Pizza bianca

7 Aug

Die Welt isst eine Scheibe

Alle Welt isst Pizza. Und wie das bei derart einfachen Gerichten so üblich ist: jeder scheltet sich selbst ein Pizzaexperte und nimmt für sich in Anspruch, die Beste zu kennen. Geht doch. Nicht.

Wer nur ansatzweise mitreden will, der hat mindestens schon hundert Mal selber eine zubereitet. Und dabei wohl hundert verschiedene Rezepte für Teig, Belag, Backzeit und -temperatur ausprobiert. Ich für meinen Teil lasse gerne die Hosen runter und gebe zu, meine eigenen Erwartungen dabei nicht annähernd zu erfüllen. Ist so.

Seit neustem aber habe ich meinen Backofen in einen kleinen italienischen Steinbackofen verwandelt und bin zum heimischen Pizzabäcker mutiert. Genau – ich habe mir endlich einen Pizzastein zugelegt. Es war pure Offenbarung für mich und ein himmelhaushoher Unterschied zu dem, was bis anhin meinen Ofen verlassen und sich frivol Pizza gescholten hat.

Welcher Typ Mehl denn nun aber für beste Qualität am Endprodukt sorgt, darüber zerbreche ich mir auch nach dem Wälzen zahlreicher Internetseiten immer noch den Kopf. Für’s erste habe ich mich mit normalem Weissmehl aus dem Supermarkt zufrieden gegeben, auch wenn die Meister-Pizzabäcker unter euch wohl gerade die Hände über dem Kopf verwerfen. Für allfällige Tipps dazu, habe ich gerne ein offenes Ohr.

Mehr Talent zeigt sich bei mir beim Umgang mit der Pizzaschaufel. Dank meiner beruflichen Tätigkeit in der Gastronomie darf ich stolz auf eine einjährige Karriere als Pizzaiolo zurückblicken. Küchenpraktikum nannte sich das damals. Den Dreh mit der Pizzaschaufel hatte ich aber bald raus. Auch wenn zunächst einige Pizzen als verunglückte Calzone geendet haben. Damals habe ich übrigens auch gelernt, dass man eine echte italienische Pizza nur von Hand formt!

Und meine letzte und wichtigste Erkenntnis in diesem Zusammenhang: man platzt nie! Auch nicht nach völlig inakzeptabler, skandalöser Völlerei.  Und auch nicht nach drei Pizzen.

Pizzateig für 4 Pizzen

  • 2 TL Trockenhefe
  • 1 TL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • 450 g Weissmehl
  • 50 g Hartweizengriess

250 ml lauwarmes Wasser in eine kleine Schüssel geben, mit der Hefe und dem Zucker verrühren und 5 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich Schaum an der Oberfläche bildet.

Das Olivenöl dazugeben und alles miteinander verrühren.

Danach das Mehl in eine Rührschüssel sieben und mit Salz und Hartweizengriess vermischen. Die Hefemischung zum Mehl geben und alles mit den Händen zu einem kompakten, geschmeidigen Teig verkneten. Am besten funktioniert dies auf einer flachen, bemehlten Arbeitsfläche. Der Teig sollte schön weich und elastisch sein.

Nun den Teig wieder zurück in die Rührschüssel geben und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen.

Belag für 1 Pizza

  • 100 g Büffelmozzarella
  • einige Kleckse Mascarpone
  • 2 EL Rosmarinnadeln
  • 2 grosse Knoblauchknollen
  • 250 ml Olivenöl
  • 2 Lorbeerblätter

Zunächst stellen wir den confierten Knoblauch her! Und glaubt mir: der schmeckt absolut fantastisch!

Dazu die einzelnen Zehen von den Knoblauchknollen lösen und schälen. In einer kleinen Pfanne das Olivenöl bei mittlerer Hitze langsam erwärmen und die Knoblauchzehen und Lorbeerblätter hineingeben. Nun die Zehen während einer Stunde bei schwächster Hitze im Öl ziehen lassen, bis sie weich sind. In ein ausgewaschenes Glas mit Schraubdeckel füllen. Die Menge gibt ordentlich was her, aber im Kühlschrank aufbewahrt halten sich die confierten Knoblauchzehen einige Monate im Öl frisch.

confierter Knoblauch

Den aufgeblähten Pizzateig nun ordnetlich mit der Faust bearbeiten, um Lufteinschlüsse zu entfernen. Anschliessend den Teig in 4 Portionen teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche kreisrund ausrollen. Echte Pizzaoli verwenden hierfür natürlich nur die Hände 😉

Für den Belag nun fünf Knoblauchzehen in einer Schüssel mit etwas Meersalz zerquetschen. Die Masse bildet quasi den Tomatensaucenersatz und wird nun gleichmässig auf dem Pizzaboden verteilt. Als nächstes den Stücke gezupften Büffelmozzarella darüber geben und einige Kleckse Mascarpone darauf verteilen.

Yummy!

Yummy!

Zum Schluss noch ein paar der confierten Knoblauchzehen halbieren und zusammen mit den Rosmarinnadeln über die Pizza streuen.

Im vorgeheizten Ofen bei voller Hitze backen. Mit meinem neuen Pizzastein dauert das lediglich 5-6 Minuten. In einem Otto-Normal-Ofen dauert’s ergo etwas länger. Schön knusprig und kross soll die Pizza sein. Leicht gebräunt und appetitlich. Ein wachsames Auge macht den Unterschied!

