Kohlrabischnitzel mit Peperonata

10 Nov

Fleisch für Gemüsetiger

Das gute alte Schnitzel: immer ein sicherer Wert! Aussen knusprig, innen weich, goldgelb gebraten und mindestens so gross wie der Teller, auf dem es serviert wird: das sind die Idealmasse in den Augen des wahren Fleischliebhabers.

Das Fleisch kann vom Kalb sein (dann darf es sich auch offiziell „Wiener Schnitzel“ nennen), aber auch vom Schwein geht sehr gut (muss dann aber als Schnitzel „Wiener Art“ deklariert werden). Oder aber, ihr paniert euer Gemüse und verkauft es euren ahnungslosen Gästen als falsches Schnitzel. Glaubt mir, selbst die grössten Fleischtiger werden sich danach die Finger lecken und nach Nachservice schreien.

Der Zufall wollte es so: da fand sich gestern noch dieser eine Kohlrabi aus meinem Garten, welcher einsam in meiner Gemüsekiste vor sich hin trauerte – und bald zum vegetarischen Schnitzel mutieren sollte. Wollte ich ohnehin schon lange mal machen! Zugegeben, einen Innovationspreis gewinnt damit niemand…
Aber schmecken tut’s! Obwohl – eigentlich eine dumme Sache. Genauso wie Vegi-Würste, vegetarische Hamburger und was es sonst noch alles gibt. Gott, wie anstrengend ist das denn? Ich mag vegetarisch, sehr sogar! Nur müssen die meisten Vegi-Gerichte stets etwas beweisen. In erster Linie natürlich den Fleischgerichten gegenüber. Schaut her, wie kreativ ich bin, schaut her wie aufregend, gesund und vollwertig ich daherkomme! Blödsinn!

Ich sage nie ich habe etwas Vegetarisches gekocht.
Ich sage, ich habe etwas Gutes gekocht, geniesst es!

So auch heute…

Nervt ihr euch nicht auch manchmal darüber, dass in Kochbüchern fast alle Rezepte für vier Personen gelten? Wer kocht denn schon immer für ein Quartett? Für sich alleine zu kochen kostet doch schon genug Überwindung, da will man doch nicht auch noch jedes Mal die Mengen runterbrechen und für einen Single neu berechnen.

Gerade das schwache männliche Geschlecht beklagt sich in dieser Hinsicht doch gerne: „Ich kann doch nicht für mich alleine kochen!“. Oder sind nur meine kochfaulen Kumpels so? Aber alleine Fertigpizza bestellen geht? Alleine Zigarre rauchen und Single Malt trinken? Am Freitagabend alleine daheim sitzen und gamen? Im Studio dreimal die Woche alleine Hanteln stemmen? Das geht? Ich muss doch sehr bitten…

Kochen für sich alleine ist, wie ich finde, eine schöne Sache und kommt fast einer zweistündigen Meditation gleich. Beruhigend, befreiend und gaaaanz ohne Stress…

Rezept für 1 Person

  • 1 kleiner Kohlrabi
  • 1 tiefer Teller mit Paniermehl
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwas gehackte Petersilie
  • 1 kleines Stück Parmesan, frisch gerieben
  • 1 Ei
  • etwas Mehl
  • 1 rote Paprika
  • 2 kleine Tomaten
  • 1 kleine Zwiebel

Der Kohlrabi wird grosszügig geschält und anschliessend in ca. 1 cm dicke Scheiben geschnitten. Es sei empfohlen, diesen vorher kurz zu blanchieren – Flatulenzia möge es euch danken! Also Topf mit Wasser auf den Herd, einmal kräftig aufkochen und die Kohlrabischeiben einige Minuten darin köcheln lassen. Anschliessend rausfischen und mit Haushaltpapier gut trocknen.

Zwischenzeitlich könnt ihr schon mal die Panade vorbereiten. Die ambitionierten unter euch stellen die Semmbrösel selber her. Dazu benötigt man lediglich hartes, ein paar Tage altes Brot. Rinde weg schneiden und im Mixer einige Umdrehungen kreisen lassen. Und fertig! Hält sich in einer trockenen Dose problemlos mehrere Wochen. Der Panade verleihen wir heute einen, ich nenn‘ das mal „italienischen Touch“.  Unter die Brösel mischen wir 2 gepresste Knoblauchzehen, frisch geriebenen Parmesan und etwas gehackte Petersilie. Die blanchierten Kohlrabi wandern nun in folgender Reihenfolge durch die Panierstrasse. Mehl – Ei – Paniermehl. In der Endlosschlaufe, bis alle Schnitzel aufgebraucht sind.

