White Choco meets Curry

28 Okt

Weisses Schokoladen-Ingwer-Eis
mit Honig-Curry-Cashews

Ich nehme es vorweg: Ein Hammer-Rezept! Weisse Schokolade und Curry? Vermutlich genauso irritiert wie ihr eben, habe ich auch geschaut, als ich davon das erste Mal hörte. Aber was anfänglich wie ein schlechter Witz klingt, wird euch definitiv aus den Socken pusten! Versprochen! Ein absolutes Must-Try!

Ich brauchte keine zwei Bissen, um mich mit dieser Kombi anzufreunden! Mittlerweile erwische ich mich sogar immer wieder mal dabei, wie ich auf eine banale Tafel weisse Schoko einen Hauch hausgemachtes Masala streue. Chocolate explosion in your mouth! Viele Kreationen muten ja zunächst etwas seltsam an, nicht? Man denke da an Vanille-Eis mit Kürbiskernöl, an frische Erdbeeren mit grünem Pfeffer oder Ananas mit Pfefferminzzucker berieselt. Aber genau diese Gegensätze machen den kulinarischen Höhenflug doch aus! Besonders die asiatische Küche zelebriert diese Kunst in meinen Augen sehr überzeugend. Da mischt man Krossgebackenes mit Butterzartem, heiss mit kalt, scharf mit mild und gibt ganz klassisch dem Süssen Saures!

Ein wenig fernöstlichen Touch durfte auch dieses Rezept erfahren. Der würzig-scharfe Ingwer kontrastiert ganz wunderbar mit der Süsse der Schokolade. Die Cashews werden im Honig karamellisiert und anschliessend mit reichlich Vanillesalz und hausgemachtem Currypulver bestäubt. Und meiner neuen Glacémaschine sei Dank, kamen letzhin auch meine lieben Freunde in den Genuss dieser Köstlichkeit.

Jaja, wer mich zum Freund hat, dem geht es halt schon gut…

Und so geht’s für 6 hungrige Mäuler:

Weisses Schokoladen-Ingwer-Eis

  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 3 EL Zucker
  • 200 g weisse Schokolade, in Stücke gebrochen
  • 300 ml Milch
  • 3 EL Milch
  • 200 ml Rahm
  • 1 daumengrosses Stück Ingwer

Eier, Eigelb und Zucker gemeinsam verquirlen und mit dem Schneebesen kurz schaumig aufschlagen. Im heissen Wasserbad anschliessend die weisse Schokolade mit 3 EL Milch langsam schmelzen. In der Zwischenzeit könnt ihr die Milch zusammen mit dem Ingwer aufkochen und danach 20 Minuten ziehen lassen. Je länger der Ingwer in der Milch verbleibt, desto intensiver und schärfer wird euer Eis anschliessend – hängt also auch ein bisschen von eurem persönlichen Gusto ab.

Nun rührt ihr die Ei-Zucker-Mischung unter die abgekühlte Ingwermilch und schlägt beides zusammen im Wasserbad nochmals schön schaumig. Zum Schluss vorsichtig die geschmolzene Schokolade und den Rahm unterrühren und das war’s dann eigentlich schon. Wer eine Glacémaschine sein Eigen nennt, der hat nun leichtes Spiel: Masse in die Maschine einfüllen, Startknopf drücken, Füsse hochlagern und warten.

Und alle anderen sollen sich bitte nicht entmutigen lassen, denn es funktioniert auch wunderbar ohne High-Tech-Equipment. Dazu füllt ihr die Eismasse in eine Chromstahlschüssel (zur Not tut’s auch eine Tupperware) und stellt das ganze in den Gefrierschrank. Und da ruht euer Eis nun, ich sag mal so 7 bis 8 Stunden. Also Stubenhocker hingehört: eine perfekte Sache für einen kalten, regnerischen Herbsttag, den man ohnehin nur gelangweilt auf dem Sofa verbringen würde. Wichtig dabei ist, dass ihr regelmässig, so alle 30 Minuten, die Eismasse mit einer Gabel oder dem Zauberstab auflockert. Das löst die Eiskristalle bzw. verhindert deren Bildung. So erhalten wir zum Schluss ein geschmeidiges, crèmiges Eis!

Zwischenzeitlich könnt ihr euch schon mal an die Zubereitung der Cashews machen:

Honig-Curry-Cashews

  • 2 Hand voll Cashewnüsse
  • 2-3 EL flüssiger Honig
  • hausgemachtes Vanillesalz (Rezept dazu gibt’s hier)
  • euer Lieblings-Currypulver

Cashews in einer Pfanne ohne Öl einige Minuten leicht rösten. Honig zugeben und gleichmässig die Cashews damit überziehen und leicht karamellisieren lassen. Nach Belieben mit Vanillesalz und Currypulver (nicht zu sparsam) bestreuen und auf einem mit Backpapier belegten Blech auskühlen lassen. Fertig!

In weiser Voraussicht darf man auch gerne etwas mehr Cashews zubereiten, die Dinger schmecken nämlich herrlich und munden auch wunderbar als kleine Snacks zum Fernsehabend. Dazu vielleicht ein kühles Bierchen?

Zum Servieren dann eine grosse Kugel Weisses Schoko-Ingwer-Eis abstechen und mit den Honig-Curry-Cashews bestreuen und mit einem Pfefferminzsträusschen dekorieren.

Die Erwartungen meiner Freunde waren hoch. Kritische Blicke beäugen die dargebotene Kreation. Vorsichtig wird der Löffel eingetaucht und wandert zögernd zum Mund. Ich beobachte gespannt. Dann ein Lächeln. Ein sinnliches „Mmmhh“. Ich blicke in die Runde. Und sehe fünf erwachsene Männer, die ein Gesicht machen, wie ein kleiner Junge, der soeben ein feuerrotes Feuerwehrauto zu Weihnachten geschenkt bekommen hat.

I like.

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11 Antworten to “White Choco meets Curry”

  1. Memse 28. Oktober 2012 um 15:58 #

    Mmmm….. das gseht ja mega fein us. I wet am liebste probiere. Kannst Du bitte das ganze mal für uns zum Dessert machen?

    • marco 30. Oktober 2012 um 23:05 #

      Hallo Memse! Danke für deine Nachricht, freut mich, dass ich deinen Geschmack getroffen habe! Ich werde wohl demnächst zum Wiederholungstäter, vielleicht hast du ja Glück 🙂

  2. Gini 29. Oktober 2012 um 08:42 #

    Bi debi gsi und han dörfe probiere: Eifach de Hammer!!

  3. salzpfefferkokos 30. Oktober 2012 um 23:23 #

    Mein Versuch, selbstgemachtes Eis zu produzieren, beschränkt sich auf eine sehr frustrierende Grundschul-Erfahrung: In Erwartung, cremiges Schokoeis zu erhalten, fror ich eine Tupper voll Kaba (mit Milch) ein. Ich wurde bitter enttäuscht. 😉
    Mittlerweile kenne ich jede Menge tolle Rezepte, auch ohne Eismaschine machbar… aber die Sache ließ mich nach wie vor kalt.

    Dieser Artikel bringt mich glatt dazu, mein Kindheitstrauma aufzuarbeiten. Ich warte auf den nächsten Regentag, um Stubenhocker zu sein! Das klingt so außergewöhnlich, dass es gut sein MUSS. Toll geschrieben außerdem.

    Schönen Feierabend wünsche ich Dir!
    Verena

    • marco 1. November 2012 um 16:22 #

      Da gab’s dann wohl ’nen gefrorenen Schokoblock zur Nachspeise 😉

      Freut mich, dass ich dir bei der Bewältigung deines Kindheitstraumas behilflich sein konnte.Da lohnt sich ausnahmsweise das Stubenhocken, es IST wirklich lecker 😉 Lass mich wissen, wie’s geschmeckt hat!

      Liebe Grüsse
      *marco

      • salzpfefferkokos 29. Juli 2013 um 00:25 #

        Morgen ist es soweit! Eismaschine ist am Start inkl. Zeit und Motivation… Ich freu mich drauf! 😀

      • salzpfefferkokos 30. Juli 2013 um 22:43 #

        UNFASSBAR LECKER….
        … und natürlich habe ich in grenzenlosem Leichtsinn NICHT genügend Cashews vorbereitet… 😀

  4. lamiatrattoria 31. Oktober 2012 um 19:28 #

    Ich liebe Cashewkerne, sieht zu lecker aus. Habe leider noch keine Eismaschine, sollte ich mir, so wie das aussieht, aber schleunigst mal zulegen 🙂

    • marco 1. November 2012 um 16:25 #

      Cashews sind meine absoluten Lieblingsnüssli 😉 obwohl botanisch gesehen ja keine echte Nuss,aber who cares!?

      Eismaschine anlegen kann ich nach einigen Test mit meinem Exemplar abschliessend nur empfehlen. Leider nichts für schmale Geldbeutel, aber eine Investition fürs Leben… und den Bauch 🙂

  5. Dirk Staudenmaier 2. November 2012 um 22:10 #

    Hallo Marco,
    für einen Eisfreak wie mich eine Offenbarung, dein Post hier. Ich hätte mich gerne zu deinen fünf Kumpels hinzu gesellt 😉 So muss ich nun meine eigene Eismaschine anwerfen…
    Lieben Gruß, Dirk

    • marco 3. November 2012 um 12:23 #

      Lieber Dirk

      Da haben sich wohl zwei gefunden 😉 ich bin genauso ein Eisfreak nämlich!
      Mich begeistert vorallem, dass man immer wieder neu und x-beliebig kombinieren kann.
      Mein Eismaschine gebe ich um kein Geld der Welt mehr her 🙂

      Hoffe du bist genauso begeistert dann! Freue mich auf deine Erfahrungsberichte!

      Bis bald
      *marco

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