Hummus-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum

14 Jun

Ravi ‚oh‘ logy

Oh, es war zum Verzeifeln. Mein getreuer, mich jahrelang begleitender Stabmixer hatte kürzlich sein letztes Stündlein eingeläutet. Mit einem knatternden „Pfrrrr“ ist sein Motor für immer erloschen und ich konnte trotz eiligen Reanmiationsversuchen nur noch seinen Tod feststellen. Oh!
Oh-Gott-und-was-jetzt? Ein Schlag in die Magengrube. Kulinarischer Knockout.
Hummus ohne Pürierstab? Vielleicht mörsern?
Joghurtschäumchen? Von Hand aufgeschlagen? Äääh, nein danke!

Na dann. Da der Zauberstab bekanntermassen mein Lieblingsutensil in der Küche ist, bleibt eigentlich nur eine Lösung. Es musste möglichst rasch Ersatz her. Also am letzten Samstag bei schönstem Strahlewetter in den Fachhandel und noch kurz einen neuen Stabmixer gekauft. Selbes Modell versteht sich. Altbewährtes soll man schliesslich nicht ändern. Word!

Daheim dann voller kindlicher Vorfreude die Packung aufgerissen und die unzähligen Zubehörteile nach und nach aus der Kartonkiste gekramt. Was da alles hervor kam! Aber…halt…irgendwie…da fehlt doch was!?
Am Boden der Kiste angelangt war ich schlauer.

Genau! Vom Stabmixer selbst keine Spur!
Das kann doch nicht deren Ernst sein?!

Zehn Minuten und gefühlte hundert Blicke in die leere Kartonkiste später hatte ich traurige Gewissheit: es war ihr voller Ernst! Zu allem Elend war  der Store mittlerweile geschlossen und meine Hummus-Ravioli mussten sich wohl oder übel einen weiteren Tag gedulden.

Ob sie wohl deshalb so gut geschmeckt haben?

Die Rezeptidee stammt übrigens vom Restaurant Jdaburg, wo ich diese ausgefallene Kreation auf der Speisekarte entdeckt habe. Selber gegessen habe ich es nicht. Aber ich fand die Idee von mit Hummus gefüllten Ravioli mit Mango-Joghurtschaum so unsäglich geil, dass ich diese Herausforderung ganz für mich persönlich wollte und daheim meine eigene Umsetzung ausprobiert habe.

Ob die Schöpfer des Gerichts richtigen Pastateig verwenden, entzieht sich meiner Kenntnis. Um die Mission Crossover Cooking aber noch etwas authentischer zu machen, habe ich mich für asiatische Wan Tan Teigblätter entschieden. Die kann man schön kross anbraten und sorgt somit für zusätzlichen Wow-Effekt!

Ok. Fertigen Ravioliteig zu kaufen ist natürlich falsch, falsch, falsch. Ich habe es trotzdem gemacht. Erstens weil ich zu gierig war und zweitens, weil sich nach der Eskapade mit dem Stabmixer meine Motivation gelinde ausgedrückt in Grenzen hielt. War es mir wert!

Für ca. 24 Ravioli

Hummus

  • 250 g gegarte Kichererbsen
  • 2 EL Tahina (Sesampaste)
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 5 EL Olivenöl
  • 3 EL Zitronensaft
  • 3 EL Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen

Alle Zutaten mit dem Stabmixer oder dem Zerkleinerer-Aufsatz der Küchenmaschine pürieren. Je nach dem muss noch etwas zusätzliches Wasser hinzugegeben werden, um die Konsistenz des Hummus zu justieren. Da wir es heute aber nicht als Dip sondern als Füllung für Ravioli verwenden, darf es ruhig auch noch etwas stückiger sein als sonst.

Hummus

Danach benötigt ihr etwa 24 quadratische Wan Tan Blätter. Die gibt’s in jedem Asia Store für wenig Geld zu kaufen. Auf jedes Teigquadrat kommt ein Teelöffel voll Hummus. Gekrönt wird das ganze mit einem Hauch Harissa, kann aber auch weggelassen werden.

Sämtliche vier Seiten des Teigquadrates werden anschliessend mit Eiweiss bepinselt und die Ravioli zusammengefaltet und verklebt.

Fill me up!

Harissa makes the difference

1,2, ready!

Den Boden einer weiten Pfanne komplett mit hitzebeständigem Öl auslassen (evt. mit Sesamöl leicht aromatisieren) und die Wan Tan darin auf beiden Seiten einige Minuten knusprig braten. Das geht ziemlich schnell, also seit wachsam!

Mango-Joghurtschaum

  • 1 dl Milch
  • 50 g griechisches Rahmjoghurt
  • ½ Thai-Mango
  • 1 TL Salz
  • weisser Pfeffer

Beim Mango-Joghurtschäumchen habe ich zugegebenermassen ziemlich improvisiert. Ich hatte keinen Schimmer, wie ich das wohl am besten hinkriege. Hat aber eigentlich zum Schluss ganz gut geklappt und geschmeckt.

Die Milch gebe ich in ein Pfännchen und erhitze sie langsam bis kurz vor dem Siedepunkt. Anschliessend gebe ich die in kleine Würfel geschnittene Thai Mango hinzu und püriere kräftig. Wer mag, kann anschliessend das Ganze durch ein Sieb giessen. Da die Thai-Mango aber über keine zähen Fasern verfügt, wird die Sauce auch so schön smooth.

