Südindisches Omelettcurry

3 Apr

Osterbrunch auf indisch

Unlängst vor dem Besuch des Hoppelhasens wollte ich ja eigentlich noch so einiges auf meiner nach unten offenen Nachkoch-Liste erledigen und anschliessend verbloggen. Souverän angeführt wurde diese von Oschterchüechli. In einer luftig-zarten Mürbeteighülle liegt diese herrlich feine Füllung aus Quark, Reis und Rosinen – obwohl, letztere sind Geschmackssache. Fakt ist: keiner macht sie so gut wie meine Oma. Aber was schwelge ich in Träumen. Fakt Nummer zwei: wie so oft, kam es anders und ich war mal wieder zu faul zeitlich etwas knapp gebunden. Meine Motivation am letzten Wochenende das Backrohr einzuheizen hielt sich dann leider doch in Grenzen.

Die letzten Tage in der Sonnenstube der Schweiz verbracht, habe ich zwar einen beeindruckenden Haufen Eier und Schokohasen gekillt, war aber blogotechnisch eher zurückhaltend unterwegs. Nicht dass ich nichts gekocht hätte, im Gegenteil! Selten so gut und viel gegessen. Sogar die Grillsaison habe ich offiziell eingeläutet und vom ganzen Schweinsfilet in Kräuter-Senfkruste bis hin zum eigenhändig ausgenommenen Wolfsbarsch den glühenden Eisenrost mit lukullischen Genüssen aller Art verwöhnt. Nur fotografiert habe ich rein gar nichts davon. Ganz bewusst. War ja schliesslich mein blogfreies Wochenende.

Nun denn. Wieder daheim gab’s dafür mal wieder einen ordentlichen Brunch. India Style. Omelettcurry – der Grundstein eines jeden nahrhaften Frühstücks. Ein Glück, das noch schneller den Tellergrund sieht, als dass es Namen und Dinge gibt, nach denen man jede Fuhre dieser sonntagmorgenlichen Leckerei hätte benennen können. Okay, zugegeben, schaut optisch eher bescheiden aus, ich weiss. Aber am Tag nach der Nacht davor hilft einem dieses Frühstück als treuer Freund stets gut über allfällige Nachwehen hinweg.

Aber zurück zu Ostern – eigentlich ja eine mühsame Zeit… Eier, Eier, überall nur Eier. Und das genau dann, wo eigentlich gar nicht so viele Eier auf dem Markt wären. Trotzdem – ich lege grossen Wert auf den Verzicht von Importeiern. Wer’s also smart macht, der verwendet Bio-Freilandeier mit Schweizer Pass. Die bilden zumindest ansatzweise die auf dem Eierkarton abgebildete Idylle nach.

Glückliche Hühner nennt man dies ja bekanntlich. Sie können sich frei bewegen und auf dem Mist nach Würmern picken. Sie werden täglich schwanger, pressen ein Ei aus ihrem Körper, welches ihr Baby enthält, und legen es in ein Nest. Und nach dem ersten Spaziergang über den Hof stellen sie fest, dass das Ei geklaut wurde. Jaja… ihr glücklichen Hühner ihr.

Es gibt ja Leute, die behaupten am besten schmecken die braunen Eier. Andere behaupten wiederum genau das Gegenteil. Für das nachfolgende Rezept könnt ihr beide verwenden. Die besten Eier sind ohnehin diejenigen mit Speck – oder eben Curry. Das Rezept stammt übrigens aus dem absolut empfehlenswerten Buch Indische Currys von Camellia Panjabi.

Für 2-3 Personen

Omelett

  • 4 Eier von freilaufenden Hühnern
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 1 grüne Chilischoten, fein gehackt
  • 1 TL gehacktes Koriandergrün
  • Salz und Pfeffer

Curry

  • 2 EL geraspelte Kokosnuss
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 TL Fenchelsamen
  • 3 TL Koriandersamen, gemahlen
  • 1 TL rotes Chilipulver
  • 1 TL gemahlener Kurkuma
  • ½ TL Garam Masala
  • 2 kleine Zwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 1 grüne Chilischoten, fein gehackt
  • 2 mittelgrosse Tomaten, fein gehackt
  • 1 EL Apfelessig
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 EL gehacktes Koriandergrün

Für das Omelett die Eier luftig aufschlagen. Zwiebel, Koriandergrün, Chilis, Salz und Pfeffer zugeben und alles gut miteinander verrühren.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Eimasse hineingiessen und stocken lassen. Danach das Omelett wenden und auf der anderen Seite goldbraun fertig braten. Aus der Pfanne nehmen, halbieren und die Hälften quer in 2 cm breite Streifen schneiden. Die Omelettstreifen aufrollen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

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Kokosnuss, Kreuzkümmel, Fenchel- und Koriandersamen, rotes Chilipulver, Kurkuma und Garam Masala zusammen mit 3 Esslöffel Wasser und 2 EL Rapsöl im Mixer zu einer Paste verarbeiten.

