Kürbisliebe. Kürbispizza.

27 Nov

mit Gorgonzola, Salbei und Kernen

Was war denn früher als Kind euer Hassgemüse?

Wenn es ein Gemüse gibt, dass ich früher zutiefst verabscheut habe, dann war es wohl der gute alte Kürbis, obwohl der streng genommen botanisch gesehen eigentlich zu den Beeren zählt. Eher noch landeten Rosenkohl oder der allseits verpöhnte Spinat auf meinem Teller, als dass ich mich mit dem orangen Riesen angefreundet hätte.

Zum Glück aber war früher alles anders, und nicht zwangsläufig immer besser! Geht es nur mir so oder habt ihr auch das Gefühl, dass der Kürbis in den letzten Jahren zum grossen Trend avanciert ist? In der Küche ist er herrlich unkompliziert und vielseitig. Egal ob Kerne, Suppe, Curry, Chutney oder Kuchen – mit Kürbis punktet man immer. Diese kulinarische Renaissance ist auch an der Sterneküche nicht spurlos vorbei und immer öfter spielt er auch in den Töpfen der Kochsternchen eine tragende Rolle. Ein richtiger Karrieresprung für das aromatische Schwergewicht.

Besonders faszinierend ist vor allem auch die geradezu unübersichtlich riesige Bandbreite an Formen, Farben und Geschmacksrichtungen und -hergehört!- auch der Bauchumfang dankt es euch, da der Kürbis ausserordentlich kalorienarm ist. Punkto Vielfalt und Auswahl kann ich jedem Kürbis-Freak die Jucker Farm bei Rafz wärmstens ans Herz legen. Beat Jucker produziert dort sage und schreibe rund die Hälfte aller Kürbisse, welche in der Schweiz verkauft werden und trumpft mit einer absolut beeindruckenden Auswahl von weit über 50 Sorten auf.

Seit kurzer Zeit bin ich ja stolzer Besitzer eines Schamottsteins, welchem ich es verdanke, dass nun in regelmässigen Abständen knusprige Pizzen mein Backrohr verlassen. Da wird in letzter Zeit auch öfter mal experimentiert. Es muss ja nicht immer Margharita sein. Und glaubt mir: auch der leidenschaftlichste Fleischesser wird von dieser vegetarischen Pizza begeistert sein.

Pizza mit Kürbis, Gorgonzola und Salbei

Pizzateig für 4 Pizzen

  • 2 TL Trockenhefe
  • 1 TL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • 450 g Weissmehl
  • 50 g Hartweizengries

250 ml lauwarmes Wasser in eine kleine Schüssel geben, mit der Hefe und dem Zucker verrühren und 5 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich Schaum an der Oberfläche bildet.

Das Olivenöl dazugeben und alles miteinander verrühren.

Danach das Mehl in eine Rührschüssel sieben und mit Salz und Hartweizengriess vermischen. Die Hefemischung zum Mehl geben und alles mit den Händen zu einem kompakten, geschmeidigen Teig verkneten. Am besten funktioniert dies auf einer flachen, bemehlten Arbeitsfläche. Der Teig sollte schön weich und elastisch sein.

Nun den Teig wieder zurück in die Rührschüssel geben und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen.

Balsamico-Zwiebeln

ergibt ca. 280 g

  • 80 ml Olivenöl
  • 2 grosse rote Zwiebeln, in dünne Scheiben geschnitten
  • 75 g extrafeiner Kristallzucker
  • 170 ml Balsamico-Essig

Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Die Zwiebel dazugeben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren braten, bis sie zu bräunen beginnen.

Den Zucker dazugeben und den Essig angiessen. Die Masse unter gelegentlichem Umrühren 25-30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Mischung eine marmeladenähnliche Konsistenz angenommen hat. Im Kühlschrank halten sich die Balsamico-Zwiebeln in einem luftdichten Gefäss locker eine Woche lang.

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Belag pro Pizza

  • 130 g Kürbis, geschält, in 1 cm grosse Würfel geschnitten
  • 2 EL Olivenöl extra vergine
  • ½ Zucchetti, der Länge nach in Streifen geschnitten
  • 60 g Gorgonzola
  • 40 g Mozzarella, gerieben
  • 2 TL Kürbiskerne, leicht angeröstet
  • 1 EL glatte Petersilie, gehackt
  • 2 EL Balsamico-Zwiebel (siehe separates Rezept)
  • 6-8 frische Salbeiblätter
  • Pflanzenöl
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Einen Pizzastein (kleine Randbemerkung an dieser Stelle: ich freue mich immer noch, dass ich endlich einen besitze!) in den Backofen legen und und diesen bei 180°C vorheizen.

