Milchkonfitüre

15 Jan

Die süsse Seite des Lebens

Eine Warnung vorweg: Wer keinen Zucker in seinem Essen mag, der sollte genau jetzt aufhören zu lesen.

Süss, süsser, dulce de leche! Man liebt es oder hasst es! Für mich trifft definitiv ersteres zu. Jeder der schon mal in Argentinien war, der kennt sie: die wohl süsseste und klebrigste Substanz auf dem gesamten Planeten. Derartiges gehört normalerweise ja eher nicht zu meinem Beutespektrum, bevorzuge ich doch ganz klar Salziges. Aber bei dieser Milchkonfitüre kann ich unmöglich widerstehen. Sie ist mitunter das Beste was ich auf meiner damaligen Reise in Argentinien kennenlernen durfte. Muuuy rico!

Dulce de Leche (zu Deutsch in etwa „Süsses aus Milch“ oder eben einfach Milchkonfitüre) wird, so die Sage dazu, schon seit dem 18. Jahrhundert produziert und wurde das erste Mal in Chile unter dem Namen Manjar verkauft. Die klebrig-weiche, hellbraun-karamellfarben glänzende Crème besteht -wie orginell die Argentinier doch sind!- per se nur aus Milch und Zucker und ist ein echter Diätkiller. Die Kalorien kann man sich quasi gleich an die Hüften kleben.

Die Argentinier verwenden dulce de leche immer, überall und für alles! Aufs Brot geschmiert als Nutella-Ersatz, in Eiscrèmes und Pfannkuchen, als Füllung für Torten und Käsekuchen, auf Keksen, in Keksen, als Dip zu Keksen, in Alfajores, für Cupcakes oder Pudding, zu Obst wie Bananen, im Starbucks Frappucino, mit Meringues, pur zum löffeln und und und… Kennt ihr die Szene aus Forrest Gump, in der Bubba die zig Verwendungsmöglichkeiten für Shrimps erläutert? Ich könnte wohl endlos so weitermachen…

So oder so: für jemanden mit süssem Zahn ist diese Milchkonfitüre eine Offenbarung und wer auch im neuen Jahr keine Kalorienkolosse meiden muss, der steht mittlerweile wohl längst hinter den Töpfen.
Aber Vorsicht – es macht süchtig! Versprochen!

Milchkonfitüre

ergibt ca. 6 dl

  • 1 l Vollmilch
  • 500 g Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • 1 grosszügige Prise Fleur de Sel

As easy as it gets:

Die Milch zusammen mit dem Zucker, der ausgekratzten Vanilleschote und dem Mark sowie dem Fleur de Sel in einer 3-Liter-Pfanne aufkochen.

Vanille aus Madagaskar

Milch_Sugar_Vanilla

Bei schwacher bis mittlerer Hitze während 2 ½ bis 3 Stunden köcheln lassen, bis die Masse dickflüssig ist. Dabei ab und zu umrühren. Am Schluss sollte sie die Konsistenz von Kondensmilch haben und eine hellbraune karamellähnliche Farbe aufweisen. Am Ende den Vanillestängel entfernen und die Konfitüre durch ein Sieb in sterilisierte Einmachgläser abfüllen.

Bereit zum Abfüllen

Die Milchkonfitüre hält sich im Kühlschrank aufbewahrt 4-5 Wochen lang frisch – aber keine Sorge, bis dahin wird sie längst gegessen 😉

Zuckerschock

Dulce de Leche

Milchkonfitüre

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17 Antworten to “Milchkonfitüre”

  1. Susanne 15. Januar 2014 um 11:01 #

    Du hast mich erwischt – ich habe immer etwas davon vorrätig, obwohl eigentlich gar keinen Süßen Zahn habe…….aus Milch und Zucker habe ich sie neulich gekocht, aber im Normalfall bevorzuge ich die Faule-Weiber-Variante: ein paar Dosen süße Kondensmilch 1 1/2 Stunden im Wasser gekocht. Dosen im Vorratskeller lagern, bei Bedarf öffnen….

    • marco 15. Januar 2014 um 11:54 #

      Von der Faulen-Weiber-Variante habe ich schon oft gelesen, aber irgendwie war mir das dann doch zu simpel 😉 Wie würdest du den Unterschied denn beschreiben?

      Werde ich aber bestimmt ausprobieren. Erstens neigt sich der Vorrat schon wieder dem Ende zu und zweitens passt das ja perfekt, wenn man die Dosen ungeöffnet lagern kann und bei Bedarf hervorkramt 🙂

  2. Houdini 15. Januar 2014 um 13:04 #

    Dies wäre was für Meow, meine Frau, denn sie schwört auf süsse dicke Milch in ihrer Ovomaltine, obwohl ich ihr sagte, was sie kaufe sei unsinnig, denn hier in Thailand habe ich noch keine Kondensmilch gefunden, nur eben was sie will, nämlich in etwa dieser Zusammensetzung: Zucker 46%, Palmöl 10%, Milcheiweiss 6%, Rest Wasser. Für die Ovo empfahl ich ihr deshalb Zucker löffelweise und Kaffeerahm, billiger.

