Kräutertomme

24 Jan

Bloggerlust vs. Bloggerfrust

Müsste ich mal wieder was verbloggen?
Die Frage ging mir am Montag durch den Kopf. Eigentlich schon. Dachte ich mir.
Dachte sich mein Verstand wohl auch. Eigentlich nein, entgegnete aber meine Motivation. Und letztere ist, das kennt ihr bestimmt, auf unergründliche Weise meistens überzeugender.

Die selben Gedanken beschäftigten mich erneut am Dienstag. Irgendwie aber war’s schon spät. Gegessen hatte ich auch noch nichts. Nun denn. Essen musste ich ja trotzdem. Also kurz was gekocht und das Resultat schon mal fotografisch festgehalten. Mein Gewissen war beruhigt. Immerhin. Aber trotzdem. Aus einem neuen Post wurde auch am Dienstag nichts. Immer diese Motivation.

Heute vielleicht? Es war schon Mittwoch. Mitt(e)Woch(e) – genau!
Verflixt, wie schnell die Zeit immer läuft!
Und wie schaut’s eigentlich mit Sport aus?
Der Blick den Bauch hinunter verrät – naaajaaa…

Und da war sie plötzlich: die gute alte Motivation. Den Abend mit…
Genau: Sport zu verbringen! Mein Bloggerfrust scheint noch aktiv zu sein. Verflixt again.

So. Und hier sitze ich nun also. Wir schreiben den Donnerstag.
Motivation = 4 von 10. Immerhin. Woran das wohl liegt? Winterblues?
Nöö, DEN Kerl mag ich eigentlich. Und ein Stückchen Schoggi zwischen meinen Zähnen motiviert gleich zusätzlich. Bald ’ne 5 auf der Skala.

Die Ideen gehen mir eigentlich auch nicht aus. Im Gegenteil.
Meine nach unten offene Nachkoch-Liste wächst beinahe täglich. Ausserdem liebe ich -wie alle Blogger- meinen Blog wirklich sehr.
Und nette Leser habe ich ja schliesslich auch 🙂

Insofern… fertig Trübsal geblasen! Heute gibt es Kräutertomme!
(Naja, eigentlich war’s ja am Dienstag)…

Nicht nur bei Bloggerfrust bietet sich dieses Rezept wunderbar an, geht es doch blitzschnell und schmeckt auch noch herrlich gut! So mundet es ausgezeichnet als schnelles Znacht (über Kalorien sprechen wir später) und hält eure Küche erst noch weitestgehend sauber! Voraussetzung in jedem Fall: man muss den Tomme mögen!

Der gute alte Tomme ist eigentlich eine Sammelbezeichnung für allerlei Weichkäsesorten, normalerweise aus Frankreich, der Schweiz und Italien stammend. Mild und jung schmeckt er crèmig-zart und rund, länger gereift entwickelt er ein prägnantes, rustikales Aroma. Beiden Varianten gemein ist die hervorragende Schmelzqualität und die weiche Konsistenz der Rinde (Ja genau, die Rinde müsst ihr mitessen!).

Und so geht’s:

Pro Person reicht ein Tommli als Hauptmahlzeit. Bei mir gibt’s heute -beim Käser des Vertrauens gekauft- einen Neuenburger tomme de montagne aus Rohmilch vom Bergbauernhof. Die Tatsache, dass sein, ich nenn das mal sorgfältig „kräftiger“ Duft seit zwei Tagen meinen Kühlschrank vernebelt, stört mich persönlich nicht die Bohne. Der Käser hatte mich noch gewarnt: „Dä isch dänn aber rääs, ich säg’s där!“ (für die nördlichen Nachbarn: „Der schmeckt dann aber pfiffig!“). Keine Sorge – so mag ich das!

Im Weiteren benötigt ihr eine Hand voll Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Salbei und etwas Küchengarn.  Der Backofen wird schon mal auf 220°C vorgeheizt.

