Red Hot Chili Muffins

5 Okt

Immer schön anfeuern

Da ist sie wieder, die schönste Zeit des Jahres: das Chili-Erntedankfest.

Die erste Tranche habe ich am Freitag grosszügig abgeerntet. Eine zweite dürfte wohl demnächst folgen. Piment d’Espelette und Chile Serrano sind die Pioniere der diesjährigen Ernte. Da Sommer und Sonne im 2013 leider aber ziemlich lange auf sich warten liessen, haben die Pflänzchen erst relativ spät mit der Blüte begonnen. Über die drei Wochen Dauerhitze im August bei rund 30°C haben sie sich dann aber sichtlich gefreut.

Fazit: aktuell bevölkern Hundertscharen von scharfen Schoten meine acht Pflanzen im Garten. Über so viel Ertrag durfte ich mich in den fünf Jahren Chili-Anbau noch nie erfreuen. Einzig fahler Beigeschmack: momentan präsentiert sich das Gros der kleinen Scharfmacher noch in leuchtend-prallem Grün. Kein Problem für Jalapeños, Serranos und Konsorten. Schon eher problematisch bei Habanero, Cayenne und Co. Die schmecken so nämlich nicht.

Nun denn. Gerüchten zufolge verspricht uns Petrus ja einen vorzüglichen Altweibersommer. Das sollte meine Liebsten noch zusätzlich anfeuern. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr. Aber bis dahin feuere ich mal wieder den Ofen ein und wage mich -Achtung festhalten- zum ersten Mal überhaupt ans Backen von Muffins.

Rein optisch zwar formidabel missglückt, erinnern sie mehr an Brötchen als an das, was sie eigentlich sein sollten. Ob’s an meiner Muffin-Jungfräulichkeit, dem Teig oder den billigen Muffin-Förmchen aus dem Supermarkt lag? So oder so. Geschmeckt haben sie vorzüglich.

Und weil der liebe Herbst (hallo übrigens!) nebst heissen Chilis noch mit allerlei weiteren Leckereien auftrumpft, habe ich meine Red Hot Chili Muffins heute mal mit frischen Pfifferlingen kombiniert. Hierzulande besser bekannt als der gemeine Eierschwamm. Ganz schön heiss!

Red Hot Chili Muffins

  • 2-3 rote Chilis (bei mir: Serrano)
  • 250 g Mehl
  • 3 TL Backpulver
  • 75 Parmesan, gerieben
  • 125 ml Milch
  • 2 Eier
  • 1 TL Salz
  • 4 EL Olivenöl
  • 75 g Mascarpone

Die Chilis werden zunächst gewaschen, von ihrem Innenleben befreit und anschliessend in winzig kleine Würfelchen geschnitten.

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Nun den Ofen auf 175° C Umluft vorheizen.

Anschliessend mische man das Mehl mit Salz und Backpulver. Nun den Parmesan, die Milch, Eier, Öl und Mascarpone beifügen und alles mit dem Schwingbesen oder Handrührgerät gründlich vermengen. Allenfalls muss noch ein klein wenig Milch beigegeben werden.

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Zum Schluss die Chilis unterheben und den Teig in die vorbereiteten Muffinförmchen geben.

Im vorgeheizten Ofen rund 15-20 Minuten lang goldgelb backen.

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Während die Muffins vor sich hin backen bleibt Zeit, um die Füllung zuzubereiten.

Dafür eine fein gehackte Schalotte und Knoblauchzehe in Butter andünsten, zwei Hand voll geputzte Eierschwämme hinzufügen und einige Minuten rührbraten. Zum Schluss mit frisch gezupftem Thymian abschmecken und einen grosszügigen Esslöffel Mascarpone oder Crème fraiche unterheben.

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Wer übrigens keine Pilze mag, der ersetzte diese getrost durch feine Schinkenstreifen. Schmeckt mindestens genauso gut.

Die leicht abgekühlten Muffins halbieren und mit der Füllung bestreichen. Deckel drauf und dann nur noch geniessen!

