Kalbstatar mit Bratapfel-Chutney

25 Dez

Und alles begann an Weihnachten

Zu welchem Fest auch immer – ein feines Tatar ist stets eine Delikatesse. Und bevor gestern Abend die Läden für 48 Stunden in die obligate Weihnachtspause gehen, habe ich mich noch grosszügig mit Festtagsleckereien eingedeckt. Und ich war nicht der einzige. Die Leute haben eingekauft, als ob die Apokalypse persönlich heute über uns hereinbrechen würde. Schon krass, irgendwie, nicht?

Zwischen randvollen Einkaufswägen, schreienden Kindern und einem Pulk von nervösen Hausfrauen habe ich dann gottlob doch noch meine Einkäufe erledigt und mich mit breitem Grinsen auf den Heimweg gemacht. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Und die stand ganz im Zeichen einer fast schon alt eingesessenen Tradition. Mittlerweile jährt sie sich bereits zum x-ten Mal und ich habe unlängst aufgehört zu zählen.

Jedes Jahr am Weihnachtsmorgen zelebriere ich -mit noch leicht verquollenen Augen und brummendem Schädel- meinen persönlichen Festtagsschmaus und esse ihn -und da kenne ich kein Pardon- alleine! Ganz für mich alleine. Steak Tatar. Eingemummelt in meine Bettdecke und wahlweise begleitet von einem Gläschen Rotwein brauche ich dazu nur eines: absolute Ruhe. Passt am besten.

In diesem Jahr weiche ich zu Gunsten der Kreativität ein wenig von der Tradition ab und bereite mein Tatar ausnahmsweise mit Kalb anstatt Rind zu. Für gutes Essen, das hat sich mittlerweile herumgesprochen, sollten ja nur Zutaten allererster Güte verwendet werden. Das gilt, da roh gegessen, für ein Tatar natürlich in besonderem Masse. Ausserdem sollte die Arbeitsfläche peinlich sauber sein. Und: wer sich schon die Mühe macht, der schneide doch bitte auch das Fleisch von Hand. Alles andere ist keine Silbe wert.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen lieben Lesern ein lukullisch-entspanntes Weihnachtsfest und bedanke mich herzlich für die vielen netten Kommentare und Likes das ganze Jahr über. Freut mich, dass meine Seiten für viele so inspirierend sind. Auf ein leckeres, neues Jahr 2014!

Kalbstatar mit Bratapfel-Chutney (für dich alleine)

  • 150 g Kalbsfilet erster Güte
  • ½ Schalotte, fein gehackt
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Cognac
  • 1 TL süsser Senf
  • ½ TL Salz
  • ½ TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • ½ TL abgeriebene Zitronenschale
  • ½ TL flüssiger Honig
  • ½ TL Meerettich, frisch gerieben
  • 1 TL Parmesan, gerieben
  • 1 EL gehackte Petersilie

—————————————————-

  • 1 Apfel, säuerlich (zBsp. Boskop)
  • 1 EL Zitronensaft
  • ½ rote Zwiebel, in Streifen
  • 30 g Zucker
  • 1 Nelke
  • ½ Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Wacholderbeere
  • 20 ml Apfelessig

Für das Chutney den Apfel waschen und das Kerngehäuse entfernen. Wer mag, der lässt die Schale dran, das sieht hübsch aus und -wie jedes Kind weiss- da steckt am meisten Geschmack und Vitamine drin. Den Apfel im vorgeheizten Ofen bei 180°C 10-15 Minuten lang backen. Anschliessend auskühlen lassen und in mundgerechte Würfel schneiden.

In einer Pfanne in etwas Öl die Zwiebelstreifen rundherum anbraten. Den Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Mit Essig ablöschen, die Gewürze sowie die Apfelwürfel beigeben und alles während 5-10 Minuten leicht ankochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und leicht abgekühlt zusammen mit dem Kalbstatar servieren.

Dafür das Kalbsfilet waschen und mit Haushaltpapier trocken tupfen. Auf einem sauberen Schneidbrett das Fleisch mit Hilfe eines scharfen Messers sehr fein hacken.

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Alle Zutaten bis und mit Meerettich zu einer sämigen Sauce verrühren und mit dem gehackten Kalb gründlich vermengen. Den geriebenen Parmesan und die Petersilie unter die Masse heben und gegebenfalls mit Salz, Pfeffer, Cognac und Zitronensaft abschmecken.

