Pimientos de Padrón

2 Jan

Spanisches Roulette

Das neue Jahr ist ja bereits schon einen Tag alt. Die Müdigkeit sitzt mir allerdings noch ein wenig im steifen Nacken, daher begnüge ich mich zum Kick-Off ins 2013 mit einem eher knappen Post. Es bleibt aber alles im grünen Bereich!

Zuletzt las man ja hier von andalusischem Brotsalat. Und weil der so gut geschmeckt hat, bleiben wir auch im neuen Jahr noch ein wenig in Spanien.
In Galizien, um genau zu sein.

Von da stammen nämlich die mittlerweile weit über alle Landesgrenzen hinaus bekannten pimientos de padrón. Mit dem üblichen Nebeneffekt natürlich: nur für gut gepolsterte Portemonnaies erschwinglich. Im Globus, einer der wenigen Standorte, wo’s die leckeren Früchtchen bisher frisch zu kaufen gab, bezahlt man sich -äxgüsi- dumm und dämlich für ein Mini-Böxchen.

Aber, auch hierzulande wagen die Detailhändler ja mehr und mehr kulinarische Stagedivings in fremde Kulturen. So staunte ich nicht schlecht, als ich vor wenigen Wochen in der Migros über ein ganzes Regal voller Pimientos stolperte. Ihrem schrumpeligen Aussehen nach, sind Herr und Frau Schweizer allerdings noch nicht wirklich auf den Geschmack gekommen. Vielleicht ändert sich das ja bald. Bereits zwei Tage später entdeckte ich nämlich absolut makellose, leuchtend grüne Exemplare in der Auslage. Um ein Zeichen zu setzen, habe ich gleich die halbe Kiste aufgekauft. Mit 15 Stutz pro Kilo sind sie -im Besonderen für Gemüse- zwar immer noch kein Schnäppchen, aber immerhin jeden Rappen wert!

Pimientos de Padrón sind unreif grün geerntete Paprikaschoten, die nur in der Umgebung des Ortes Padrón in Spanien wachsen – und wie ich feststellen musste auch wunderbar in meinem Garten gedeihen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie eigentlich kaum Schärfe besitzen – nur hin und wieder ist ein Ausnahme-Exemplar dabei. Das macht die kleinen Früchte zu einer Art kulinarischem spanischem Roulette mit Capsaicin und bringt jede Menge Spass bei Tisch. Ich sag mal, eine von 10 ist vielleicht ein „hottie“, aber von blossem Auge ist dies unmöglich festzustellen. Es führt kein Weg daran vorbei: Reinbeissen! – und ja, vielleicht beisst sie zurück!

Die Zubereitung? Kinderleicht! In viel gutem Olivenöl anbraten und mit noch viel mehr Fleur de Sel bestreuen. Fertig!

Wer mag, der schmeisst kurz vor dem Showdown noch eine kleinere oder grössere Menge Knoblauch mit in die Pfanne rein. Ich verzichte jeweils darauf.

Dazu schmeckt am besten eine dicke Scheibe Weissbrot und sonst nur absolute Ruhe! ¡Buen provecho!

Pimiento de Padrón

Tapas für 4

  • 300 g Pimientos de Padrón
  • 4 EL Olivenöl extra vergine
  • Fleur de Sel

In einer weiten Bratpfanne das Öl erhitzen.

Die gewaschenen Pimientos hinein geben und bei mittlerer Hitze 5 Minuten braten, bis die Haut Blasen wirft und langsam zu bräunen beginnt. Das ist der Moment!

Nun volle Konzentration: mit reichlich Fleur de Sel bestreuen und nur noch geniessen!

Que rico! Essen wie bei Gott zuhause…

Unos pican y otros no

Que rico!

Pimientos de Padrón

Pimientos de Padrón

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12 Antworten to “Pimientos de Padrón”

  1. Memse 2. Januar 2013 um 14:11 #

    wir und unsere waldfreunde braten die schon seit jahren. kaufen sie immer im migros tivoli oder prodega zu ganz erschwinglichem preis.

  2. kuechenreise 2. Januar 2013 um 19:52 #

    Wow, schaut ja lecker aus… So was ähnliches (doch in rot) habe ich auch in Hong Kong gegessen – dachte zuerst, oh je, das wird scharf, doch war dann wie hier beschrieben!

    • marco 3. Januar 2013 um 17:47 #

      Mmhh… klingt auch spannend! Ich hatte letzten Sommer einige Exemplare aus dem Garten rot abreifen lassen und war positiv überrascht! Der Geschmack ist zwar nicht mehr so vegetabil (so mag ich ihn eigentlich), dafür aber umso fruchtiger und intensiver! Und auch hier, von Schärfe kaum eine Spur…

  3. lamiatrattoria 3. Januar 2013 um 14:44 #

    Lustig, die Dinger habe ich letztens auch erst gemacht, auch so puristisch wie du 😉
    war aber eher mittelmäßig begeistert, waren irgendwie extrem bitter bei mir….hmm…
    frohes Neues übrigens! 🙂

    • marco 3. Januar 2013 um 17:49 #

      Hallo Verena

      Auch dir zunächst ein frohes, neues Jahr!
      Komisch, ich höre in letzter Zeit öfters von Leuten, die anscheinend bittere Pimientos erwischt haben. Voran das wohl liegt? Bisher hatte ich immer Glück… daher haben sie mir den Appetit noch nicht ganz verdorben 🙂

  4. tomatenblüte 4. Januar 2013 um 18:18 #

    Mir schecken die Dinger total gut, aber ich hatte wirklich noch NIE eine scharfe.
    Schade eigentlich…. 🙂

    • marco 5. Januar 2013 um 11:34 #

      Die letztes Jahr selber im Garten gezogenen, die waren wesentlich schärfer als die Zuchtware aus Spanien.

      Hast du einen Garten? Das wäre DIE Alternative 😉

  5. salzpfefferkokos 4. Januar 2013 um 23:36 #

    Spanisches Roulette, netter Titel! Schaut auch dementsprechend gut aus! 🙂
    Ich mach mich mal in München auf die Suche… Bisher noch nicht selbst gekauft, das muss sich ändern!
    P.S. Was bei dir ein knapper Post ist, erreicht bei mir so ziemlich die Text-Maximalgrenze. :p

    • marco 5. Januar 2013 um 11:36 #

      Hehe, ich wollte mich eigentlich auch kürzer halten, aber plötzlich sprudelt’s dann aus einem raus 🙂

      Unbedingt bald auf die Suche machen, liebe Verena, es lohnt sich allemal! Ich glaube bei euch werden die Dinger hin und wieder auch gerne Bratpaprika genannt! Welcher küchensprachlich frivole Teufel euch da wohl wieder geritten hat? 😉

      • salzpfefferkokos 5. Januar 2013 um 12:38 #

        Kann ich dir sagen, das funktioniert hier frei nach dem Motto: „Was der Bauer net kennt, isst er net“. Man muss die Schoten also entsprechend kennzeichnen, damit im Zweifelsfall jeder Supermarktkäufer kapiert, um was es sich handelt. Besonders gelungen finde ich „Bratpaprika“, weil es bereits die Zubereitungsart impliziert. Es kann also nichts mehr schiefgehen.

        😀 😀 😀

  6. magentratzerl 17. Januar 2013 um 17:50 #

    Die liebe ich – wenn sie mir über den Weg laufen, wandern sie in den Einkaufskorb; leider viel zu selten. Ich bereite sie so zu wie du, und irgendwie macht es mir Hoffnung, dass es dir gelungen ist, sie im Garten anzubauen. Vielleicht kann ich ja dieses Jahr ganz viele davon in die Pfanne hauen….

    • marco 17. Januar 2013 um 18:09 #

      Die kleinen Dinger wachsen im Garten wie verrückt, ganze 2 Kilos habe ich letztes Jahr geerntet 🙂

      Ich kann dir den Eigenanbau nur empfehlen, dafür benötigst du wirklich keinen grünen Daumen. Deine Gäste werden es dir danken 😉

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