Nun das Joghurt hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und nochmals leicht erwärmen. Mit dem Stabmixer schön schaumig aufschlagen und über die knusprigen Ravioli geben. Ein paar Tropfen Harissa machen das Geschmackserlebnis perfekt.

Und übrigens: das Rätsel des verschollenen Stabmixers hat sich zu guter Letzt auch noch geklärt. Ich hatte das Austellungsmodell gekauft und den eigentlichen Mixer im Regal stehen lassen 😉

Get crispy

Hummus-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum

Hummus-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum

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12 Antworten to “Hummus-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum”

  1. magentratzerl 14. Juni 2013 um 20:20 #

    Hab ich das richtig verstanden? Stabmixer mit ohne alles (wie meine Kinder sagen würden) – auch eine Art von Panne….
    Ich wäre ja nie von allein auf die Idee gekommen, Ravioli mit Hummus zu füllen – aber jetzt!

    • marco 15. Juni 2013 um 00:43 #

      Mit und ohne alles – genau so! Und ja, ich selbst wäre auch nie auf die Idee gekommen – aber dann! 😉

  2. leckerbox 14. Juni 2013 um 21:42 #

    Ohhhh, das sieht so fantastisch aus. Hätte ich jetzt gerne vor mir stehen. Ich will schon ewig mal WanTan Teig kaufen und damit etwas zubereiten, bisher bin ich leider noch nicht dazu gekommen. Langsam muss ich das mal nachholen glaube ich!
    Hab ein schönes Wochenende…
    Liebe Grüße
    Mone 🙂

    • marco 15. Juni 2013 um 00:46 #

      Ich hab meine Wan Tan gefroren gekauft. Geschätzte hundert Stück in so ner Mini-Packung 🙂 solltest du auch ausprobieren! Geht auch süss, mit Caramel und Fleur de Sel über Quarkmousse oder Eis zum Beispiel 😉

  3. essen & l(i)eben 15. Juni 2013 um 02:09 #

    das sieht sehr nach Kenwood aus. herber Rückschlag, ohne Ken würde ich in meiner Küche oftmals verloren dastehen….

    • marco 17. Juni 2013 um 22:06 #

      Turmix! Eigentlich ein Qualitätsbrand! Aber auch der beste Ken gibt mal den Löffel ab 😉

  4. lamiatrattoria 15. Juni 2013 um 19:03 #

    Sieht superkreativ aus, interessant! Ich kanns mir nur einfach gar nicht vorstellen wie die Kombination schmeckt…sieht aber toll aus und schmeckt bestimmt auch so!

    • marco 17. Juni 2013 um 22:08 #

      Die Kombi schmeckt wirklich toll! Ist aber echt schwierig zum Beschreiben! Stell dir Hummus vor, mit etwas süsser Mango, Säure vom Joghurt und alles in einer knusprigen Hülle 😉

  5. tomatenblüte 16. Juni 2013 um 13:23 #

    Das Rezept gefällt mir s…gut!! 🙂 🙂

    • marco 17. Juni 2013 um 22:09 #

      Wieso erstaunt mich das jetzt nicht? 😉

  6. Wissenswürze 16. Juni 2013 um 23:44 #

    Oh man es ist schon spät …und wer lesen kann ist klar im Vorteil!
    Hummer-Ravioli mit Mango-Joghurtschaum habe ich gelesen.
    Mein erster Gedanke: Waow ganz schön dekadent, wieviel Hummer wohl für diese Menge Ravioli sterben müssten? Zweiter Gedanke: Nichts für mich, weil ich doch so ne unsägliche Fisch und Seafood-Allergie habe. Dritter Gedanke: Sieht aber so lecker aus, vielleicht kann man das abwandeln. Viertens: Vor-Stirn klatsch: HUMMUS!! Die lecker Kichererbsenmampe. Fünftens: Hallo, Dich werde ich gewiss probieren. Erst recht weil ich auch immer nur die Riesenpackungen Wantan-Blätter finde und stets nach alternativen Verwendungsformen suche.
    Deine Rezepte sind echt immer ungewöhnlich und interessant.
    Jetzt geh ich aber schnell schlafen, bevor ich noch mehr Lichtenbergsche Verleser habe oder von Hummern träume, die dem Schicksal als Raviolifüllung enden zu müssen, entrinnen wollen.
    Gute Nacht! Und ich bin schon gespannt, was Du Dir als nächstes einfallen lässt.
    Tanja

    • marco 17. Juni 2013 um 22:12 #

      Liebe Tanja,
      ich musste herzhaft lachen über deinen Kommentar! Aber mit Blogkommentaren zu später Stunde habe ich auch so meine (lustigen) Erfahrungen gemacht 🙂
      Mit Hummer hättest du mich hier nicht überzeugt, da ist Hummus schon eher meine Wellenlänge! Freut mich, dass dir das Rezept gefällt!
      Und danke fürs Kompliment, ich fühl mich gebauchpinselt 😉 ich gebe mir Mühe kreativ und ungewöhnlich interessant zu bleiben!

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