Das Tatar mit Hilfe eines Ringausstechers dekorativ auf dem Teller anrichten und zusammen mit dem Bratapfel-Chutney und gerösteten Toastscheiben servieren.

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14 Antworten to “Kalbstatar mit Bratapfel-Chutney”

  1. Rudolf Keller 25. Dezember 2013 um 15:27 #

    Lieber Marco, wie immer brillant geschrieben und gekocht. Dir und Deinen Liebsten ebenfalls schöne und unbeschwerte Weihnachtstage und für das Neue Jahr alles Gute. Ruedi Keller

    • marco 25. Dezember 2013 um 15:42 #

      Lieber Ruedi, vielen Dank für die netten Zeilen! Auch dir und deiner Family die besten Weihnachtswünsche von mir! Freue mich auf unsere gemeinsame „Chochete“ im neuen Jahr 🙂

  2. essen & l(i)eben 25. Dezember 2013 um 15:50 #

    was ein würdiger Start in den ersten Weihnachtsfeiertag!!

    • marco 27. Dezember 2013 um 09:05 #

      Dem kann ich doch nur beipflichten 😉

  3. LisaCuisine 25. Dezember 2013 um 21:33 #

    Wünsche Dir auch schöne Weihnachtsfeiertage, einen guten Rutsch ins Jahr 2014 und für die Zukunft viele leckere Rezepte 😉

    Sieht übrigens wieder sehr lecker aus..

    Liebe Grüße
    LisaCuisine

    • marco 27. Dezember 2013 um 09:05 #

      Danke dir, liebe LisaCuisine! Auch dir und deinen Liebsten ein paar erholsame Tage bis zum Jahresende und viiieeele viele Leckereien 😉 Bis bald!

  4. Houdini 30. Dezember 2013 um 05:39 #

    Lange ist es her, dass ich ein Tartar geniessen konnte, und vom Kalb noch nie gegessen. Hier gibt es kein Fleisch, dem ich ungebraten, ungekocht, trauen würde. Thai Männer essen beim beliebten und oft gepflegten Trinken von Lau (Schnaps) im Freundeskreis gerne einige Tage fermentiertes rohes Hackfleisch, sogar Schwein.

    • marco 30. Dezember 2013 um 17:42 #

      Hallo Houdini, schön hier von dir zu lesen! So bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden, welcher mir sehr gefällt! Ich habe eine grosse Schwäche für die asiatische Küche! Aber beim roh verzehrtem Fleisch bin ich schon auch vorsichtig! Obwohl, das fermentierte Hackfleisch würde mich zwar interessieren 😉

  5. Verena Becker 6. Januar 2014 um 17:50 #

    Ich bin nicht der allergrößte Fan von Tartar, aber selten gegessen wirklich eine Köstlichkeit! War der Rotwein dann sowas wie Konterbier! 😀
    Alles alles Gute für das neue Jahr wünsch ich dir!

    • marco 6. Januar 2014 um 21:52 #

      Man muss es schon mögen, da hast du recht! Aber für ein gut gemachtes Tatar würde ich ziemlich weit gehen! Und jahaa, der Rotwein könnte durchaus als Konterbier bezeichnet werden 😉 Auch dir alles Gute im neuen Jahr!

  6. Anikó 6. Januar 2014 um 21:24 #

    Ich glaube, ich habe noch nie Tartar gegessen, jedenfalls nicht bewusst. Ich befürchte das sollte mal nachgeholt werden 🙂 Und das ganze als Weihnachtstradition zu verpacken ist natürlich auch grandios!

    • marco 6. Januar 2014 um 21:51 #

      Wie jetzt? Tatsächlich noch NIE Tatar gegessen? Die Variante mit Kalb ist hierzulande noch nicht so bekannt, aber das Beefsteak Tatar solltest wirklich unbedingt schleunigst nachholen 🙂 Schmeckt nicht nur an Weihnachten 😉

      • Anikó 6. Januar 2014 um 21:54 #

        Nö, bisher noch kein komplett rohes Rindfleisch verzerrt 🙂 Aber ja, ich werd es mal nachholen demnächst!

      • marco 6. Januar 2014 um 22:36 #

        Man kann das Tatar auch mit einer Ringform in Form bringen und anschliessend von beiden Seiten gaaanz kurz braten! Schmeckt dann fast wie ein medium-rare Hamburger 😉

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