Bevor diese in die Pfanne wandern, wenden wir uns zunächst noch der Peperonata zu. Eine simple Sache, welche ratzfatz zubereitet ist. Peperonata ist ein italienisches Schmorgericht bestehend aus Peperoni, Tomaten und Zwiebeln – und passt zu beinahe endlos vielen Gerichten. Dazu werden Zwiebeln, Peperoni und Tomaten in grobe, mehrheitlich gleich grosse Stücke geschnippelt und in genau dieser Reihenfolge (mit Abständen von jeweils ein paar Minuten) bei mittlerer Hitze in etwas Olivenöl angebraten. Ich mag meine Peperonata -übrigens eine norditalienische Spezialität- gerne noch mit Biss, das dauert gut 15 Minuten. Zum Schluss mit einem Schlückchen Balsamico ablöschen. Vorsicht – nicht zu viel! Gewürzt wird mit frischem Majoran oder Oregano, Salz, Pfeffer, etwas Chili. E basta!

Schnitzel in der Pfanne rund 10 Minuten in ordentlich Butter (muss sein!) bei mittlerer Hitze anbraten. Schön goldgelb und kross dürfen sie sein. Auf einem Teller anrichten und mit der Peperonata servieren.

Da strahlt des Gemüsetigers‘ Herz!

Advertisements

8 Antworten to “Kohlrabischnitzel mit Peperonata”

  1. Memse 10. November 2012 um 14:32 #

    Das sieht wieder lecker aus. Bekomme gerade Hunger.

  2. tomatenblüte 10. November 2012 um 14:36 #

    Ob Veggie oder nicht ist wirklich nicht wichtig…schmecken muss es. Bei den Kohlrabischnitzeln bin ich mir da schon mal sicher. 🙂

    • salzpfefferkokos 10. November 2012 um 15:04 #

      Alle Daumen hoch!!! Das wird nachgemacht! Am liebsten habe ich bisher Auberginenscheiben paniert, aber es wird Zeit den „Klassiker“ eines Veggie-Schnitzels zu kochen. Und zwar für mich allein. 🙂

      • marco 11. November 2012 um 15:28 #

        Ich habe es zum ersten Mal ausprobiert und bin wirklich begeistert! Auberginenscheiben schmecken aber bestimmt auch lecker. Ich bin zugegebenermassen nicht der grösste Auberginenfan, aber paniert schmeckt eigentlich fast alles 🙂

  3. Dirk Staudenmaier 11. November 2012 um 02:38 #

    Verenas Begeisterung kann ich gut verstehen *g* aber was mich angeht, rätsel ich jetzt seit ein paar Minuten rum, ob mir das schmecken würde… Schön, schmecken tut mir eigentlich alles, aber ob es Verena Begeisterung erreichen kann? Ich hab noch nen halben Sellerie im Kühlschrank, wer weiß…. Vielleicht mache ich mir ja mal ganz heimlich so´n Veggi-Kram *hust* 😉

    Liebe Grüße, Dirk 🙂

    • Dirk Staudenmaier 11. November 2012 um 02:41 #

      Ach Mist – ich sollte ins Bett gehen. Kohlrabi…… 😮 Und ich dachte die ganze Zeit, wie kann einem so ein Sellerie-Schnitzel nur schmecken *lachhh* Kohlrabei ist fein, damit bin ich einverstanden 🙂

      • marco 11. November 2012 um 11:12 #

        Haha, das kommt davon, wer morgens um kurz vor drei noch bloggt 😉

        Zugegeben, bei so einem Sellerieschnitzel würde ich wohl auch das Weite suchen. Sellerie in Ehren, aber das wäre wohl eine ziemliche Überdosis 🙂 Aber mit Kohlrabi *mjam* schmeckt das echt wunderbar!

        Ich spüre allerdings den Fleischtiger in dir, lieber Dirk. So richtig überzeugt klingst du noch nicht 🙂 *lach*

  4. lamiatrattoria 11. November 2012 um 21:22 #

    Haha, musste mich über Dirks Beitrag schlapp lachen, also ich finde es sieht echt gut aus, gefällt!! 🙂

dein Senf dazu...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: