Chicken Bunny Chow

25 Jul

Ein Toast auf Curry

Chicken Bunny Chow? Der Name klingt doch vielsprechend, nicht? Dass sich dahinter etwas Essbares verbirgt, ist auf den ersten Blick allerdings nicht ersichtlich. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um eine ziemlich eigenwillige, aber durchaus kreative Art von Fast Food.

Bunny Chow stammt ursprünglich aus dem südafrikanischen Durban und hat dort eine lange Tradition. Es kann gewissermassen als der Heilige Gral unter dem lokalen Streetfood bezeichnet werden und ist auch heute noch vielerorts ein beliebter Snack. Ursprünglich vegetarisch, wird es heute aber auch je nach Belieben mit Fleisch zubereitet. Salopp gesagt handelt es sich dabei um einen ausgehöhlten Laib Kastenweissbrot, welcher mit würzigem Curry gefüllt wird. Baie lekker!

Um die Geschichte und den Ursprung dahinter ranken sich viele Gerüchte und Legenden. Mit Gewissheit kann man bloss sagen, dass die Erfindung auf die auch heute noch zahlreich vertretene indische Community in Durban zurückzuführen ist. Eine Erklärung die man besonders oft hört ist die folgende:

In den 1940er Jahren während der Apartheid, war es der schwarzen Bevölkerung nicht erlaubt öffentliche Restaurants zu betreten. Damit aber auch diese Klientel bedient werden konnte, begannen die Banias (eine indische Kaste) damit, ihre Curries in ausgehöhlte Laibe Weissbrot zu füllen und durch die Fenster im Hinterhof ihrer Restaurants an die hungrigen Arbeiter zu verkaufen. Die Sauce weicht das langweilige Weissbrot auf und verwandelt es in ein saftiges, würziges und mit zartem Fleisch bestücktes transportables Masala-Gericht! Baie leckker, gleich nochmals!

Als Füllung bietet sich eigentlich jedes x-beliebige Curry eurer Wahl an, egal ob mit Kürbis, Blumenkohl oder Kartoffeln, mit würzigem Lammfleisch oder eben wie ich heute mit zarten Pouletbrustfilets. Selbstverständlich verfügt jeder Curry-Junkie über seine Lieblings-Currymischung. Und genau die verrate ich euch heute. Sozusagen eine Eigenkreation aus tausendundeiner Inspiration. Und keine Sorge: wem eines oder zwei der unzähligen Gewürze fehlt… es schmeckt trotzdem…

Für 2 Personen

Paste

  • 1 ½ TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 TL braune Senfkörner
  • 1 TL getrocknetes Chilipulver
  • 1 TL Kurkuma

Alle Gewürze bis und mit Senfkörner in einer Gewürzmühle oder im Mörser mahlen. Anschliessend mit dem Chilipulver und Kurkuma mischen und zusammen mit 1.5 dl Wasser zu einer Paste mischen.

Gewürzbord

  • 1 TL Bockshornkleesamen
  • 1 kleines Stück Kassia-Zimt
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Curryblätter
  • 1 getrockneter Chili
  • 1 Nelke
  • 5 grüne Kardamomkapseln

Alle Gewürze in der hier aufgeführten Reihenfolge nach und nach in einer Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Fett rösten.

Gewürze rösten

Danach auskühlen lassen und zur bereitgestellten Paste geben.

  • 1 mittlere Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 daumengrosses Stück Ingwer
  • 300 g Pouletgeschnetzeltes
  • 1 Weissbrot à 350 g
  • 2 EL Erdnüsse (oder Kemiri-Nüsse), grob gemörsert
  • 1 TL Palmzucker
  • 3 EL Rahmjoghurt

Zwiebel, Knoblauch und Ingwer fein hacken. Anschliessend das Poulet in einer Bratpfanne kräftig anbraten. Am besten in hausgemachtem Curryöl. Kräftig salzen und pfeffern. Aus der Pfanne nehmen und im Bratensatz die Zwiebel, Knoblauch und Ingwer 5 Minuten anschwitzen.

Poulet braten

Gewürzpaste

Nun die vorbereitete Gewürzpaste und die Erdnüsse sowie den Palmzucker zugeben und leicht einköcheln lassen. Weitere 2 dl Wasser hinzugeben und während 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Sauce leicht eindickt. In der Zwischenzeit den Brotlaib halbieren und das weiche, weisse Innere aushöhlen. Das kennt ihr entweder gleich essen oder später zum Auftunken der restlichen Sauce verwenden. Die ausgehöhlten Hälften toaste ich im vorgeheizten Ofen bei 200°C leicht knusprig.