Die Kürbiswürfel auf ein Backbleck geben, mit Meersalz und schwarzem Pfeffer bestreuen, mit der Hälfte des Olivenöls beträufeln und im heissen ungefähr 12 Minuten lang garen.

Die Kürbiswürfel herausnehmen und beiseite stellen, den Ofen auf höchste Temperatur aufheizen und weitere 15 Minuten erhitzen, sobald diese erreicht ist. Wer übrigens keinen Pizzastein besitzt, der lässt diesen Schritt einfach aus. Die Pizza gelingt auch ohne (fast) so gut.

Eine saubere Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben, den Teig in vier gleich grosse Stücke teilen und kreisrund ausrollen. Den Pizzaboden mehrfach mit einer Gabel einstechen, mit dem restlichen Olivenöl bestreichen und mit den Zucchinistreifen belegen.

Den Gorgonzola über die Pizza bröseln und das Ganze mit dem geriebenen Mozzarella bestreuen. Zuletzt die Kürbiswürfel, die Kürbsikerne, die Petersilie und die Balsamico-Zwiebeln über die Pizza verteilen und das Ganze nach Geschmack mit Meersalz und Pfeffer würzen.

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Die Pizza auf den heissen Pizzastein legen und in 5-10 Minuten goldbraun backen. Inzwischen in einer Pfanne ein wenig Pflanzenöl erwärmen, die Salbeiblätter ins heisse Öl geben, darin 30 Sekunden knusprig frittieren, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

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Am Ende der Backzeit die Pizza mit einer Pizzaschaufel oder einem breiten Pfannenwender auf ein Schneidbrett oder eine Platte geben, mit den frittierten Salbeiblätter belgen und sofort servieren.

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10 Antworten to “Kürbisliebe. Kürbispizza.”

  1. Ulrich 27. November 2013 um 15:23 #

    klingt richtig gut…

    • marco 27. November 2013 um 22:59 #

      Schmeckt auch so 🙂

  2. Zitronen und Olivenöl 27. November 2013 um 22:07 #

    Bei uns war der Kürbis immer irgendwie versteckt… in Pita. Heute liebe ich Kürbis. Und Deine Kürbispizza sieht richtig fein aus.

    • marco 27. November 2013 um 22:59 #

      Versteckt in Pita? Klingt nach ’ner tollen Mama 😉

  3. magentratzerl 28. November 2013 um 08:00 #

    Kürbis mochte ich früher auch nicht. Das lag zum einen an der Sorte; es gab nur dieses geschmacksbefreiten, wässrigen Gartenkürbisse – nicht zu vergleichen mit der jetzigen Auswahl. Und dann wurde das Zeug noch süß-sauer eingekocht, war infolgedessen auch noch wabbelig.
    Da lobe ich mir Deine Pizza – und Kürbis und Gorgonzola als Traumpaar merke ich mir mal.

    • marco 29. November 2013 um 18:06 #

      Ob das wohl allen Kindern so ging? 😉 aber Kürbis süss-sauer schmeckt dir doch hoffentlich heute? Zum Raclette oder Fleischfondue mmhh… Dafür würde ich heute weit gehen! 🙂

  4. minzzucker 28. November 2013 um 08:20 #

    Bei uns gab es gar nie Kürbis. Ich habe eh das Gefühl, dass es Kürbis erst die letzten 3 Jahre oder so breit zu kaufen gibt. Zum Glück! Ich steh so auf da Zeug! Hassgemüse hatte ich glaube ich gar nicht. Aber bei Kartoffeln war ich schwierig. Salat und Püree gingen gar nicht. Deine Pizza klingt toll übrigens.
    Herzliche Grüße,
    Dani

    • marco 29. November 2013 um 18:08 #

      Kartoffelpüree ging immer! Aber nur mit Seeli 😉

      Aber du hast schon recht, Kürbis ist auch in meinen Augen erst in den letzten Jahren gross aufgekommen! Gut so! Mir schmeckt er genauso!

  5. Anikó 6. Dezember 2013 um 11:05 #

    Schöne Idee! Kürbis wurde früher nicht gekocht bei uns, aber welches Gemüse ich als Kind auf den Tod nicht leiden konnte, waren Linsen. Mittlerweile mag ich sie in allen Varianten, aber musste mich erst langsam über Rote Linsen und Puy-Linsen rantasten 🙂

    • marco 6. Dezember 2013 um 14:20 #

      Das zeigt mir wieder, dass der Kürbis wirklich erst in den letzten Jahren zum Trendsetter avanciert ist! Linsen mag ich eigentlich auch heute noch nicht soo dolle! Obwohl zwar, so ein wirklich gut zubereitetes Dal, da werde ich schon schwach 😉

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