Crema catalana ahumada

25 Feb

Kleiner Rahmen, grosses Kino

Es ist ein offenes Geheimnis: ich habe eine grosse Schwäche für den Kauf neuer, inspirierender Küchengadgets, welche mir den Alltag hinter den Töpfen versüssen. Je nach Polsterung meines Portemonnaies wird in regelmässigen Abständen eine neue Anschaffung für den liebsten Raum meiner Wohnung getätigt. Ein Mann ist eben ein erwachsener Junge.

Über die Jahre hinweg haben sich so einige dankerfüllte (und auch einige weniger nützliche) Gerätschaften in den Türchen und Schubladen meiner Küche angestaut. Angefangen bei Flambier- und Marronipfanne, über Eismaschine und Tortilla-Presse bis hin zu Sushi-Matte und Chinesischem Hot Pot. Und natürlich Messer – der beste Freund schlechthin in der Küche. Männer und Messer. Damit verhält es sich grundsätzlich ähnlich wie bei Frauen und Schuhen: man kann gar nicht zu viel davon besitzen.

Meine neuste Anschaffung präsentiert sich in Form einer küchengangster-mässigen Räucherpistole. And I love it! Sie war das diesjährige obligate Weihnachtsgeschenk an mich selbst (und die sind ja bekanntermassen stets die besten). Funktionieren tut sie so dermassen simpel, dass selbst ein Kind sie bedienen könnte. Dazu  kommt es aber nicht. Meine Küchenhelfer gebe ich nur ungern aus den Händen.

In einen kleinen Siebeinsatz wird Räucherspan wie Apple Wood, Hickory oder Kirschbaum zusammen mit allfälligen Aromengebern wie Tee, Gewürzen, getrockneten Blumen, Zitronenabrieb und so fort gegeben. Das Ganze im Anschluss mit einem Streichholz entzündet, schiesst die Smoking Gun den aromatischen Rauch durch den Abzug nach aussen und veredelt auf diese Art so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Butter, Austern, Cocktails, Salz, Carpaccio, Jakobsmuschel, Salate, Frischkäse, Schokolade, Baisers… die Liste könnte ich ewig weiterführen.

Mein erstes Experiment war ein mit Kirschbaumholz geräuchertes Single Malt Whisky-Shortbread-Eis. Eine echte Wucht! Dafür hätte ich noch so manche Küche ausgeräuchert. Das Zeug war so unglaublich schnell verputzt, dass ich nicht mal Zeit hatte, um es gebührend zu fotografieren. Und da ich selten innerhalb kurzer Zeit dasselbe koche, wagten mein Kumpel Pädde und ich uns am Weekend an einen frisierten Klassiker. Crema catalana ahumada. Mit ordentlich Schall, Rahm und Rauch!

Crema catalana für 4 Personen

  • 3 dl Milch
  • 2 dl Vollrahm
  • 1 Vanillestängel, ausgekratztes Mark und Stängel
  • 1 Stück dünn abgeschälte Orangenschale
  • 5 Eigelb
  • 5 EL Zucker
  • 2 EL Maisstärke
  • 6 EL Rohrzucker zum karamellisieren

Die Milch mit Rahm, Vanillemark und -stängel sowie der Orangenschale in einer Pfanne aufkochen. Pfanne vom Herd nehmen und zudecken. Wer eine Smoking Gun besitzt, injiziert nun mit Hilfe des mitgelieferten Schlauchs den aromatischen Rauch (bei mir Apfelbaumholzspäne mit Fenchelsamen und Orangenschale gespickt) unter die Pfanne und schliesst den Deckel gleich wieder. Danach den Milchrahm 15 Minuten lang ziehen lassen und anschliessend den Vanillestängel und die Orangenschale entfernen.

Nun Eigelb mit Zucker in einer Schüssel mit dem Schwingbesen cremig, aber nicht schaumig rühren und danach die Maisstärke unterrühren. Den Milchrahm unter Rühren mit dem Schwingbesen dazugiessen. In die gereinigte Pfanne zurückgeben.

Unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen die Masse bei mittlerer Hitze kurz vors Kochen bringen. So lange erhitzen, bis eine dickliche Crème entsteht. Die Crème darf aber auf keinen Fall kochen.

Fast schon alles für die Crema

Bereit fürs Karamell

Sofort in Förmchen verteilen und auskühlen lassen. Danach zugedeckt während 2 Stunden kühl stellen.

Zum Karamellisieren den Zucker auf die Crème verteilen und unter dem auf höchster Stufe vorgeheizten Backofengrill 3-5 Minuten karamellisieren lassen. Wer über die entsprechenden Küchengadgets verfügt, der kann natürlich einfacher (und für seine Gäste zugleich atmosphärischer) den Bunsenbrenner einsetzen und den Zucker auf diese Art abflämmen.

Buen provecho!

Burn it

Crema catalana 2

Crema catalana 3

Crema catalana 4

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26 Antworten to “Crema catalana ahumada”

  1. essen & l(i)eben 25. Februar 2014 um 19:20 #

    hmmmm! das sieht köstlich aus! davon würd ich auch n Tässchen nehmen 🙂

    …und schon wandert ein neues Gadget auf die ewig lange statt-Schuhe-brauche-ich-unbedingt-Liste… ich weiß gar nicht, wer die Mär mit den Schuhen erfunden hat. ich kenne viele Männer, die weit mehr besitzen…

    • marco 25. Februar 2014 um 21:28 #

      Nun, für einen Mann besitze ich wohl auch ziemlich viele Schuhe haha 🙂 Scheint nebst Küchengadgets meine zweite Leidenschaft zu sein! Und die Räucherwumme ist echt ’ne Anschaffung wert! Und ich hab schon wieder sooo viele Ideen, am liebsten würde ich nur noch alles räuchern 😉

  2. Tring 25. Februar 2014 um 19:34 #

    Was um alles in der Welt ist denn eine Tortilla-Presse? Da kann ich mir nun so gar nix drunter vorstellen. Die Räucher-Pistole hört sich lustig an. Und im Küche einräuchern bin ich – freiwillig oder unfreiwillig – ohnehin ziemlich gut 😉 Allerdings wird die Pistole bei mir vermutlich nicht einziehen. Ich muss aus Platzgründen leider auf Küchengadget -Sammeln verzichten. Bei Porzellan + Gewürze + Kochbücher wirds halt irgendwann eng 😉

    • marco 25. Februar 2014 um 21:31 #

      Da kommen mir die unzähligen Ablagefächer in meiner (eigentlich gar nicht mal soo grossen) Küche durchaus recht 🙂

      Eine Tortilla-Presse ist wunderbar hilfreich, wenn man einen mexikanischen Taco-Abend veranstaltet 😉 Zwischen zwei Metallplatten wird eine Kugel Maisteig platziert, einmal fest zusammendrücken und fertig ist eine flache, perfekt geformte Tortilla, die nur noch in der Pfanne gebraten werden muss 😀

      • Tring 26. Februar 2014 um 08:53 #

        Na da war ich ja völlig auf dem falschen Dampfer. Ich hatte an dieses spanische Omelett mit Kartoffeln gedacht und mich gefragt was man dabei wohl mit einer Presse anstellt… 😉

      • marco 26. Februar 2014 um 10:54 #

        Ach soo… na, die nennt sich auch Tortilla, du hast schon recht! Da liegt die Verwechslung nahe 😉

  3. Memse 25. Februar 2014 um 19:55 #

    Sieht wirklich lecker aus. Versuche es ev. bald auch einmal. Kannst Du mir dann bitte den Bunsenbrenner ausleihen? Uebrigens, was machen die leeren Bierfläschli auf dem Herd? Gell kochen und sich einen Apéro genehmigen gehört einfach dazu. Darum ist kochen so schön-:)

    • marco 25. Februar 2014 um 21:32 #

      Kochen und dazu ein Bierchen zischen, genau 😉 gehört irgendwie zusammen, da hast du recht!

      Den Bunsenbrenner leihe ich dir natürlich gerne aus, gib mir einfach Bescheid! Wenn du magst kannst du sogar die Smoking Gun haben :p

  4. boulancheriechen 26. Februar 2014 um 07:20 #

    Hammer! Willst du damit sagen, dass du in diesen Flammenwerfer Räucherwerk einbaust? So ein Gerät habe ich als deutsche Antwort auf Lara Croft natürlich auch (wenn auch noch nicht oft benutzt)… Wo ist der Siebeinsatz??? Oder ist deine Küchenwaffe speziell? Ich will die Crema, Hilfe!!!

