Blütenbutter

6 Jun

Die schönere Kräuterbutter

Man glaubt es kaum, aber irgendwer hat es tatsächlich geschafft den Frühling (oder sprechen wir schon von Sommer?) doch noch anzulocken. Meine Blümchen und Kräuter auf dem Balkon danken es ihm, denn sie erblühen dieser Tage in den herrlichsten Farben und verströmen ihren betörenden Duft.

Höchste Zeit für die alljährliche Blütenbutter! Genau, Blütenbutter! Kräuterbutter kennt ja schliesslich jeder! Aber Blütenbutter?

Die Kraft der Sonne und die Fülle des Sommer in Form einer solchen hausgemachten Butter einzufangen ist nicht nur eine leckere, sondern auch eine sehr dekorative Idee. Ein echter Hingucker auf dem Tisch!  Und gegen ein Mödeli selbstgemachte Würzbutter im Tiefkühlfach spricht ja nun eigentlich wirklich nichts.

Jeden Frühling erfreue ich mich ab den farbenfrohen, prächtigen Blüten der vielen Pflänzchen und Kräuter auf meinem Balkon. Und jedes Jahr frage ich mich auf’s Neue, was ich damit bloss anstellen könnte. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich das feine, filigrane Aroma der essbaren Blüten am besten in einer hausgemachten Buttermischung konservieren lässt. Die ist einfach herzustellen und in ihrer Wirkung definitiv nicht zu unterschätzen.

Nun denn, Blüten auf dem Teller sorgen ja gerne mal für Verwirrung. Ob das Gänseblümchen wohl essbar ist – oder bloss Dekoration? Mal am Veilchen schnuppern, vielleicht davon kosten? Nur  zu! Blüten können süss wie Honig, würzig wie Kapern oder erfrischend wie Gurken schmecken und erleben zur Zeit ein richtiges Küchen-Revival. Essbare Blüten sind sprichwörtlich in aller Munde.

Mit so einer Blütenbutter lassen sich zudem allerlei Leckereien zaubern. Macht sich gut auf dem rosa gebratenen Kalbskotelett oder man versorgt die hausgemachte Pasta oder sommerliche Gemüsegerichte damit. Passt aber auch zu frischen Felchenfilets, aufs Baguette geschmiert und im Ofen kurz überbacken, zum Braten von Hühnchen oder wer weiss, vielleicht sogar dessen Bauch damit gefüllt. Oder einfach nur frisches Brot und gute Butter. Fertig. Unschlagbar gut!

Damit kann man fast nichts falsch machen – wenn man alles richtig macht!

Man läßt 250g Butter bei Zimmertemperatur weich werden und schlägt sie mit dem Handrührgerät schön schaumig.

Bei der Zubereitung der Buttermischung bestehe ich mittlerweile auf aufgeschlagene Butter. Aufgeschlagene Butter nennt man zimmerwarme Butter, die man mit dem Schneebesen oder in der Küchenmaschine gerührt hat, so dass sie herrlich luftig und crèmig wird, ordentlich an Volumen zulegt und sich “Spitzchen” bilden. So schmeckt das am besten!

Müsst ihr nicht verstehen, ist einfach so!

Danach würzt man sie mit einer guten Prise Fleur de Sel, einigen zerstossenen Körnern rosa Pfeffer und etwas Zitronensaft und Zitronenschale.

Alles bereit

Eine handvoll gewaschener und getrockneter Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sowie andere (natürlich ungespritzte!) Blütenblätter (Ringelblumen, Sonnenblumen, Stiefmütterchen, Borretsch, Veilchen oder Rosen) und nicht zu vergessen die vielen Blüten von Kräutern (Schnittlauch, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei) werden der Butter hinzugefügt.

Borretschblüten

Kapuzinerkresseblüten

Lila lila lila

Abgeschmeckt wird zum Schluss mit einem halben Teelöffel flüssigem Honig.

Gut durchmischen und im Strang auf ausgebreitete Frischhaltefolie verteilen. Mit Hilfe der Folie zu einer Rolle formen, einwickeln und im Kühlschrank fest werden lassen oder gleich direkt ab damit in den Tiefkühler.

Wenn die Butter fest geworden ist, schneide ich sie in ca. 3 cm lange Stücke und friere sie einzeln ein – die Butter ist ja sehr ergiebig und man hat schnell etwas außergewöhnliches zur Hand…

Farbenfrohes Mischen

Beim Zusammenstellen der Blütenmischung lautet die Devise: Weniger ist mehr! Wer zu viele Aromen miteinander kombiniert, überdeckt schnell einmal die feinen Düfte der anderen Kräuter. Insbesondere beim Verwenden von Lavendel- oder Rosenblüten sollte man mit anderen Blüten sparsam umgehen.

