Birnen-Amaretti-Sù

14 Feb

Schichtarbeit

Hand hoch, wer hat noch nie selber Tiramisù hergestellt?

Tiramisù – das wohl weltbekannteste Desserts überhaupt: klassisch mit in Espresso und Marsala ersäuften Löffelbiskuits, crèmigem Mascarpone, Eigelb und luftigem Eischnee zubereitet. Vor dem Servieren die abschliessende Crèmeschicht nochmals groooosszügig mit Kakaopulver bestäubt. Da könnte ich mich reinsetzen! Na schön, wer sich die Mühe noch nie gemacht hat: jetzt wäre ein guter Zeitpunkt seine Unschuld zu verlieren.

Wortwörtlich „zieh mich hoch“, macht das aus Venetien stammende Schichtdessert seinem Namen alle Ehre und ist sozusagen das Sahnehäubchen unter den süssen Gelüsten. Vermutlich kaum eine Nachspeise repräsentiert die italienische Küche so sehr wie das Tiramisù. Mittlerweile hat es sogar den Klassiker Panna Cotta hinter sich gelassen.

Im Netz kursieren daher auch die unterschiedlichsten Rezeptvariationen: mal ohne Ei, mal ohne Kaffee, mal mit Quark statt Mascarpone, mal mit frischen Beeren oder mein Favorit – mit Erdbeeren und Rhabarber! Der Vielfalt sind eigentlich keine Grenzen gesetzt und die Zutaten finden Herr und Frau Schweizer (landestypisch strikte unterteilt in Coop-, respektive Migros-Kind) in jedem Supermarkt um die Ecke.

Letztes Wochenende kam ich mal wieder in den Genuss einer Einladung zum Znacht. Mein Vorschlag, ich würde mich um das Dessert kümmern wurde dankend angenommen. Der Gast als Gastgeber sozusagen. Was habe ich mir ins Fäustchen gelacht: wieder vier Unschuldslämmer, die als Versuchkaninchen für meine kulinarischen Experimente hinhalten. Das Resultat hat glücklicherweise jedoch ordentlich überzeugt. Wir haben gegessen wie bei Gott zu Hause.

Es gab Birnen-Amaretti-Sù mit … dramaturgische Pause um Anlauf zu holen… Safran! Genau, denn Safran geht auch süss!
Und passt im Übrigen erstaunlich gut zum verwendeten Amaretto. Ein Gläschen für mich und eines für die zerkrümelten Brösel im Glas. Buonissimo!

Für 4-5 Personen benötigt ihr:

  • 5 reife, aber nicht weiche Birnen
  • 100 g Rohzucker
  • 120 g Puderzucker
  • 250 g Mascarpone
  • 2 Eier
  • 100 g Schlagrahm
  • 400 g Amaretti
  • 1 Briefchen Safran
  • 0.5 dl Birnensaft
  • Amaretto-Likör

Zunächst werden die Birnen gewaschen, geschält und anschliessend in mundgerechte Stückchen geschnitten. In einer Pfanne nun den Rohzucker bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Sobald ihr mit der Farbe des Karamells zufrieden seid, die Birnenwürfel zugeben, einige Minuten durchschwenken und danach mit dem Birnensaft ablöschen. Das Ganze knapp 10 Minuten einkochen, so dass die Birnen weich sind, aber noch Biss haben. Al dente so quasi! Danach abkühlen lassen.

Gute Luise

Caramelize me!

Die Eier trennen und das Eigelb zusammen mit dem Puderzucker schaumig rühren. Das Eiweiss und den Rahm separat steif schlagen. Mascarpone nun zur Eigelbmasse geben und sorgfältig glatt rühren. Danach den steif geschlagenen Rahm und den Eischnee unterziehen.

Den Safran in einem Mini-Schlückchen Wasser auflösen, einige Minuten stehen lassen und danach unter die Mascarponemasse mischen.

Das teuerste Gewürz der Welt

Saffron Art!

So, und nun zur eigentlichen Schichtarbeit: die Amaretti einzeln in hohe Gläser krümeln und mit einem Schlückchen Amaretto-Likör aromatisieren. Anschliessend mit einer Schicht karamellisierter Birnen fortfahren, welche wiederum von einer Schicht Safran-Mascarpone-Crème getoppt werden. Das Ganze abwechselnd wiederholen, so lange ihr Lust habt oder bis sich die Schichten an den Rand hochtürmen.

Das Fundament

Schichtarbeit

Birnen-Amaretti-Sù

Vor dem Gebrauch nochmals einige Stunden kühlstellen. Dann nur noch geniessen und so wenig wie möglich teilen.

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11 Antworten to “Birnen-Amaretti-Sù”

  1. salzpfefferkokos 14. Februar 2013 um 22:06 #

    Wow Marco, diese Dessert klingt unwiderstehlich, da wäre ich auch gern Gast gewesen! Ich liebe Birnen – und Tiramisù sowieso. Meine verrückteste Abwandlung bisher war ein Advents-Tiramisù mit Spekulatius und Waldbeeren. Das mit dem Safran klingt abenteuerlich, aber irgendwie ziemlich gut. 🙂
    Einen schönen Abend dir!

    • marco 17. Februar 2013 um 14:23 #

      Dieses Dessert IST unwiderstehlich! Am besten demnächst mal nachprobieren, es dauert ja nicht lange 🙂

      Ich setz mir dafür dein Advents-Tiramisu mal auf die Liste… hach die Liste… sie wird nicht kürzer 😉

  2. magentratzerl 15. Februar 2013 um 05:56 #

    Da hab ich bislang Tiramisu immer nur in der streng klassischen Variante gemacht – womöglich sollte ich das mal ändern ;-). Der Safran ist eine geniale Idee.

    • marco 17. Februar 2013 um 14:25 #

      Nichts gegen den Klassiker, aber falls du mal Lust zum experimentieren verspürst… 😉

  3. Memse 15. Februar 2013 um 06:47 #

    Eifach genial:-) Bruch morn no en Des

    sert für 10 Personen, wie wärs?????

    • marco 17. Februar 2013 um 14:25 #

      Rezept mal zwei rechnen und man wird dich lieben 🙂

  4. Gini 15. Februar 2013 um 08:36 #

    Durfe als Versuchskaninchen hinhalten und es hat wirlich super geschmeckt! Als Safran-Fan das perfekte Dessert. Bin gerne weiter deine Versuchsperson 🙂

    • marco 17. Februar 2013 um 14:26 #

      Haha 🙂 Du gehörst eh schon langsam zur Standard-Truppe der Versuchskaninchen! Gerne wieder!

  5. tomatenblüte 16. Februar 2013 um 19:32 #

    Super…es lebe die Vielfalt. Safran und Süß sind ein tolles Team.
    Ich liebe Tiramisu mit Orangen oder Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren…..

    • marco 17. Februar 2013 um 14:27 #

      Wir verstehen uns, liebe Sybille 😉

      Die Variante mit Orangen klingt sehr spannend… vielleicht mit Kardamom… mmmhhh

  6. Irene 20. Februar 2013 um 11:09 #

    „Lach“ Marco und Kardamom 😉 aufjedenfall eine interessante Variante mit Birne und Safran. Das adventstiramisù gab es hier auch schon und Jense Varianten. Ich mag dazwischen den Klassiker aber auch gerne.
    Grüessli
    Irene
    Achja zu Birne passt der Kardamom auch bestens

dein Senf dazu...

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