Nun schnürt ihr die gewaschenen Kräuter mit Hilfe des Küchengarns sorgfältig um den Tomme und kleidet ihn wie ein kleines Geschenk von allen Seiten mit grünen Kräutergewand ein. War mag reibt vorher noch etwas Knoblauch über die Rinde und toppt das ganze Spektakel zum Schluss mit einem grosszügigen Gutsch Olivenöl extra vergine.

tomme de montagne

Im Kräutergewand

In einer feuerfesten Gratinform wandert der kleine Tomme nun in den vorgeheizten Ofen und bäckt rund 10 bis 15 Minuten gemütlich vor sich hin. Dazu passt ein grüner Salat (in meinem Fall mit hausgemachter Himbeeressig-Vinaigrette) und knuspriges Baguette…

Und plötzlich war sie wieder da: Bloggerlust statt Ess-Frust!

Die Lust kommt beim Kochen – oder wie sagt man so schön?

Im Ofen gebackener Kräutertomme

Kräutertomme

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9 Antworten to “Kräutertomme”

  1. Posi 24. Januar 2013 um 21:22 #

    Ideen muss „Mann/Frau“ haben ! Aus einem Tomme eine so leckere kleine Mahlzeit zuzubereiten, auf diese Idee muss man wirklich zuerst kommen; aber Capeau Sohnemann, dass hast Du wieder super hingekriegt !

    P.S.: Wir freuen uns auf den kommenden Sonntag ! 🙂

    • marco 25. Januar 2013 um 17:47 #

      Eigentlich ein simples Rezept… wer Tomme liebt, wer Kräuter liebt… da kommt die Idee schnell mal auf!

      Und jaa, am Sonntag wird dick gespiesen! Ich würd mich auch freuen 😉

  2. kuechenreise 24. Januar 2013 um 23:50 #

    Schön, dass Du Deine fehlende Motivation überwunden hast 🙂 Ja, ein Stück Schokolade kann Wunder wirken 😉

    • marco 25. Januar 2013 um 17:48 #

      So ein Stückli Schoggi motiviert tatsächlich ungemein! 🙂 Naja, schlussendlich waren es dann zwei drei Stückchen mehr 😉

  3. magentratzerl 25. Januar 2013 um 08:44 #

    Der dürfte mir auch den Kühlschrank beduften :-). Der Kräutermantel ist eine tolle Idee. Und wenn’s dann noch unaufwändig geht, um so besser!

    • marco 25. Januar 2013 um 17:49 #

      „Beduften“ ist gut 🙂

      Zum Glück habe ich keine Mitbewohner 🙂 so hat’s auch mehr für mich…

  4. tomatenblüte 25. Januar 2013 um 09:06 #

    Fehlende Motivation ist völlig normal. Mich bremst gerade diese elendlange Nachkochliste oft.
    Man hat das Gefühl NICHTS zu schaffen…sie wird ja nie kürzer..

    Solche kleinen Köstlichkeiten wie der Kräutertomme sind da genau richtig!!!!
    Bestes Ergebnis ohne stundenlange Kocherei!

    • marco 25. Januar 2013 um 17:50 #

      Ach Sybille, du sprichst mir aus der Seele…

      Die cheibe Nachkochliste immer… kürzer wird sie tatsächlich nicht. Nun, vielleicht ist genau dass der Katalysator unserer ewigen Bloggerei? 🙂
      Aber manchmal ist es schon ein wenig frustrierend…

  5. salzpfefferkokos 25. Januar 2013 um 22:20 #

    Wo kämen wir denn hin, wenn uns selbst die schönen Dinge des Lebens Stress bereiten… Bleib entspannt lieber Marco. Ob du einmal am Tag, einmal die Woche oder einmal im Monat was verbloggst – alles ist gut. Sowas von. 🙂

    P.S. Lecker KÄSE! 😀

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