    • marco 26. Februar 2014 um 10:50 #

      Hilfe, Cheriechen 😀

      Der Siebeinsatz befindet sich am oberen Ende der Räucherpistole. Den füllt man mit verschiedenen Räucherholzspänen oder sonstigen Aromengebern. Wenn man das Ganze anschliessend entzündet, zieht die Maschine das Brennmaterial an und schiesst vorne Rauch raus, eigentlich ganz simpel 😉

      Wofür benutzt du denn deine Lara Croft-Maschine? 😉

      • boulancheriechen 26. Februar 2014 um 13:31 #

        Bisher nur Crème brulé aber warte nur, wenn ich mal richtig böse werde…
        Dann hast du aber eine echte Luxusvariante, ich kann meine Pistole drehen und wenden wie ich will, da ist kein Platz für Räucherwerk. Ich bin grün vor Neid 😉

      • marco 26. Februar 2014 um 14:11 #

        Haha, ach soo! Ich glaube ich verstehe bzw. befürchte wir missverstehen uns in der korrekten Verwendung der Begriffe Bunsenbrenner und Räucherpistole 😉

  5. Jacky 26. Februar 2014 um 07:30 #

    oh lalaaa die sehen ja spitzenmässig aus! Und dann auch noch so aufwändig hergestellt 🙂 Coole Maschine hast du dir da angeschafft 😉

    • marco 26. Februar 2014 um 10:50 #

      Und wir waren nur zu zweit: für jeden gab’s vier Tässchen voll haha 😀

  6. Houdini 26. Februar 2014 um 08:16 #

    Wieso lässt Du den Rauch nicht durchperlen, d.h. den Schlauch abtauchen? Dabei würde mehr Rauch absorbiert als oberflächlich.
    Ich habe noch NIE eine Crème gamacht, eine Schande, muss ich nachhholen, scheint nicht so schwierig, wenn ich auf den Rauch und den Schweissbrenner verzichte.

    • marco 26. Februar 2014 um 10:53 #

      Hallo Erich
      Das mit dem Schlauch abtauchen hatte ich ausprobiert… hatte aber irgendwie das Gefühl, dass die Maschine den Kraftakt nicht aufbringt, um den Rauch in die Flüssigkeit zu pumpen. Ist aber auch schwierig zu urteilen, wenn alles in Flüssigkeit versunken liegt 😉

      So oder so: bläst man den Rauch direkt in die Pfanne, schliesst den Deckel und lässt alles 15 Minuten ruhen, dann entwickelt sich bereits schon ein ziemlich ausgeprägtes Raucharoma. Und mit einer solchen Crema könntest du deine Frau doch mal überraschen?! 😉

  7. evazins 26. Februar 2014 um 09:28 #

    Von der Creme nähme ich gern, aber ich fürchte, beim Rauch würde ich passen. Kann ich mir einfach absolut nicht vorstellen. 😉
    Eine Tortillapresse hätte ich hingegen sehr gern. Ich weiß, wie ätzend es ist, den Teig von Hand auszurollen und ich esse sie so gern. Woher hast du deine?
    Liebe Grüße,
    Eva

    • marco 26. Februar 2014 um 10:56 #

      Das Raucharoma ist ganz dezent erkennbar und bringt zusammen mit ordentlich Rahm und Zucker in der Crema die Geschmacksknospen richtig zum knallen 😉 Mir hat’s wunderbar geschmeckt, aber ich steh‘ auch total auf so ausgefallenen Kram 🙂

      Meine Tortilla-Presse habe ich vor einigen Monaten erst in New York gekauft. Ich war da in einem Küchenshop, der unsäglich viele nützliche (und auch unsäglich viele total unnütze) Küchengadgets im Angebot hatte 😉

      • evazins 26. Februar 2014 um 17:09 #

        Mist, ich hatte gehofft, du wüßtest hier ein Quelle. 🙂

  8. Zitronen und Olivenöl 26. Februar 2014 um 21:38 #

    Ich bin geplättet, davon habe ich noch nie gehört. Wow. Wo hast Du das her? Klingt sehr spannend, aber ich bleibe lieber bei Schuhen 😉

    • marco 4. März 2014 um 10:47 #

      Auf die Idee zum Kauf bin ich gekommen, weil ich es hier auf der Arbeit kürzlich gesehen hatte. Google hat mir dann weitergeholfen und so war ich bald mal stolzer Besitzer 😉

  9. mangoseele 1. März 2014 um 00:21 #

    Wow, das klingt ja spannend. Aber ich will gar nicht mehr länger darüber nachdenken, nein nein nein, ich brauche gar nichts mehr…

    • marco 4. März 2014 um 10:48 #

      Platztechnisch wird es bei mir auch langsam eng 🙂

  10. fleischfee 6. Juli 2014 um 04:41 #

    Ich liebe Creme Brulee!

    • marco 6. Juli 2014 um 19:21 #

      Dann solltest du die geräucherte Variante unbedingt mal testen 😉

      • fleischfee 6. Juli 2014 um 19:35 #

        Gute Idee, machst Du mir welche? 😉

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