Horchata de Chufa

1 Aug

Spanischer Lassi

Direkt aus dem Urlaub in Nordspanien melde ich mich hier mit einem Post zu einem Spitzen-Sommergetränk!

Immer wieder mal stolpere ich beim Stöbern im Netz oder Feinkostladen auf Produkte, die mir bis anhin gänzlich unbekannt waren. Erst kürzlich erging es mir so mit den in der Schweiz bisher noch ziemlich unbekannten Erdmandeln.

In der kleinen Knolle steckt durchaus mehr Potential, als man zunächst vermuten könnte. Sie ist etwa so gross wie eine Muscat-Traube und nennt sich auch Tigernuss oder Chufa. Allerdings ist sie nicht etwa eine Nuss, sondern eine Wurzelverdickung eines tropischen Grases, welches zu der Pflanzengattung der Zyperngräser gehört. Die aussen braunen und innen weissen, erbsengrossen Erdmandeln eignen sich in der Küche als delikate Zutat.

In der Textur ist die Chufa sandig und erdig, der Geschmack kommt jenem von Haselnüssen und Mandeln sehr nahe und im Aroma erinnert sie an frische Champignons. Ich wage zu behaupten: you either love it or hate it! Ich liebe sie definitiv schon jetzt!

Von den Arabern eingeführt, hat die Erdmandel vor allem in Spanien, insbesondere in Valencia zu grosser Beliebtheit gefunden. Dort stellt man daraus horchata de chufa her: eine süsse, nahrhafte Erdmandelmilch, welche in sogenannten horchaterías eisgekühlt als sommerliche Erfrischung serviert wird. So auch hier im Norden Spaniens, wo sie aktuell beinahe täglich auf meinem Menuplan auftaucht 😉

An heissen Tagen kühlt sie, ähnlich den indischen Lassis, den Körper und schmeckt ganz einfach unverschämt gut! Allerdings ist sie sehr sättigend. Man trinkt zwei Deziliter davon und hat danach den ganzen Tag keinen Hunger mehr. Der erfrischende, nussige und milchige Geschmack hat selbst den Maler Salvador Dalí überzeugt. Noch heute findet man in der Speisekarte einer Horchatería in Alboraya, dem Ursprungsort der Horchata, ein Foto, auf dem Dalí voller Genuss dieses köstliche Erfrischungsgetränk kostet.

Nebst ihren geschmacklichen Vorzügen trumpft die Erdmandel aber vor allem durch ihre gesundheitlichen Aspekte auf! Die Horchata ist mit ihrem Gehalts an Vitaminen (vor allem Vitamin H, Vitamin P) und Mineralstoffen (Kalzium, Magnesium, Kalium und Natrium) gesundheitlich äusserst wertvoll.

Ausserdem ist sie nicht nur reich an Mineralstoffen und Eiweiss, sie ist auch sehr bekömmlich. Zudem sind bisher keine Allergien gegen die gluten- und laktosefreien Erdmandeln bekannt, weshalb sie oft als Nussersatz verkauft werden. Gerade dieser Vorteil könnte der kleinen Knolle künftig auch hierzulande zu grosser Beliebtheit verhelfen, leiden doch mittlerweile etwa acht Prozent der Bevölkerung an einer oder mehreren Lebensmittelallergien. Tendenz steigend.

Zu kaufen gibt’s die kleinen Nüsschen hierzulande zum Beispiel im Biofachgeschäft Egli im Zürcher Hauptbahnhof oder online bei BioVerde.

Horchata de Chufa

  • 1 l sehr kaltes, fast gefrorenes Wasser
  • 250 g getrocknete Erdmandeln
  • 100 g Zucker
  • Zimt
  • Zitronenschale

Zunächst werden die Erdmandeln über Nacht während 24 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht. Sollte sich das Wasser trübe verfärben, muss es gewechselt werden. Ein Zeichen, dass die Mandeln noch Staub oder dergleichen enthielten. Sollte aber grundsätzlich nicht der Fall sein.

Erdmandeln, getrocknet

Erdmandeln, eingeweicht

Am nächsten Tag dann das frohe Mixen! Das Einweichwasser abgiessen und die nun weichen Chufas zusammen mit 5 dl Wasser im Mixer zu einer weissen, groben Paste zermalmen.

Die Paste wird nun durch ein feines Sieb gestrichen und dabei richtig ausgepresst. Zurück bleibt eine milchige, äusserst leckere Flüssigkeit, die man auch so schon wunderbar trinken könnte.

Erdmandeln, gemixt

Die zurückgebliebene Mandelpaste schmeckt auch lecker. Allerdings wusste ich nicht wirklich, was ich damit anfangen sollte. So ist sie leider zum Schluss in der Biotonne gelandet.

Die milchige Erdmandelflüssigkeit wandert nun zurück in den Mixer. Einen Hauch Zimt und etwas Zitronenabrieb machen das Geschmackserlebnis perfekt! Das Ganze wird nun mit dem restlichen Eiswasser ordentlich durchgemixt und noch eisgekühlt sofort genossen. Ansonsten bitte wieder in den Kühlschrank stellen… Eiskalt muss sie sein, die Horchata!