Ab in den Ofen

Pizza bianca

Pizza bianca

Pizza bianca

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18 Antworten to “Pizza bianca”

  1. Giovanni 7. August 2013 um 08:31 #

    Sieht sehr gut aus! Es ist tatsächlich so, daß der Pizzastein sehr viel zu einer guten Pizza beitragen kann.
    Cari Saluti, Giovanni

    • marco 7. August 2013 um 19:04 #

      Du musst es wissen, lieber Giovanni 😉 den Stein würde ich tatsächlich um nichts in der Welt mehr tauschen!

  2. Memse 7. August 2013 um 09:38 #

    Sieht super aus.Kannst Du mir einen Termin durchgeben zum Pizzaessen bei Dir? Habe den Pizzastein und die Schaufel gesehen. Kann mir vorstellen wie super die Pizza schmeckt.

    • marco 7. August 2013 um 19:05 #

      Werde ich demnächst nachholen 😉 mich juckt es richtig in den Finger Pizza zu backen!

  3. magentratzerl 7. August 2013 um 11:19 #

    Unfreiwillige Calzone 🙂 Das Problem kenne ich…hat sich aber gegeben.
    Aber ja, so ein Pizzastein macht einen Wahnsinns-Unterschied. Und nun gehe ich Knoblauch konfieren.

    • marco 7. August 2013 um 19:07 #

      Übung macht eben den Meister 🙂 Der confierte Knoblauch schmeckt echt wunderbar, der wird dir bestimmt auch schmecken und lässt sich für x Rezepte verwenden…

  4. LisaCuisine 7. August 2013 um 14:53 #

    Siehr wirklich sehr gut aus. Kann die Pizza förmlich riechen… und das wo ich gerade so einen riiiiiesen Hunger habe 😉

    LG
    LisaCuisine

    • marco 7. August 2013 um 19:09 #

      🙂 wer weiss, was unsere Computer in ein paar Jahren können…?! Dann macht das Stöbern auf anderen Blogs gleich noch mehr Spass 😉

  5. essen & l(i)eben 7. August 2013 um 16:28 #

    konfierter Knoblauch? ich muss sofort an den Herd rennen… ein Traum, lieber Marco. Das sieht wieder mal super lecker aus.

    • marco 7. August 2013 um 19:10 #

      Danke! Fühl mich gebauchpinselt 🙂 wird dir bestimmt auch schmecken!!

  6. Wissenswürze 7. August 2013 um 17:33 #

    Hah, ich weiß genau was Du meinst. Meine bessere Hälfte hat nämlich auch einen Pizzastein gekauft und der zusammen mit einigen Tricks aus dem sehr geilen Buch „Kochen für Geeks“ von Jeff Potter haben dazu geführt, dass Marcus rief: „Super, wir brauchen nie wieder ins Restaurant zu gehen!“ Wir backen den Teig ein wenig vor, das erleichtert das Handling und ich finde die Pizza wird noch einen Ticken knuspriger.
    Den konfierten Knoblauch werde ich auf jeden Fall auf meine ToDo-Liste setzen. Bei uns gibt es immer klassisch Tomatensosse (passierte Tomaten, Tomatenmark und pürierte getrocknete Tomaten) und Mozzarella, manchmal Salami und unbedingt Rucola hinterher drauf.
    Viele Grüße
    Tanja

    • marco 7. August 2013 um 19:13 #

      Spannende Tipps liebe Tanja!! Das Buch werde ich mir nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub mal genauer anschauen! Genauso das Vorbacken des Teigs und deine Variante der Sauce mit getrockneten Tomaten! Ich liebe die Dinger, genauso wie Rucola übrigens 😉

  7. minzzucker 7. August 2013 um 18:32 #

    Ich liebe Pizza ja besonders, wenn statt Tomatenpampe irgendwas Weißes die Grundlage bildet. Klingt saulecker!
    Herzliche Grüße,
    Dani

    • marco 7. August 2013 um 19:14 #

      Scheint mir die perfekte Pizza für dich, liebe Dani 😉

  8. salzpfefferkokos 8. August 2013 um 20:51 #

    Er hat es getan!!! Bin begeistert, Knoblauch confieren, hmm? Ich steh quasi schon am Herd! Schön, dass du gefallen am Stein findest, ich freue mich schon auf weitere herrliche Pizzakombinationen deinerseits! 😀
    Liebste Grüße!

    • marco 10. August 2013 um 12:33 #

      Ich hab es getan 🙂 und ich werde wohl zum Wiederholungstäter! Den Anstoss zum Kauf des Pizzasteins hast du ja eigentlich gegeben 😉 danke dafür! Als ich dann bei einem Kumpel mich direkt davon überzeugen konnte, war es um mich geschehen…

  9. tomatenblüte 11. August 2013 um 18:13 #

    Die weltbeste Pizza für mich!!!
    Und das sage ich als bekennender Tomatenfan! 🙂

    • marco 13. August 2013 um 22:45 #

      Unsere Meinung teilen wohl nicht alle, liebe Sybille! Aber auch für mich gilt: mindestens Top 3 🙂

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