    Die Milchkonfi ist nun eine Variante, die ich ihr (zum Spass) bereiten werde, allerdings wird sie dann nicht so gut wie deine, habe nur gewöhnliches Meersalz 🙂

    • marco 15. Januar 2014 um 13:33 #

      So? Keine Kondensmilch in Thailand? Ich hätte jetzt angenommen, dass dieses Produkt im Zuge der Globalisierung mittlerweile fast überall erhältlich ist, insbesondere in Ländern, die nicht für grossflächige Viehwirtschaft bekannt sind. Schon wieder was gelernt 🙂

      Bin gespannt wie deiner Frau die Milchkonfi schmecken wird und ob sie auch der Sucht verfällt 😉 Das mit dem Meersalz wird dem Geschmack wohl keinen Abbruch tun! Lieber Gruss, Marco

  3. Tring 15. Januar 2014 um 15:52 #

    Musste bei dem Bild doch sehr grinsen – weil es bei mir immer ganz genauso verkleckst aussieht. War mir sehr sympathisch 😉

  4. Zitronen und Olivenöl 15. Januar 2014 um 20:31 #

    Eindeutig große Liebe. Und ich bekomme hin und wieder selbstgemachte geschenkt 🙂 Ich wollte mal die Faule-Weiber-Methode, von der Susanne schreibt, ausprobieren.

    • marco 16. Januar 2014 um 08:24 #

      Beschenkt wurde ich leider noch nie! Aber die Faule-Weiber-Methode werde ich auch bald mal ausprobieren. Obwohl die andere Methode ja genau so simpel ist. Milch und Zucker auf den Herd stellen und 3 Stunden warten 😉

  5. essen & l(i)eben 19. Januar 2014 um 12:57 #

    que rico, que sabroso!

    ich liebe Dulce de Leche in jeglicher Schattierung von hell-karamell bis fast schokobraun (abhängig von der Kochdauer). bei mir kommt sie auch immer als Faule-Weiber-Methode auf den Tisch, dein Post erinnert mich daran, dass ich noch 2 Dosen da habe. und damit unbedingt etwas anstellen sollte…

    danke – nun sind meine Gedanken für heute komplett süß-dominiert. *Yummie* ich glaub, ich geh zurück auf die Couch und träum die Liste mit den Verwendungsmöglichkeiten zu Ende 😉

    einen schönen Sonntag für Dich. 🙂

    • marco 20. Januar 2014 um 07:26 #

      Ich mag mein Dulce de Leche am liebsten eher hell und nicht all zu dunkel! Die Faule-Weiber-Methode habe ich mir hinter die Ohren geschrieben und werde es demnächst ausprobieren! Die Masse würde sich im Anschluss wohl auch gut in der Eismaschine gefrieren lassen, nicht? 🙂
      Schön, dass du dir einen versüssten Sonntag gönnen konntest! Wünsche dir einen erfolgreichen Wochenstart und bis bald!

  6. LisaCuisine 20. Januar 2014 um 11:01 #

    Köstlich… Ich habe neulich ein Rezept für eine Art Cheese-Cake mit Dulce de Leche entdeckt. Wollte ich mich demnächst mal ranmachen. Ich hätte übrigens auch die „Faule Weiber Methode“ gewählt bei der Herstellung ;-))

    LG LisaCuisine

    • marco 20. Januar 2014 um 21:36 #

      Dabei ist die andere Methode doch fast so faul 😉 Das Cheese-Cake-Rezept muss ich haben!! Am besten so lange noch Dulce de Leche da ist 😉

      • LisaCuisine 29. Januar 2014 um 19:07 #

        Das Cheesecake Rezept ist ausprobiert und für super lecker befunden worden. Schau einfach kurz bei mir vorbei 😉 Ich hoffe Du hast zum backen noch etwas von der leckeren Creme übrig ? 🙂

        LG LisaCuisine

      • marco 2. Februar 2014 um 12:34 #

        Hallo LisaCuisine! Das Cheesecake-Rezept schaut echt genial aus 🙂 Ein klein wenig von der Crème ist noch übrig… aber das wäre gleich eine gute Möglichkeit endlich mal die Faule-Weiber-Variante auszuprobieren!

  7. Das Ju 24. Februar 2014 um 22:22 #

    Sieht verdaaammt lecker aus! Ich sollte nicht vergessen, die mal auszutesten… hab diese Creme schon ein paar mal angeschielt…
    Oh, und ich hab dich übrigends für einen kleinen Blog-Award nominiert: http://kandiskatze.wordpress.com/2014/02/24/liebster-blog-award-3/
    Wenn du Lust hast dann guck mal vorbei und mach mit. ^.^

    • marco 25. Februar 2014 um 21:44 #

      Schön hier von dir zu lesen 🙂 Die Milchkonfi solltest du unbedingt mal ausprobieren… an einem regnerischen Sonntag bietet es sich besonders an 😉

      Danke dir für die Nomination zum Liebster-Award! Der macht ja echt die Runde mittlerweile 😉 Ich schau mal ob ich demnächst Zeit finde… dir eine schöne Restwoche!

Trackbacks/Pingbacks

  1. Tartelettes mit Schokolade und Karamell | magentratzerl - 1. Mai 2015

    […] Dulce di Leche habe ich immer auf Vorrat da – als Brotaufstrich, für Nachtische, zum Backen….die Herstellung ist mehr als einfach: gezuckerte Kondensmilch (Milchmädchen oder Pendant aus dem Asiashop) in einen großen Topf geben, mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und ca. 1 1/2 h köcheln lassen. Es lohnt sich, gleich mehrere Dosen auf einmal zu machen. Das ist die Variante für Faule. Wer die elaborierte Variante machen möchte, liest nach bei Marco. […]

  2. Tartelettes mit Schokolade und Karamell – magentratzerl - 8. Juli 2016

    […] Dulce di Leche habe ich immer auf Vorrat da – als Brotaufstrich, für Nachtische, zum Backen….die Herstellung ist mehr als einfach: gezuckerte Kondensmilch (Milchmädchen oder Pendant aus dem Asiashop) in einen großen Topf geben, mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und ca. 1 1/2 h köcheln lassen. Es lohnt sich, gleich mehrere Dosen auf einmal zu machen. Das ist die Variante für Faule. Wer die elaborierte Variante machen möchte, liest nach bei Marco. […]

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