobieren! Nachschub für den Sommer ist nämlich schon produziert 😉

Trackbacks/Pingbacks

  1. Zum Grillen, fürs Picknick: Aromabrot “Rozithy” mit Mandeln … | boulancheriechen - 5. April 2014

    […] steht für Rosmarin, Zitrone und Thymian. Wahrscheinlich hat Marco mich mit seinem Sirup inspiriert … und Björns Rezept vom Mediterranen Landbrot, das mit Sicherheit bisher […]

  2. Rosmarin Zitronen Grapefruit Sirup | - 24. April 2015

    […] Strahlen der Abendsonne mit einem Gläschen „Rosecco“ auf dem Balkon.) (Rezept gefunden unter myfoodprints und leicht […]

dein Senf dazu...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: