3x mit Salsa bitte

3 Nov

Rhytmus im Gaumen

Wie wäre die Welt wohl ohne Salsas? Nein. Nicht die Musik. Daran liegt mir nicht sonderlich viel. Nein. Ich meine die leckeren, farbenfrohen Saucen zum selbermachen. Ziemlich trist und langweilig wohl, oder nicht? Ich meine: Bunte Farbkleckse auf die Teller pinseln – ja! Maischips tief eindippen und voll beladen in die offene Luke schieben – treuer Begleiter eines jeden Fernsehabends, ja ja ja! Würzig-scharfe Kleckerei, die einem beim herzhaften Biss in die Enchilada über die Finger läuft – unbedingt! Endstation für all die kunterbunten Chilis aus meinem Garten – sie werden es mir danken! Schulterklopfer bei der sommerlichen Grillparty – hast du gut gemacht, mein Lieber! Ich glaube man merkt es:
Ich liihiieebe Salsa!

Salsa war von Anfang an zum Tanzen gedacht. Genau. Jetzt sprechen wir von der Musik. Und beim Genuss dieser leckeren Söseli tanzt eure Zunge garantiert gleich mit. Ausserdem, das könnt ihr mir glauben, macht es unglaublich zufrieden, wenn man etwas, das man normalerweise fertig kauft, selber zubereitet. Die Dips aus dem Glas sind ja ganz okay, aber einen Preis gewinnt ihr damit bestimmt nicht. Mit diesen Salsas stehen eure Chancen schon besser! Ein echtes Upgrade gegenüber dem Fertigkram!

Warum also Salsa tanzen, wenn man Salsa kochen kann?
Asi es la vida – das macht das Leben lebenswert!

Einziger Nebeneffekt: Ich habe ihn zwei Tagen eine Familienpackung Tortilla Chips vernichtet – ganz alleine…

Anlass zum freudigen Rhytmuskochen war wieder mal Pacha Manca. Kochen im Erdloch. Als krönender Abschluss des Sommers haben wir vor zwei Wochen bei wunderschönem Herbstwetter wieder einmal den Garten umgegraben. Das Bier danach schmeckt wie keines davor! Aber es hat sich gelohnt – und geschmeckt! Wer wissen will wie’s geht, der lese bitte hier. Ja, es lohnt sich!

So, und nun zurück zu den Salsas. Die gibt’s heute gleich in dreifacher Ausführung, man lässt sich ja nicht lumpen:

  • Salsa Verde (grüne Sauce mit Tomatillos, Avocado und Koriander)
  • Salsa Chipotle (scharfe Sauce auf Tomatenbasis mit Chipotle-Chilis)
  • Salsa Asada („geröstete“ Sauce mit verschiedenem Ofengemüse)

Salsa Verde

Diese Salsa schmeckt so richtig nach Südamerika. Nach Reiselust und Abenteuer. Und nach Koriander! Und somit gleich doppelt lecker! Basis bilden im Ofen geröstete Tomatillos, welche grünen Tomaten zum verwechseln ähnlich sehen. Verwandt sind sie hingegen mit den hierzulande meist auf Dessertteller als langweilige Deko missbrauchten Physalis. Kaufen kann man sie in Delikatessläden oder mexikanischen Shops wie zum Beispiel dem El Maiz.
Und das braucht’s:

  • 20 Tomatillos
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen, nicht geschält
  • ½ Bund Koriander
  • ½ Bund Petersilie
  • ½ Limette, nur Saft
  • 1 Chile Serrano
  • 1 Avocado
  • 1 EL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 EL Salz

Das Backrohr auf 200°C mit Grillfunktion vorheizen. Tomatillos von der papierartigen Hülle befreien, waschen und zusammen mit der ganzen Zwiebel, den Knoblauchzehen und dem Serrano-Chili auf einem Backbleck verteilen. Das Ganze wandert nun für ca. 15 Minuten in den heissen Schlund und soll von allen Seiten schön gebräunt werden. Anschliessend Temperatur auf 225°C erhöhen und dem Gemüse nochmals so richtig einheizen, bis es beginnt leicht schwarz zu werden.

Anschliessend gut abkühlen lassen. Den gerösteten Knoblauch schälen, Avocado aus der Schale lösen und mit all den restlichen Zutaten im Mixer mit ordentlich PS zu einer geschmeidigen Salsa verarbeiten.
Abschmecken und das war’s schon!

Salsa Chipotle

Nun wird’s heisser. Den Chipotles sei Dank! Chipotles ist eine Chilisorte, welche hierzulande immer beliebter werden und sich immer öfter in Gerichten auf Speisekarten diverser Restaurants wiederfinden. Es handelt sich dabei um rotgereifte Jalapeños, welche über Mesquite-Holz geräuchert werden. Kaufen kann man sie einzeln getrocknet oder mit würziger Adobo-Sauce in Dosen. Mexiko lässt grüssen! Die perfekt gereiften italienischen San Marzano Tomaten erledigen den Rest.

  • 5 San Marzano Tomaten
  • 4 Chipotles en adobo
  • ½ rote Zwiebel
  • 5 Knoblauchzehen, nicht geschält
  • 2 EL Adobo Sauce
  • 3 TL Waldhonig
  • ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 EL Salz

Um den Geschmack des Südens richtig aus den Tomaten rauszukitzeln, rösten wir auch diese zunächst im Ofen. Dieser wird mit Grillfunktion auf 220°C vorgeheizt und die gewaschenen und halbierten Tomaten auf ein Blech verteilt. Im Ofen garen sie dann rund 20 Minuten vor sich hin, bis sie langsam beginnen schwarz zu werden. Gut im Auge behalten! Den Rest erledigt erneut der Mixer für uns. Zutaten rein, kräftig durchgeschüttelt und fertig! Die Knoblauchzehen aber vorher bitte aus der Schale lösen.

Salsa Asada

Ein Blick ins Wörterbuch verrät: „asada“ bedeutet übersetzt „geröstet“. Eine geröstete Sauce also! Zugegeben, klingt im ersten Moment nicht unähnlich wie die beiden Saucen weiter oben. Den Unterschied macht hier die Vielzahl der verwendeten Gemüse, allesamt im Ofen geröstet versteht sich. Salsa con sabor! Und variabel je nach persönlichem Gusto. Want it more spicy? Dann noch mehr Chilis hinzu. Want it extremely spicy? Dann Habaneros mit rein! More sweet? Dann Tomaten länger rösten und den Limettensaft weglassen… einfach ausprobieren…

  • 4 Tomatillos
  • 2 Büffelherztomaten
  • 3 Chile Serrano
  • 1 Chile Poblano (ersatzweise eine grüne Paprika)
  • 1 grosse Zwiebel
  • 5 Knoblauchzehen, nicht geschält
  • ½ EL Kreuzkümmel, gemahlen
  • ½ EL Koriandersamen, gemahlen
  • ½ Bund Koriander, gehackt
  • ½ Bund Petersilie, gehackt
  • ½ Limette, nur Saft
  • 4-5 EL Olivenöl
  • Salz / Pfeffer

Von den Tomatillos die papierartige Hülle entfernen, waschen und zusammen mit Tomaten, Zwiebel, Knoblauch und Chile Poblano (oder grüne Paprika) im 220°C vorgeheizten Ofen unter dem Grill ca. 20 Minuten kräftig rösten bis alles beginnt leicht schwarz zu werden. Dann Blech raus und gut abkühlen lassen.

Das Gemüse kann nun mit den restlichen Zutaten im Mixer zu einer smoothen Salsa verarbeitet werden. Oder aber (so habe ich’s gemacht) ihr würfelt alles schön klein und mischt es in einer Schüssel zu einer Salsa mit Stückchen. Auch sehr lecker!

Die Salsas halten sich im Kühlschrank aufbewahrt einige Tage frisch. So lange werden sie wohl aber kaum überleben! Chipstüte aufreissen und geniessen! Oder die nächsten Enchiladas oder Tacos damit füllen. Oder dem gebratenen Pouletbrüstli nochmals etwas Leben einhauchen. Oder zum gerösteten Ofengemüse (Kürbis, Randen, Pastinaken, Kartoffeln etc.) servieren. Oder oder oder… euch fällt bestimmt was ein…

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6 Antworten to “3x mit Salsa bitte”

  1. tomatenblüte 3. November 2012 um 14:51 #

    Tanzend kochen…das ist die Steigerung.
    Bin in Versuchung sofort damit anzufangen. 🙂

  2. Micha 3. November 2012 um 14:59 #

    Da steht einem Hot-Spicy-Rock n’Roll-Dinner mit wilden Mädels nichts mehr im Weg ;)!

  3. Verena 3. November 2012 um 21:48 #

    Ich bin einfach total begeistert! Unglaublich aber wahr, ich habe noch nie selbstgemachte Salsa gegessen – was wohl auch der Grund dafür ist, das ich keine Salsa mag ;-)!
    Ist gar nichts mehr übrig?! 😉

    • marco 4. November 2012 um 17:51 #

      Wiiiieee jetzt? Du magst keine Salsa? *erstauntguck*

      Am besten einfach mal ausprobieren 😉 ich hoffe doch, ich kann dich umstimmen…
      Leider ist davon nichts mehr übrig (alles weggeputzt), sonst hätte ich dir gleich ein Glas voll geschickt 😉

      • Memse 13. November 2012 um 21:51 #

        Hast Du zufällig noch Glas vorig. Dann bitte zuhause abgeben. Sieht lecker aus….

  4. marco 14. November 2012 um 19:10 #

    Nee.. leider alles weg! Selber machen sag ich da 😉

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