Gewürzkaramell

17 Jan

Das grosse Süssen

Der Blick aus dem Fenster verrät es schon: Hurra, endlich ist es soweit!
Von draussen grüsst das Winter Wonderland und Schnee und Kälte haben auch im Flachland Einzug gehalten!

Genau, ich mag den Winter, ihr merkt es schon… Denn, was gibt es schöneres, als bei frostigen Temperaturen gemütlich daheim vor dem Kamin zu sitzen, heissen Kakao oder Tee zu schlürfen und die Füsse hochzulagern, während kalte Lüfte und eisiger Frost an die Fensterscheibe klopfen?

In der Zwischenzeit ein schönes Karamell ziehen. Zucker schmelzen, mit etwas Wasser löschen und sirupartig einköcheln. Vollrahm dazu, etwas Fleur de Sel und dann mit eiskalter Butter montieren. Bon dieu, das schmeckt himmlisch, das schwöre ich euch! Man will gar nicht mehr aufhören, das auszulöffeln! Danach kommt lange nix, und dazu brauche ich auch sonst keinen weiteren Schnickschnack… ausser vielleicht… glace caramel au beurre salé:
ein salziges Butterkaramelleis! Schon mal probiert?
Falls ja: you know what I’m talking about! Falls nein: Oh Mann, da hast du was verpasst! Aber keine Sorge, ich will eh schon längst mal wieder eins machen… dann teil ich’s mit euch!

Aber zurück zum Karamelllöffeln: Zugegeben, dafür müsst ihr schon ein hartgesottener Karamell-Liebhaber sein. Genau wie ich! Gehört zusammen mit Nougat zu meinem Lieblingssüsskram. Und kürzlich bin ich über ein tolles Rezept für Gewürzkaramell gestolpert, welches sogleich verkostet wurde.
Gewürze und Karamell – Aufeinandertreffen zweier Giganten!
Und genau so schmeckt es auch!

Um Karamell ranken sich ja so einige Mythen, Gerüchte und Ängste. Letzere sind womöglich sogar begründet, denn nicht umsonst spricht man oft von der ach-so-hohen Kunst des Karamellisierens. Es gibt besten Karamell, gutes Karamell und es gibt verbranntes Karamell: dazwischen liegen jeweils gefühlte drei Sekunden. Deshalb gilt stets Grundregel Nummer eins: Topf nicht aus den Augen lassen! Wer sich umdreht hat verloren und die ganze Geschichte wandert in den Müll. Anfängerpech!

Da es sich beim folgenden Rezept aber um einen Sirup handelt, benötigt es nicht zwingend einen Karamellmeister um ein einwandfreies Gelingen vorauszusetzen! Zucker- oder in dem Fall Karamellsirup ist gut dosierbar und in unterschiedlichen Konzentrationen vielseitig anwendbar. So oder so gilt aber: trifft Zucker auf Hitze, passiert eine magische Verwandlung. Und die Geschichte wird verdammt heiss! Flüssiger Karamell hat eine Temperatur von ca. 180°C. Somit ist Vorsicht geboten, denn es kann spritzen oder man kleckert und verbrennt sich bitterböse.

Grundsätzlich karamellisiert brauner Zucker schneller als Kristallzucker, trotzdem verwende ich (ausser beim Einsatz mit dem Mini-Gasbrenner bei der Crema catalana) stets letzteren.

Karamell ist in meinen Augen universell einsetzbar: man kann ihn zum Aromatisieren von Eis, Joghurt, Crèmes, Puddings, Kaffee oder Tee sowie zum Verzieren von Gebäck und Desserts verwenden. Man kann damit Nüsse, Popcorn oder Früchte überziehen. Oder man brät darin kleingeschnittenes Gemüse wie Karotten, Sellerie, Zwiebeln, Kohlrabi oder Spargeln. Dazu etwas Karamellsirup mit einem Stückchen Butter in eine Pfanne geben und das Gemüse darin braten. Bei Bedarf tropfenweise noch etwas Bouillon zugeben. Funktioniert auch perfekt mit Pouletbrust oder unbedingt zu empfehlen mit Jakobsmuscheln! Aber auch eine dunkle Sauce zu Wild oder ein Fleischgericht kann in eine völlig andere Richtung gelenkt werden.

Hausgemachter Gewürzkaramell

  • 1 Ingwerstück (ca. 5 cm)
  • 1 Sternanis
  • 300 g Puderzucker
  • 1 EL Waldhonig
  • 8 cl Wasser
  • ein paar Tropfen Zitronensaft
  • 1 Vanilleschote
  • etwas Fleur de Sel
  • 25 cl Wasser

Den Ingwer schälen und mit einem Sparschäler 5 dünne Streifen abschälen.

frischer Ingwer

Puderzucker, Fleur de Sel und Honig zusammen mit 8 cl Wasser in einem Topf vermengen. Den Zitronensaft, Sternanis sowie die Ingwerstreifen hinzufügen.

Nun eine Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen, die Samen herauskratzen und diese ebenfalls in den Topf geben.

Alle Zutaten bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis der Zucker braun karamellisiert. Danach abkühlen lassen.

Vanilletentakel

Sugar 'n' Honey

Karamellherstellung

25 cl Wasser hinzufügen und mit einer Holzkelle verrühren. Nun erneut erhitzen und 5 Minuten lang köcheln lassen. Die Ingwerstreifen herausnehmen und den Sirup in eine Flasche abfüllen. Vanillestängel als Aromageber und Dekoration in die Flasche geben.

Der Sirup hält sich bei Zimmertemperatur problemlos mehrere Wochen lang.

Hausgemachter Gewürzkaramell

Hausgemachter Gewürzkaramell

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9 Antworten to “Gewürzkaramell”

  1. tomatenblüte 17. Januar 2013 um 18:18 #

    Die Flasche da…die hätte ich gerne… 🙂 🙂

  2. salzpfefferkokos 17. Januar 2013 um 20:08 #

    Das Hononar für die Lebkuchenvilla wird dann in Flaschen Gewürzkaramell berechnet würde ich sagen.
    Sieht himmlisch aus, ich bin auch so ein Nougat und Karamellfan wie du! Im übrigen würde ich würde deine Posts auch ohne Bild&Rezept abonnieren, so toll sind die immer geschrieben. 🙂

    • marco 20. Januar 2013 um 19:12 #

      🙂 Haha, Verena! Klingt nach fairem Handel, moll!

      Im Übrigen tausend Dank für dein Lob! Als Blogger empfinde ich es immer als der schönste Lohn für all die Arbeit, wenn dir deine Leser ein solches Feedback geben! Merci dafür!

  3. Irene 24. Januar 2013 um 07:54 #

    Mhhh das hört sich gut an. Kürzlich hatte ich ein Rezept mit Karamellsirup und natürlich keinen zur Hand, angereichert mit den Gewürzen würde er mir bestimmt noch etwas besser schmecken. Etwas Kardamom müsste hier mit rein.
    Liebs Grüessli
    Irene

    • marco 24. Januar 2013 um 19:29 #

      Liebe Irene. Schön von dir hier zu lesen!

      Den Gewürzkaramell kann ich also nur empfehlen, ausserdem ist er kinderleichdt und ratzfatz zubereitet! Und deine Idee mit dem Kardamom überzeugt mich genauso! Ich liebe Kardamom, hätte eigentlich selbst auf die Idee kommen müssen. Zum Glück muss ich bald wieder machen 🙂

  4. Tamara Widrig-Donauer 22. September 2013 um 01:53 #

    War auf der Suche nach einem Rezept für Vanillesalz und bin bei dir gelandet :O) . Tolle Rezepte und diese Bilder… Da will man sich gleich in die Küche stürzen. Habe da noch eine Frage: Bei Honig ergreife ich die Flucht; kann ich z.B. beim Gewürzkaramell Agavendicksaft oder Reissirup verwenden?
    En liebe Gruess, Tamara

    • marco 22. September 2013 um 15:57 #

      Salü Tamara, schön von dir hier zu lesen, und dass du gleich fündig geworden bist 🙂 Das Vanillesalz und den Gewürzkaramell kann ich echt nur wärmstens empfehlen! Wieso ergreifst du denn bei Honig die Flucht? Schmeckt doch so gut 😉
      Reissirup kenne ich persönlich leider gar nicht, aber mit Agavendicksaft funktioniert das bestimmt auch ganz wunderbar! Auch Ahornsirup wär wohl denkbar! Bin gespannt deinen Bericht 😉

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