Horchata de Chufa

Horchata de Chufa

Horchata de Chufa

Chufas kaufen und ausprobieren!! Mehr möchte ich dazu eigentlich nicht sagen…

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17 Antworten to “Horchata de Chufa”

  1. Memse 1. August 2013 um 08:44 #

    Es das nun Euer Urlaubsdrink? Tönt super gut, erfrischend und eben wahrscheinlich sehr sättigend. Wieviele Nüsse es doch gibt.

    • marco 1. August 2013 um 10:22 #

      Ja, so als Erfrischung zwischendurch taugt die Horchata wunderbar! Allerdings hätten wir die rein wettertechnisch nicht unbedingt nötig 😦

      • Memse 1. August 2013 um 12:08 #

        Warum regnets bei Euch? Bei uns ist strahlend schön und heiss:-)

  2. magentratzerl 1. August 2013 um 10:07 #

    Ahhh…die legendäre Erdmandel. Ich stolpere ab und zu im Bioladen darüber; vielleicht sollte ich mal welche anschaffen.
    Könnte man mit der Mandelpaste vielleicht Kekse backen?

    • marco 1. August 2013 um 10:28 #

      Versuche es doch mal! Die Horchata schmeckt jedenfalls wunderbar! Momentan bin ich auch auf der Suche nach weiteren Rezepten, du kannst mir gern Bescheid geben, wenn du eines für Plätzchen entdeckt hast 🙂 die übrig gebliebene Mandelmasse hat nämlich ganz gut geschmeckt 🙂

  3. kochfrau 1. August 2013 um 17:06 #

    Chufa-Nüsse: Ich liebe sie gemahlen in meinem Zmorge-Joghurt! Eben weil sie so sättigen aber viel besser verdaulich sind, als Frühstücksflocken. Ich hab sie schon in der Not als Mandelersatz zum Backen gebraucht. Funktioniert tipp-top. Schicke dir etwas von unserer Sonne (heute grad mal bescheidene 33°C :-).

    • marco 1. August 2013 um 20:59 #

      Bescheidene 33 Grad, fies 😦 naja, die frischen Meeresfrüchte entschädigen mich einigermassen…

      Danke für den Tipp mit dem Frühstücksflockenersatz… Ich stelle mir das äusserst lecker vor! Weichst du die Chufa-Nüsse vorher aber trotzdem über Nacht ein?

      • kochfrau 3. August 2013 um 16:38 #

        Ich kaufe die Chufas immer schon gemahlen in meinem Lieblingsreformhaus.

  4. Sarah 1. August 2013 um 17:45 #

    WOW!! Dieses Getränk hab ich absolut vergessen, dabei haben wirs in Spanien als wir das erste mal mit 16 beim trampen die grosse Freiheit gespürt haben täglich getrunken! Danach hab ichs nie wieder gesehen. Danke für die Erinnerung, dieses Getränk werde ich sooofoort (nachdem Erdmandeln gefunden wurden) nachgemacht!

    • marco 1. August 2013 um 21:02 #

      Hoi Sarah
      Erdmandeln gibt’s in ZH in einigen auserwählten Stores zu kaufen (siehe Links weiter oben). Freut mich, dass ich gleich noch ein paar Jugenderinnerungen wachrufen konnte! Ich fühle mich gerade gar nicht sooo anders, ausser dass ich das Auto zum trampen mittlerweile selber fahre 😉

  5. Memse 3. August 2013 um 10:11 #

    Heute gibts bei uns, Tessiner Maissuppe, Appenzöller Filet und Buttermilch, Rhabarber Pesto (alles aus dem Foodblog). Hoffe sehr, es gelingt:-)

  6. salzpfefferkokos 8. August 2013 um 20:54 #

    Endlich weiß ich, was man mit den Dingern noch machen kann, außer sie als Frühstücksalternative herzunehmen. Danke für die tolle Idee & den klasse Bericht… Das schaut super erfrischend aus!!

    • marco 10. August 2013 um 12:34 #

      Die Idee mit den Frühstücksflocken kannte ich vorher auch noch nicht… gefällt mir ausgezeichnet! Jetzt muss ich nur noch lernen zu frühstücken 🙂

  7. La Vena 11. September 2013 um 08:49 #

    Danke für diesen Beitrag über Erdmandeln. Kannte ich vorher noch nicht, sofort bestellt und begeistert! Da Erdmandeln ja keine Nüsse sind, lösen sie auch keine Allergien aus. Glutenfrei, ballastoffreich und voller wertvoller Nährstoffe. Ausgezeichnet für die Verdauung.Würde sagen hier hast du das ultimative Nahrungsmittel gefunden!

    • marco 11. September 2013 um 10:28 #

      Freut mich sehr, dass ich dir die gesunden Tigernüsse (wie man sie auch nennt -obwohl keine Nüsse!) schmackhaft machen konnte! Bin auch dankbar für weitere Rezeptideen rund um die Chufas, falls dir welche vorliegen! Ich hab‘ noch jede Menge daheim 😉

      • La Vena 11. September 2013 um 21:16 #

        Mein Tipp: Iss sie einfach grad aus der Tüte. Ordentlich kauen! Schmeckt herrlich und macht satt.

      • marco 11. September 2013 um 22:02 #

        Wow! Na auf die Idee wär ich jetzt echt nie gekommen! Bin schon auf dem Weg zum Schrank 😉

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