Für meine Mischung verwende ich gelbe Kapuzinerkresse-Blüten (schön pfeffrig), blaue Borretsch-Blüten (leichtes Gurkenaroma), Schnittlauch-Blüten (feine Zwiebelnote) sowie Blüten von Thymian und Rosmarin.

Wer übrigens daheim keine Blüten ernten kann, vermag sie heutzutage meistens in guten Gärtnereien oder Delikatessenläden (zum Beispiel Globus) zu erstehen.

Auf gar keinen Fall, nie und nimmer und unter keinen Umständen nicht würde ich Knoblauch zu meiner Blütenbutter geben. Das feine Aroma würde vom intensiven Knoblauch definitiv in den Schatten gestellt werden. Wenn, dann eine reine Bärlauchblüten-Butter… die sollten momentan übrigens gerade Hochkonjunktur haben…

Hhmm… vielleicht am Wochenende mal ab in Wald…

Blütenbutter

Blütenbutter

Blütenbutter

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12 Antworten to “Blütenbutter”

  1. Memse 6. Juni 2013 um 07:11 #

    Das gseht super us. Wie bim Caminada:-)
    Wo hesch den all di Blueme her?

    • marco 6. Juni 2013 um 22:35 #

      Du kennst doch meinen Balkon 😉
      Bis auf die Borretschblüten wächst da alles in Hülle und Fülle! Und es hat immer noch 😀

  2. magentratzerl 6. Juni 2013 um 08:04 #

    Sehr fein. Ich gehe dann mal ernten. Und das mit der aufgeschlagenen Butter wird getestet.

    • marco 6. Juni 2013 um 22:36 #

      Hast du auch Blütenschwemme daheim? 😉
      Das mit der Butter solltest du testen, ja! Danach verstehst du was ich meine 🙂

  3. Sandra 10. Juni 2013 um 19:47 #

    Wie alle gute Ideen einfach – aber genial!! Das Rezept merk ich mir.

    LG Sandra

    • marco 10. Juni 2013 um 21:56 #

      Oder selber eins kreieren! Vielfalt pur 😀

  4. tomatenblüte 10. Juni 2013 um 19:53 #

    Deine Mischung wäre auch meine Mischung und ausschauen tuts wirklich grandios.
    Jetzt muss nur noch de Regen verschwinden damit sich ein paar Blüten zeigen… 🙂

    • marco 10. Juni 2013 um 21:57 #

      Insbesondere Kapuzinerkresse ist ja mein heimlicher Liebling!
      Und ja… das mit Regen… lassen wir das 😉

  5. Tanja 12. Juni 2013 um 13:22 #

    Das ist ja mal wieder eine SUPERidee! Ich hatte irgendwann mal eine getrocknete Blütenwürzsalzmischung (leider mehr Salz als Blüten), aber mit echten Blüten, sehr cool. Und Kapuzinerkresse liebe ich auch sehr. Die Butter schlag ich auch immer auf aber ich hab noch nie mit Honig verfeinert.
    Meine persönliche Lieblingsbutter ist Zitronenparmesanbutter (Abrieb und Saft von Biozitronen, viel frisch geriebener Parmesan und ein bißchen Pfeffer und Salz) aber ich werde zu unserer Midsommar-Fest auf jeden Fall deine Variante ausprobieren. Vielen Dank für das Rezept.
    Tanja

    p.s. Was auch immer ein Mödeli ist, ein putziges Wort ist es allemal 😉

    • marco 14. Juni 2013 um 09:20 #

      Hallo Tanja, die Blütenbutter solltest du wirklich unbedingt ausprobieren. Ein wenig Honig passt ganz gut finde ich! Ich nehm mir im Gegenzug deine Zitronenparmesanbutter vor. Ich weiss ganz genau, dass mir das wahnsinnig gut schmecken würde 🙂 Wieso ich noch nicht selbst auf die Idee gekommen bin? Im Übrigen wäre ich gerne bei von dir genanntem Midsommar-Fest dabei, da gibt’s sicher allerlei Leckeres zu schmausern 😉

      PS: Schwyerdütsch 😉 Mödeli = 250g Butter

  6. minzzucker 14. Juni 2013 um 16:56 #

    Keine einzige Kapuzinerkressenblüte ist auf meinem Balkon 😦 Ich hab heuer irgendwie völlig vergessen die anzupflanzen. Dabei find ich die so schön und lecker. Aber Schnittlauch, Thymian und Salbei blühen wunderbar. Immerhin! Knoblauch fände ich da auch grauslig.
    Herzliche Grüße,
    Dani

    • marco 14. Juni 2013 um 19:55 #

      In weiser Voraussicht habe ich meine Kapuzinerchen bereits schon im März im Indoor-Treibhaus aufgezogen 😉 Dafür macht mein Salbei keine Anstalten, bald zu blühen… dabei schmecken dessen Blüten soo gut! Und ja, Knoblauch gehört da definitiv nicht rein 🙂

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