Für das Curry anschliessend 2 EL Curryöl in einer Pfanne erhitzen und darin die Zwiebelstreifen während 10 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen. Die Gewürzpaste beifügen und 3-4 Minuten mitschwitzen. Eventuell etwas Öl hinzugeben, falls das Ganze anzusetzen beginnt.

Grüne Chilischoten und Tomaten einrühren und 5 Minuten schmoren lassen. Essig, 500 ml Wasser und genügend Salz einrühren. Das Curry 10 Minuten köcheln lassen.

Korianderblätter und Omelettstreifen zugegben, bei niedriger Temperatur noch 3 Minuten mitköcheln lassen und danach servieren. Am besten zusammen mit frisch gebackenem Naan und einer Raita. Dazu nature Joghurt kräftig aufschlagen, mit Koriander, Chili, Salz, Pfeffer und nach Möglichkeit mit Schwarzkümmel würzen – und fertig!

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12 Antworten to “Südindisches Omelettcurry”

  1. Memse 3. April 2013 um 20:03 #

    Müssen die Eier von Freilaufhühnern sein:-)?

    • marco 3. April 2013 um 20:08 #

      Wer’s mit sich und seinem Magen vereinbaren kann, der darf natürlich auch Eier von Batteriehühnern verwenden 😉

  2. tomatenblüte 3. April 2013 um 22:37 #

    Schmeckt mir! Schmeckt mir sehr! 🙂

    • marco 4. April 2013 um 23:36 #

      Mir hat es auch geschmeckt 😉

  3. magentratzerl 4. April 2013 um 05:58 #

    Das ist meins! Wird gemacht! 🙂

    • marco 4. April 2013 um 23:37 #

      Bei Curry & Co., da verstehen wir uns 😉

  4. Irene 4. April 2013 um 07:42 #

    Ich schliesse mich den Ladys an. Curry geht immer, also indischer Frühstart. Wäre noch zu klären wer mir das kocht…. Sonst hält zum Zmittag oder zum Znacht 🙂
    Liebs grüessli
    Irene

    • marco 4. April 2013 um 23:37 #

      Wieso denn nicht selber kochen, liebe Irene? 😉

      geht aber auch wunderbar zum Zmittag oder Znacht, da hast du recht…

  5. salzpfefferkokos 4. April 2013 um 10:51 #

    Ohhh Marco sieht das gut aus! Das hätte ich so gerne nachher zu Mittag… *.*
    Ich liebe vor allem Gurken-Raita, schmeckt so schön frisch…
    Warst du schonmal in Indien? Liest sich immer alles so professionell bei dir. 😉

    • marco 4. April 2013 um 23:40 #

      Was gab’s denn stattdessen? 😉

      Gurken-Raita ist top, dagegen gibt es nichts rein gar nichts einzuwenden!

      Hach, wie gerne würde ich behaupten, ich hätte schon unlängst zig Reisen auf den indischen Subkontinent unternommen…
      Leider bisher immer nur Wunschdenken. Beim Reisen ist es wie mit dem Kochen, mir fehlt einfach die Zeit 😦

      Das Kompliment hinsichtlich der Professionalität nehme ich aber gerne so auf 😉

      • salzpfefferkokos 5. April 2013 um 15:53 #

        Stattdessen gabs den Ofenkürbis vom Vorabend, zusammen mit Käse, Avocado und Limette eingerollt in eine Tortilla. Ich bin echt Wrap-süchtig. ^^
        Indien… das ist auch so ein Lebenstraum, der sich aber wohl erst in ferner Zukunft erfüllen wird. Geld und Zeit, wo seid ihr bloß… 😉

  6. lamiatrattoria 5. April 2013 um 20:46 #

    Super, das gefällt mir sehr! 🙂 Kreuzkümmel, Fenchel, Chili….das kann einfach nur gut sein!!

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