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15 Antworten to “Red Hot Chili Muffins”

  1. salzpfefferkokos 5. Oktober 2013 um 16:28 #

    Hurra, ein Veggie-Rezept!! Und was für eins *mmmh* 🙂

    Hallo lieber Herbst, du sagst es!! Ich mag diese Jahreszeit sehr und finde, die herrliche Stimmung eines Herbstabends, in dem langsam eine orangerote Sonne hinter bunt verfärbten Laubbäumen versinkt, wird durch fast nichts übertroffen… *seufz*. 😀

    Die Red Hot Chili Peppers (Ähnlichkeiten im Titel sind nicht zu leugnen!) waren vor ziemlich genau zehn Jahren meine absolute Lieblingsband, wahnsinn wie die Zeit vergeht… Deine Red Hot Chili Muffins klingen fantastisch und das Aussehen lässt sich – wenn überhaupt – nur durch eins dieser ominösen Muffin-Bleche noch steigern. Die geben den Papierförmchen die nötige Formstabilität. Willkommen im Club der Minikuchenbäcker außerdem – und dann gleich sowas von fluffig beim ersten Versuch! Möchte direkt reinbeißen. Die Kombi mit Pfifferlingen klingt höchst verführerisch!

    Auf deine Chili-Ernte kann man außerdem echt neidisch werden… Dieses Jahr wurde es bei mir wieder nix mit einem eigenen Beet. Zuviel Urlaub schadet den Gartenambitionen. 😉

    Jetzt aber erstmal ein vorzügliches Restwochenende für Dich und liebste Grüße von hier!

    • marco 6. Oktober 2013 um 09:47 #

      Hurra, Verena mal wieder zu Gast 😉

      Nein ernsthaft, ich freue mich wirklich! Danke für den langen Beitrag! Und genau wie du freue ich mich über die Ankunft des Herbsts, den du so treffend beschrieben hast. Rein kulinarisch blieben mir aber die vielen herbstlichen Leckereien bisher verwehrt, da habe ich noch einiges an Nachholbedarf!

      Die Ähnlichkeit im Titel mit den Red Hots ist tatsächlich nicht zu leugnen. Anthony Kiedis hat damals auch bei mir in der Endlosschlaufe im CD-Player gespielt 🙂 Die Idee mit dem Muffinblech scheint tatsächlich sinnvoll zu sein. Allerdings habe ich noch ca. 150 Stück von den doofen Papierförmchen übrigen 😀 das gibt noch ’ne Menge Muffins bis dahin!

      Auch dir noch einen recht schönen Sonntag! Ich fahre jetzt gleich in den Wald und mache Pacha Manca juhuu 😉

      • salzpfefferkokos 6. Oktober 2013 um 12:14 #

        Ich habe gestern den kulinarischen Herbst eingeläutet und Kürbis auf dem Backblech gemacht, während draußen stilecht ein herbstlicher Wolkenbruch statt des erhofften Sonnenuntergangs prasselte. 😀 War aber auch nett.

        Die 150 Papierförmchen passen optimal in die Vertiefungen des zukünftigen Muffinsblechs und ersparen dir *rechne* zwölfeinhalbmal Einfetten & Ärger über festgeklebte Küchlein in der Form. Hehe. Übrigens sind auf meinem Blog schon diverse Rezepte vorhanden *mitdemzaunpfahlwink*…

        Viel Spaß beim Erdlochbuddeln und Schlemmen, den Pacha Manca Artikel kannte ich tatsächlich noch gar nicht, dein Blog ist immer auf’s neue eine Fundgrube. Klingt genial, vor allem weil man die Kalorien des Essens auf jeden Fall schon vorher verbrennt mit dem Gebuddel etc. Bleibt nur noch, dir guten Appetit zu wünschen!

  2. leckerbox 5. Oktober 2013 um 19:14 #

    Hört dich toll an, und so schlimm sehen sie doch auch nicht aus. Ich empfehle Dir aber ein Muffinblech oder Silikonförmchen, die bleiben formstabil. Schönes Restwochenende…
    Liebe Grüße Mobe 🙂

    • marco 6. Oktober 2013 um 09:49 #

      Salut Mone
      Nun für’s erste Mal Muffinbacken lässt sich die Deformierung wohl entschuldigen 😉 Irgendwie komme ich gerade auf den Geschmack… mal schauen, vielleicht lege ich mir tatsächlich ein Muffinblech zu. Wünsche dir einen schönen Sonntag! lg

  3. Tring 6. Oktober 2013 um 22:43 #

    Die sehen total lecker aus – Deformierung hin oder her. Nenn sie doch einfach Brötchen, dann merkts kein Mensch… 😉 Ansonsten tun es manchmal auch 2 Papierförmchen ineinander…

    • marco 7. Oktober 2013 um 21:12 #

      Red Hot Chili Brötchen? 😉 Den Tipp mit den zwei Förmchen merk ich mir! So viele wie noch da sind, da könnt‘ ich Muffins bis zum Umfallen backen 🙂

    • marco 7. Oktober 2013 um 21:18 #

      Red Hot Chili Brötchen? 😉 Auch nicht schlecht…

  4. Christel Kohler 7. Oktober 2013 um 09:54 #

    Hallo Marco Tipp zu den Muffin-Förmchen: Nimm2! Solange ich noch kein MuffinBlech hatte, habe ich immer zwei Papier Förmchen ineinander gestellt. das gibt mehr Stabilität.

    Und sonst: Scharfe Sache, deine Muffins! Gruess, Christel

    • marco 7. Oktober 2013 um 21:16 #

      Liebe Christel, schön hier von dir zu lesen! Das mit den zwei Muffinförmchen muss ich mir wohl merken! Oder bald mal ein Muffinblech anschaffen 😉 langsam finde ich Gefallen am Backen! lieben Gruss zurück

  5. LisaCuisine 8. Oktober 2013 um 09:43 #

    Hi Marco,
    ich finde die Muffins-Brötchen echt klasse. Auf den ersten Blick dachte ich: wow was für leckere Brötchen, die musss ich mir genauer anschauen 😉 Wäre nicht auf die Idee gekommen, dass sie hätten anders aussehen sollen. Also ich würde sie wieder in diesen Papierförmchen backen, so sehen sie wie vom Bäcker aus.
    Da Du ja jetzt gefallen am Backen gefunden hast, wäre für zukünftige „Backerlebnisse“ so ein Muffinsblech natürlich nicht zu verachten 😉

    LG LisaCuisine

    • marco 10. Oktober 2013 um 20:18 #

      Liebe LisaCuisine, ich hätte die „Brötchen“ wohl besser auch als solche bezeichnen sollen! Aber schliesslich soll man auf einem Foodblog ja auch die Missgeschicke mit seinen Lesern teilen, nicht? 😉 Und das Muffinblech ist schon so gut wie gekauft 😀

  6. rosmarie ganz 15. Oktober 2013 um 22:35 #

    hey Marco so lässig ,bin au wider emal cho ineluege und freue mich direkt uf das heisse chili-Rezept.mues ich bald usprobiere. du wisch ja bi de Romy im Elsass hets mega vill Chili au das jahr.und no öppis immer 2 förmli näh das lohnt sich. jetzt no en liebe gruess vo m Stephan

    • marco 15. Oktober 2013 um 22:49 #

      Hoii Romy, so schön vo dir da zläse! Das freut mich richtig! Das Rezept würd dich sicher au guet schmöcke, da bini sicher! Das mit de zwei Förmli hani jetzt scho vo villne Orte ghört, mer merkt, dass ich im Muffinbacke nochli en Afänger bin 🙂

      Und falls du aso ned alli Chilis ufässe magsch… du weisch wer dankbare Abnähmer isch 😉
      liebi Grüess a euch beid

      • rosmarie ganz 23. Oktober 2013 um 22:09 #

        salü Marco,han hüt die feine Chili brötli gmacht e heissi sach uh fein und luftig und mer händ nöd möge warte uf d füllig händ eifach echli butter drigstriche danke villmal für das tolle Rezept.bin no am Quitten -chili-Chutney kochen.grüessli Romy

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