Brotlaibe aushöhlen

Nun nur noch das Poulet zur eingekochten Sauce geben und leicht erwärmen. Rahmjoghurt sorgfältig unterrühren und nach Bedarf mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Chicken Bunny Chow

Chicken Bunny Chow

So! Und nun die Currymasse in die warmen Brothälften schaufeln und kräftig zubeissen. Als Snack für unterwegs taugt die Geschichte zwar nicht wirklich, obwohl sie wohl ursprünglich dafür gedacht war. Oder lag es an mir, dass ich Messer und Gabel nicht wirklich weiterkam…

Chicken Bunny Chow

Chicken Bunny Chow

Chicken Bunny Chow

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10 Antworten to “Chicken Bunny Chow”

  1. essen & l(i)eben 25. Juli 2013 um 10:15 #

    meine Güte, das sieht wieder super lecker aus! Danke auch für die Hintergrundinformationen, bei Dir lernt man immer was 🙂

    und da wir gerade bei Lernen sind: was ist denn Kassia-Zimt? Ich meine, wie schmeckt er im Vergleich zu dem Zimt, den ich normal im Supermarkt kaufe?

    Liebe Grüße und einen sonnigen Tag 🙂
    Natalie

    • marco 27. Juli 2013 um 10:31 #

      Hallo Natalie,
      Freut mich, dass meine Kocheskapaden auch einen gewissen Lerneffekt haben 🙂 das Bunny Chow musst du unbedingt mal ausprobieren! Mit Kassiazimt 😉

      Anders als beim Ceylonzimt aus dem Supermarkt wird hier eine viele dickere Schicht der Rinde aufgerollt. Das Aroma ist daher feiner und weniger intensiv, eignet sich daher ideal für pikante Gerichte, finde ich!

      Liebe Grüsse, Marco

  2. magentratzerl 25. Juli 2013 um 10:52 #

    Davon hab ich schon gelesen. Ich liebe Curries aller Art; bei dem hier hat mich bisher immer vom Machen abgehalten, dass ich nicht so recht weiß, wie man es essen soll.
    Curry-Mischungen mache ich auch am liebsten selbst 🙂

    • marco 27. Juli 2013 um 10:34 #

      Was fernöstliche Kochkunst angeht, da schätze ich dein Wissen ohnehin ganz hoch ein! Probiers doch einfach mal aus mit deinem Lieblingsmasala 😉 dem Ursprung nach wäre das Ganze ja quasi wie ein Döner über die Gasse zu essen! Funktioniert aber nicht… Aber in Indien isst man ja eh mit den Händen, nicht?! 😉

  3. leckerbox 28. Juli 2013 um 08:09 #

    Auch wenn es erst kurz nach 08:00 Uhr an einem Sonntagmorgen ist, es sieht voll klasse aus und ich kriege hunger… 😉

    • marco 28. Juli 2013 um 10:05 #

      Dann ist das Ziel ja erreicht 😉

  4. LisaCuisine 30. Juli 2013 um 12:31 #

    Ich liiiiiiebe indisches Essen und koche es auch ab und zu selber. Sieht super aus Dein Gericht :-)) Allerdings isst man in Indien nur mit einer Hand, der Rechten. (Das soll jetzt bitte nicht besserwisserisch rüberkommen ;-))
    Vor 1,5 Jahren war ich dort und hatte es einmal versehentlich vergessen. Daraufhin gab es ein ziemliches getuschel und gegrinse. Sie haben es mir als Touristin aber nicht übel genommen. Im November diesen Jahres kann ich es dann nochmal versuchen, fahre nämlich für 3 Wochen nach Südindien.
    Ich hoffe, ich kann wieder viele Gewürze mitbringen..

    Lieben Gruß
    LisaCuisine

    • marco 31. Juli 2013 um 12:30 #

      Die linke Hand wird als untein bezeichnet, nicht wahr? Als ich in Ghana war habe ich das so gelernt… Indien steht ganz oben auf meiner Wunschliste! Ich bin fast ziemlich sicher, dass ich mich da extrem wohl fühlen würde 😉 alleine schon der vielen Gewürze wegen…

  5. lamiatrattoria 30. Juli 2013 um 19:14 #

    Ich mag deine Geschichten zum Essen :). Sieht richtig richtig lecker aus!

    • marco 31. Juli 2013 um 12:31 #

      Danke 🙂 jedes Gericht hat doch irgendwie eine Geschichte zu erzählen…

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